ADB:Pareus, Johann Philipp

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Artikel „Pareus, Philipp“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 169, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pareus,_Johann_Philipp&oldid=- (Version vom 21. August 2019, 14:02 Uhr UTC)
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Pareus: Johann Philipp P. (Wängler), Philologe, Theologe und Schulmann, 1576–1648, wurde in Hemsbach in der Diöcese Worms, wo sein Vater, der bekannte Theologe David P. (s. o.), Pfarrer war, am 24. Mai 1576 geboren. Die erste Bildung erhielt er auf dem damaligen pfälzischen Gymnasium in Neuhaus und studirte dann, um seines Vaters willen von seinem Kurfürsten reichlich unterstützt, in Heidelberg zunächst im philosophischen Curs. 1598 ging er nach Basel, um Grynäus und Polanus zu hören, und wurde hier am 15. Februar 1599 Magister. Nach einem längeren Aufenthalte in Genf bei Theodor Beza, dann in Freiburg, Tübingen und Straßburg, kehrte er 1600 nach Heidelberg zurück; am 20. December beschenkte ihn hier der bekannte Dichter Paul Schede (Melissus) mit dem poetischen Lorbeerkranze. Kurz darauf wurde er Rector der Schule in Kreuznach, nach wenigen Jahren kam er in gleicher Stellung nach Neuhaus und 1610 nach Neustadt a. d. Haardt. Hier blieb er, um bei den schweren Kriegszeiten in der Nähe seines Vaters zu sein, trotz wiederholter lockender Berufungen an auswärtige Universitäten, namentlich nach Franeker. Die Besetzung und Verwüstung der Pfalz durch die Spanier im Jahre 1622, die ihn auch seine werthvolle Bibliothek kostete, nöthigte ihn jedoch, Neustadt zu verlassen; er fand in Hanau im folgenden Jahre die ersehnte Zufluchtstätte. Hier hatte die Landgräfin Katharina Belgica als Vormünderin ihres unmündigen Sohnes Philipp Moriz die vorhandene lateinische Schule zu einem Gymnasium illustre, der „hohen Landesschule“, auszubilden begonnen und berief nun P. als Professor der Theologie, der hebräischen Sprache und Philosophie; zugleich ernannte sie ihn zum Rector der Anstalt. P. nahm die Berufung mit Freuden an und blieb auch Hanau treu, als ihm von den verschiedensten Seiten glänzende Anerbietungen gemacht wurden, so von Herborn, Lausanne, Harderwyk und Deventer aus. Am 20. April 1647 ertheilte ihm die Baseler Universität den theologischen Doctorgrad; er starb 1648, nachdem er einige Jahre vorher in den Ruhestand getreten war. – Seine zahlreichen Schriften sind vornehmlich philologische; besonders verdienstlich und von dauerndem Werthe sind seine Arbeiten zu Plautus. Auf die „Electa Plautina“ (zuerst 1597) folgte 1610 die erste vollständige Ausgabe der Plautinischen Komödien (1619 die zweite mit neuer Vergleichung der sämmtlichen pfälzischen Handschriften) und 1614 das „Lexicon Plautinum“; die Kritik und Erklärung des Dichters datirt eigentlich erst von diesen Arbeiten, deren Werth und Zuverlässigkeit freilich s. Z. Janus Gruter in leidenschaftlichen Angriffen bestritten, neuerdings aber Fr. Ritschl gebührend anerkannt hat. Weniger bedeutend sind die Arbeiten zu Symmachus: die Ausgabe der „Epistolae“, das „Lexicon Symmachianum“ und die „Calligraphia Symmachiana“, sämmtlich 1617. Außerdem gab er den Terentius 1610, den Sallustius 1617 u. A. heraus. Seine letzte große Arbeit war das „Lexicon criticum s. Thesaurus linguae Latinae“ 1645. Seine theologischen Schriften: „Catechesis religionis christianae“ 1615, „Theartrum philosophiae christianae“ 1623, u. A. sind meist vergessen.

F. A. Eckstein in Ersch und Gruber’s Encyklopädie III, 12, S. 31 ff. – Piderit, Geschichte des Gymnasiums in Hanau 1865, S. 48 u. S. 61 ff., wo sich auch ein vollständiges Verzeichniß seiner Schriften befindet.