BLKÖ:Sinzendorf, Rudolph (1636–1677)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 35 (1877), ab Seite: 23. (Quelle)
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23. Rudolph (geb. 28. März 1636, gest. 2. September, n. A. December 1677). Von der Ernstbrunn’schen Linie. Jüngster Sohn des Freiherrn August, aus dessen Ehe mit Elisabeth von Trauttmansdorff. Rudolph war evangelischer Religion, ungeachtet dessen aber, nachdem er vordem von Kaiser Ferdinand III. zum Reichshofrath bestellt gewesen, war er von dessen Nachfolger, dem Kaiser Leopold I., zu verschiedenen Missionen als Abgesandter nach Schweden (1666), Dänemark, Holland und an andere Mächte verwendet worden. Wie es aber damals in Oesterreich in Glaubenssachen bestellt war, erfahren wir anläßlich des Ablebens Rudolphs aus Raupach’s „Evangelischem Oesterreich“, worin es wörtlich zu lesen: „Im Jahre 1677 trug sich zu, daß Herr Graf Rudolph von Sinzendorf durch 24 Jahre kaiserlicher Bedienter, Reichshofrath und evangelischer Religion, im Septembermonat gestorben, er aber nicht dafür gesorget, daß seine Kinder, aus seiner Ehe mit Eva Susanna geborenen Gräfin Zinzendorf, noch bei seinem Leben in Sicherheit gebracht wurden, dieselben der noch lebenden Frau Witwe von der Seite gerissen und die drei ältesten Töchter theils in das Laurenzer, theils in das Ursulinerinenkloster gethan, auch auf alle Weise, wiewohl anfangs vergeblich, zum Abfalle genöthigt wurden. Ja, da der Graf auf seinem Sterbebette zwar zur Rettung seiner Kinder Anstalten machen ließ, welche aber durch den Tod unterbrochen wurden, so ließ man denselben Tag, da sich der Sterbefall früh um sechs Uhr zugetragen, um neun Uhr den Ständen im Landhause generalia vortragen des Inhalts, daß hinfort kein Vater mehr lutherisch oder katholisch, sein Kind ohne Erlaubniß außer Landes schicken solle. Indessen verursachte dieser Kinderraub unter den Evangelischen aus dem Herren- und Ritterstande sollen Schrecken, daß einige derselben und u. A. Herr Weickhard von PoIIheim, Herr Wolf Ehrenreich von Prösing und Herr Baron Teuffel alsobald ihre unmündigen Kinder, ja ein gewisser Graf von Khevenhüller seinen jungen Sohn und künftigen Erben noch im Mutterleibe außer Landes nach evangelischen Orten brachten, damit sie vor der Gefahr der Verführung möchten gesichert sein. Andere betrübten Umstände der damaligen Zeit, besonders des vielfältigen Abtritts dieser aus dem Herren- und Ritterstande vor der erkannten evangelischen Wahrheit nicht zu gedenken“. So Raupach. Graf Rudolph hatte mit Eva Susanna von Zinzendorf, mit der er seit dem Jahre 1655 vermält war, vier Söhne und acht Töchter, alle aus der Stammtafel ersichtlich. Von den Söhnen siehe über: August Johann, Sigmund Rudolph und Theodor[WS 1] unter den Nummern 5, 24 und 25. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. und Otto Heinrich.