BLKÖ:Thurn-Valsassina, Achaz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 98. (Quelle)
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II. Denkwürdige Sprossen des Grafenhauses Thurn-Valsassina.

1. *Achaz (geb. 1529, gest. nach 1597), ein Sohn Antons II. von der kärnthnerischen Linie, des Generalcapitäns von Mötling und Gouverneurs von Triest, aus dessen Ehe mit Ursula von Edlingen. Der Strömung der Zeit folgend, wurde er gleich vielen anderen Edelleuten des Landes Protestant. Er machte mehrere Feldzüge mit und kämpfte unter seinem Vetter Niclas Zriny in Szigeth, als Soliman 1566 diese Veste belagerte. Von 1562 bis 1567 war er Verordneter von Krain, 1563 wohnte er der Krönung Maximilians II.. zum Könige von Ungarn bei, 1568 waltete er als Landesverweser von Krain, welches er am 11. September 1571 bei der Vermälung Karls II. von Spanien mit Maria von Bayern vertrat. Unter den Kaisern Maximilian II. und Rudolph II. Kriegsrath-Präsident, leitete er als solcher den Bau der Festung Carlstadt. 1592 zog er mit dem Sohne des Erzherzogs Ferdinand und der Philippine Welser, dem Markgrafen Karl von Burgau, dem er auf Wunsch des Erzherzogs Ernst als Berather zur Seite stand, gegen die Türken zu Felde, wider die er auch im Jahre 1594 mit Erzherzog Maximilian (1587 kurze Zeit König von Polen) stritt. Er war mit Polyxena von Schlik vermält, und Beider Sohn Johann Ludwig ist der Stammvater der Bleiburger Linie. Achaz besaß die in Krain gelegenen Schlösser Kreuz und Oberstein. Letzteres übernahm er von seinem Vetter ThurnFranz, als dieser 1572 nach Böhmen übersiedelte, wo er der Stammvater der älteren böhmischen Linie wurde. Kreuz hatte Achaz selbst erbaut. Bis 1576 wohnte er mit seiner Familie in Oberstein, als aber in diesem Jahre daselbst eine seiner Töchter vom Blitze getödtet wurde, übersiedelte er in die Stadt Stein und blieb dort, bis sein Schloß Kreuz erbaut war. Oberstein verkaufte er an einen Grafen von Werdenberg. 1595 wird als Todesjahr des Grafen Achaz angegeben. Nun aber findet sich im Bleiburger Archive ein Document vom 10. Februar 1597, welchem zufolge derselbe zur Zeit, als Ferdinand II. persönlich die Regierung ergriff und die Huldigung abnahm, „wegen verschiedener Religionsbeschwerden und Verstattung der Exercitia Augsburgischer Confession wider Thomas Chrön, Domdechant zu Laibach, gar heftig geredet“. Die Leiche des Grafen wurde in der Capelle, welche er bei seinem Schlosse Kreuz erbaut hatte, beigesetzt. Seine Zeitgenossen rühmen ihn als einen Mann von Geist, voll Eifer für die Wissenschaft, und voll kriegerischen Muthes. –