ADB:Schaten, Nicolaus

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Artikel „Schaten, Nicolaus“ von Franz Xaver von Wegele in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 615, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schaten,_Nicolaus&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 13:03 Uhr UTC)
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Schaten: Nicolaus Sch., Historiker. Geb. am 6. Mai 1608 im Dorfe Heck bei Nieborg im Münsterlande, zu Münster gebildet, trat er 1627 in den Jesuitenorden, wirkte seit 1638 am Gymnasium zu Münster und folgte weiterhin einem Rufe des Fürstbischofs Franz Wilhelm von Osnabrück, wo er u. a. das Archiv ordnete. Nach dem Tode desselben kehrte S. nach Münster zurück und wurde von dem Fürstbischof Bernhard von Galen zum Historiographen ernannt. Diese Stellung wollte ihm jedoch in Anbetracht der hier waltenden besonderen Umstände nicht recht behagen und es war für ihn wie eine erwünschte Befreiung, als ihn Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg (s. A. D. B. VI, 702 ff.) an seine Seite nach Paderborn berief. Hier gab er sich dem Wunsche des Fürstbischofs gemäß fast ausschließlich geschichtlichen Arbeiten hin, erlebte aber die Veröffentlichung derselben nicht mehr, † am 24. August 1676. Als Geschichtschreiber hat sich S. ein rühmliches Andenken erworben. Als Historiograph des Hochstifts Münster hat er glaubwürdigen Berichten zu Folge eine urkundliche Geschichte desselben begonnen, die aber, soweit er sie vollendet, niemals an die Oeffentlichkeit gelangt ist. In Paderborn hat er unter dem Schutze Ferdinand’s von Fürstenberg eine „Historia Westphaliae“ und die „Annales Paderbornenses“ abgefaßt. Als er nach Paderborn kam, fand er für diese Aufgabe allerdings schon vieles vorgearbeitet und Materialien gesammelt, aber die Hauptsache mußte doch erst geschehen. Das größere Verdienst pflegt mit Recht den Annales Paderb. zuerkannt zu werden, weil sie auf urkundlicher Grundlage aufgebaut sind, was bei der Historia Westph., die mit Karl d. Gr. abschließt, der Natur der Sache nach fast ganz ausgeschlossen blieb. S. versteht gut zu erzählen, noch wichtiger aber ist, daß er sich als einen scharfsinnigen Forscher und seinen kritischen Kopf bewährt, so daß wenige der zeitgenössischen Historiker es hierin mit ihm aufnehmen können. Die Historia Westph. ist 1690 zu Münster, die Annales Paderb. (Bd. 1 und 2 in den Jahren 1693–1694) im Druck erschienen, der 3. Band rührt nicht von S. her.

Vgl. Micus in der Einleitung zu seiner Uebersetzung der Monumenta Paderb. S. 15–57. – Ludwig in der Germania Princeps. – J. G. ab Eckhart, Commentarii R. Franciae Orient. I. Bd., praefatio f. 3. – Waitz, Jahrbücher des d. Reichs unter K. Heinrich, 2. Aufl., S. 288, Anm. 3. – Ad. H. Grahns[1], Zur Ehrenrettung des Jesuiten Nic. Schaten, Paderborn 1880.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 615. Z. 20 v. u. l.: Wilhelm Engelbert Giefers statt H. Grahns. [Bd. 45, S. 671]