BLKÖ:Teuffenbach, Friedrich (bis 1621)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 44 (1882), ab Seite: 68. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1012483886, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Teuffenbach, Friedrich (bis 1621)|44|68|}}

24. Friedrich (geb. 1585, enthauptet zu Innsbruck am 27. Mai 1621), von der Linie Teuffenbach-Mayrhofen, ein Sohn des berühmten Christoph – von welcher der Frauen desselben ist nicht bekannt – fand nach einem bewegten Leben ein tragisches Ende. Gleich seinen Brüdern half er dem bedrängten Kaiser Rudolph mit Geld aus, und zwar lieh er ihm unter Bürgschaft der Städte Olmütz, Brünn, Znaim und Iglau 60.000 Gulden. Wie seine Brüder Rudolph und Wolfgang Sigmund trat er auf dem Olmützer Dreikönig-Landrechte 1610, des böhmischen Idioms nicht mächtig, in deutscher Sprache – deren er aber nur für dieses eine Mal sich bedienen durfte – mit allem Nachdruck dafür ein, die Oesterreicher, welche auch die Entfernung Khlesl’s und die Aenderung der Mitglieder des geheimen Rathes anstrebten, in ihren durch eigene Deputirte vorgebrachten Forderungen bei König Matthias zu unterstützen. Mit seinem Bruder Rudolph und Georg Grafen von Hoditz zählte er 1611 zu den Führern der 4000 mährischen Söldner, welche mit 7000 österreichischen gegen Rudolph und die in Böhmen eingefallenen Passauer zogen. Im Jahre 1612 begleitete er als Kämmerer den Kaiser Matthias zur Krönung nach Frankfurt, wo er von diesem wegen seiner besonderen Tapferkeit zum Ritter geschlagen wurde. Mit dem hochberühmten Zierotin, Karl von (Landeshauptmann)Karl Herrn von Zierotin]], dem Schwiegervater seines Bruders Wolfgang Sigmund, im brieflichen Verkehre, theilte er ihm mit, wie unzufrieden die zur Rebellion immer mehr neigenden akatholischen Stände der österreichischen Länder mit ihm seien, und warnte ihn, sich nicht wie einen Vogel fangen zu lassen. Zierotin, der nichts gethan, was er nicht vor Gott verantworten zu können glaubte, erwiderte ihm, „daß er sich reinen Handelns bewußt sei, immer zum Frieden gerathen und allezeit Gott, das gemeine Volk und seine Ehre vor Augen gehabt habe und die Freiheit zu sehr liebe, als daß er sie opfern möchte“. Beim Ausbruch der Empörung im Jahre 1619 gehörte Friedrich mit Ladislaus Welen von Zierotin, Wilhelm von Ruppa und Peter Sedlnitzky von Choltitz [Bd. XXXIII, S. 293, Nr. 18] zu den Häuptern der Aufständischen in Mähren; er lieh dem Lande Geld zur Bezahlung des Rebellenheeres und nährte als einer der Abgesandten, welche Ungarn zu einem Bündnisse mit Mähren bewegen sollten, auf dem ungarischen Landtage 1619 durch Bearbeitung seiner Meinungsgenossen, wie er nur immer konnte, den Zwiespalt und erhielt als Erkenntlichkeit für sein rebellisches Gebaren die ungarische Landmannschaft. Als dann Albrecht von Waldstein am 1. Mai 1619 von den mährischen Ständen abfiel und die Landescasse mit nach Wien führte, wurden Friedrich und Ladislaus Welen von Zierotin Oberste der mährischen Truppen, die anfangs von General Dampierre bei Unterwisternitz eine Schlappe erhielten, diese aber bald danach durch eine große Niederlage, welche sie Dampierre bei Dürnholz beibrachten, empfindlich wieder vergalten. Als Friedrich von der Pfalz am 4. November 1619 zum Könige von Böhmen gekrönt wurde, wohnte Teuffenbach diesem Acte bei. Für seine rebellische Hilfe lohnten ihn die Stände Mährens mit Ueberlassung der Olmützer bischöflichen Güter Wischau und Pustimeř. Nach der Einnahme von Nikolsburg am 3. Februar 1620, wo er im Schlosse des Cardinals Dietrichstein großen Schaden anrichtete, begab er sich in das Bad Pfeffers in der Schweiz, Heilung für seine durch die Kriegsstrapazen gelähmten Füße suchend. Kaum hatte er daselbst einige Tage die Cur gebraucht, als er auf Betreiben des Erzherzogs Leopold [Bd. VI, S. 416, Nr. 169] durch die katholischen Cantone Luzern, Schwyz, Unterwalden und Zug gefangen genommen, dann auf Andringen anderer Cantone wieder freigegeben, später jedoch aufs neue verhaftet und nach Innsbruck gebracht wurde. Das Vorgehen der Schweizer in dieser Angelegenheit, sowie die weiteren Momente dieses Dramas schildert in höchst anschaulicher Weise das Zedler’sche Universal-Lexikon im 42. Bande, Sp. 1644–1649. In Innsbruck befand sich Friedrich mehrere Monate in Haft. Als endlich sein Todesurtheil gefällt worden, wurde er am 27. (nach altem Styl 17.) Mai 1621 auf dem Platze der Stadt auf einer hiezu hergerichteten Bühne, wohin er, weil er nicht gehen konnte, auf einem Sessel getragen werden mußte, durch das Schwert hingerichtet, nachdem er vom Sessel[WS 1] [69] aufgestanden, sich selbst entblößt und geistlichen Zuspruch zurückweisend, sein Gebet verrichtet hatte. Der von Kaiser Ferdinand II. ertheilte Befehl zu seiner Begnadigung soll zu spät – man sagt durch die Jesuiten mit Absicht verzögert – eingetroffen sein. Von den gefangenen mährischen Rebellen büßten nur er und viele Jahre später (1633) der Obersthofrichter Wenzel Bitowsky von Bitow, der sich übrigens durch seine an dem seligen Sarkander verübten Grausamkeiten selbst geschändet, ihre Schuld mit dem Tode. Nach d’Elvert wäre Friedrich vermält und eine Susanna von Rottal seine Gemalin gewesen, doch waltet hier eine Verwechslung mit Johann Friedrich vom Georg’schen Hauptstamme ob, dessen Gemalin Susanna eine geborene Rottal war. [Gauche. Helden-Lexikon, S. 1574. – Schriften der historisch-statistischen Section der k. k. mähr,-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde (Brünn 1875, C. Winiker, gr. 8°.) Bd. XXII, S. 96 u. f., S. 149 und 209. – Khevenhüller (Franc. Christ.). Annales Ferdinandei (Leipzig 1721 u. f.) tomus IX, p. 1668; – Theatrum Europaeum, Bd. I, S. 256 und 535. – Porträte. 1) Medaillon. Umschrift: „Generosus et illustris Baro Fridericus a Teuffenbach in Mayrhofen eques auratus et dux exerc. marchion. Moravici“. Unter dem Bildniß die Devise: „Jehova tibi soli“. Unter dem Rande die Verse: „Pro patria quisquis pugnat, Christoque, fideque | Defendens miseros Dux bonus esse solet. | At qui non paucas animas ad Tartara mittit | In bello vere Dux ferus esse solet. | A Domino solo pendit Victoria belli | Suppeditant vires, robora magna, preces. | 2) Medaillon mit gleicher Umschrift wie das vorige, nur in anderen Abkürzungen der einzelnen Wörter; ohne Devise, aber mit gleichen Versen unter dem Rande, wie oben, jedoch fehlt das letzte Distichon. – 3) L. v. Heyden sc. (8°.). – 4) W. Kilian sc. (8°.). – 5) C. Dooms fec. 1620. Kniestück (kl. Fol.) selten. – S. Schwan sc. E. Kiefer exc. Zu Pferde (4°.).] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Sesse.