BLKÖ:Heber, Franz Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Heberger (Maler)
Band: 8 (1862), ab Seite: 182. (Quelle)
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Heber, Franz Alexander (Topograph, geb. in Böhmen 1815, gest. zu Nachod in Böhmen 29. Juli 1849). Studirte in Prag und machte während der Ferienmonate, wie auch später nach beendeten Studien, Reisen durch sein Vaterland. Die Zahl, romantische Lage und Geschichte der zu wenig gewürdigten Burgen seines Heimatlandes erweckten in ihm den Gedanken, ein Werk, wie Friedrich Gottschalck’s „Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands“, für Böhmen in’s Leben zu rufen. Wohl lagen schon einzelne, aber unzulängliche Arbeiten dieser Art vor, wie: K. J. Ritter von Bienenberg’s „Versuch über einige merkwürdige Alterthümer im Königreiche Böhmen“, 3 Stücke (1775–1785), A. G. Meißner’s „Historisch-malerische Darstellungen aus Böhmen“ (Prag 1798, Quer-Fol.), wovon aber nur Ein Band erschienen ist, und endlich, W. A. Gerle’s „Bilder aus Böhmens Vorzeit“ (Prag 1842, 8°.), worin etwa 20 Burgschilderungen enthalten sind. Was ist das gegen die Zahl von 800 Burgen und Bergschlössern, welche Böhmen enthält und deren Beschreibung Heber auszuführen gedachte. Anfangs 1843 begann er das Werk: „Böhmens Burgen, Vesten und Bergschlösser“, 7 Bde. (à 10 Hefte) (Prag 1843–1849, C. W. Medau, gr. 4°., jeder Band mit 50 Abbildungen von Ansichten, Situationsplänen, Wappen und 1 Karte), und gab bis zum 7. Hefte des 7. Bandes selbst das Werk heraus, als ihn der Tod im besten Alter von 34 Jahren überraschte. Nun wurde das Werk nach zweijähriger Unterbrechung von Anderen (1853) zu Ende geführt und mit einer Abhandlung über den Burgenbau in Böhmen geschlossen. 514 Burgen und Schlösser hat H. darin mehr und weniger ausführlich beschrieben und einen großen Theil der Ansichten und Pläne selbst aufgenommen und zugleich über das Leben und Wirken der in der Nähe dieser Burgen und Schlösser lebenden Bewohner, über ihre Sitten, Gewohnheiten und, mit Berücksichtigung der interessantesten Sagen und Legenden, [183] auch über die Geschichte der alten Geschlechter, deren Eigenthum sie gewesen, Nachricht gegeben. Das Werk behauptet seinen Werth noch in der Gegenwart und wird ihn behaupten, wenn auch das durch seine Ausführung ausgezeichnete Werk: „Alterthümer und Denkwürdigkeiten Böhmens, mit Zeichnungen von Joseph Hellich und Wilhelm Kandler, beschrieben von Ferdinand B. Mikowec“ (Prag 1860, Kober und Marggraf, gr. 4°.), wovon der erste Band in einer deutschen und čechischen Ausgabe fertig vorliegt und der zweite im Erscheinen begriffen ist, vollendet sein wird. Dieses Letztere beschreibt nur nebenbei die Schlösser, und richtet sein Hauptaugenmerk auf Kirchen und archäologische Merkwürdigkeiten.

Rittersberg, Kapesní slovniček (Prag 1850, 12°.) S. 617. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Suppl, Bd. III, S. 1342.