Topographia Palatinatus Rheni: Plombiers

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Topographia Germaniae
Plombiers (heute: Plombières-les-Bains)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1645, S. 28.
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Plombiers, Plumbers.

Ein sehr berühmtes Bad in Lothringen / nahend den Gräntzen / der Grafschaft Burgund gelegen / welches Andreas Baccius, l. 6. de Thermis, c. 7. fol. 359. deß Venedischen Trucks / vom Jahr 1588. in fol. gar wol geschrieben hat. Gallus Etschenreuter / in seinem Buch von den Bädern / sagt p. 11. seq. hievon also: Im Lothringischen Gebürg / bey dem weit bekanten edlen FrauenClaster Roremont (so sonder Zweiffel das Closter seyn wird / das die Lothringer / in ihrer Sprach / Remiremont heissen) entspringet diß Bad / unter dem freyen Himmel / einem See gleich / ein herrliches Wasser. Allein der Könige Bad / wie sie es nennen / ist bedeckt / und beschlossen. Ich achte / daß diesem Bad Bley seinen Namen gegeben habe / über welches es fleust. Ferners / berichtet Doctor Martin Ruland / im ersten Buch von Wasserbädern / am 98. Blat / und folgenden / von solchem Plumbersbad / dieses: Im Lothringischen Gebürg / nicht weit von OberElsaß / bey einem Nonnen Closter / genant Roremont / ist ein warm Bad / das man heist Blumbersbad. Fleust über viel Bley / wenig Schwefel / und Alaun. Leonhard Thurneisser aber / sagt / lib. 6. von den Wassern / c. 49. f. 203. folgendes: Nicht sehr weit von dem Fluß der Mosel / am Anfang deß Lothringischen Gebürgs / Vogesus genant / haben wir das Bad Plumers / welches im hoch Teutschland / seiner Würckung halben / sehr berühmbt / und in grosser Achtung ist. Und dann meldet Johannes Bauhinus, in der Histori vom Bollerbade / dieses; deß warmen Bads Plumbiers, in Lothringen / Wasser ist gut / und nutzlich zu trincken. Ich bin in dem Wahn / daß dieses Plumbersbad nicht vom Bley den Namen habe / sondern eigentlich Plumires heisse / und solches vom Berupfen / welches die Frantzosen / und Lothringer / plumer nennen; wie dann auch Andernacus sagt / das Plumbers Bad werde / von den Frantzosen / bains plumiers genant. Etliche Quellen dieses Bads seyn so gar heiß / daß den Vögeln / wann man Sie darein thut / die Federn außfallen. Es ist solches Bad unter dem freyen Himmel. Daß dasselbig Wasser die böse Geschwär / und Schäden / so dem Aussatz offtermals nicht ungleich sehen / gewaltig heile / hab ich auch selbst eigner Erfahrung. Wann man das Wasser kalt werden läst / so verlieret es allen seinen Mineralischen Geschmack / ist hell / und lauter / und sihet den gemeinen schlechten Wassern gleich / wird auch unter den Wein gemischt / und über der Mahlzeit getruncken / darzu ohne allen Schaden / und Gefahr. Man sagt Wunder / wie es allen Wassersüchtigen wol thue. Biß hieher Bauhinus. Von andern Tugenden / und Kräfften dieses Bads / siehe die obangezogene Autores.