Topographia Franconiae: Barreut

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Topographia Germaniae
Barreut (heute: Bayreuth)
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Baunach
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 28–29.
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Barreut / Bayreuth.

Wird von Theils Bareuth / Pareuth / und Payreuth geschrieben. Ligt drey Meilen von Culmbach / und 3. von Botenstein / und ist ein Marggräffisch Brandeburgische nach Culmbach / Herrn Marggraff Christian (der Anno 1581. den 30. Januarii / geboren worden / und bißweilen allhie Hof hält) gehörige Stadt / die Fridericus, den man insgemein vor den Ersten Burggraven zu Nürnberg / auß dem Zollerischen Stamm hält / durch Heurath / mit seiner ersten Gemahlin Elisabeth / deß letzten Hertzogs zu Meranien Ottonis Tochter überkommen; wie Limnaeus lib. 5. de Jure publ. c. 7. p. 184. num. 13. schreibet. Der Nam solle vom außreuten herkommen / und so viel als einen Wald / oder wüsten Ort / der gesäubert / und zum Bau gerichtet worden / bedeuten. Müste also Baureut geschrieben werden. Siehe unten Culmbach: Item Bruschium, in Beschreibung deß Vichtelbergs / pag. 25. seq. daselbst er also schreibet: Hie ist zu mercken / daß die alten Teutschen gemeiniglich die Ort / und Flecken / haben Reut genennet / da etwann viel Holtz / und Wälder gestanden / an dero statt / Dörffer und Städtlein / sind zu bauen angefangen worden: welches am Vichtelberg augenscheinlich / denn hierumb viel Flecken und Dörffer sind / die von abgehauener Wälder wegen heutiges Tags noch also genennt werden / als Parraut eine Stadt an dem Mäyn gelegen / etwann drey Meil vom Vichtelberg / hat den Namen von zweyen Wälden / die man allda / ehe die Stadt ist zu bauen angefangen worden / abgehauen / und abgebrennet hat. Daher haben auch den Namen Rigelsreut / Frauenreut / Polenreut / Winnersreut / Hauenreut / Pergersreut / Sigersreut / Lorentzreut / und andere mehr. Biß hieher Bruschius. Anno 1621. den 23. Junii / ist Barreut / sammt Kirchen / und Rahthause / biß auff 18. Gebäu / in die Aschen gelegt worden. So hat auch Anno 1632. im Septembri / der von Friedland diese Stadt unversehens überfallen / gantz außplündern / etliche Inwohner / und Bürger / niedermachen / und gefänglich hinweg führen lassen / welchen auch zu Creussen / und Pegnitz / geschehen. Ingleichem ist Anno 34. im Sommer / diese Stadt / mit Stück- und Granaten zur Ubergab bezwungen worden; wie in dem Theatro Europaeo, und in den Relationen / stehent. Wie es ihr sonsten bey diesem Krieg ergangen / davon haben wir keine Nachricht / ohn / daß Anno 1641. der Schwedisch General Feldmarschall / Johann Banner / in seinem Zug nach der Obern-Pfaltz / von Hof / und Gefreß / auch hieher kommen ist.

Es hat diese Stadt Herrn Marggraff Christian von Brandenburg zu Culmbach zugehöret / welcher Anno 1581. den 30. Januarii / geboren worden / und mit seiner Gemahlin / Frauen Maria / Herrn Marckgraff Albrecht Friderichs zu Brandenburg / [29] Hertzogen in Preussen / Fr. Tochter / die im Jahr 1649. den 11. Hornung gestorben / folgende Fürstliche Kinder noch vor kurtzer Zeit / im Leben gehabt hat. 1. Frauen Annam Mariam, Hertzogin von Cromau / und Fürstin zu Eggenberg / Anno 1609. den 20. Decembr. 2. Fr. Magdalenam Sibyllam, Herrn Johann Georgen Hertzogen zu Sachsen / und Chur-Printzens / Gemahlin / Anno 1612. den 28. Octobr. 3. Herrn Erdmann Augustum, Anno 1615. den 29. Octobr. und 4. Herrn Georgium Albertum, Anno 1619. den 10. Martii, geboren. Auß welchen Herren Brüdern der ältere Anno 41. den 28. Novembr. mit Fräulein Sophien / Herrn Marggraffen Joachim Ernsten zu Brandeburg / Ohnspach / Fr. Tochter / Ehelich Beylager gehalten / und Anno 44. den 27. Julii / Herrn Christian Ernsten bekommen hat; Sie aber / die Frau Marggräffin / ist Anno46. den 23. Novembris, gestorben. Anno 1634. den 18. Augusti, plünderte der Bayerische General Wahl die Stadt Bayreut auß / besetzte sie / und forderte zehen tausend Reichsthaler Ranzion. Er hat auch das Schloß / oder die Fürstliche Residentz allda / und in derselbigen / die bißher verborgen gewesene Gewölber gantz außgeraumet / und dermassen haußgehalten / daß fast kein einiges Gemählde an den Decken / und Wänden / viel weniger andere Mobilien, darinn übrig geblieben; wie zwar Kemnitzius, im 2. Buch deß 2. Theils / vom Schwedischen Krieg / fol. 525. seq. berichtet. Siehe unten Hilpoltstein: und von deß Herrn Marggraffen Reichs-Anschlag / oben den Eingang.