BLKÖ:Sinzendorf, Octavian Karl Nikolaus Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Sinnmayer, Karl
Band: 35 (1877), ab Seite: 12. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Sinzendorf, Octavian Karl Nikolaus Graf|35|12|}}

Sinzendorf, Octavian Karl Nikolaus Graf (k. k. General-Major, geb. 10. September 1702, gest. 19. Juli 1767). Von der Fridau’schen Linie der letzte derselben. Ein Sohn des Grafen Philipp Ludwig Wenzel, aus dessen Ehe mit Katharina Rosina Gräfin Waldstein, verwitweten Gräfin Löwenstein. Der Graf war von früher Jugend Malteser-Ritter. Erwachsen trat er in die kaiserliche Armee und zeichnete sich im Feldzug 1734 im Neapolitanischen durch besondere Verwendbarkeit aus. Damals kaiserlicher Oberstlieutenant wurde er wiederholt mit diplomatischen geheimen Missionen betraut. So hatten ihn der kaiserliche Feldmarschall Graf Caprara und der Feldmarschall-Lieutenant Graf Traun an den kaiserlichen Botschafter in Rom Cardinal Cienfuegos abgesendet, und der Graf hatte beide Missionen glücklich ausgeführt, worauf seiner Umsicht gelang, mitten durch die Spanier zu seiner Truppe zurückzukehren. An Traun’s Seite focht er mit Auszeichnung in Capua, wurde zum Commissär für die Aufstellung der Capitulationsbedingungen bestimmt und an den spanischen General-Lieutenant Grafen Charny abgesendet. Seinem Talente und seiner Festigkeit sind die überaus ehrenvollen Bedingungen der Capitulation von Capua zu danken. Im Jahre 1741 wurde der Graf zum General-Major befördert. Er war zuletzt geheimer Rath, Comthur des Malteser-Ordens zu Klein-Oels und Miecholup und Großprior von Ungarn. Zwei seiner Brüder waren Geistliche: Philipp Ludwig, Bischof von Raab, nachmals Breslau (s. d. S. 24); Joseph Bernhard, Domherr in Passau. Der dritte, Johann Wilhelm, war wohl zweimal verheirathet, zuerst mit Blanca Sforza-Visconti, und nach deren im Jahre 1717 erfolgten Tode mit Josepha Fürstin Eggenberg, und aus beiden [13] Ehen stammten Kinder; aus ersterer eine Tochter, die sich mit Philipp Fürst Doria vermälte, aus letzterer ein Sohn. Aber sowohl Johann Wilhelm wie dessen Sohn starben vor dem Grafen Octavian Karl, welcher somit der Letzte der Fridau’schen Linie war, die mit seinem im Jahre 1767 erfolgten Tode auch erlosch.

Thürheim (Andr. Graf), Feldmarschall Graf von Abensberg und Traun (Wien 1778, Braumüller, 8°.) S. 47, 52, 72 und 74. – Wolf (Adam), Hofleben Maria Theresias (Wien, 8°.) S. 368.