Topographia Alsatiae: Waldshut

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Topographia Germaniae
Waldshut (heute: Waldshut-Tiengen)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 65.
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Waldshut.

Glareanus rechnet bey zehen tausend Schritt ungefährlich von Lauffenberg hieher / und nennet diesen Ort Sylvae Custodiam, weil der Schwartzwald / der also von den schwartzen Tannen genennet wird / hieher reichet. Es ist diese Stadt under den vier Oesterreichischen Rhein-Städten / ob Basel / die Obriste / so gleich am Rhein / auff der rechten Seiten / vor dem Einfluß der Aar über ligt. Solle vorhin nur ein Jäger-Hauß / den Käysern gehörig / darauff ein Amptmann gewohnt / da gestanden seyn; biß ümbs Jahr 1249. von Graff Albrechten von Habspurg eine Stadt da erbauet / dieselbe mit Privilegien begabet / und bevestiget worden; die aber Anno 1492. übel verbronnen / als sie zuvor Anno 1468. von den Schweitzern vergebens belägert gewesen. Anno 1525. machte ihr Pfarrer Doctor Balthasar Hübner von Friedberg / ein Widertäuffer / viel Ungelegenheit allhie. In dem jetzigen Teutschen Krieg / hat diese Stadt auch Noht gelitten / und ist folgends Anno 1638. von Hertzog Bernharden zu Sachsen occupiert worden. Es hat allhie keine Brück mehr über den Rhein / wie Munsterus, in Beschreibung deß Boden-See / erinnert. Under Waldshut / und bey einer Stundt Fußwegs ob Lauffenberg / ligt das kleine Städtlein Hauenstein / oder Howenstein / am Rhein / so nur / wie ein schlechtes Flecklein: auch Oesterreichisch. Es ist Vor-Zeiten auff dem Felsen allda ein alt zierlich Schloß gestanden / davon noch ein Thurn übrig / darinn der Wald-Vogt sein Gefängnüß hat. So ligt zwo Stund von Waldshut das Schloß Guttenberg. Stumpfius in der Schweitzer Chronick / Munsterus in der Cosmographi, und Relationen.