RE:Dionysios 99

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 927
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99) Dionysios von Theben, ein berühmter Lyriker nach Aristoxenos frg. 73 M. bei Plut. de music. 31 (vgl. Volkmann 125. Reinach-Weil 127). Aristoxenos zählt ihn unter die Vertreter eines classischen Stils, wie Pindar, Lampros, Pratinas, im Gegensatz zu Philoxenos und Timotheos. Es ist unverkennbar der Lehrer des Epameinondas gemeint, non minore in musicis gloria, quam Damon aut Lamprus (Com. Nep. Epamin. 2). Ein D. erscheint bei Lysias (ἐν τῷ πρὸς Νίκαρχον τὸν αὐλητήν, εἰ γνήσιος, Harpokr. s. Ἀντιγενίδας, frg. 186 M.) als Vater eines Flötenvirtuosen Antigenidas, vgl. Harpokr. s. Ἀντιγενίδας = Bekker Anekd. 410, 1 (aus Lysias) υἱὸς οὗτος ἦν Διονυσίου, ἐνδοξότατος αὐλητής: das ist, wie schon Meineke gesehen hat (Com. Gr. ΙΙΙ 187), der bei Anaxandrides Athen. IV 131 = CAF II p. 152 K. erwähnte Flötenbläser Antigeneidas; derselbe vielleicht auf einer delischen Inschrift, Bull. hell. VII 112. Chronologisch (und sachlich) steht der Annahme, dass der D. bei Ps.-Lysias der berühmte Lehrer des Epameinondas sei, nichts entgegen. Wie sich zu diesem Ἀντιγενίδης Διονυσίου der Ἀντιγενίδης Σατύρου (nicht Διονυσίου, aber synonym) Θηβαῖος μουσικός, αὐλῳδὸς Θιλοξένου verhält, kann hier nicht untersucht werden; C. v. Jan hat oben (Bd. I S. 2400, 22) nicht einmal den Stand der Frage klar dargelegt. Sicher ist es, dass D. von Theben der angesehene Archeget einer mehrere bekannte Glieder umfassenden Künstlerfamilie war.