BLKÖ:Damiani von Tuhegli, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Damböck, Marie
Nächster>>>
Damianich, Johann
Band: 3 (1858), ab Seite: 140. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 130566543, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Damiani von Tuhegli, Johann|3|140|}}

Damiani von Tuhegli, Johann (Theolog, geb. in einem Dorfe Bosniens 21. Juni 1710, gest. um das Jahr 1780). Entstammt einer alten ungarischen Adelsfamilie, die in Bosnien seßhaft war. Sein Vater war der k. k. Oberst Lukas Damiani von Tuhegli. Zum geistlichen Stande bestimmt, kam er mit 16 Jahren nach Rom (1726). Durch Verwendung des Papstes Benedict XIV. wurde er in das Collegium Pontificium SS. Apostolorum Petri et Pauli in Firmio aufgenommen, wo er die Philosophie und Theologie studirte. Am 5. März 1735 wurde er zum Priester geweiht. Papst Clemens XII. empfahl nun den jungen Priester dem Graner Erzbischof und Primas von Ungarn Emmerich Esterházy, der ihn wohlwollend aufnahm und am 12. Aug. 1749 zum Domherrn ernannte. 2. Jänner 1749 wurde er Cantor der Preßburger Collegiatkirche und bald darauf berief ihn der Bischof von Waitzen Graf Althan als Vicar der Waitzner Diöcese, wo er nach und nach Auditor caussarum, Archidiaconus, Poenitentiarius der Waitzner Kathedrale und Rector des Seminars des h. Karl Borromäus wurde. Dann ernannte ihn der Wiener Erzbischof und nach Althans Tode, Administrator des Waitzner Bisthums Cardinal Migazzi, zum Custos der Kathedrale Waitzen. Damiani’s schriftstellerische Thätigkeit spielt eine Rolle in der Kirchengeschichte Ungarns im vorigen Jahrhundert. Er schrieb: „Maria Dei genitrix virgo, in primo suae animationis instanti speculum sine macula“ (Posonii 1759, 8°.), – „Doctrina verae Christi Ecclesiae ab omnibus praecipuis antiqui, medii, et vovi aevi haeresibus vindicata“ (Ebenda 1762, 8°.). – Das denkwürdigste Werk ist aber das folgende: „Justa religionis coactio, seu apodixis, quod Reges, Principes, Magistratus et Dynastae Romano-Catholici habita occasione et opportunitate possint ac debeant Acatholicos in suis ditionibus commorantes cogere mediis etiam violentis et extremis (quoties mitiora non possint) ad amplectendam veram et unice salvificam Romano-Catholicam fidem“ (Budae 1765, 8°.). Diese Schrift, worin D. in entschiedener Weise Religionszwang fordert, wurde auf Befehl der großen und frommen Kaiserin Maria Theresia gleich nach ihrem Erscheinen confiscirt und gehört jetzt zu den größten Seltenheiten. (Siehe den Ausspruch Horanyis über diese Schrift in den Quellen). In Handschrift hinterließ D. folgende Werke: „Examen libri symbolici Russorum“ und „Maria triumphans de omnibus veteribus et recentioribus Antidicomarianitis“, letztere von entschieden polemischer Tendenz.Wilhelm Friedrich (Theolog, geb. 18. Jänn. 1714, gest. zu Preßburg 17. Juni 1786). Bruder des Vorigen. Studirte mit demselben zugleich am Collegium zu Firmio und wurde gleich ihm von [141] Papst Clemens XII. dem Graner Erzbischofe Emmerich Esterházy empfohlen, der ihm eine Domherrnstelle im Preßburger Domcapitel verlieh. Als Schriftsteller schlug er eine mit der seines Bruders identische Richtung ein. Er gab 2 Werke heraus: „Synopsis vitae, missionis, miraculorum, et evangeliorum Martini Lutheri et Joannis Calvini“ u. „Synopsis doctrinae Martini Lutheri et Joannis Calvini“, welche beide sein Bruder Johann (Ofen 1761, 8°.) herausgab.

Gliubich di Città vecchia (Simeone Ab.), Dizionario biografico degli uomini illustri della Dalmazia (Wien 1856, Rudolph Lechner, Zara, Battara e Abelich, 8°.) S. 97. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum scriptis editis notorum (Wien 1775, 8°.) . [Dieser schreibt über Johann Damiani’s Werk: „Liber hic merito a clementissima et christianae caritatis publicaeque tranquillitatis amantissima Hungariae Aula suppressa est; inaudita est enim illa praedicatio, teste S. Gregorio lib. VII Mor. quae verberibus fidem exigit.“ – Ueber die beiden obengenannten Schriften des Bruders Wilhelm Friedrich sagt derselbe gelehrte Piarist: „Utinam haec opuscula lucem non vidissent, ne tenerioris conscientiae hominibus offendiculo esse queant!“] – Ersch (J. S.) und Gruber (J. G.), Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften u. Künste (Leipzig 1822 u. f., Gleditsch, 4°.) I. Sect. 22. Bd. S. 125. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1842, Bibl. Inst., Lex. 8°.) VII. Bd. 3. Abth. S. 789. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris 1853) XII. Bd. Sp. 857.