BLKÖ:Khevenhüller, Johann (VII.) Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 220. (Quelle)
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16. Johann (VII.), erster Graf zu Frankenburg (geb. 1537, gest. zu Madrid 8. Mai 1606). Erstgeborner Sohn des Christoph Kh. aus dessen erster Ehe mit Elisabeth Manndorf. Johann war Kämmerer der Kaiser Maximilian II. und Rudolph II., Ritter des goldenen Vließes, 1566 kaiserlicher Gesandter am päpstlichen Hofe, seit 1571 kaiserlicher Orator und Botschafter in Spanien und während des Erzherzogs Albrecht Aufenthalt am spanischen Hofe dessen Obersthofmeister. Kaiser Rudolph erhob mit Diplom von Prag 19. Juli 1593 die Herrschaften Frankenburg, Kammer und Kogl, welche Kh. von Kaiser Rudolph an Stelle der rückständigen Besoldungen für seinen Gesandtschaftsdienst erhielt, zu einer Grafschaft und ihn selbst mit dem Titel eines Grafen von Frankenburg in den Reichsgrafenstand. Das von ihm mit Testament vom 6. August 1605 errichtete, aus der Grafschaft Frankenburg und mehreren incorporirten Herrschaften bestehende Majorat wird als das erste und älteste in Deutschland angesehen. Da er selbst unverehelicht geblieben und keinen Leibeserben hatte, verfügte er, daß ihm sein Bruder Bartholomäus nebst Descendenz succedire, welche Verfügung 1606 kaiserliche Bestätigung erhielt. Von Johann’s besonderen Verdiensten und gesandtschaftlichen Ergebnissen ist Folgendes zu berichten: im Jahre 1565 erhielt er als Gesandter des Kaisers Maximilian II. vom Herzoge zu Florenz 200.000, von der Republik Lucca 16.000 Kronen zum Türkenkriege; als er im folgenden Jahre nach Rom entsendet wurde, um den Papst Pius V. zu seiner Wahl zu beglückwünschen, erhielt er von diesem 30.000 Kronen und 4000 Mann Fußvolk, von Florenz 3000 Mann und von Lucca wieder 6000 Kronen zu gleichem Zwecke; im Jahre 1568 wurde er in Angelegenheiten der verstorbenen Königin und des Aufstandes in den Niederlanden nach Madrid geschickt; im Jahre 1570 begleitete er mit seinem Bruder Moriz den Kaiser nach Speyer. Während seiner 33jährigen Gesandtschaft am spanischen Hofe schlichtete er die wichtigsten Angelegenheiten des kaiserlichen Hofes, und sein Briefprotokoll aus dieser Zeit umfaßt sieben gebundene Folianten und eben so viele empfangene Briefe. Den ihm von König Philipp 1579 angebotenen Cardinalshut lehnte er ab, wurde aber dann 1586 mit dem goldenen Vließ ausgezeichnet. Im Jahre 1592 kam er aus Spanien nach Prag, um die schon während 13 Jahren verhandelte Heirath und Succession des Kaisers Rudolph ernstlich zu betreiben. Auch war er von der Kaiserin Maria (gest. 1603) [Bd. VII, S. 19, Nr. 199], Witwe des Kaisers Maximilian II., zum Vollzieher ihres Testaments ernannt worden. [Carinthia (Klagenfurter Unterhaltungsblatt, 4°.) 1854, Nr. 6, und im Separatabdrucke dieser von dem Capitular Heinrich Herrmann verfaßten Abhandlung, S. 3 u. 4. – Porträt. D. Custos sc. (8°.).] –