Topographia Franconiae: Hoff

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Hoff (heute: Hof)
<<<Vorheriger
Höchstadt
Nächster>>>
Hoheneck
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 49.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Hof (Saale) in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[49]
Hoff.

Diese 4. Meilen vom Fichtelberg gelegene Stadt / wird zwar von den Scribenten ins Vogtland gesetzet: Weilen aber ihr Herr / der Marggraf von Brandenburg Culmbach / Bayreit / etc. zum Fränckischen Creiß gehörig / so wird sie deßwegen auch mit andern Ihrer Fürstlichen Gnaden Städten hieher gezogen. Hat vorzeiten ohne Mittel zum Reich gehört / biß Käyser Ludovicus IV. solche Stadt dem Burggrafen zu Nürnberg Friderico II. auf ewig verliehen; von dem dieselbe die Herren von Weidau besessen / biß Burggraff Friederich der Vierdte / die Stadt Hoff / besampt dem Lande zu Rognitz / Anno 1373. von Henrico von Weidau / gegen Erlegung 8100. Freyburger Schock / oder 40500. Gulden / an sich gebracht hat; wie Limnaeus de Jure publico lib. 5. c. 7. num. 59. schreibet. Anno 1553. ward diese Stadt von Königs Ferdinandi I. der Bischoffe / und deren von Nürnberg / Volck belagert und erobert: Aber gleich darauf von Marggraff Albrechten von Brandenburg wieder gewonnen. Siehe oben Culmbach. Anno 1623. im Augusto / ergab sie sich an den Obr. Holcke / ward aber / uneracht erlegter Brandschatzung / gleichwol von seinem Käyserischen Volck meistentheils außgeplündert. Was sonsten in diesem Teutschen Krieg da vorgeloffen / haben wir noch zur Zeit nicht erfahren: als / daß in deß Theatri Europaei 4. Theil / am 390. Blat stehet / wie es im Jahr 1640. allhie zugangen / und daß / unangesehen / die Stadt einer unbekandten Parthey Gelt geben / zum Danck und Abzug / die Vorstadt / das Hospital / sampt seiner Kirchen / geplündert / die Mühle zerscheuttert / und die Früchte auff dem Felde verderbet worden seyn. Es hat vor diesem allhie eine gute Schule gehabt / darinn unter andern / auch die Vocal-Music mit sonderm Fleiß geübet worden ist. Einer hat neulich von diesem Ort also berichtet: Hoff / sonsten auch Hoff-Regnitz / und Curia Variscorum genannt / ligt an der Thüringischen Saal. Hof heist sie / von einem einzelichem Hof / so vor alters nicht weit von Regnitzbach gelegen / und Regnitz-Hof genannt worden. Der Zusatz / Regnitz / Curia Regnitiana, kommt von gedachtem Regnitzbach her / welcher ob- und unterhalb der Stadt / und in die Saal fleust. Curia ist sie vom Bischoff und Dom-Herrn zu Bamberg geheissen worden / quod Incolis res divina fuerit curae. Biß hieher dieser. Doctor Wurffbain sagt: daß Käyser Ludovicus Bavarus, Anno 1323. dem Burggrafen zu Nürnberg / Friderico II. umb den unter einander verglichenen Pfand-Schilling / die Stadt am Hof versetzt zu haben / von allerhand Stands-Personen / geschrieben worden sey. Anno 1633. mit Anfang deß Augusti / plünderte Feld-Marschall Holke diese Stadt / mit Niedermachung vieler Innwohner / gantz auß. Anno 1647. haben sich die Käyserischen allhie im Schloß erstlich gewehrt / aber endlich den 17. 27. Junij / auff Discretion den Schwedischen / ergeben.