RE:Dionysios 167

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Griech. Monatsname
Band V,1 (1903) Sp. 10021003
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167) Dionysios, griechischer Monatsname, hauptsächlich im westlichen Mittelgriechenland und in den dorischen Colonien am Bosporos und Pontos gebräuchlich. 1. In Aitolien nahm er die achte Stelle in dem zwei Monate nach der Sommersonnenwende beginnenden Kalenderjahr ein, wie die delphischen Freilassungsurkunden Wescher-Foucart Inscr. rec. à Delphes 204 (Sammlung gr. Dialektinschr. II 1869) und 287 (Dialektinschr. II 1952) durch die Gleichsetzung mit dem Endyspoitropios der Delpher beweisen. Er entsprach also dem attischen Munychion (April). Auf den aitolischen Bundeskalender sind auch CIG 1756 (IGS III 374. Dialektinschr. II 1425). IGS III 384 und Wescher-Foucart 100 (Dialektinschr. II 1765) zu beziehen, obwohl sie nicht den Namen des Strategen der Aitoler an der Spitze tragen, sondern die beiden ersten nach dem eponymen Beamten von Naupaktos, die dritte nach dem Archon von Kallipolis datiert ist. Denn beide Städte waren damals aitolisch (über Naupaktos s. IGS III 357), und von besonderen Kalendern der einzelnen Städte neben dem des Bundes, wie sie allerdings bei den Lokrern und Phokern bestanden, findet sich in Aitolien ebensowenig eine Spur als z. B. in Boiotien. 2. Für Lokris bezeugt die Existenz des D. eine Freilassungsurkunde bei Wescher-Foucart Inscr. rec. à Delphes 186 (Dialektinschr. II 1851). Ob hier der Bundeskalender oder der einer einzelnen Gemeinde zu verstehen ist, muss aus demselben Grunde zweifelhaft bleiben wie bei dem Dinon (s. S. 655). Er geht dem delphischen Poitropios, also dem attischen Poseideon (December) parallel. 3. In Verbindung mit dem Jahresdatum nach dem Archon von Antikyra steht der Monat D. bei Wescher-Foucart 442 (Dialektinschr. II 2107), entsprechend dem delphischen Amalios, also dem attischen Gamelion (Januar). Da dies von der unter 2. erwähnten Gleichsetzung nur um eine Stelle differiert, so könnte man beide Angaben auf denselben Kalender beziehen unter der Voraussetzung, dass der Schaltcyklus desselben von dem delphischen verschieden war. Indessen steht keineswegs fest, dass das lokrische Antikyra und nicht vielmehr die gleichnamige Stadt in Phokis oder auch die an der Spercheiosmündung gelegene (s. o. Bd. I S. 2428) gemeint ist. 4. Für Byzantion bezeugt durch das Glossarium des Papias, das ihn mit dem römischen Februarius identificiert. 5. In Kalchedon CIG 3794, 7 und Dittenberger Syll.² 594, 20. Die Jahresordnung scheint hier dieselbe gewesen zu sein, wie in dem [1003] benachbarten und stammverwandten Byzantion. Wenigstens kommt von den drei bekannten kalchedonischen Monaten noch ein zweiter, der Machaneios (s. d.), unter den byzantischen vor. Vgl. B. Latyschew Journal des Minist. f. Volksaufklärung, Juni 1882, 243ff. (russisch). E. Bischoff Leipziger Studien VII 374ff. C. Robert Herm. XXI 178. 6. In dem römischen Sonnenjahr der Provinz Bithynien, das wir aus dem Hemerologium Florentinum kennen, erscheint an vierter Stelle der D., 31 tägig vom 24. December bis 23. Januar. Vgl. auch Bull. hell. XV 484, 19 Διονοισιήου θ’ (Kios, Kaiserzeit). Er ist wohl dem chalkedonischen Kalender (s. o.) entlehnt, wie auch die übrigen bithynischen Monatsnamen, die fast sämtlich auf Namen griechischer Gottheiten zurückgehen, aus den Culten und Jahresordnungen der einzelnen hellenischen Stadtgemeinden der Provinz übertragen sein werden; ganz dasselbe lässt sich für den kretischen Provincialkalender (s. u. Himalios) nachweisen. Vgl. Ideler Handbuch der Chronologie I 421. 7. In Chersonesos auf der taurischen Halbinsel bei Latyschew Inscr. Gr. orae sept. Ponti Eux. I 185 (Dittenberger Syll.² 326, 56). Die Stellung im Jahr ist unbekannt. 8. In Praisos auf Kreta, Monumenti pubblicati per cura della r. Accad. dei Lincei VI (1895) p. 299 (Dittenberger Syll.² 427, 14). Ebenfalls chronologisch nicht zu bestimmen. 9. In Tauromenion der zweite Monat des Kalenderjahres (IGI 423 II 1. 428 II 21), dem athenischen Anthesterion (Februar) entsprechend. Vgl. C. Wachsmuth Rh. Mus. XXIV 473. E. Bischoff Leipziger Studien VII 372. 10. In dem Kalender von Seleukeia in Pierien, der durch das florentinische Hemerologium erhalten ist, wird der D. dem römischen März gleichgesetzt. Vgl. Ideler Handbuch der Chronologie 1434.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S III (1918) Sp. 337
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(S. 1002, 49): Dieser Monat wird erwähnt auf Inschriften zu Buttos im westlichen Lokris um die Mitte des 2. Jhdts. v. Chr. Nachmanson Athen. Mitt. XXXII nr. 14. 20. 25. 34. Auch zu Phȳsko im westlichen Lokris wurde er gebraucht nach einer delphischen Inschrift des J. 189/8 v. Chr. Collitz 2139.