BLKÖ:Cacich-Miosich, Andreas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 226. (Quelle)
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Cacich-Miosich, Andreas[BN 1][WS 1][WS 2] (illyrischer Dichter, geb. zu Brisl, einem Dorfe in der Nähe von Macarsca in Dalmatien 1690, gest. zu Zaostrog 1760). Trat jung in ein Franciskanerkloster zu Zaostrog, kam dann nach Ungarn, wo er die philosophischen und theologischen Studien zurücklegte. Dann kehrte er in die Heimat zurück und trug im Convent von Macarsca Philosophie vor. Die Frucht seiner damaligen Studien ist das Werk: „Elementa Peripatetica, juxta mentem subtilissimi Doctoris Joannis Duns Scoti“ (Venedig 1752). Nun kam er als Professor der Theologie nach Sebenico, dann wurde er Doctor in seinem Orden und später zum apostolischen Legaten Roms in Dalmatien, Bosnien und der Herzegowina ernannt, welche Stelle er viele Jahre hindurch bekleidete. Bereits im hohen Alter erbaute er zu S. Martino della Brazza ein Kloster. Auf seinen Zügen durch Dalmatien und die benachbarten Länder sammelte er fleißig Ueberlieferungen, alte Documente, Sagen u. d. m. welche sein Volk betrafen, bearbeitete sie zu Gedichten und gab sie unter dem Titel: „Razgovor ugodni naroda slovinskoga“, d. i. Unterhaltende Nachricht von dem slav. Volke, welches Werk aber bekannter ist u. d. T.: „Pismaria Fra Andrie Kačiča“ heraus. Wie Gliubich in der unten angegebenen Quelle berichtet, so sind die [227] Ansichten über dieses Werk verschieden. Die richtige ist: C. habe keine Volkslieder, sondern nur geschichtliche Nachrichten gesammelt, die er dann nach dem Muster historischer Volksgesänge selbst in gebundene Rede gebracht. Die Reinheit der Sprache, die Leichtigkeit und Natürlichkeit ihrer Fassung hat denselben Eingang im Volke verschafft. Jedem Gesange ist die Darstellung der Thatsache in Prosa beigefügt. Diese Gedichte wurden von P. Emerico di Budua in’s Lateinische übersetzt und erschien diese Uebersetzung unter dem Titel: „Descriptio soluta e rytmica Regum, Bonorum, coeterorumque heroum Slavinorum seu Illyricorum“ (1764). Das Original wurde mehrere Male zu Ofen, in Wien bei Wenedikt, in Agram bei Ljud. Gaj, in Ragusa bei Martechini und in Zara bei Battara aufgelegt. Auch erschien von C. das Werk: „Korabljica pisma svetoga i svih vikovah svita dogadjajih poglavitih, u dva poglavja razdiljena“ (Dubrovnik 1836), d. i. Fähre durch die heil. Schrift und die geoffenbarten Begebenheiten aller Jahrhunderte u. s. w., welches für slavische Sprachforscher Werth besitzt.

Gliubich di Città vecchia (Simeone Ab.), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Wien 1856, Lechner, und Zara, Battara, 8°.) S. 67.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Cacich-Miosich, Andreas [Bd. II, S. 226].
    Glasnik dalmatinski, d. i. Dalmatische Zeitung, herausgegeben von J. Sundečić, 1860, Nr. 27: „And. Kačića Miošiča tiskane knjige“, d. i. Die gedruckten Bücher des And. Cacich-Miosich.“ [Bd. 23, S. 369.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Zu dieser Person gibt es Band 10, S. 344 f., einen 2. Artikel (Nachtrag).
  2. Zu dieser Person gibt es Band 18, S. 347, einen 3. Artikel (Nachtrag).