BLKÖ:Stampa, Cajetan Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stammel (Bildhauer)
Band: 37 (1878), ab Seite: 115. (Quelle)
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Stampa, Cajetan Graf (k. k. General der Cavallerie und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Mailand im Jahre 1716, gest. zu Brünn 16. September 1773). Entstammt einer alten lombardischen Familie, welche zu Oesterreich stets in nahen Beziehungen gestanden, bei Chiavenna und am Comersee ansäßig war und über welche die Quellen Näheres berichten. Graf Cajetan ist ein Sohn des k. k. Feldzeugmeisters und Ritters vom goldenen Vließe Karl Franz Grafen von Stampa. Nachdem er eine ausgezeichnete Erziehung genossen hatte, trat er im Alter von 18 Jahren in die kaiserliche Armee. Er rückte rasch vorwärts, machte den Erbfolgekrieg in Schlesien und Italien als Major und Flügeladjutant des Herzogs von Lothringen mit, begleitete im Jahre 1748 als Oberstlieutenant und General-Adjutant den Feldzeugmeister Grafen Browne zum Congresse, welcher in Nizza abgehalten wurde, wurde 1750 Oberst bei Radicati-Kürassieren (1801 reducirt) und übernahm 1754 das Commando des Kürassier-Regiments Erzherzog Leopold (gleichfalls 1801 reducirt). Im Jahre 1757 wurde S. zum General-Major befördert und zur Armee nach Böhmen eingetheilt, wo er in der Eigenschaft eines General-Adjutanten erfolgreich thätig war und schon im folgenden Jahre zum Feldmarschall-Lieutenant vorrückte. Hauptantheil hatte S. an dem Unternehmen bei Maxen (20. und 21. November 1759), indem er vorerst das Terrain genau recognoscirt und dann an der Ausführung erfolgreich mitgewirkt hatte. Besonders als die von unseren Batterien auf dem linken Flügel bereits verdrängte feindliche Cavallerie sich in der Ebene zu ralliiren begann und sich nun auf unsere unter Befehl des Generals Brentano [Bd. II, S. 133] stehenden Bataillone zu werfen drohte, deckte Stampa mit einem Cavallerie-Regimente dieselben und mit einem zweiten griff er den Feind so entschieden an, daß dieser alle weiteren Absichten aufgab. In der Schlacht bei Torgau (1760) führte er mehrere glückliche Reiter-Attaquen aus und in einem Gefechte bei Teplitz that er sich gleichfalls hervor. In Anerkennung seiner rühmlichen Thaten wurde er in der sechsten Promotion (ddo. 22. December 1761) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Nach dem Hubertsburger Frieden (15. Februar 1763) würde S. zum General der Cavallerie und Commandirenden in Mähren ernannt, in welcher Stellung er schon im Alter von 57 Jahren starb.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 121 u. 1729. – Thürheim (Andr. Graf), Feldmarschall Otto Ferdinand Graf von Abensperg und Traun, 1677–1748. (Wien 1877, Braumüller, gr. 8°.), S. 376.