BLKÖ:Schratt, Katharina

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schratt, Johann jun.
Band: 31 (1876), ab Seite: 263. (Quelle)
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Schratt, Katharina (Schauspielerin, geb. zu Baden nächst Wien um das Jahr 1854). Zweifelsohne – wenigstens nach dem Geburtsorte Baden zu schließen – ist Katharina ein Sproß aus der Familie des wegen seiner Humanität einst viel gerühmten und beliebten Badener Arztes Johann Chrysostomus Schratt, dessen Lebensskizze vorstehend mitgetheilt wurde. Ihre Ausbildung erhielt sie in einer Pension in Cöln am Rhein in fast klösterlicher Weise und gewiß nicht in der Absicht, um sie dereinst auf den Brettern, welche die Welt bedeuten, zu verwerthen. Daheim zurückgekehrt, mochte sie ob ihrer Neigung zur Bühne manche Kämpfe zu bestehen gehabt haben, da ihr Biograph sie „als eine jener wenigen Künstlernaturen bezeichnet, bei welchen das angestammte Talent, aller Hindernisse ungeachtet, früher oder später zum Durchbruche gelangt“. Nun machte sie ihren dramatischen Cursus unter der Leitung des in Laube’s Stadttheater-Direction vielgenannten Vortragsmeisters Strakosch, unter dem das talentvolle Mädchen sich durch überraschende Fortschritte auszeichnete, die den Meister selbst bestimmten, seine Schülerin persönlich zu ihrem ersten Auftreten auf der Bühne zu geleiten und ihre ersten Debuts zu insceniren. Einige Zeit spielte Katharina in Wien in der Kirschner’schen Theater-Akademie, von dort kam sie sofort nach Berlin, wo sie am dortigen Hoftheater als jugendliche Naive die glänzendsten Erfolge erzielte. Der Director des Wiener Hofburg-Theaters, Dingelstedt, knüpfte nun mit der bald viel und vortheilhaft genannten Schauspielerin Unterhandlungen an, welche jedoch zu keinem Ergebnisse führten. Glücklicher waren die Bemühungen Laube’s als damaligen Directors des Wiener Stadt-Theaters, der das Fräulein von Berlin aus für seine Bühne gewann. Katharina debutirte auf dem Wiener Stadttheater in Heinrich von Kleist’sKäthchen von Heilbronn“ in der Titelrolle mit außerordentlichem Erfolge. Sie hatte aber auch das Unglück, bei dem Sturze über die Brücke sich den Fuß zu verstauchen. „Aber es hatte das“, wie damals ein Witzblatt fein bemerkte, „nicht viel auf sich, denn Katharina Schratt hat das kleinste Füßchen der Welt, so daß eine ordentliche Verstauchung gar keinen Platz hat.“ Später trat sie in den „Geschwistern“ von Goethe auf, und auch darin, wie in allen anderen Stücken, in welchen sie bisher spielte, entfaltete sie ihr reiches und wohlgeschultes Talent. Im Sommer 1872 gastirte sie mit einer anderen Wienerin, Fräulein Renom, im Badeorte Ems, wo Kaiser Wilhelm den Vorstellungen: „Sie hat ihr Herz entdeckt“, „Erziehungs-Resultate“ und „Jugendliebe“, in denen sie auftrat, beigewohnt hat.

Neue illustrirte Zeitung. Oesterreichisches Familienblatt. Redigirt von Johannes Nordmann (Wien, kl. Fol.) Nr. 25, 22. Juni 1873. – Porträte. 1) Im „Floh“. Gezeichnet von Lafosse, 30. Mai 1873, Nr. 13 ; – 2) in Nordmann’s „Neuer illustrirten Zeitung“ 1873, Nr. 25, gez. von A. Sch., in Holz geschn. von Huszka; – 2) im „Kaktus“ (Wiener Caricaturenblatt), herausg. von Kraßnigg, 1874, Nr. 7, mit der Ueberschrift: „Räthselhaftes“ [in vorgenannten drei Bildnissen, unter denen jenes von Lafosse wohlgetroffen ist, ist doch keine Aehnlichkeit untereinander wahrzunehmen].