RE:Baton 7

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 143–144
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7) Baton von Sinope (FHG IV 347-350. Susemihl Gr. Litt.-Gesch. I 635f.), verfasste eine Reihe von Werken historischen und litterargeschichtlichen Charakters. Als Hauptwerk nennt Strabon im Verzeichnis der Litteraturgrössen Sinopes (XII 546 τὸν πραγματευθέντα τὰ Περσικά) eins über Persien, von dem sich keine sichere Spur erhalten hat; aus Citaten sind bekannt die Bücher über die Tyrannen von Ephesos (Athen. (VII 289 c ἐν τοῖς Περὶ τῶν ἐν Ἐφέσῳ τυράννων), über die Tyrannis des Hieronymos von Syrakus (Athen. VI 251 e ἐν τῷ Περὶ τῆς τοῦ Ἱερωνύμου τυραννίδος), über Thessalien und Haimonien (Athen. XIV 639 d ἐν τῷ Περὶ Θεσσαλίας καὶ Αἱμονίας) über den Dichter Ion (Athen. X 436 f ἐν τοῖς Περὶ Ἴωνος τοῦ ποιητοῦ}); Ἀττικαὶ ἱστορίαι gehören ihm nur nach einer, freilich recht wahrscheinlichen Conjectur Boeckhs (Schol. Pind. [144] Isthm. IV 104 ist überliefert βάτος ἐν δευτέρῳ Ἀττικῶν ἱστοριῶν). Das Citat Plutarchs Agis 15, das den spartanischen Reformkönig in so ungünstiger Beleuchtung zeigt, lässt sich in den sonst bekannten Büchern nicht unterbringen. Das späteste von Baton erwähnte Ereignis ist der Tod des syrakusischen Fürsten Hieronymos (215/4), andererseits muss seine ganze Lebenszeit vor die Strabons fallen. Da nun aber nicht nur die Polemik des Polybios gegen die rhetorischen Darstellungen der Katastrophe des Hieronymos (VII 7) nach einer sehr plausiblen Vermutung C. Müllers auf B. zielt , sondern auch das Buch des Eratosthenes Πρὸς Βάτωνα (Diog. Laert. VIII 89. v. Wilamowitz Antigon. 28, 2) dem Sinopeer gelten wird, ist es nötig, ihn der zweiten Hälfte des 3. Jhdts. zuzuweisen und anzunehmen , dass er von Agis und Hieronymos als Zeitgenosse berichtete. Das merkwürdigste an dem Manne ist, dass er ausdrücklich ὁ ῥήτωρ genannt wird (Athen. XIV 639 d), was nicht etwa den rhetorischen Stil seiner Werke bezeichnen, sondern nur heissen kann, dass B. Rhetor von Beruf war; die beste Parallele zu diesem Einbruch der Rhetoren in die Domäne der Peripatetiker und Philologen bietet die Schriftstellerei des Magneten Hegesias. Die Namen der Herakleskinder Schol. Pind. Isthm. IV 104 verraten eine sehr ähnliche Mache, wie die, welche Matris im Ἐγκώμιον Ἡρακλέους den Kentauren und Amazonen beilegt (Diod. IV 12. 16).