BLKÖ:Müller, Johann Bohuslav

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 372. (Quelle)
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34. Müller, Johann Bohuslav (Schriftsteller, geb. zu Trebitsch in Mähren 7. März 1823). Studirte an den Gymnasien zu Znaim und Brünn, und hierauf die Rechte an den Universitäten Prag und Wien. Vom Mai 1851 bis zum März 1852 versah er die Stelle eines Hilfsarbeiters an der k. k. Hofbibliothek zu Wien, worauf er die Erziehung des jungen Grafen Schönborn-Buchheim übernahm, die er jedoch nicht ganz vollenden konnte, indem er im Herbste des Jahres 1856 von einem hartnäckigen Nervenleiden [373] befallen wurde, das ihn zwang, seine bisherige Stellung aufzugeben und an einem Badeorte Hilfe zu suchen. Nachdem er einige Linderung seiner Leiden gefunden, zog er sich in seine Vaterstadt zurück, wo er annoch in stiller Muße lebt. Er befaßte sich stets eifrig mit dem Studium der modernen Sprachen und deren Literaturen, sowie mit dem der Kunstgeschichte, auf welchem Gebiete er außer einigen Uebersetzungen (Andersen, Improvisator. V Praze 1852; George Sand, La mare au diable im Lumír 1851) mehrere kleinere Aufsätze veröffentlichte, als: die Biographien der slavischen Künstler Wenzel Hollar im „Časopis českého Museum“ (1854, IV, S. 525), Johann Kupecky (1855, II, S. 215). Andrea Schiavone (ebd., III, S. 287), Giulio Clovio (ebd., IV, S. 431), ferner einen kurzen Abriß einer Geschichte der griechischen Plastik in Zap’s „Památky archaeologické a místopisné", 1861, Bd. IV, Abthlg. 2. Auch ist M. einer der Mitarbeiter des eben im Erscheinen begriffenen čechischen Conversations-Lexikons „Slovník naučný“, für welches man ihm das Fach der Kunstgeschichte und der skandinavischen Literatur übertrug und für dessen Beilage, Atlas názorný d. i. Bilder-Atlas, dessen Tafeln übrigens nichts anders sind, als neu aufgelegte Tafeln des Heck’schen bei Brockhaus erschienenen Bilder-Atlas, er den Text zur I. Serie „Bildende Künste“ bearbeitete. Für die „Bibliotéka historická“ wurde ihm die Uebersetzung von Machiavelli’s „Florentinischen Geschichten“ zugewiesen, welche aber noch nicht im Drucke erschienen ist. Außerdem bewahrt er noch im Manuscript eine Uebersetzung von Tegnér’s „Frithjofsage“. Von der Universität Jena wurde ihm 1857 für eine Abhandlung über seinen berühmten Landsmann Johannes Amos Comenius der philosophische Doctorgrad verliehen.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 67.