Topographia Franconiae: Schwartzach

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Topographia Germaniae
Schwartzach (heute: Schwarzach am Main)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 94.
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Schwartzach.

Ein Städtlein und Ampt / am Mäyn / zwischen Kitzing und Volckach / gelegen / so in dem Krieg der Grafen von Castell / mit demselben / und den Abbten deß stattlichen Closters Münster-Schwartzach (so bey einer viertheil Meyl Wegs vom Städtlein gelegen / ) Anno 1282. außgebronnen ist. P. M. Wehnerus in pract. Observat. schreibet p. 661. col. 1. also: Zu Northeim / da das Gottshauß / und Closter Schwartzach die Vogtheyligkeit / und die Stadt Schwartzach / hoc est, der B. zu W. und G. zu C. die Zent hat / ist man den Ubelthäter vor dreyen Tagen nicht zu lieffern schuldig. Sed si delinquens intra d. tres dies, vel etiam in via dum ducitur zur Zent / noch biß zum kleinen Brücklein / zwischen Geroltzhausen / und Sommerach / cum adversario sich vergliche / wäre er ea propter der Zent entfallen / und ibidem unstraffbar. So er aber über das Brücklein / so ist er Zentfällig. Biß hieher Wehnerus. Es ist das gedachte Closter / zun Zeiten Käysers Ludovici Pii, vom Grafen Reginguado von Rotenburg gestifftet worden; wie Bruschius de Episcopatibus Germaniae meldet. Und wird solches / sampt dem Städtlein / ins Stifft Würtzburg gezogen.

In einem unlängsten überkommenen Bericht / stehet also: Es seyn unterschiedlich Schwartzach / als /

1. Ober-Schwartzach / ein Dorff oder Flecken / darinn ein schön Ampthauß. Dieses ist / vor diesem / Cuntzen von Thüngfeld eigen gewesen: Weiln Er aber wegen der Niclaushäuser-Wallfahrt / so ein Baucker Anno 1476. angestifftet / deß gemeinen Pöfels / so den gefangenen Baucker / außm Schloß zu Würtzburg / wieder ledig haben wolten / Hauptmann gewesen (von diesen Händeln liese Frisii Würtzburgische Chronick / und Spangenbergs Hennebergische / lib. 2. c. 36. p. 238. seq.) muste Er hernach / unter andern Gütern / auch Ober-Schwartzach / zum Mannlehen machen: dahero es nachmals dem Stifft Würtzburg heimgefallen. Bey diesem Dorff ist ein Wildbad / darauß entspringt ein Bach / oder Wässerlein / so einen succum lapidescentem mit sich führet / bey Bimbach und Brünn / hin / und bey Stadt-Schwartzach in den Mayn fleust. Heist auch Schwartzach: ist aber ein anders / als das im Nürnbergischen Gebiet: welches bey Feucht hinfleust / und in die Rednitz laufft.

2. Stadel-Schwartzach / ein Dorff / ins Closter Schwartzach gehörig.

3. Stadt-Schwartzach.

4. Closter / oder Münster-Schwartzach / so Anno Christi. 815. von Maingutho und seiner Gemahlin Arminia fundiret worden. Siehe die Würtzburgische Chronick. Bruschius de Monaster. Germ. fol. 145. nennet Ihn Megingaudum, Ducem Ostrofrancorum, et Comitem Rotenburg. ad Tubarum: Sie aber Imam, oder Iminam, Genebaldi, Regis Francorum, filiam. Biß hieher dieser Bericht. Siehe von den beyden letzten Schwartzach / als dem Städtlein / am Mayn: und der bey einer Viertel Meil Wegs darvon gelegenen Mönchs-Abbtey / Münster-Schwartzach / unsern Text / pag. 54. Sonsten gedenckt auch einer eines Schwartzach / so Er einen Gräfflichen nicht weit von dem Fürstlichen Hennebergischen Schloß / und Flecken Kündorff gelegenen Sitz nennet.