BLKÖ:Stadler, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stadler, Joseph
Band: 37 (1878), ab Seite: 55. (Quelle)
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Stadler, Johann (Porträtmaler und Lithograph, geb. 1804, gest. zu Wien 5. Februar 1859). Ueber seinen Geburtsort fehlen bestimmte Angaben. Nagler nennt ihn kurzweg einen Maler und Lithographen aus Freiburg im Breisgau. Im Jahre 1828, also damals schon 24 Jahre alt, besuchte er die Kunstakademie in München, von wo er sich in einiger Zeit nach Wien begab, und dort seinen bleibenden Aufenthalt nahm. Er war dort als Maler, noch mehr aber als Lithograph thätig, und arbeitete vornehmlich für die Kunsthändler Neumann und Paterno; seltener sind andere Arbeiten seines Griffels zu finden. Er zeichnete und lithographirte Bildnisse und Genrebilder. Von seinem, bei L. T. Neumann erschienenen lithographirten Blättern, sind mir bekannt die Bildnisse: „Kaiser Franz I.“; – „Kaiserin Mutter Karolina Augusta“; – „Kaiser Ferdinand I.'“; – „Kaiser Nikolaus I.“; – „Erzherzog Stephan“, Kniestück in Generals-Uniform, nach Einsle; – „Erzherzog Joseph, Palatin von Ungarn“, nach eben demselben; – „Erzherzogin Hermine“, nach eben demselben; – „Louis Philipp, König der Franzosen“; – „Mehemed Ali, Vice-König von Aegypten“; – „Fürst Mentschikoff“; – „Pelissier, Marschall von Frankreich“; – „Marschall Soult“; – „Lord Palmerston“; – „Sir Robert Peel“; – „O’Connell“; – „Adolph Thiers“; – „Pius IX.“. – „Cardinal Viale Prelá“; – „Cardinal [56] Rauscher“; – „Friedrich Landgraf von Fürstenberg, Erzbischof“; – „Anton Ritter von Schmerling“; eine ansehnliche Folge österreichischer Militärs, die sich in den Feldzügen 1848, 1849 und 1859 ausgezeichnet, und wovon Neumann eine Ausgabe in 60 Blättern veranstaltete, welche Stadler in Gemeinschaft mit Dauthage lithographirt hat. – Von historischen und Genrebildern: „Das Geständniss“, zwei weibliche Figuren; – „Sathaniel“, eine mit Schmucksachen spielende Orientalin; – „Das Bouquet“; ein weibliches Brustbild; – „Estrella“, Kniestück; – „Eugenie“ aus Monte Christo, Kniestück; – „Valentine“ aus demselben Roman; – „Die nationalen Tänzerinnen“, sechs Blätter: „Die Amerikanerin“ – „Die Griechin“ – „Die Indianerin“ – „Die Italienerin“ – „Die Polin“ – „Die Spanierin“; es gibt davon colorirte Ausgaben und im Tondruck; – „Der erste Freund“ (Mädchen an der Seite eines Hundes) nach Winterhalter; – „Der Spielgefährte“ (Knabe an Seite eines Hundes schlummernd), in Gemeinschaft mit Sandmann lithographirt; – „Die erste Geburt“ (Adam und Eva), in Gemeinschaft mit Sandmann; – „Die Kinder am Fenster“ nach Waldmüller; – „Mein liebes Kind“ (die Mutter hält ihr Kind umschlungen); – „Die Fruchtweihe“, ein von Andächtigen umgebener Mönch weiht Früchte und Blumen; – „Das Gelübde“, eine vor einem Kreuze knieende Mutter, neben welcher eine ältere Landbewohnerin und ein in der Wiege liegendes Kind sich befinden; – „Die Verwundeten“ nach Treml; – „Der Verwundete“ nach ebendemselben; – „Das Schreiben auf der Trommel“ nach ebendemselben; – „Das Bestschiessen“ nach ebendemselben. Bedeutend geringer sind seine im Verlage der Kunsthandlung Paterno erschienenen Blätter, welche sich auf folgende drei Bildnisse und drei Genrebilder beschränken: „Kaiser Ferdinand I.“ in Marschallsuniform, nach Einsle; – „Erzherzog Johann“ in bürgerlicher Tracht, nach eigener Zeichnung; – „General Schlik“ nach Hännisch; – „Die junge Wohlthäterin“ Genrebild nach Moser; – „Der abgerissene Steg“ – „Die Gratulationsprobe“, diese zwei Blätter nach Hasselwander. Von sonstigen Arbeiten Stadler’s sind mir noch bekannt: Das wohlgetroffene lithographirte Bildniß des. slowakischen Schriftstellers „Lichard“ (8°.); – das gleichfalls sehr ähnliche Bildniß des berühmten Taschenspielers „Ludwig Döbler“ [Band XIV, S. 425] aus dem Jahre 1839 und das Genrebild „Die Braut“ nach eigener Zeichnung. Stadler war ein guter Zeichner, und steht als solcher unbedingt höher wie als Lithograph, als welcher er in der Weichheit und Kraft des Griffels von Kriehuber, Hoffmann und Sandmann übertroffen wird. Doch sehen sich seine Arbeiten, die im Ganzen mit Sorgfalt und Liebe behandelt sind, gefällig an, und namentlich wirken sie durch ihre correcte Zeichnung wohlthuend.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. XVII, S. 203.