Topographia Sueviae: Sonnenberg

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Topographia Germaniae
Sonnenberg
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 173.
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Sonnenberg /

Eine Herrschafft im Walgöw / oder Valle Drusiana, vor Zeiten den Grafen von Werdenberg gehörig / die solche An. 1455. Herrn Eberharden Truchsessen zu Walpurg / mit der Veste Sonnenberg / Burg / vnd Burgstal / vmb fünffzehentausend Gülden zu kauffen geben / welcher sich / sampt vier Söhnen / An. 1463. darauff Graven ließ / in welchem Jahr auch gemeldter Graf Eberhard zu Sonnenberg / vom Käyser Friederichen / bemelte Graffschafft Sonnenberg / mit aller Zugehör / als ein Reichs-Lehen / zu Lehen empfangen / (wiewol andere von einem Kauff melden;) welche Herrn Truchsessen von Walpurg solche Herschafft hernach besessen / vnd sich Grafen von Sonnenberg geschrieben. Wie aber Sie wider umb solche Grafschafft kommen / davon sihe die Beschreibung Pludentz / in vnserm Text. Es müssen aber noch andere Sonnenbergische Güter / ausser dieser Herrschafft seyn / weiln solche in den Walpurgischen Anschlag kommen. Aber wider auff vorgemeldte jetzt Oesterreichische Herrschafft zu kommen / so hat dieselbe ihren Anfang zu höchst auffm Arlberg / an der Graffschafft Tyrol / vnnd gehet fünff Meil Wegs biß gen Feldkirch / an die Illbrucken; ist aber darneben ein enges Thal / dardurch die Alfentz fleußt / so jhren Vrsprung auffm Arlberg nimbt durch das Closterthal herauß (welches die Landstraß / dem Arlberg zu) biß gen Pludentz auff drey Meil Wegs; daselbst fällt sie in die Ill / so auß Montafun kompt / vnnd lauffen fürters die andern zwo Meil Wegs durch / vnnd an der Herrschafft hinauß / biß gen VeldKirch / gantz Fischreich / doch allein von Föhrinen / vnd Groppen. Die Berg seynd alle hoch vnnd wild / darinnen viel Alpen / vnd Wildsee / die Innwohner nehren sich meistentheils / mit der Somfahrt. Diese Herrschafft Sonnenberg ist ein Gericht / hat acht Pfarren / als zum Closter / Thalas / Bratz / Bürß / Brandt / Nutziders / Nentzingen / vnd Frastentz. Das Dorff / vnd Pfarr zum Closter / dahero das gantze Thal / biß gen Pludentz / den Nahmen Closterthal genommen / ist an einem wilden Orth / ein halbe Meil vom Arlberg gelegen. In diese Pfarr gehört das Dörfflein zur Stuben genandt / am Fuß deß Arlbergs gelegen / allda etwas Wirtshäuser / vnd Vnderkommen / vnd der Stuben besser / als einer Lauben / wol von nothen. Dann der Arlberg ein sehr wilder Berg / vnd Winters Zeit / wegen der Schnee Löwinen sehr gefährlich / dannoch ein tribne Landstraß darüber / sonderlich die Somfahrt deß Saltz von Hall außm Innthal. Zu höchst auff diesem Arlberg / da sich die Herrschafft Sonnenberg / von der Graffschafft Tyrol / scheidet / vnnd allda eine Capell / vnd Wirtshauß / gräntzen zusammen 4. Bistumb / als Chur / Costantz / Augspurg / vnd Brixen. An der Landstraß von Arlsberg herauß / nicht weit von Pludentz / ligt das FrawenCloster S. Peter / Dominicaner Ordens / zimliches Vermögens. Das Gericht diser Herrschafft Sonnenberg / wird allezit zu Nütziders im Dorff als mitten der Herrschafft / gehalten. Gleich ob diesem Dorff ligt das verbrante Schloß Sonnenberg / auff einem Felsen / vnnd lustigen Bühel. Sihe Joh. Georg Schlehen / in der Beschreibung der Landschafft vnderhalb S. Lucis Staig / vnd dem Schallberg / beyderseits Rheins / biß an den Bodensee / fol. 62. seqq.