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BLKÖ:Kupezky, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kupka (Hauptmann)
Band: 13 (1865), ab Seite: 396. (Quelle)
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Kupezky, Johann (Maler, geb. zu Pösing im Preßburger Comitate Ungarns im Jahre 1667, gest. zu Nürnberg 4. Juni 1740). Die Familie Kupezky’s stammt aus Böhmen; seine Eltern, zur Secte der böhmischen Brüder zählend, hatten ihres Glaubens wegen im Jahre 1667, eben in jenem seiner Geburt, das Land verlassen müssen, worauf sie sich in dem Grenzstädtchen Pösing in Ungarn ansiedelten. K. erhielt, so weit es die Vermögensumstände seiner Eltern, welche von der Weberei lebten, gestatteten, eine anständige Erziehung, sollte aber auf Wunsch seines Vaters auch das Weberhandwerk erlernen. Dagegen hatte K. einen so entschiedenen Widerwillen gefaßt, daß er, als die Gefahr immer drohender wurde, es vorzog, das Elternhaus heimlich zu verlassen und in der That sein Vorhaben ausführte. K. zählte damals 15 Jahre. Da er kein Geld besaß, half er sich mit Betteln und kam so in das Schloß des Grafen Czobor, eines reichen ungarischen Magnaten. Im Schlosse restaurirte damals der Luzerner Maler Klaus mehrere Gemächer, deren eines, in welchem Klaus eben malte, der bettelnde K. betrat und den Arbeiten des Malers zusah, dann aber eine Kohle nahm und einzelne Figuren an der Wand geschickt nachzeichnete. Der Maler gewann Interesse für den Jungen; auch der Graf, als er die Zeichnungen K.’s [397] sah, empfand Theilnahme und nachdem K. in Kürze sein Geschick erzählt, fand er im Schlosse eine Freistätte; der Graf übergab ihn dem Maler zum Unterrichte, und als Klaus, nachdem er die Arbeiten im Schlosse geendet, sich anschickte, das Schloß zu verlassen, gab ihm der Graf hundert Thaler mit der Bestimmung, den Unterricht K.’s fortzusetzen. Klaus ging mit seinem Zöglinge nach Wien und kam seiner Verpflichtung getreu nach. Drei Jahre hatte K. bei Klaus gelernt, nebenbei aus eigenem Antriebe einige Gemälde Karl Loth’s, zu dessen Arbeiten er sich besonders angezogen fühlte, copirt; nun sagte er seinem Meister Lebewohl und reiste mit den Copien Loth’s bepackt nach Venedig. Ein Empfehlungsbrief an den Maler Libri war Alles, was er noch mit sich führte. Aber diese Empfehlung nützte ebenso wenig, wie seine lange noch nicht vollendete Ausbildung. Er schlug sich aber durch Italien so gut er konnte, durch und kam in großer Noth nach Rom. Dort lernte er in einer Garküche, in die ihn der Hunger gelockt, den er jedoch, da ihm alle Mittel fehlten, nicht stillen konnte, den Züricher Maler Fueßli kennen, der ebendort seine Mahlzeit hielt. Dem Schweizer fiel der ärmliche Jüngling auf, er befragte ihn um seinen Kummer, Kupezky wurde mittheilsam, Fueßli lud ihn ein, mitzuessen und nahm ihn dann mit, führte ihn zu mehreren Malern. bis sie einen trafen, der Arbeiter benöthigte und K. bei sich behielt. Dort zeigte er sich bald als sehr anstellig. Der Maler, der ihn aufgenommen. nahm es weniger ernst mit der Kunst; er verlangte nur schnelle Arbeit. Für diesen Zweck war K. mehr denn hinreichend vorgebildet. Für ein Bildniß, das K. ihm malte, gab er ihm einen halben Reichsthaler, so wußte es K. auch darnach einzurichten, malte schnell und vollendete eines Tages neun Bildnisse. Dadurch gewann er eine ungemein große Leichtigkeit im Bildnißmalen und auch seine Einnahme mehrte sich in erfreulicher Weise. Aber K. schied weislich Erwerb und Kunst. Sein Streben, zu erwerben, schmälerte nicht im Geringsten seinen Eifer für die Kunst, er besuchte fleißig die Akademien, studirte Raphael und die Antiken, die Geheimnisse des Reizes und des erhabenen Geschmackes, und da das Colorit ihm immer wichtig erschien, so widmete er auch den Meistern desselben, Titian, Corregio, Guido Reni, Caravagio, seine volle Aufmerksamkeit. Sein dienstliches Verhältniß zu dem Maler, der ihn liebevoll aufgenommen, wurde erst durch eine Krankheit K.’s gelöst; in Folge derselben mußte K. seine Arbeiten einstellen und, halb genesen, in Frascati Erholung suchen. Einige Aufträge zu Bildnissen, welche er in Frascati erhielt, veranlaßten ihn bei seiner Rückkehr nach Rom, sich nun selbstständig zu machen. Es gelang wider Erwarten gut, seine Bilder fanden Käufer, wurden gut bezahlt und als eines derselben dem Prinzen Alexander Sobieski so sehr gefiel, daß er den Künstler persönlich zu sich beschied, nahm K. dessen Antrag, für ihn allein zu arbeiten, an und blieb zwei Jahre in diesem Verhältnisse. Nun trieb ihn Sehnsucht, neue Studien zu machen, fort und er besuchte Bologna, Florenz, Mantua, Venedig, und überall, wo man seine Bildnisse sah, gefielen sie so sehr, daß man sie oft den Arbeiten heimischer Künstler vorzog, und K. bald sehr gesucht und gut bezahlt wurde. 22 Jahre, nach Anderen 25 Jahre, hatte K. auf diese Weise in Italien zugebracht, sich Vermögen und einen künstlerischen Ruf erworben, als er, nachdem er bisher mancherlei Anträge [398] abgelehnt, einer Einladung des Fürsten Adam Liechtenstein, der sich zu gleicher Zeit mit Kupezky in Venedig befand, nach Wien zu kommen, folgte. Die Sehnsucht nach seiner Heimat hatte dieses Mal den Ausschlag gegeben. Im Jahre 1709 kam K. in Wien an und wohnte in der Leopoldstadt im großen Donaubad bei Baron Schröckenstein. Das von ihm gemalte Bildniß des Barons machte großes Aufsehen, und obwohl zu jener Zeit Künstler wie Stampart, Donauer, Van Schuppen in Wien malten, wurde doch K. bald von allen Seiten gesucht. Nun vollendete er die Bildnisse des Fürsten Liechtenstein, des Kaisers Joseph I. und seiner Gemalin und vieler Personen vom Hofe, und obwohl K. in seinem Benehmen nichtsweniger als liebenswürdig war, mehrten sich doch von Tag zu Tag die Aufträge. Während des Aufenthaltes in Wien erkundigte sich K. nach seinem Vater und früheren Lehrer Klaus, erhielt aber die Nachricht von Beider Tode. Als er auch erfuhr, daß des Letzteren Tochter in Armuth lebe, unterstützte er sie und da sie schön war, heirathete er sie bald darauf. Diese Ehe K.’s, der ein eifriger Protestant oder vielmehr böhmischer Bruder war, während seine Frau der katholischen Religion anhing, ward für K. eine Quelle mannigfacher Leiden. Indessen stieg K.’s Ruf mit jedem Tage. Als nach Kaiser Joseph’s I. unerwartetem Tode sein Bruder Karl an die Regierung kam, zog auch dieser unseren Künstler hervor und schenkte ihm seine ganze Huld. So wuchs K.’s Ansehen und als im Jahre 1716 Czar Peter in Karlsbad war und dort ein Bildniß Kupezky’s sah, gab er Befehl, ihm den Künstler nach Karlsbad zu senden. Das war keine kleine Aufgabe, da K. eine große Angst vor dem Czaren hatte, der allenthalben für einen Barbaren galt. Endlich, nachdem ihm der Kaiser den Titel eines Cabinetsmalers verlieh, der ihm dem Czaren gegenüber einen officiellen Charakter gab, reiste K. nach Karlsbad. Dort malte er den Czaren und fühlte sich bald zu demselben so mächtig hingezogen, daß er dessen Antrag, ihm nach Petersburg zu folgen, angenommen hätte, wenn er nicht durch seine anderen Verhältnisse auf deutschem Boden gefesselt gewesen wäre. Während seiner Abwesenheit hatte aber seine Frau mit dem von ihm zurückgelassenen Agenten ein Liebesverhältniß angesponnen, welches von K. entdeckt wurde. Da die Briefe ihre volle Schuld bewiesen, machte K. sogleich Anstalten, seine Frau von sich zu entfernen. Diese aber, schlauer als ihr Mann, wußte ihn durch die Religion wieder für sich zu stimmen. Indem sie die Scheidung annahm und ihm ihren Sohn empfahl, den sie ihm in der Abwesenheit geboren, sagte sie ihm nur noch, daß sie entschlossen sei, zur lutherischen Kirche, zu der sich K. bekannte, zu übertreten und bat ihn, sie noch in den Lehren derselben unterweisen zu lassen. Die Gewährung dieser Bitte gab neue Anknüpfungspuncte, Kupezky verzieh, die Scheidung unterblieb und seine Frau blieb bei ihm. Während diese Dinge sich begeben hatten, wollte Kaiser Karl, der den Künstler trotz seiner Schrullen liebgewonnen hatte, ihm ein besonderes Zeichen seiner Huld geben und ernannte ihn zu seinem ersten Hof- und Cabinetsmaler. Graf Althann überbrachte dem Künstler diese Botschaft. Dieser aber erwiderte einfach: er bedanke sich unterthänigst für diese Gnade, ziehe es aber vor, unabhängig zu bleiben und bitte nur Seine Majestät, für sich, sein Weib und sein Kind um Schutz in Ausübung ihrer Religion“. Welches Aufsehen [399] K.’s Antwort in Hofkreisen erregte, begreift sich leicht; der Kaiser selbst ward über solche Manier unwillig und mit Einem schlug der Wind, der früher für ihn blies, um und wehte immer stürmischer. Nur Prinz Eugen, den K. um jene Zeit eben malte, gab dem Künstler Recht; hatte er doch selbst die Wetterwendigkeit der Hofgunst erfahren. K.’s Beliebtheit in Wien hatte ihm unter seinen Collegen eine Menge Neider auf den Hals geladen; aber so lange K. bei Hofe in solchem Ansehen stand, wie erzählt worden, war nichts gegen ihn auszurichten. Jetzt aber, als seine Antwort auf die kaiserliche Gnade ruchbar wurde, verstand es einer von seinen Collegen, der längst darüber nachsann, ihn aus Wien fortzubringen, die Sache auszubeuten. Die Religion sollte als Mittel zum Zwecke dienen. Er stellte K. vor, daß er, da er sein Weib im Lutherthume unterrichtet, sich gröblich gegen die katholische Kirche vergangen habe, und daß die Inquisition nur auf den Augenblick laure, sich seiner und seiner Familie zu bemächtigen. So freimüthig K. im Ganzen war, eben so furchtsam war er. Von nun war sein Gedanke nur darauf gerichtet, Wien zu verlassen, und da er in Nürnberg einen Freund, den Maler Georg Blendinger wußte, beschloß er, nach Nürnberg zu übersiedeln, wo er Blendingern Auftrag gab, Alles für ihn in gehörigen Stand zu setzen. So war K., den zu behelligen keinem Menschen in Wien eingefallen war, mit einem Male, ehe man in Wien davon eine Ahnung besaß, nachdem er Frau und Kind vorausgeschickt, nach Nürnberg übersiedelt, in Wien dem triumphirenden Nebenbuhler das Feld überlassend. Kaum in Nürnberg angelangt, ging es ihm wie in Wien, Alles wollte von ihm gemalt sein; der Churfürst von Mainz, der Herzog von Gotha, der Markgraf von Anspach, der Bischof von Würzburg beriefen ihn an ihren Hof. Nachdem er sie gemalt, machten sie ihm Anträge, an ihrem Hofe zu bleiben; K. lehnte sie ab und that dasselbe, als ihn der König von England nach London berief, und später die Königin von Dänemark ein gleiches that; diese letzte Einladung lehnte er aber Alters halber ab. K. lebte in Nürnberg und dort verlor er im Jahre 1733 seinen siebzehnjährigen Sohn, dessen Verlust ihn zu tief erschütterte. Neuen Kummer bereitete ihm seine pflichtvergessene Frau, die mit dem Lehrer seines Sohnes, M. Ephraim Schlickeisen, ein Verhältniß angesponnen. Als K. nach dem Tode des Sohnes den Lehrer seines Dienstes entließ, wußte das ränkevolle Weib, das sich überdieß durch das von ihm verfaßte Testament verkürzt glaubte, den bereits alternden und rathlosen Künstler so einzuschüchtern, daß er das Testament änderte und den Lehrer zurück berief. So hatte er die letzten Jahre seines Lebens ziemlich kummervoll verlebt und starb nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren. Die Geistlichkeit verweigerte ihm aus kirchlichen Gründen, weil sie ihm Unchristlichkeit, unterlassenen Kirchenbesuch u. dgl. m. vorwarf, das Leichenbegängniß und es wurde sein Sarg einfach in eine Kutsche gehoben und ohne Sang und Klang auf dem Johanneskirchhofe an der Seite seines Sohnes eingescharrt. In seinem Testamente gab jedoch K. deutliche Beweise seiner christlichen Gesinnung; an die verschiedenen Armenhäuser Nürnbergs verschrieb er kleine Legate; 600 fl. bestimmte er, daß sie der Pfarrer von St. Aegidi unter christliche und bedürftige fromme Arme vertheile; ferner bedachte er die Salzburgischen [400] Emigranten, die beiden Nürnberger Armenschulen u. dgl. m., sämmtlich Verfügungen, die ein tiefes christliches Gemüth verrathen, wie sich denn ein solches auch aus seinem Verhalten gegen die treulose Frau kundgibt. Wohl war K., wie schon zum Theil aus dieser Skizze erhellet, durch und durch ein Original, und eben sein unbesiegbarer Unabhängigkeitstrieb zog auch ihm genug offene und heimliche Widersacher zu. Sein derber Künstlerwitz that das seinige dazu. So verlangte er in Nürnberg für das Bildniß eines Patriciers 100 Ducaten. Dieser fand den Preis des Bildes zu hoch und wollte überdieß dasselbe nicht ähnlich finden. K. verlangte nun von dem Betreffenden nur die bestimmte ausdrückliche Erklärung, daß das Bildniß unähnlich sei, und nachdem der Patricier diese gegeben, nahm K. das Bild zurück. K. malte nun zwei Eselsohren und eine Schellenkappe daran und bot es auf dem Trödelmarkte zum Verkaufe aus. Das Entsetzen des Patriciers war so groß, daß er auf dem Trödelmarkte eine ungleich größere Summe für das Bild zu bezahlen sich herbeiließ, als K. von ihm verlangt hatte. Solcher Züge gibt es in Kupezky’s Leben genug, und daß ihm dergleichen Künstlerlaunen nicht Freunde machten, begreift sich leicht. Aber sonst war K. ein edler Charakter, ohne Falsch und Hinterlist, stets zu helfen bereit, gegen seine Kunstgenossen ohne Neid, obgleich er sich auf seine Kunst, die aber auch nicht gewöhnlich war, viel zu Gute that. Als Künstler nimmt K. eine hervorragende Stelle ein. wenn auch sein Freund Fueßli in der ausführlichen Charakteristik K.’s zu weit zu geben scheint, wenn er sagt, „um sich eine gründliche Einbildung von Kupezky’s Köpfen zu machen, muß man die Stärke von Rubens, das Zarte und Geistige von Van Dyk und den Schatten und die Zauberei von Rembrandt sich vorstellen“, so muß man doch bedenken, Fueßli ist selbst Künstler und Kenner, und geht auch ein Theil dieses Urtheils auf Rechnung des Freundes, der andere bleibt immer für den Kenner übrig. Weiter unten folgt eine Uebersicht der bedeutendsten Gemälde des Künstlers; hier sei nur noch bemerkt, daß der tüchtige Kupferstecher Bernhard Vogel in Nürnberg den Plan gefaßt hatte, die meisten Gemälde Kupezky’s in Schwarzkunst zu vollenden und herauszugeben. Er war schon mit vielen Blättern fertig, als ihn der Tod in der Vollendung seines Vorhabens hinderte. Sein Sohn Johann Christian Vogel wollte nun den Gedanken des Vaters aufnehmen und fügte einige Blätter, die er selbst stach, hinzu; aber Justus Jacob und Valentin Daniel Preisler kauften alle vorhandenen Blätter ab, vollendeten selbst noch einige neue und gaben nun das Ganze in sechs Theilen geordnet unter dem Titel: „Joannis Kupezky, incomparabilis artificis imagines et picturae, quotquot earum haberi potuerunt, antea ad quinque Dodecades arte quam vocant nigra aeri incisae a Berhardo Vogelio, jamvero similiter continuatae opera et sumtibus Valent. Dan. Preisleri, Chalcographi. Norib. MDCCXLV. Luce ac umbra, Fol.“heraus. Das ganze Werk zählt 73 Blätter. Meusel’s „Neue Miscellaneen“ und nach dieser Ebert’s „Bibliographisches Lexikon“ geben 81 Blätter an. Wer sich über die Vollständigkeit eines Exemplares und wie die Blätter in den sechs Bänden geordnet sein müssen, orientiren will, vergleiche darüber Jäck’s „Pantheon der Literaten und Künstler Bambergs“, II. Fortsetzung (1825, S. 47 [401] und 48). In seinem Nachlasse fanden sich noch mehrere werthvolle Gemälde, neunundzwanzig Stück derselben kaufte der Markgraf von Brandenburg-Baireut um 16.000 Gulden von seiner Witwe ab. Von Schülern, die Kupezky gebildet, thaten sich besonders zwei hervor. Max Händl, ein Oesterreicher, der ein vortrefflicher Bildnißmaler wurde, und Gabriel Müller aus Anspach, der die Draperien in Kupezky’s Bildern zu malen pflegte und nicht selten Kupezky- Müller genannt wird.

I. Uebersicht der Gemälde und vorzüglicheren Bildnisse Kupezky’s. (Die eingeschlossenen Jahreszahlen zeigen an, seit wann die angeführten Bilder sich in der genannten Sammlung befinden.)
In Altdorf. In der Treu’schen Bibliothek (1801): „Bildniß des Dr. Joh. Georg Volkamer“. Von Bernhard Vogel 1736 gestochen.
In Anspach. Im ehemal. markgräfl. Schlosse (1786): „Der verlorne Sohn“; – „Der barmherzige Samariter“ (dieses Bild wurde für 3000 fl. geschätzt); – „Drei Einsiedler“, nicht beendet; – „Der H. Franciscus“, lebensgroß, 600 fl. geschätzt; – „Der H. Franciscus, den Todtenkopf in der Hand“; – „Kupezky mit seiner Familie“ (Er mit Frau und Kind; wurde mit 3000 fl. bezahlt); – „Kupezky mit Frau und Kind“, kleineres Bild; – „Kupezky mit der Tabakpfeife“; – „Markgraf Karl Wilhelm Friedrich zu Pferd, in Gesellschaft des Grafen zu Rüdenhausen und des Oberststallmeisters Beuneburg“, in Lebensgröße; mit dem merkwürdigen Zeichnungsfehler. daß das Pferd die zwei rechten Füße zugleich hebt; – „Ein anderes Bildniß dieses Prinzen“; – „Die Markgräfin Christiana Charlotte in Gesellschaft der Prinzessin von Baireut, der Gräfin von Rüdenhausen, Frau von Ostiz, Frau von Cronek, Fräulein von Teufel und v. Hoistermann“, großes Bild, welches aber ein anderer Künstler beendete; – „Bildniß der Markgräfin Christiana Charlotte“, von Drevet in Kupfer gestochen; – „Eine Schäferin“.
In Augsburg. In der Sammlung von J. G. Deuringer: „Altes Weib, den Kopf eines Knaben durchsuchend“; – „Zwei Bauern, Geld zählend“; – „Kupezky’s Bildniß“, eines seiner schönsten Gemälde. – In der Sammlung von J. J. v. Huber (1814): „Faust mit einem Buche in der Hand, links die Larve des Satan“.
In Bamberg. In der Sammlung des Joh. Ign. Tob. v. Böttinger (1760): „Das Bildniß Böttinger’s“. – In der Sammlung des bekannten Kunstkenners Joseph Heller (1824): „Brustbild eines alten Mannes“, der die linke Hand auf ein Buch stützt; von Bernh. Vogel 1736 gest. – In der Sammlung des Grafen von Rotenhan (1781): „Bildniß des Malers Palko“. – Im Besitze des Herrn Weber (1790): „Bildniß des Gr. Chr. Hochmann Freih. von Hohenau“; von Bernh. Vogel gest.; mit der Devise: „Animus quoque pascitur illis“. Ovid.
In Berlin. Im Schlosse Charlottenburg (1800): „Ein Musiker, der einen Jüngling auf dem Clavier unterrichtet“.
In Darmstadt. Im großherzoglichen Museum (1820): „Daß Bildniß Kupezky’s“.
In Halle. In der Hendel’schen Sammlung (1805): „Bildniß eines Gelehrten“.
In Leipzig. In der Sammlung des J. C. Lampe (1818): „Ein altes Weib“; von Bause gest.
In München. In der königl. Gallerie (1818): „Bildniß Kupezky’s“; – „Bildniß des Bischofs von Würzburg, Franz von Hutten“, Kniestück; von Propst gest. – In der Schleißheim’schen Gallerie: „Kupezky mit seinem Sohne“; – „Weibliches Bildniß“.
In Nürnberg. Auf dem Rathhause: „Zwei holländische Bauernstücke“; – „Kupezky als Hussit, mit seinem Sohne“; – „Kupezky’s Frau, mit dem Gebetbuche in der Hand“; – „Männliches Bildniß“ (Porträt des Hofmeisters Schlickeisen, den Kupezky’s Witwe ein Jahr nach seinem Tode, 1741, geheirathet); – „Bildniß des Nikl. Ludwig Zinzendorf[WS 1], Stifters der Herrnhuter“; – „Ein Mann in Rüstung, der ein Schwert aus der Scheide zieht“. – In der Zeichnungs-Akademie (1801): „Weibliches Bildniß“ (Kupezky’s Magd); – „Der Kellner mit dem Weinglas in der Hand“. – Im Ebner’schen Museum: „Bildniß des Losunger von Ebner“. – In der Sammlung des J. G. F. von Hagen (1784): „Der H. Joseph, im Begriff, das Christuskind zu umfassen“; – „Kartenspieler, [402] denen ein Jude zusieht“; – „Würfelspieler“; – „Zwei Personen, so das Fingerspiel spielen“; – „Zänker“; – „Kupezky im Pelz, mit offener Tabaksdose“; – „Zwei Bildnisse“, Farbenreiber des Künstlers, der eine mit einem Trinkglas, der andere mit einer Pfeife; – „Bildniß des Nürnberger Kaufmanns J. A. Balladot“; – „Bildniß des Leipziger Malers David Hoyer“; – „Bildniß eines geharnischten Mannes“; – „Knabenbild“; – „Bildniß eines Mädchens“. – Im Besitze seiner in Nürnberg wohnhaften Frau sind, nachdem sie die oberwähnten 29 Gemälde an den Markgrafen von Brandenburg verkauft, noch folgende Gemälde geblieben: „Die h. Familie“; – „Maria Magdalena“; – „Der Geruch“; – „Zwei Landschaften“; – „Zwei Bildnisse des Malers“; – „Bildniß des jungen Kupezky“; – „Fünf verschiedene Bildnisse“; – „Ein im Lehnstuhl sitzender Mann, mit einem weißen Hündchen“.
In Pommersfeld. In der gräfl. Schönborn’schen Gallerie: „Der H. Franciscus, betend“; – „Ein Querpfeifer im rothen Pelz“; – „Kupezky und sein Sohn“, neben ihnen liegen Briefe; – „Ein Mann in ungarischem Pelz“; – „Eine Schäferin“.
In Salzthalen. In der herzoglichen Gemälde-Sammlung (1776): „Kupezky mit seinem Sohne“, der Maler im sammtnen Schlafrock mit aufgesetzter Brille; – „Kupezky im grünen pelzgefütterten Schlafrock vor der Staffelei, im Begriffe zu malen“; – „König August von Polen“, mit Mantel und Brustharnisch“; – „Bildniß eines ungarischen Magnaten“; – „Männerbildniß“; – „Zwei Frauenbildnisse“; – „Zwei Studienköpfe“.
In Wien. In der Belvedere-Gallerie: „Kupezky’s Bildniß“, Pinsel und Palette in der Hand, ist er eben mit dem Malen eines Porträtes beschäftigt; – „Bildniß einer vornehmen Dame mit ihrem Sohne“. – In der Eßterházy-Gallerie: „Brustbild eines Mannes mit rother Mütze“.
Kertbeny in seiner anonym herausgegebenen Schrift: „Ungarns Männer der Zeit“ (S. 109) schreibt: „Es gibt kaum eine Gallerie, die nicht Kupezky’s besäße. Er (Kertbeny) sah eminente Stücke seines Landsmannes in den Gallerien zu Dresden, München, Berlin, in London, im Louvre zu Paris, in Genf, in der Borromea zu Mailand, im Palazzo Pitti zu Florenz, sogar in Rom. In Wien am berühmtesten sind Bildnisse Joseph I., Karl VI., Franz I. Das ungarische National-Museum hat 10–12 Porträte, eben nicht das Beste.“ Besonders schöne Kupezky soll Graf Samuel Festetics besessen haben.
Andere Gemälde, von denen nicht bekannt ist, wo sie sich befinden, und von denen die meisten durch den Stich vervielfältigt wurden, sind: a) Verschiedene Darstellungen: „Der Heiland“, einmal gest. von Bernh. Vogel das andere Mal von J. J. Haid; – „H. Maria“, einmal gest. von B. Vogel, das andere Mal von J. J. Haid; – „Der H. Joseph“, gest. von J. J. Haid; – „Die h. Apostel“, in 12 Blättern, gest. von J. J. Haid; – „Der H. Paulus“, gest. von J. J. Haid; – „Der H. Bartholomäus, mit dem Messer in der Hand; – „Der H. Johannes“, gest. von Preisler; – „Der H. Petrus“, gest. von J. J. Haid; – „Die H. Magdalena“, sitzend, in der Rechten den Todtenkopf haltend, gest. von Preisler; – „Die büßende Magdalena“, den Kopf in die linke Hand gestützt, blickt sie auf das Crucifix, das vor ihr steht, gest. von Vogel; – „Der sterbende Adonis“, gest. von A. L. Romanet; – „Der Herbst“, weibliche ländliche Figur vor einem Tische, auf dem ein Korb mit Trauben liegt, gest. von Preisler; – „Der Geschmack“, weibliche Figur neben einem Tische, mit dem rechten Arme umschlingt sie eine umflochtene Flasche, mit der Linken hält sie ein Glas, von B. Vogel gest.; Devise[1]: „At sapor indicium faciet manifestus“. Virg.; – „Der Geschmack“, in anderer Darstellung, zwei Personen, deren eine trinkt, während die andere eben daran ist, das leere Glas zu füllen; von B. Vogel gest.; Devise: „Et quibus in solo vivendi causa palato est“. Juvenal; – „Das Gefühl“, Gruppe von drei Personen, in der Mitte eine oben entblößte weibliche Figur, den linken Arm auf einen Tisch stützend, neben ihr rechts ein, den Bart auf seinen. Stock lehnender, schlafender Mann, neben ihr links eine Frau, die den Kopf in ihre rechte Hand legt; gest. von B. Vogel; Devise: „In varias certarunt pectora curas“. Manil; – „Die Vertraute“, weibliches Brustbild; gest. von J. F. Bause; – „Die Vermälte“, gest. von Bause; – „Der sich kratzende [403] Bauernjunge“, geschabt von J. V. Kauperz; – „Alter Mann, der in ein offenes Buch schreibt“, gest. von B. Vogel; Devise: „Felices animae quibus haec cognoscere primis“. Ovid; – „Alter Mann, mit auf ein Buch gestützter Hand“, gest. von B. Vogel; Devise: „Ad summum sapiens uno minor est Iove“. Horat.; – „Bärtiger, mit einer Kapuze bedeckter, in ein Buch schreibender alter Mann“, gest. von J. J. Haid; – „Bärtiger, mit der linken Hand in einem Buche blätternder alter Mann“, gest. von J. J. Haid; – „Kopf eines Persers“, gest. von J. J. Haid.
b) Bildnisse: „Die Originale befinden sich meistens im Besitze jener Familien, denen der Abgebildete angehört. Auch werden hier die Stiche dieser Gemälde angegeben. Bildnisse fürstlicher und hoher Personen.Wilhelm Friedrich, Markgraf von Brandenburg, gest. von B. Vogel; – „Christiane Eberhardine, Markgräfin von Brandenburg-Culmbach, nachmalige Königin von Polen“, gest. (1737) von B. Vogel; Devise: „Huic Divae Germana fides“. Claudian; – „Christiane Karoline, Markgräfin von Brandenburg-Onolzbach, geborne Herzogin von Württemberg“, gest. (1737) von B. Vogel; ein zweites Mal von Pierre Drevet; – Christoph. Franciscus episcopus Herbipolensis, gest. (1725) von Job. Bapt. Propst; – „Maria Amalia, Erzherzogin von Oesterreich. Churfürstin von Bayern“, gest. von B. Vogel; Devise: „An melius per Te Virtutum exempla petemus?“ – „Maria Josepha, Erzherzogin von Oesterreich. Königin von Polen und Churfürstin von Sachsen“, gest. von B. Vogel; Devise: „Decus Divumque Hominumque“. Sil. Ital. [auf den Blättern ist der Fehler Deeus für Decus]; – „Christian August, Herzog von Sachsen. Erzbischof von Gran“, A. Geyer gest. in Regensburg; – „Czar Peter der Große“, das Original in der herzoglichen Gallerie zu Salzthalen. B. Vogel (1737) gest.; Devise: „Quid in Coelo re um in Pelagoque geratur Et Tellure videt totumque inquirit in Orbem“. Ovid; – „Prinz Eugen“, der Prinz in Feldherrnrüstung, in der Hand den Feldherrnstab; gest. von B. Vogel; das Original in der Münchener Gallerie; – „Prinz Eugen“, mit dem Orden des goldenen Vließes, die Linke auf den Degengriff gelegt; gest. von B. Vogel; in kleinerem Format gest. von Marcenai (1773); – „Friedrich, Herzog von Sachsen-Gotha“, gest. von B. Vogel; Devise: „Nobis qui justior alter“. Virgil. – Porträte anderer denkwürdiger Personen, in alphabetischer Folge. Johann Friedrich, Freiherr Bachov von Echt, Vater“, gest. von B. Vogel; Devise: „In quem manca ruit semper fortuna“. Hor at.; – „Freih. Bachov von Echt, der Sohn“, gest. von B. Vogel; Devise: „Tu quamcunque Deus tibi fortunaverit horam, Grata summe manu nec dulcia differ in annum“. Ep. XI. lib. I, P. 5; – „Die Gemalin Bachov’s von Echt, des Sohnes“, gest. von B. Vogel; Devise: „Omne tulit punctum, qui miscuit utile dulci“. Horat. de arte poet.; – „Bildniß des Pastors Barth in Regensburg“, gest. von B. Vogel; Devise: „Sufficit et longum probitas perdurat in aevum“. Ovid. Von dem Original wird der komische Vorfall erzählt, daß Kupezky, der mit der Zahlung nicht hinlänglich befriedigt wurde, auf dem Bilde die Haube mit dem Fuchsschwanze angebracht habe; – „Johann Andreas Barthels aus Clausthal“, gest. von Bernh. Vogel; – „Georg Blendinger, Maler in Nürnberg“, gest. von B. Vogel; Devise: „Caetera jam pridem didici puerilibus annis“. Ovid.; ein zweites Mal gest. von J. G. Sturm (1774); das Original in der Nürnberger Zeichnungsakademie; – „Georg Daniel Braebes, Rechtsgelehrter“, gest. von Val. Dan. Preisler; Devise: „Me mea simplicitas etc. etc. juvant“; – „Nikolaus Buck, Maler“, gest. von E. Schafhauser; – „Heinrich von Bünau, geh. Rath“, gest. von B. Vogel; Devise: „Se quoque Principibus permistum agnovit“. Virgil.; – „Isaac Daniel Buirette ab Oehlefeld, fränkischer Gesandter“, gest. von Joh. El. Haid (1774); – „Johann Melchior Dinglinger, kön. sächs. Hofjuwelier“, gest. von B. Vogel; Devise: „Nil divitia potuerunt addere majus“, Horat.; – „Maria Sibylle Dinglinger, des Vorigen Gattin“, gest. von Vogel; Devise: „Quid verbis opus est spectemur agendo“. Ovid.; – „Donauer, Hofmaler in Moskau“, gest. von Vogel; Devise: „Poscit opem Morus et praesentia Numina sentit“. Horat.; nach einigen soll dieses Bild den Gehörsinn vorstellen; – „J. Ebert“, gest. von G. M. Preisler; – „Jobst Wilhelm Ebner von Eschenbach“, gest. von J. Christ. Vogel; – „Derselbe im Jagdkleide“, gest. von V. D. Preisler [404] Devise: „Pallas quas condidit arces ipsa collat, nobis placcant ante omnia sylvae“. Virgil.; – „Marie Sophie Ebner“, gest. von V. D. Preisler; – „Lorenz Forster aus Nürnberg“, gest. von B. Vogel; Devise: „Fortuna multis dat, nimis satis nulli“. Mart.; – „Frau Forster, Gemalin des Vorigen“, gest. von B. Vogel; Devise: „Vos quoque virtutes animosque afferte paternos“. Val. Flacc.; – „Benedict Geuder, mit seinem Sohne“, gest. von V. D. Preisler; Devise: „Omnis in Ascanio chari stat cura Parentis“. Virgil.; – „Graf Gotter“, gest. von B. Vogel; Devise: „Vitae summa brevis spem nos vetat inchoare longam“. Horat.; – „Gräfin Gotter, des Vorigen Gemalin“, gest. von B. Vogel; Devise: „Immunis eram, si tetigit manus non sumptuosa blandior hostia“. Horat.; – „Graf Gotter, kön. preuß. Gesandter, Sohn der Obigen“, gest. von B. Vogel; Devise: „Multa petentibus desunt multa“. Horat.; – „Haberstock, Kaufmann in Wien“, gest. von B. Vogel; Devise: „Lucri bonus est odor ex re qualibet“. Juvenal; – „Frau Haberstock, Gattin des Vorigen“, gest. von B. Vogel; Devise: „Cuncta fluunt, vagans formatur imago“. Ovid.; – „Joh. Sebastian Haller von Hallerstein, fränkischer General“, gest. von V. D. Preisler; – „Joseph Leonhard Hirschmann, Maler in Nürnberg“, gest. von J. Chr. Vogel; – „Johann Sigmund Holzschuher, Septemvir u. s. w.“, gest. von G. M. Preisler; ein zweites Mal von Val. Dan. Preisler, letzteres mit der Devise: „In sapientia honos“; – „Wolfgang Tobias Huth“, gest. von B. Vogel; Devise: „Fessis optata silentia rebus“. Valer. Flacc.; – „Wolfg. Tob. Huth, zugleich mit seiner Frau“, gest. von B. Vogel; Devise: „Quos irrupta tenet copulat“. Horat.) die Originale dieses und des Vorigen auf dem Nürnberger Rathhause; – „Marie Helene Sabine Imhoff“, gest. von B. Vogel; – „Hs. Leonhard Kellner, Senior des pharmac. Collegiums“, gest. von B. Vogel; Devise: „Principibus placuisse viris non ultima laus est“. Horat. I Epist.; – „Joh. Wolf Kiehnlein“, gest. von J. Chr. Vogel; Devise: „Vino vendibili non opus est suspensa hedera“. Plaut.; – „Maximiliana Katharina Kiehnlein, des Vorigen Gattin“, gest. von J. C. Vogel; Devise: „Tanta est vis honesti ut speciem utilitatis obscuret“. Cic. de Offic.; – „Juliana Kolbin“, gest. von Val. Dan. Preisler; Devise: „Et quacunque potes dote placere place“. Horat.; – „Christoph Joh. Friedr. Kupezky, des Malers Sohn“, gest. von Preisler; von diesem Stiche gibt es verschiedene Ausgaben, darunter eine höchst seltene. Der Stich ist nach des jungen Kupezky Tode gearbeitet und zählt zu den Meisterwerken der Schabekunst: – „Christoph August Lämmermann“, gest. von B. Vogel; Devise: „Concedunt ardua laurum“. Es ist derselbe Lämmermann, der des nochmaligen Staatskanzlers Fürsten Kaunitz Lehrer war; – „Marchio de Oropeza aur. vell. eques.“, gest. von B. Vogel; Devise: „Omen Iberiacis victa Carthagine terris“. Sil. Ital.; – „Baron Patztatzki“ (wahrscheinlich Podstatzky), gest. von B. Vogel; Devise: „Pannonius passim gelidas disjectus in Alpes“. Tibull.; – „Justus Jacob Preu, Nürnberger Handelsherr“, gest. von Bernh. Vogel; – „Franz Rakoczy“, P. Westermayer sc.; das herrliche Original, Halbfigur, lebensgroß, befindet sich jetzt im Besitze des Grafen Edmund Zichy in Wien. Der vortreffliche Kupferstich trägt die Unterschrift: „Ex Capite Criminis Perduellionis“ und die Signatur „Kopezky“; – „Eucharius Gottlieb Rink“, gest. von B. Vogel; ein zweites Mal von Val. Dan. Preisler; Devise: „Ingenio tamen ipse meo comitorque fruorque“. Ovid.; – „Franz Ignaz Roth, pictor Herbipolensis“, gest. von B. Vogel; Devise: „Temperie coeli corpusque juvatur“. Ovid.; – „Gottfried Schadeloock“. Auf dem Kupferstiche dieses Bildnißes ist kein Stecher angegeben; – „Anna Katharina von Scheidlin“, gest. von G. M. Preisler (1752); der Stecher erhielt für diesen schönen Stich 1000 fl.; da aber eine Masche oben an der Brust der Familie nicht gefiel, wurde die Platte nach Paris an Wille gesendet, der Veränderungen daran vornahm; – „Johann Andreas Schmid“, gest. von Val. Dan. Preisler; Devise: „Variam semper dant otia mentem“. Lucan.; – „Maria Magdalena Schnellin“, gest. von B. Vogel; Devise: „Non ignara mali miseris succurrere disco“. Virgil.; das Original in der Nürnberger Zeichnungsakademie; – „Kaufmannsfrau Schreyvogel aus Prag“, gest. von B. Vogel; Devise: „Blandarum prima sororum“. Virg.; – „Gottfr. Ludw. von Seidel“, gest. von B. Vogel; – „Joh. Friedr. Sichart von Sichartshofen“, gest. [405] von V. D. Preisler; – „Magdalena Margaretha Sichart, des Vorigen Frau“, gest. von B. Vogel; Devise: „Ars utinam mores animumque!“, Martial.; – „Godefridus Thomasius, Arzt in Nürnberg“, gest. von Vogel; Devise: „Nullus justius atsidue (sic) legit quam qui de humana salute tractaverit. Cassiod; ein zweiter Stich von V. D. Preisler; – „Dr. Johann Georg Volkamer, Arzt“, gest. von B. Vogel; Devise: „Magni patris aemula proles“; – „Georg Hier. Weber“, gest. von Val. Dan. Preisler; – „Christoph Weigel Kupferstecher in Nürnberg“, gest. von B. Vogel; Devise: „Haud secus assiduis“. Virgil.; – „Magdalena Esther Weigl, und ihr Neffe J. D. Tyroff“, gest. von Val. Dan. Preißler; – „Michael Gottfried Wittwer“, gest. von B. Vogel; Devise: „Accipe et haec manuum, quae sint monumenta mearum“. Virgil.; – „Christian Graf von Witt“, gest. von B. Vogel; Devise: „Deus providebit“; – „Frau Wölker, geb. Steinberger“, gest. von B. Vogel; Devise: „Juvenile decus mihi“. Ovid; – „Woussin, ein Prager“, gest. von B. Vogel; Devise: „Et servat studii foedera quisque sui“. Ovid.
Andere Bildnisse, bei denen die Namen jener, welche sie vorstellen, nicht bekannt sind. „Bildniß eines Lautenspielers“, gest. von Andreas und Joseph Schmutzer in Wien (1728); – „Bildniß eines Unbekannten“, gest. von Kauperz (gr. 4°.); – „Bildniß eines Kellners“, gest. von Val. Dan. Preisler; Devise: „Potui sit idoneus, aetatem nactus bonam“; – „Bildniß eines Unbekannten“, gest. von B. Vogel, mit Devise: „Et studio mores convenienter eunt“. Ovid.; – „Bildniß einer Dame“ und „Bildniß eines Herrn“, beide von Heiß gestochen; – „Frauenbildniß (die Magd des Malers Georg Blendinger)“, gest. von J. C. Vogel; Devise: „Ne ex nobis scintilla prodeat“. Paulin. – Was die, nach den angeführten Oelbildnissen von Bernhard Vogel, Valentin Daniel Preisler und Anderen, deren Namen bei dem betreffenden Bilde angegeben sind, ausgeführten, fast durchweg in Schwarzkunst behandelten Stiche betrifft, so ist zu bemerken, daß von vielen, ja von den meisten verschiedene Abdrücke, als z. B. vor und mit der Schrift, mit Wappen und mit anderen Eigenthümlichkeiten, worauf Kupferstichsammler Werth legen, bestehen, auf welche Umstände jedoch hier, als außer dem Bereich dieses Werkes liegend, nicht Rücksicht genommen werden konnte. Kupferstichsammlern kann für diesen besonderen Zweck Heller’s schätzbare Arbeit in Jäck’s „Pantheon der Literaten und Künstler Bambergs“, zweite Fortsetzung, S. 24–49, empfohlen werden.
II. Zur Biographie Kupezky’s. a) Deutsche Quellen. Fueßli (J. C.), Leben Georg Philipp Rugenda’s und Johannes Kupezky (Zürich 1758, 8°.) S. 18–48 [Kupezky’s Leben] – Dlabacz (Gottfr. Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gottl. Haase, kl. 4°.) Bd. II, Sp. 160–168. – Fiorillo, Geschichte der zeichnenden Künste in Deutschland, Bd. III, S. 295 u. f. – Lipowsky, Bayerisches Künstler-Lexikon, Bd. I, S. 167, 168 u. 193. – Neue Miscellaneen artistischen Inhaltes für Künstler und Kunstliebhaber. Herausgegeben von Joh. Georg Meusel (Leipzig, Gerh. Fleischer, 8°.) X. Stück, S. 221–230, und XI. Stück, S. 243–260: „Nachricht von dem berühmten Porträtmaler Johann Kupezky“. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München, Fleischmann, 8°.) Bd. VII, S. 214. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 317. – Pantheon der Literatur und Künstler Bambergs von J. H. Jäck; auch unter dem Titel: Leben und Werke der Künstler Bambergs, in Verbindung mit Jos. Heller und Martin v. Rieder, beschrieben von Joachim Heinrich Jäck (Erlangen 1821 bis 1825), Theil 2, S. 24–49: Kupezky’s Leben von Heller. – Pelzel (Franz Martin), Abbildungen böhmischer und mährischer Gelehrten und Künstler nebst kurzen Nachrichten von ihrem Leben und Wirken (Prag 1773 u. f., 8°.) Theil III, S. 146–156. – Ungarischer Plutarch oder Biographien merkwürdiger Personen des Königreichs Ungarn. Aus authentischen Quellen geschöpft und ... dargestellt von Carl Vincenz Kölesy und Jakob Melzer (Pesth 1816, Eggenberger, 8°.) Bd. III, S. 71. – b) Čechische und polnische Quellen. Boleslavan. Časopis, d. i. der Bunzlauer, eine Zeitschrift (4°.) Jahrg. 1860, Nr. 2, S. 12. – Časopis Musea království českého, d. i. Zeitschrift des kön. böhmischen Museums (Prag, 8°.) 29. Jahrgang (1855), 2, Heft, S. 215–240: „Jan Kupecký a jeho díla“, d. i. Johann Kupezky und seine Werke, von J. B. Müller. [406]Obecne listy, d. i. Gesellige Blätter (Prag, bei Kober, 4°.) 1860, S. 125 [mit Porträt]. – Posel z Prahy. Kalendař na rok 1864, d. i. der Bote aus Prag. Kalender auf d. J. 1864 (Prag 1864, 4°.) S. 42. – Rastawiecki (Edward), Słownik malarzów polskich tudzież obcych w Polscie osiadłych[WS 2] lub csasowo w niéj przebywających, d. i. Lexikon der polnischen Maler, wie auch der fremden, die sich in Polen bleibend niedergelassen, oder aber nur einige Zeit aufgehalten haben (Warschau 1850, Orgelbrand, Lex. 8°.) Bd. I, S. 232 [führt ihn unter der Schreibweise Kopecki auf und gibt für die Vermuthung, daß es einen polnischen Maler dieses Namens gebe, mehrere haltbare Gründe an. Uebrigens ist es interessant, daß sich um Kupezky bald wie um Homer auch sieben Städte, richtiger Völker, streiten. Die Böhmen nehmen ihn für sich in Anspruch, da seine Eltern aus Böhmen stammen; die Ungarn, da er in Ungarn geboren ist; die Italiener, da er über zwei Decennien in Italien gelebt und eine große Zahl seiner trefflichsten Werke dort vollendet hat; in Bayern zählen ihn gleich zwei Städte, Bamberg und Nürnberg, zu den ihrigen; zuletzt, wie aus Rastawiecki’s geschätztem Werke über die Künstler Polens zu entnehmen, behauptet die berühmte Clementine Hofmann von Tański, der andere polnische Werke nachschreiben, daß K. ein Pole und aus Korsun gebürtig sei; aber weder die Hofmann noch die Uebrigen geben die Quelle an, aus welcher sie diese Nachricht entlehnen.]
III. Kupezky’s Leben, novellistisch behandelt. Erinnerungen (Prager Unterhalt. Blatt, 4°.) Jahrgang 1857, S. 41: „Zwei Tage aus dem Leben eines Malers“, von Herold [behandelt in novellistischer Form zwei Scenen aus Kupezky’s Leben]. – Rheinische Blätter für Unterhaltung u. s. w. Beiblatt zum Mainzer Journal, 1858, Nr. 300–304: „Künstlerrache“ [Episode aus Kupezky’s Leben; früher in den Münchener „Fliegenden Blättern“ abgedruckt].
IV. Porträte Kupezky’s. Es dürfte wenige Künstler geben, die sich selbst so oft gemalt haben. als dieß bei Kupezky der Fall ist. Es sind nicht weniger denn 16 Oelbildnisse Kupezky’s, auf denen er theils allein, theils mit seinem Sohne sich dargestellt hat, bekannt. Man würde K. unrecht thun, wollte man diese Vorliebe für sein Conterfei der Eitelkeit zuschreiben; er behandelte sich eben nur als Object, an dem er die Wirkungen der Farbe, der Schatten, kurz alle jene Momente, die beim Malen eines Gegenstandes für den Maler wichtig sind, nach Gefallen studiren konnte. Von welcher Bedeutung manche dieser Studien sind, erhellt aus der Thatsache, daß für eines seiner Porträte, das ihn mit seiner Familie darstellt, 3000 fl. gezahlt wurde. Nicht minder groß ist die Zahl der Kupferstiche, welche den Künstler darstellen. Die schönsten und gesuchtesten sind: 1) Unterschrift: Joann Kupezky Bohemus, Pictorum sui aevi facile Princeps. Movet et Coelestia. Gest. von Bernh. Vogel 1737. Nach diesem Bilde sind verkleinerte Copien von Balzer in Pelzel’s „Abbildungen böhmischer und mährischer Gelehrten“, von Ficquet in Descamp’s „La vie des Peintres“ (tom. IV, p. 95); und von J. Gottfr. Saiter in Fueßli’s „Leben Rugendas’ und Kupezky’s“ vorhanden. – 2) Unterschrift: Johannes Kupezky natione Bohemi Pictor Eximus. Denat. Norimbergae Ao. MDCCXL. Aet. LXXIII J. J. W. scrips. Kupezky hält in der Rechten einen Pinsel, in der Linken Palette und mehrere Pinsel. – 3) Unterschrift: Joannes Kupezky, Seiner Frauen (gebohrnen Clausin) Bildnuß mahlent. Ao. 1667 in Pesing gebohren und Ao. 1740 in Nürnberg gestorben, sich selbst gemahlt – gezeichnet G. E. Kilian 1775. – 4) Kupezky, die Laute spielend; mit acht deutschen Versen; Rosbach sc., Lips. et exc. (gr. Fol.). – 5) Unterschrift: Johannes Kupezky. Pictor. J. Elias Haid sculp. Aug. Vindel. 1773. Schönes, meisterhaft geschabtes Blatt. – 6) Umschrift: Johann. Kupezki, pict. Excellent. J. P. Leitner fec. Nach der Medaille gestochen, die auf ihn geprägt worden. – 7) Dreimal in Lavater’s „Physiognomik“.
V. Medaillen auf Kupezky. 1) Brustbild. Umschrift gravirt: JOHANN. KUPEZKI. PICT.(or) EXCELLENT.(issimus). Einseitige Gußmedaille in Kupfer; abgebildet und beschrieben in Will’s „Nürnberger Münzbelustigungen“, 3. Stück, S. 17. – 2) Brustbild. Gravirte Umschrift: JOANNES KUPECZKI PICTOR CELEBERRIMUS NATUS BAZINII IN COM.(itatu) POSONIENSI A.(nno) D.(omini) MDCLXVII. Einseitige gegossene Silbermedaille, in der Sammlung des Herrn Sigismund Grafen Berchtold. Abgebildet und beschrieben in Heinrich Ottocar Miltner’s „Beschreibung [407] der bisher bekannten böhmischen Privatmünzen und Medaillen“ (Prag, 4°.) S. 267 und Tafel XXVI, Nr. 219.

  1. Die nur auf den Kupferstichen vorkommenden Devisen oder sogenannten Symbole werden angegeben, um Kupferstichsammlern das Erkennen der Blätter zu erleichtern, da sich in eine kunstgerechte Beschreibung der Kupfertafeln hier nicht eingelassen werden kann.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Phil. Ludwig Sinzendorf.
  2. Vorlage: siaodłych.