Topographia Palatinatus Rheni: Remiremont

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Remiremont
<<<Vorheriger
Remilly
Nächster>>>
Saarwerden (2)
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1645, S. 29–30.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Remiremont in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[29]
Remiremont, Romericus mons, Reymersberg.

Ist ein kleines und schlechtes Lothringisches Städtlein / an der Mosel / zwischen Espinal, und Lestraye, gegen der Grafschafft Pfirt / und auff Than zu / gelegen; davon theils das Thal / sonsten Le val de Lestraye genant / das Reymersperger Thal heissen / dardurch die Mosel / von ihrem Ursprung her / rinnet / und in welchem / vor dem Krieg / viel Papiermühlen gewest seyn. Es hat zu Remiremont, oder Reymersperg / ein Adeliches FrauenCloster / so sich verheuraten mögen / grosses Einkommen haben / und deren Aebbtissin / wie in Pfaltzgrafen Alexandri von Zweybrücken Reyßbeschreibung stehet / gefürstet ist. Anno 1648. den 7. Martij / starb / zu Paris / Frau Catharina / Hertzog Carls von Lothringen Tochter / im 75. Jahr ihres Alters / so 33. Jahr allhie / zu Remiremont, Aebbtissin gewesen ist; wie die Franckfurtische Herbst Relation dieses Jahrs berichtet. In dem neuen Meterano, stehet / libro 53. es hätten im Jahr 1635. die Käyserischen Rimlisburg / nahend Spinal / und die Lothringer die Städte Espinal / Remiremont, Boula, Charme / und mehr andere / eingenommen / und / neben den Käyserischen / wol 400. Dörffer in die Asche gelegt / und seyen Sie meisten theils zu Remberville [30] gelegen. So seye Sanct Miel in Lothringen / von den Frantzosen belagert / und eingenommen worden. Und / im 54. Buch / wird gesagt / daß der Graf von Embden / in Lothringen / die Stadt / und das Castell Longuy (welches Orts oben bey la Motte gedacht worden.) Anno 1636. mit Accord einbekommen / und die Frantzosen / mit ihren Seitenwehren / abziehen lassen; die Käyserischen aber hätten Verdun vergebens belagert / und dann meldet dieser Autor, im 75. Buch / es hätten Anno 1637. die Frantzosen / so zu Merchingen in Lothringen gelegen / das Schloß Chamble, nicht weit von Metz / erobert; die Lothringer aber das Castell Tonnoy oder Tonay, 3. Meilen von Nancy, bekommen; welches gleichwol den Frantzosen bald wieder worden sey. So hätten die Lothringer den Frantzosen Fontaine Françoise, und das Castell / la Romaigne abgenommen; aber den letzten Ort Hertzog Bernhard von Sachsen wieder bekommen / und darauff den Hertzog von Lothringen / in der Grafschafft Burgund / geschlagen. Ob nun die Nahmen alle recht gesetzt seyn; davon werden deß Lands Erfahrne urtheilen können.

Nur etwas zu melden / so macht dieser Autor, auß Spinal, und Espinal, zwwen Ort / da es doch nur einer ist; und möchte vielleicht auch sein Rimlisburg / und Remiremont, dem Lager nach / nur eines seyn. Zwar / daß die Lothringer besagtes Remiremont Anno 35. und dasselbe / noch in diesem Jahr / auch die Frantzosen wieder erobert / und die Lothringer darinn nider gehauet haben; das bezeuget Kemnitz / im 2. Th. vom Schwed. Krieg / daselbst er auch sagt / daß damalen die Frantzosen / nach Abzug deß General Gallas / Vaudemont, und andere Ort in Lothringen / einbekommen / und die Lothringische Besatzung zu Charmes nidergehaut hätten; welchen letzten Ort / der Italiänische Graf Gualdus, in seinen Historien / Charmes nennet / und daß Er auff der Mosel gelegen sey / schreibet.