ADB:Dieterich, Johann Christian

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Artikel „Dieterich, Johann Christian“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 156, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dieterich,_Johann_Christian&oldid=2494327 (Version vom 21. September 2018, 02:50 Uhr UTC)
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Dieterich: Johann Christian D. wurde zu Stendal im J. 1712 geboren, erlernte die Handlung und errichtete ein Seidenwaarengeschäft zu Berlin, später zu Gotha. Hier heirathete er die Tochter des Buchhändlers Merius 1749 und übernahm die Merius’sche Buchhandlung. Das Ministerium in Hannover veranlaßte ihn, im J. 1760 eine Buchhandlung unter seinem Namen in Göttingen zu gründen, indem er sein Geschäft in Gotha nebenbei betrieb und zwar bis er es im J. 1776 an seinen ersten Commis, Ettinger, verkaufte, welcher jenes Geschäft unter seinem eigenen Namen fortsetzte. Seine Handlung zu Göttingen hat er bis zu seinem 1800 erfolgten Tode allein fortgetrieben. Auch hatte er 1770 eine Druckerei dortselbst errichtet, welche, sowie seine Buchhandlung, noch besteht. Dieterich’s ältester Sohn Heinrich, 1761 in Göttingen geboren und 1837 daselbst gestorben, übernahm nach des Vaters Tode das ganze Geschäft und setzte es bis zum J. 1824 fort, wo er es seiner Familie abtrat. Die Buchhandlung nahm nun die Firma: Dieterich’sche Buchhandlung an und wurde von Fr. Schlemmer geleitet, welcher in Baireuth 1799 geboren war, in Leipzig den Buchhandel gelernt hatte und seit 1824 in der Dieterich’schen Buchhandlung conditionirte, 1827 Procuraträger, 1831 aber Compagnon wurde. Im J. 1847 ging das Geschäft in andere Hände über und besteht heute noch unter der gleichen Firma. Im J. 1766 wurde von D. der Almanach de Gotha (Gothaischer genealogischer Kalender) gegründet, welcher seitdem ununterbrochen erschienen ist.[1] Er ist der Verleger von Grimm’s deutscher Grammatik, Grimm’s Weisthümern und noch vielen anderen Schriften von Grimm, Mertens’ Recueil etc., sowie sich denn an seinen Verlag die bedeutendsten Namen aus der Gelehrtenwelt knüpfen, welche ihre Werke bei ihm erscheinen ließen, wie: Dahlmann, Lichtenberg, Gebrüder Grimm, Gottfried Müller, Zachariä, Langenbeck, Gauß, Benecke, Leutsch, Schneidewin etc. D. stand in freundschaftlichem Verkehr und Briefwechsel mit Gottfried August Bürger, dessen Schriften er auch verlegte. Den berühmten Göttinger Musenalmanach, welchen D. ebenfalls verlegte, redigirte Bürger von 1776–1801. (Strodtmann, Briefe von und an Gottfried August Bürger, Berlin 1874, 4 Bde.)

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 156. Z. 24–26 v. o. zu lesen: Seit 1765 hatte Dieterich Antheil an dem von E. Klüpfel (vgl. Bd. XVI S. 255 ff.) gegründeten Almanac de Gotha; von 1766–1776 führte er ihn allein. Nach Göttingen übergesiedelt gründete er dort nach dem Vorbilde des nun auf Ettinger übergehenden Goth. Hofkalenders den „Göttinger Almanach“. [Bd. 16, S. 797 f.]