ADB:Crocius, Ludwig

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Crocius, Ludwig“ von Carl Hermann Manchot in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 601, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Crocius,_Ludwig&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 19:37 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Crocius, Johannes
Nächster>>>
Crocius, Paul
Band 4 (1876), S. 601 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Ludwig Crocius in der Wikipedia
GND-Nummer 116733322
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|4|601|601|Crocius, Ludwig|Carl Hermann Manchot|ADB:Crocius, Ludwig}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116733322}}    

Crocius: Ludwig C. war der älteste Sohn von Dr. Paul C. (s. d.), dem Verfasser des „großen Martyrbuchs“. Er war geboren am 29. März 1586 zu Laasphe im Wittgenstein’schen. 1604 wurde er zu Marburg Magister, versah 1608 zu Schwalbach Predigerstelle und Superintendentur seines dort verstorbenen Vaters (Program. fun. bremens. I. 70). Nach einem Jahre erbat er zu einer größeren Studienreise die Erlaubniß des Landgrafen Moritz; er besuchte Bremen, Marburg, Basel, wo er 1609 die Würde eines Doctors der Theologie erlangte. Von Basel ging er nach Genf. Dort traf ihn der Ruf nach Bremen, dem er folgte, um während seines ganzen Lebens in Bremen als Professor der Theologie und Philosophie an der Gelehrtenschule und als Prediger zu wirken. Seine erste Gemeinde war die zu St. Martini. Nachdem er 1615 einen Ruf des Markgrafen Johann Georg von Brandenburg und 1618 einen zweiten des Landgrafen Moritz von Hessen abgelehnt, sandte ihn der Rath mit den DD. Martinius und Isselburg als bremischen Deputirten nach Dordrecht zur Synode. Von dort zurückgekehrt vertrat er mit den genannten eine mildere Anlehnung an die reformirte Kirche gegen Philipp Cäsar’s Eifer. Um P. Cäsar’s Wahl an U. Lieben Frauen zu verhindern, nahm er 1628 die Wahl zum Pastor prim. an dieser Kirche an, wie noch in dem Nekrologe auf ihn hervorgehoben wird, gravibus de causis et publico bono (Progr. funebr. brem. I, 70, sowie Nr. 12 der Gründe des brem. Minister. gegen P. Caesar’s Wahl und Vorstellung des brem. Minister. vom 28. Sept. 1628; Brem. Jahrb. II. 29 f.). Damit wurde er Senior Ministerii; 1639 wurde er Prorector des Gymnasiums, und wiederum von 1647 bis an seinen Tod. 1652 traf ihn ein Schlaganfall auf der Kanzel; darauf legte er sein Predigtamt nieder, wirkte aber am Gymnasium bis zu seinem Tode am 7. Dec. 1653. Er stand in Bremen in den höchsten Ehren und war, obschon weniger bedeutend als sein jüngerer Bruder Johann (s. o.), doch als theologischer Schriftsteller angesehen, auch mit Calixt befreundet. Er verfaßte sehr zahlreiche Schriften. Rotermund, Brem. Gelehrtenlexikon I. 90 ff. zählt 71. Sein bedeutendstes Werk ist: „Syntagma sacrae Theologiae IV libr.“ Bremen 1636. Außerdem wurden von ihm noch besonders geschätzt seine Streitschriften „Homo Calvinianus impie descriptus a Dr. Matth. Hoe Austriaco“, Bremen 1620. 8.; „Examen falsae descriptionis Calvinistarum Hoeji IV disputatt. defensis“, 1621; „Assertio Augustanae confessionis contra Mentzerum IV disputatt.“, Bremen 1621. 1622. „Vier Tractaten van de Verstandicheit der Heyligen principelyk ghestelt teghens het boek P. Bertii van den Afval der Heyligen door Lud. Crocium“, Amsterd. 1615. „Antisocianismus contractus“, 1639. Zahlreiche kleinere Schriften gegen Bellarmin und die Jesuiten erschienen von Basel 1611 an bis Bremen 1632. Er gab außerdem heraus „Marsilii Ficinii de religione christiana opusculum“ Brem. 1617. Für die Schule im weiteren Sinne bemühte er sich durch eine Ausgabe des Büchleins von Tacitus De Germania, 1618 und durch die „Idea viri boni hoc est octo et quadringenta Sixti sive Xisti sententiae quae vitae honestae et religiosae epitomen complectuntur“, Brem. 1618. Auch beschäftigte ihn seit 1639 die Reorganisation der bremischen Gelehrtenschule. Aus seiner zweiten Ehe mit Catharina Petzel überlebte ihn ein Sohn, Christian Friedrich, geb. 26. Sept. 1623, der Arzt und Professor der orientalischen Sprachen 1651 in Bremen, und von 1653 bis 13. Aug. 1673 in Marburg war.