RE:Q. Dellius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2447–2448
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Q. Dellius) ((den Vornamen geben nur Cass. Dio XLIX 39, 2. L 23, 1. Porph. zu Hor. carm. II 3), von Messalla Corvinus als desultor bellorum civilium gekennzeichnet, weil er im J. 711 = 43 von Dolabella zu Cassius überlief (und zwar salutem sibi pactus, si Dolabellam occidisset), von diesem im folgenden Jahre zu Antonius, endlich kurz vor der Entscheidungsschlacht bei Actium (Cass. Dio L 13, 8. 23, 1. 3. Vell. Pat. II 84, 2) von Antonius zu Octavian (Senec. suas. 1, 7; vgl. Vell. a. a. O.), bei dem er später in Gunst stand (Senec. de clem. I 10, 1; dass er der D. ist, an den Horaz die Ode II 3 richtet, bezeugt Porphyrio a. a. O.). Am nächsten stand er lange Zeit dem Antonius, dessen παιδικά er früher gewesen sein sollte (Cass. Dio XLIX 39, 2) und dessen erotischen Neigungen er gern Kupplerdienste leistete (Plut. Ant. 25. Joseph. ant. Iud. XV 25ff.); dies und seine scharfe Zunge (Witzworte von ihm bei Plut. Ant. 59. Senec. suas. 1, 7) waren die Ursache, dass Kleopatra ihn hasste und ihm nachstellte (Plut. a. a. O. οὗτος δὲ καὶ δεῖσαί φησιν ἐπιβουλὴν ἐκ Κλεοπάτρας Γλαύκου τοῦ ἰατροῦ φράσαντος αὐτῷ). Häufig brauchte ihn Antonius zu diplomatischen Missionen, so im J. 713 = 41, um Kleopatra zur Verantwortung nach Tarsos vorzuladen (Plut. Ant. 25), im J. 714 = 40 zur Unterstützung des Herodes in seinen Bestrebungen, den Antigonos Mathathias zu verdrängen (Joseph. ant. XIV 394; bell. Iud. I 290), im J. 718 = 36 bei den Verhandlungen über das Hohepriestertum des Aristobulos (Joseph. ant. XV 25), im J. 720 = 34 bei dem Intriguenspiele gegen den Armenierkönig Artavasdes (Cass. Dio XLIX 39, 2f.), und noch kurz vor der Schlacht bei Actium befindet sich D. auf einem Werbezuge in Makedonien und Thrakien (Cass. Dio L 13, 8). Die Partherfeldzüge des Antonius hat D. nicht nur als Legat mitgemacht, sondern auch in einem Geschichtswerke geschildert (Strab. XI 523; Δέλλιος ὁ ἱστορικός nennt ihn Plut. Ant. 59), dessen Bedeutung als Quelle für die Darstellung dieser Kriege bei Plutarch und Strabon (im XI. und XVI. Buche) neuerdings stark betont, vielleicht auch etwas überschätzt worden ist (A. Bürcklein [2648] Quellen und Chronologie der römisch-parthischen Feldzüge in den J. 713–718 d. St., Diss. Berlin 1879, 7ff. W. Fabricius Theophanes von Mytilene und Q. Dellius als Quellen der Geographie des Strabon, Strassburg 1888, 220ff.); s. H. Peter Histor. Rom. frg. p. 250f.