BLKÖ:Mautner, Eduard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Max, Emanuel
Band: 17 (1867), ab Seite: 158. (Quelle)
Eduard Mautner bei Wikisource
Eduard Mautner in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116858311, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mautner, Eduard|17|158|}}

Mautner, Eduard (Schriftsteller, geb. zu Pesth 13. November 1824). Sein Vater, ein Kaufmann in Pesth, starb, als M. kaum sieben Jahre zählte. Die Mutter, eine geborne Leidesdorf, begab sich nun mit ihren Kindern, deren ältestes Eduard war, nach Wien, wo dieser die Normalschule und dann das Universitäts-Gymnasium besuchte. Den zweiten philosophischen Jahrgang hörte er in Prag, wo damals Exner [Bd. IV, S. 115] die Philosophie und Heßler [Bd. VIII, S. 445][WS 1] die Physik vortrug. In die Zeit seines Prager Aufenthaltes, 1843, fällt sein erstes literarisches Auftreten, und zwar erschienen in Rudolph Glaser’s [Bd. V, S. 207] Zeitschrift „Ost und West“ mehrere Gedichte von ihm und eine Erzählung. Im Herbste 1843 kehrte er nach Wien zurück und begann dort das Studium der Medicin, welches er aber bald wieder aufgab, es mit jenem der Rechte vertauschend. Aber bei seinem Hange zur literarischen Laufbahn und bei seiner Ueberzeugung, dieselbe unter den damaligen Verhältnissen in Oesterreich nicht verfolgen zu können, gab er auch das Studium der Rechte auf, verließ im Frühjahre 1844 Wien und begab sich nach Leipzig, wo er einige philosophische und ästhetische Collegien besuchte, und vor Allem seine literarische Laufbahn begann. Schon in Prag mit Moriz Hartmann [Bd. VIII, S. 4], Uffo Horn [Bd. IX, S. 292], Alfred Meißner [s. dies. Band] u. A. befreundet, setzte er mit ihnen den Verkehr in Leipzig fort. In den damals besonders in Oesterreich viel gelesenen besten deutschen Zeitschriften, in [August Lewald|Lewald’s]] „Europa“, Herloßsohn’s „Komet“, Kuranda’s „Grenzboten“, Oettinger’s „Charivari“ u. a. veröffentlichte er Gedichte, Erzählungen, kritische und literarhistorische Aufsätze, und ließ bei Georg Wigand einen Band Gedichte erscheinen, der von Seite der Kritik eine freundliche Aufnahme fand. Im Herbste 1847 nach Wien zurückgekehrt, verlebte er denselben in Wien und begab sich dann zu seiner Mutter nach Triest, von wo ihn die Märzbewegung des Jahres 1848 nach Wien zurückführte. Nun betheiligte er sich lebhaft an der damals aufstrebenden Journalistik, vornehmlich an Ludwig August Frankl’s „Sonntagsblättern“. In den nächstfolgenden Jahren arbeitete er als Feuilletonist und Theaterkritiker für die größeren Wiener Journale, „Ostdeutsche Post“, „Presse“, „Wanderer“. Im Jahre 1851 gewann er mit dem Lustspiele „Das Preislustspiel“ bei der von dem Hofburg-Theater ausgeschriebenen Preisbewerbung den zweiten Preis mit hundert Stück Ducaten. Im Jahre 1853 machte er eine größere Reise durch Deutschland, Belgien, Frankreich und England, und kehrte von derselben im Jahre 1854 zurück. Das Ergebniß dieses anderthalbjährigen Ausfluges war eine Folge von Reiseskizzen, [159] welche theils in der „Ostdeutschen Post“, theils im „Familienbuche des österreichischen Lloyd“ abgedruckt erschienen. Bald nach seiner Rückkehr von dieser Reise, 1855, erhielt er eine Anstellung bei dem General-Directorate der französischen Staatsbahn-Gesellschaft, welche er bis zum Jahre 1864 behielt. In der Zwischenzeit veröffentlichte er mehrere poetische Arbeiten und einige kleinere Lustspiele, welche auf den verschiedenen Bühnen Wiens gegeben wurden, als: „Während der Börse“, – „Eine Frau, die an der Börse spielt“, beide im Carl-Theater gegeben; – „Ein Courier“, – „Ein photographisches Album“, ersteres im Burg-, letzteres im Quaitheater aufgeführt. Eine größere Arbeit war aber das am 28. Jänner 1863 zum ersten Male im Burgtheater dargestellte Schauspiel „Eglantine“, welches bald die Runde auf den größeren deutschen Bühnen machte, und durch die Parodie: „Die elegante Tini“, einem damals noch kaum bemerkten Talente, der Localsängerin Gallmeyer, welche die Titelrolle spielte, Gelegenheit gab, ihr eigenthümliches Talent zu entfalten und sich zu einer ungeahnten Bedeutung zu erheben. Im Herbste 1865 erhielt M. die Stelle eines Hilfsarbeiters an der kais. Hofbibliothek in Wien, welche er zur Stunde noch bekleidet. M.’s literarische Thätigkeit ist eine vorherrschend journalistisch-feuilletonistische; M. arbeitete und arbeitet noch für die meisten größeren politischen Journale der Residenz, und außer in den bereits genannten begegnet man auch in der „Oesterreichischen Zeitung“, im „Oesterreichischen Lloyd“, in der „Donau“, „Debatte“ und noch anderen seinen Feuilletons. Von seinen Dichtungen und Dramen sind bisher selbstständig erschienen: „Gedichte“ (Leipzig 1847, Schlicke, 8°.); – „Lustspiele. 1. Das Preislustspiel. II. Gräfin Aurora [beide Stücke den Bühnen gegenüber Manuscript]“ (Wien 1852, J. B. Wallishausser, gr. 12°.); – „Kleine Erzählungen“ (Wien 1858, typ.-lit.-artist. Anstalt, 16°.); – „Gedichte“ (ebd. 1858, 16°.), beide letztgenannten in dem Sammelwerke: „Oesterreichische Dichter der Gegenwart“ enthalten, welches aber bereits mit dem vierten Bande geschlossen wurde; – „Gegen Napoleon. In Catilinam. Ein Kranz geharnischter Sonette“ (Wien 1859, Wallishausser, 8°.); – „Eglantine. Schauspiel in vier Arten. Den Bühnen gegenüber Manuscript“ (Wien 1863, typ.-lit.-artist. Anstalt, 8°.). Sein kleines Lustspiel „Während der Börse“ befindet sich in E. Bloch’s „Dilettanten-Bühne“ abgedruckt.

Jüdisches Athenäum. Gallerie berühmter Männer jüdischer Abstammung und jüdischen Glaubens u. s. w. (Grimma und Leipzig 1851, Verlags-Comptoir, 8°.) S. 131. – Iris (Gratzer Mode- und Musterblatt), im Juni 1851 [enthält die von Cajetan Cerri mit Worten gezeichnete Silhouette Mautner’s]. – Presse (Wiener politisches Blatt) 1859, Nr. 144: „Politische Poesie in unseren Tagen“ [Feuilleton]; Nr. 149: „Erklärung“. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1866, Nr. 63. – Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, 4°.) 1864, S. 674. – Magazin für die Literatur des Auslandes (Leipzig, 4°.) 1865, S. 155 [im Texte]. – Mosenthal (S. H.)[WS 2], Museum aus den deutschen Dichtungen österreichischer Lyriker und Epiker (Wien 1854, 8°.) S. 507. – Scheyrer (Ludwig), Die Schriftsteller Oesterreichs in Reim und Prosa auf dem Gebiete der schönen Literatur (Wien 1858, Zamarski, 8°.) S. 490. – Wiener Zeitung 1863, Abendblatt Nr. 40, S. 158: „Ein Endchen Kritik“ von Hieronymus Lorm. – Porträte. 1) Zusammen mit Anton Langer im „Kikeriki“ 1865, Nr. 7 [ganze Figur. Holzschnitt. Ueberschrift: „Beweis, daß die Schriftsteller in Oesterreich nicht verhungern“]; – 2) Caricatur von Gaul (Fol.). Photographie derselben von Cramolini (Visitkarten-Format) [aus der Caricaturen-Gruppe der „Ritter von der grünen Insel“].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [Bd. VIII, S. 454].
  2. Vorlage: Mosenthal (S. G.).