Die neueren Gemälde. (Woermann 1887)

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Autor: Karl Woermann
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Titel: Die neueren Gemälde
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aus: Katalog der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (1887)
Herausgeber: Generaldirection der Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft
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Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Druck von Wilhelm Hoffmann
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Erscheinungsort: Dresden
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Inhaltsverzeichnis

[683]
ZWEITER HAUPTTEIL.


DIE NEUEREN GEMÄLDE.


(SEIT DEM ANFANG DES XIX. JAHRHUNDERTS.)



[684]
Anmerkung.

Die Schwierigkeiten, welche einer Anordnung der deutschen Maler des neunzehnten Jahrhunderts nach Schulen gerade deshalb entgegenstehen, weil die deutschen Künstler nicht nur als Schüler, sondern auch als Meister ihren Wohnort öfter zu wechseln pflegen, wurden keineswegs verkannt. Der Geburtsort des Künstlers konnte an sich natürlich fast niemals maassgebend sein, aber auch der Ort, an dem er zum Künstler herangebildet worden, nicht immer. Jedenfalls schien es notwendig, die Meister, welche selbst schulbildend gewirkt haben oder wirken, der Gruppe des Ortes dieser Wirksamkeit zuzuteilen. In anderen Zweifelfällen musste der Charakter der Malerei des Meisters, in einigen sogar der Ort, an dem gerade das in der Dresdener Galerie befindliche Bild entstanden, für unsere Zwecke maassgebend sein. Jedenfalls erschien der Versuch dieser Einteilung zu lehrreich, als dass seiner Schwierigkeiten wegen auf ihn hätte verzichtet werden dürfen. Die Zweifelfälle bilden doch auch nur Ausnahmen.



[685]
Erster Abschnitt.




Die deutschen Schulen.




I. Die Dresdener Schule.[Bearbeiten]

Traugott Leberecht Pochmann.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 6. December 1762; gest. daselbst den 23. April 1830. Schüler Anton Graff’s und Giov. Batt. Casanova’s. 1796 Pensionär, später Professor der Akademie zu Dresden.

Selbstbildniss des Künstlers. 2190. (2169.) 31 b.[Bearbeiten]

Kniestück nach rechts auf gelbgrauem Grunde. Der Künstler sitzt in dunkelblauem Rock und weisser Halsbinde an seiner Staffelei, hält Pinsel und Palette in der Linken und blickt sich nach dem Beschauer um.

Leinwand; h. 1,00; br. 0,80. – Im Januar 1847 von der Tochter des Künstlers gekauft.

Gerhard von Kügelgen.[Bearbeiten]

Geb. zu Bacharach am Rheine den 6. Februar 1772; gest. bei Dresden den 27. März 1820. Schüler des Januarius Zick in Coblenz und des Chr. Fessel in Würzburg. Auf vielen Reisen weitergebildet; 1791 in Rom, 1798 in St. Petersburg, seit 1805 in Dresden, wo er 1811 zum Ehrenmitgliede, 1814 zum ausserordentlichen Professor der Akademie ernannt wurde. Er starb durch Mörderhand zwischen Loschwitz und Dresden.

[686]

Der verlorene Sohn. 2191. (2171.) 43 a.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links vor landschaftlichem Hintergrunde. Der blonde junge Mann trägt eine Binde um den Kopf und ein weisses Gewand. Er legt die Hände, schmerzlich gen Himmel blickend, gefaltet an seine Brust. Eine Thräne perlt aus seinem Auge. Der Stab ruht in seinen Armen. Links und rechts in der Landschaft weiden die Schweine.

Leinwand; h. 0,96½; br. 0,75. – Erst 1820 gemalt und in diesem Jahre aus dem Nachlass des Künstlers. Zuerst im Katalog von 1826.

Ferdinand Hartmann.[Bearbeiten]

Geb. zu Stuttgart den 14. Juli 1774; gest. zu Dresden, den 6. Januar 1842. Gebildet in Stuttgart und Rom. 1801 erhielt er den Goethe-Preis in Weimar. Seit 1803 lebte er in Dresden, wo er 1810 Professor, später Director der Akademie wurde.

Selbstbildniss des Künstlers. 2192. (2172.) 22 a.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts ohne Hände auf grauem Grunde. Der blauäugige Künstler trägt einen braunen Rock über gelber Weste und eine weisse Halsbinde.

Leinwand; h. 0,64; br. 0,50. – 1874 von Frau von Witzleben gekauft.

Kaspar David Friedrich.[Bearbeiten]

Geb. den 5. Sept. 1774 zu Greifswalde; gest. den 7. Mai 1840 zu Dresden. Schüler des Universitäts-Zeichenlehrers Dr. J. G. Quistorp zu Greifswalde; 1794 in Kopenhagen weitergebildet. Seit 1798 in Dresden, wo er 1824 Professor der Akademie wurde.

Zwei Männer in Betrachtung des Mondes. 2193. (2173.) 31 a.[Bearbeiten]

Links am Felsenhange zwischen mächtigen Bäumen stehen zwei Männer, fast von hinten gesehen, in die Betrachtung der Mondsichel versunken, die vor ihnen in bräunlichem Nebeldufte schwebt. Der zur Linken legt seinen Arm um die Schulter des Freundes.

Leinwand; h. 0,35; br. 0,44. – 1840 aus des Künstlers Nachlass erworben. – 1819 gemalt.

Das Hünengrab. 2194. (2175.) 31 d.[Bearbeiten]

In der Mitte der mächtige bräunliche Felsblock unter aufsteigendem grauen Sturmgewölk. Wildes Gestrüpp rings umher. Rechts ein zersplitterter Baumstumpf.

Leinwand; h. 0,55; br. 0,71. – 1860 aus der Dresdener Kunstakademie, für welche es 1824 als Receptionsbild gemalt worden war.

[687]

Rast bei der Heuernte. 2195. (2174.) Comm.-Z.[Bearbeiten]

Morgenstimmung. Vorn die Wiese mit Heuschobern. Knechten und Mägden. Im Mittelgrunde links ein Landsee. in der Mitte mächtige alte Ruinenmassen. Im Hintergrunde bewaldete Hügel, über denen sich noch violettgraues Nebelgewölk an dem goldgelben Morgenhimmel ballt.

Leinwand; h. 0,72½; br. 1,02. – 1840 aus dem Nachlass des Künstlers erworben. – Es gilt für sein letztes, 1835 gemaltes Bild.

Johann Karl Roessler (Rösler).[Bearbeiten]

Geb. zu Görlitz den 18. Mai 1775; gest. zu Dresden den 20. Februar 1845. Schüler G. B. Casanova’s in Dresden, wo er sich 1807, von Italien heimgekehrt, niederliess. Seit 1810 war er Mitglied, seit 1815 Professor der Akademie.

Der Schauspieler und Entomologe Ochsenheimer. 2196. (2176.) 43 c.[Bearbeiten]

Kniestück mit den Beinen nach rechts und dem Kopfe nach links. Der helläugige, dunkelblonde junge Mann in weissen Strümpfen, braunen Kniehosen, schwarzem Rock, weisser Binde stützt sich mit dem linken Ellenbogen auf seine Knie.

Leinwand; h. 0,81; br. 0,68. – 1868 Geschenk des Herrn Hofschauspielers Heine.

Friedrich Matthäi.[Bearbeiten]

Geb. zu Meissen den 4. März 1777; gest. zu Wien den 23. October 1845. Schüler G. B. Casanova’s an der Dresdener, seit 1797 Füger’s an der Wiener Akademie; 1802 bis 1808 in Italien; 1810 Professor der Dresdener Akademie; 1823 Inspector, später Director der Königl. Gemäldegalerie. Er starb in Wien auf der Heimkehr von einer italienischen Reise.

Die Ermordung des Aegisth. 2197. (2178.) 31 a.[Bearbeiten]

Aegisth ist in der Mitte des Bildes in die Knie gesunken. An seiner linken Seite hält Pylades ihn fest, an seiner rechten drückt Orest ihn mit einem Knie zu Boden und erhebt das Schwert, um ihn zu durchbohren. Rechts hinter dieser Gruppe liegt der Leichnam Klytämnestra’s auf einem Ruhebette. Entsetzte Zuschauer vorn rechts und links im Mittelgrunde.

Leinwand; h. 1,58; br. 2,39. – 1858 von den Erben des Künstlers gekauft. – Das Bild entstand während des ersten Anfenthalts des Künstlers in Italien und trug ihm in Florenz die Ehrenprofessur der dortigen Akademie ein.

[688]

Der Tod des Kodrus. 2198. (2177.) 31 a.[Bearbeiten]

In der Mitte bricht Kodrus, spärlich und ärmlich gekleidet, zu Tode verwundet zusammen. Ein junger behelmter Krieger hält ihn von hinten. Eine junge Frau beugt sich über ihn. Rechts vorn breitet ein Alter knieend einen gelben Mantel aus. Links vorn nimmt ein Krieger, der seinen Streitwagen besteigt, Abschied von einem Knaben. Im Hintergrunde Kampfgewühl.

Leinwand; h. 0,37; br. 0,52. – 1846 von den Erben des Künstlers gekauft. – Es ist die Skizze zu dem grossen Bilde, welches die Stände der Niederlausitz dem Kreissyndicus von Houwald verehrten. H.

Therese (Caroline Therese) Richter.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden am 10. Dec. 1777; gest. daselbst den 18. Oct. 1865. Schülerin der Caroline Friederike Friedrich (oben N. 2184). Thätig zu Dresden.

Ein Karpfen, Gemüse und Früchte. 2199. (2179.) Comm.-Z.[Bearbeiten]

Auf einem hölzernen Küchentische vor grauem Grunde liegt ein Karpfen; rechts neben ihm eine Mohrrübe, ein Rettig, ein Stachelbeerzweig und ein Schmetterling. Bezeichnet unten in der Mitte: Composé et peint d’ après nature par Therese Richter à Dresde, l’an 1807.

Leinwand; h. 0,43; br. 0,56½. – Geschenk der Künstlerin. – Zuerst im Katalog von 1856. Inventar 1855 S. 6.

Eichhörnchen am Hirschgeweih. 2200. (2180.) Comm.-Z.[Bearbeiten]

Auf einem Felsblock vor gelbbraunem Grunde liegen ein Hirschgeweih, einige Haselnussbüschel und Blüthenzweige. Auf dem Geweih sitzen zwei Eichhörnchen, Nüsse verzehrend. Bezeichnet unten links: Composé et p. d’après nature, de Therese Richter à Dresde, l’an 1809.

Leinwand; h. 0,63; br. 0,87. – Zuerst im Katalog von 1856. Inv. 1855 S. 6.

Heinr. Gotth. Arnold.[Bearbeiten]

Geb. zu Lomnitz bei Radeberg den 4. März 1785; gest. zu Dresden den 3. Mai 1854. Schüler des Professor J. D. Schubert an der Dresdener Akademie. Später selbst Akademie -Professor in Dresden.

Selbstbildniss des Künstlers. 2201. (2181.) Comm.-Z.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts auf grauem Grunde. Der braunäugige Meister mit halb ergrautem Haare in grünem, mit grauem Pelz besetzten Ueberrock und weisser Halsbinde wendet sein Gesicht dem Beschauer zu.

Leinwand; h. 0,50½; br. 0,41½. – 1874 im Kunsthandel erworben.

[689]

Gust. Heinr. Naecke (Naeke).[Bearbeiten]

Geb. zu Frauenstein den 4. April 1785; gest. zu Dresden den 10. Januar 1835. Schüler Joseph Grassi’s an der Dresdener Akademie. Einige Jahre in Rom. Seit 1825 Professor der Dresdener Akademie.

Selbstbildniss des Meisters. 2202. (2182.) 43 c.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts, doch mit dem Gesichte dem Beschauer zugewandt, auf grauem Grunde. Der dunkelblonde, bartlose, blauäugige Künstler trägt einen grünen Rock über gelber Weste und eine weisse Halsbinde.

Leinwand; h. 0,44; br. 0,40. – 1866 durch Bürgermeister Hübler der Galerie vermacht. – Das Bild ist 1814 gemalt.

Johann Christian Claussen Dahl.[Bearbeiten]

Geb. zu Bergen in Norwegen den 24. Februar 1788; gest. zu Dresden den 14. Oct. 1857. Lernte die Anfangsgründe seiner Kunst in seiner Vaterstadt, bezog 1811 die Akademie zu Kopenhagen, liess sich 1818 in Dresden nieder, von wo er wiederholte Studienreisen nach Tirol und in seine Heimat unternahm. Er war in Dresden Akademie-Professor.

Waldbach am Gebirge. 2203. (2184.) 31 d.[Bearbeiten]

Zwischen Felsblöcken schäumt, Tannenstämme mit sich fortreissend, der Waldbach zum Vordergrunde rechts herab. In der Mitte, vom Sturme bewegt, zwei Birken. Rechts im Mittelgrunde Tannenwald. Links im Hintergrunde Berggipfel über Waldwipfeln. Die Sonne steht links rötlich hinter Wolken. Bezeichnet halblinks unten: Dahl 1819.

Leinwand; h. 0,76; br. 0,61. – 1868 aus der Sammlung der hiesigen Kunstakademie, für die es als Receptionsbild gemalt worden war.

Grosse Berglandschaft. 2204. (2183.) 24 c.[Bearbeiten]

Blick von hohem Standort. Rechts führt ein Weg an Sennhütten vorbei. Links in der Schlucht ein Fluss, der im Mittelgrunde als Wasserfall vom Gebirge stürzt. Im Hintergrunde links eine schroffe Felsenpyramide, rechts ein mit Schnee bedeckter Bergrücken. Bezeichnet rechts unten am Stein: J. Dahl 1850. (Das J im D.)

Leinwand; h. 1,83; br. 2,37. – 1853 von den Ausstellungsgeldern und dem Katalogfonds der Königl. Galerie erworben. – Der bisherige Katalog bezeichnet den Gegenstand als „Norwegische Landschaft.“ Uns sieht sie eher tirolisch als norwegisch aus.

[690]

Karl Vogel von Vogelstein.[Bearbeiten]

Geb. zu Wildenfels im sächsischen Erzgebirge den 26. Juni 1788; gest. zu München den 4. März 1868. Schüler seines Vaters, des sächsischen Hofmalers Chr. Leberecht Vogel und der Dresdener Akademie. Thätig von 1808 bis 1812 in St. Petersburg; von 1813 bis 1820 in Italien; seit 1820 als Akademie-Professor in Dresden, seit 1853 in München.

Papst Pius VII. 2205. (2186.) R 20.[Bearbeiten]

Ganze Figur nach links. Im Hintergrund ein grüner Vorhang. Der Papst sitzt in seiner Amtstracht mit dem roten Sammetkragen auf rot bezogenem Holzsessel an rot bedecktem Tische, auf dem ein Crucifix steht und ein Gebetbuch liegt. In der Rechten hält er ein weisses Tuch.

Leinwand; h. 1,60¼; br. 1,15 – Eigentum Sr. Majestät des Königs. Seit 1855 zur Aufbewahrung in der Galerie. Das Bild wurde 1817 in Rom gemalt.

König Friedrich August der Gerechte von Sachsen. 2206. (2185.) 43 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links auf grauem Grunde. Der König trägt eine weisse Perrücke, einen roten Uniformrock mit gelben Aufschlägen und silbernen Epauletten. Seine Orden schmücken seine Brust: die rechte Hand steckt er vorn in den Rock. Bezeichnet auf der Rückseite: FRIEDRICH AVGVST KÖNIG VON SACHSEN nach der Natur gemalt von C. Vogel. Dresden 1823.

Ahornholz; h. 0,72½; br. 0,57½. – Zuerst im Katalog von 1835.

König Johann noch als Prinz, 2207. (2187.) 43 c.[Bearbeiten]

zugleich als Vorsitzender des Geh. Finanz-Collegiums. Kniestück nach links, doch mit dem Kopfe nach rechts gewandt. Der Prinz, welcher einen schwarzen Frack, eine violette Weste und schwarze Beinkleider trägt, sitzt an seinem Arbeitstische, auf dem ein Schreibheft liegt. Er hält die Gänsefeder in der Rechten und stützt sich mit der Linken auf die Lehne des Sessels. Bezeichnet auf der Rückseite: Prinz Johann, Herzog zu Sachsen, geb. am 12. Dec. 1801. Das Präsidium im Königl: Geheimen Finanz-Collegio führend. Gemalt für Sr. Exl: dem (sic) Herrn Finanz -Minister von Zeschau. C. Vogel pinx. Pillnitz 1832.

Leinwand; h. 1,23; br. 0,97. – 1874 aus dem Königl. Finanz-Ministerium. – Eigentum des Fiscus.

Bilderfolge aus Goethe’s Faust. 2208. R.-A.[Bearbeiten]

Mittelbild, von kleinen Nebenbildern umrahmt, das Ganze in Gestalt eines gotischen Fensters. 1. Ganz oben in der Mitte: Gottvater. 2. Rechts [691] daneben: Scene im Himmel. 3. Grosses Mittelbild: Faust, dem der Geist erscheint, in seiner Zelle. 4. Rechts darüber: Faust, Wagner und der Pudel auf dem Spaziergange. 5. Rechts oben im Spitzbogen: Faust in der Hexenküche; er sieht das Zauberbild eines schönen Weibes. 6. Links oben im Spitzbogen: Faust und Gretchen im Garten. 7. Links in der Mitte: Gretchen in der Kirche. 8. Links unten: Valentin’s Tod. 9. Rechts in der Mitte: Auf dem Blocksberge. 10. Ganz unten in der Mitte: Faust und Mephistopheles zu Rosse unter dem Rabensteine. 11. Rechts unten: Kerkerscene. 12. Ganz oben links: Gretchen wird als Büsserin gen Himmel getragen. Bezeichnet rechts unten: Angefangen zu Dresden 1847. Beendet zu Venedig 1852 von C. Vogel.

Auf Leinwand. Gesammthöhe 3,90; br. 3,06. – 1867 vom Künstler geschenkt.

Carl Gustav Carus.[Bearbeiten]

Dr. med. Geb. zu Leipzig den 3. Jan. 1789; gest. zu Dresden den 28. Juli 1869. Carus war Königl. Leibarzt zu Dresden und Gelehrter (Naturforscher, Philosoph, Kunstschriftsteller) von Fach, als Künstler nur Dilettant, doch suchte er besonders seinen Theorien über die Stimmungslandschaft auch praktisch künstlerische Geltung zu verschaffen.

Frühlingslandschaft. 2209. (2189.) C.-Z.[Bearbeiten]

Durch einen Wald, der das Rosenthal bei Leipzig darstellt, schlängelt sich der stille Fluss, in dem die Bäume sich spiegeln. Die grossen Bäume sind noch kahl und braun; der Rasen und die Büsche aber sind schon grün, und vorn blühn gelbe Blumen. Bezeichnet rechts unten: Carus pinx. 1814.

Leinwand; h. 0,34; br. 0,43½. – 1869 als Vermächtniss des Künstlers.

Mondscheinlandschaft. 2210. (2190.) C.-Z.[Bearbeiten]

Ein stiller Weiher, in dem vorn Schilf spriesst, ist im Mittelgrunde von dunklem Waldrande begrenzt. Der Vollmond steht in der Mitte des Himmels und wirft seinen Spiegelstreifen in die Flut. Einzelne Sterne glänzen neben ihm.

Pappe; h. 0,30; br. 0,41. – 1809 als Vermächtniss des Künstlers.

Moritz Müller, gen. Steinla.[Bearbeiten]

Geb. zu Steinla bei Hildesheim den 21. Aug. 1791; gest. zu Dresden den 21. Sept. 1858. Schüler der Dresdener Akademie. [692] Hauptsächlich als Kupferstecher berühmt. Professor der Dresdener Akademie. Er hatte seinen Namen amtlich in Steinla verwandeln lassen.

Selbstbildniss des Künstlers. 2211. (2191.) 43 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach rechts auf grauem Grunde. Der graublonde, blauäugige Künstler mit kleinem Backenbart trägt einen grauen, mit schwarzem Pelze besetzten Rock und hält den Stift in der Rechten auf seinem Knie. Bez. links unten: Steinla se ips. pinxit. 1826.

Leinwand; h. 0,83; br. 0,67. – 1857 vom Künstler geschenkt.

Julius Schnorr von Carolsfeld.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 26. März 1794; gest. zu Dresden den 24. Mai 1872. Schüler seines Vaters Hans Veit Schnorr, seit 1811 der Wiener Akademie; seit 1817 in Rom im Kreise von Cornelius, Overbeck, Veit, Koch weiter entwickelt. 1827 bis 1846 Akademie-Professor in München. Von 1846 bis zu seinem Tode Director der Königl. Kunstakademie und Director der Königl. Gemälde-Galerie zu Dresden.

Die Familie Johannes des Täufers bei der Familie Christi. 2212. (2194.) 23 b.[Bearbeiten]

Mit demütig gesenkten Blicken und über dem Buche auf ihrem Schoosse ineinandergelegten Händen sitzt Maria, nach rechts gewandt, links vorn im eingezäunten Blumengarten. Zu ihren Füssen schlummert das Christkind. Joseph steht jenseits des Gartenzaunes und empfängt den von rechts nahenden Besuch: Zacharias, Elisabeth und den Johannesknaben. Im Hintergrunde eine helle Landschaft. Bezeichnet rechts unten: J. S. (als Monogramm) zwischen 1817.

Leinwand; h. 1,23; br. 1,02. (Oben halbrund.) – 1868 aus von Quand’s Sammlung.

Des Ananias Besuch bei Paulus. 2213. (2192.) 43 b.[Bearbeiten]

Vorlage zum unteren Teil eines Kirchenfensters. Im Mittelfelde unter einem Bogen sitzt der Apostel nach links gewandt, mit gefalteten Händen in sich zusammengesunken. Von einem Engel geleitet, schreitet der graubärtige Ananias die Stufen zu ihm hinab. Auf den durch Pilaster abgegrenzten Seitenbildern kniet links der Stifter, hinter dem sein Sohn steht, rechts die Stifterin, hinter welcher ihre Tochter steht. Bezeichnet rechts unten: J. S. (als Monogramm) zwischen 1865.

[693] Papier auf Leinwand; h. 3,29; br. 3.73. – 1867 erworben. – Die Aquarellskizze auf Papier zu dem ganzen Fenster, in dessen oberem Teil die Bekehrung des Saulus dargestellt ist, befand sich ebenfalls in der Königlichen Gemäldegalerie, ist jedoch 1834 an das Königl. Kupferstich-Cabinet abgegeben worden. – Das ausgeführte Glasfenster befindet sich in der Pauls-Kirche zu London. – Unter dem Bilde die englische Stifterinschrift : THE GIFT OF THOMAS BROWN ESQ. ANNO DOMINI MDCCCLXIV.

Ernst Ferdinand Oehme.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 23. April 1797; gest. daselbst den 10. Sept. 1855. Schüler der Dresdener Akademie. In Italien weitergebildet. Thätig in Dresden.

Herbstabend im Grossen Gehege bei Dresden. 2214. (2195.) 31 d.[Bearbeiten]

In der Mitte führt die grosse Allee bildeinwärts. Links die Wiesen, rechts die Elbe. Vorn links eine Schafheerde, deren Hirt mit einem Buche in den Händen vor einem Holzfeuer sitzt. Weiter rechts eine Frau mit zwei Kindern. Bezeichnet rechts unten: E. O. (das E im O) zwischen 1830.

Leinwand; h. 0,81; br. 0,71. – 1873 vom Maler Schwemer erworben.

Gustav Adolf Hennig.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 12. Juni 1797; gest. daselbst am 15. Jan. 1869. Schüler der Leipziger Akademie. Vollendete seine Studien in Rom. Später Director der Leipziger, 1840 auch Professor der Dresdener Akademie.

Die Findung Mosis. 2215. (2196.) 23 d.[Bearbeiten]

Rechts der Fluss, an dessen Gestade der kleine Moses in seinem Korbe angetrieben ist. In der Mitte beugt sich die ägyptische Königstochter im roten Mantel hinab; zu ihren Füssen nehmen zwei Dienerinnen sich des Findlings an. Links im Gebüsch eine dritte. Bez. links unten: G. A. Hennig pinx. 1848.

Leinwand; h. 0,52; br. 0,56. – 1873 im Kunsthandel erworben.

Karl Gottlob Peschel.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 31. März 1798; gest. daselbst den 3. Juli 1879. Seit 1812 Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere des Prof. Pochmann; 1825–26 in Italien. Später in Dresden ansässig.

[694]

Jakobs Heimzug nach dem gelobten Lande. 2216. (2197.) 23 c.[Bearbeiten]

Der Zug bewegt sich von rechts nach links. Jakob sitzt in der Mitte in gelber Tunica und roter Toga auf einem Esel und blickt mit ausgebreiteten Armen gen Himmel, wo ein Reigen erwachsener Engel in langen Gewändern ihm entgegenschwebt. Ganz links vorn die Schafheerden, neben denen einer der Führer auf sein Antlitz niedergesunken ist, während ein Knabe mit gefalteten Händen gen Himmel blickt. Weiter zurück halten zwei Führer mit ihren Kameelen unter einer Palmengruppe. Bezeichnet rechts unten: C. P. (als Monogramm) pinx. 1845.

Leinwand; h. 1,32; br. 1,76. Oben halbrund. – 1845 durch die Lindenau-Stiftung erworben.

Christus, das Abendmahl austeilend. 2217. (2198.) 23 d.[Bearbeiten]

Der Heiland steht nach rechts gewandt mit der Hostie in der Rechten, dem Kelche in der Linken vor einer Gartenlandschaft im blumigen Rasen. Links hinter ihm knieen drei bekränzte Engel. Rechts vor ihm knieen zwei Pilger, denen er das Abendmahl reicht; hinter ihnen, von einem Engel herbeigeführt, eine Frau mit ausgebreiteten Armen. Bezeichnet links unten: C. P. (als Monogramm) pinx. 1851.

Leinwand; h. 0,32; br. 0,54. Oben halbrund. – 1851 mit den Ausstellungsgeldern erworben.

August Richter.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 3. Juni 1801; gest. auf dem Sonnenstein zu Pirna den 19. November 1873. Anfangs Schüler der Dresdener Akademie, dann des P. Cornelius in Düsseldorf. Später Professor der Dresdener Akademie.

Hagar und Ismael in der Wüste. 2218. (2199.) 31 c.[Bearbeiten]

Hagar kniet nach links gewandt mit ihrem schlummernden Knaben auf dem Schoosse in der Wüste und blickt dankbar zu dem hinter ihr stehenden Engel empor, der mit beiden Armen auf die links blinkende Quelle deutet.

Leinwand; h. 0,93; br. 0,77½. – 1875 vom Instituts-Director Krause geschenkt.

Carl Johann Bähr.[Bearbeiten]

Geb. zu Riga den 18. August 1801; gest. zu Dresden den 29. September 1869. Studirte in Dresden. Liess sich, nach wiederholtem Aufenthalt in Italien, zuerst in Riga. 1832 aber in Dresden nieder, wo er seit 1840 Akademie-Professor war.

[695]

Finnische Zauberer vor Iwan dem Schrecklichen. 2219. (2200.) 31 c.[Bearbeiten]

Der Zar sitzt bleichen Antlitzes, nach rechts gewandt, in der Mitte des Bildes auf einem Sessel. Hinter ihm stehen seine Angehörigen. Links vorn sitzen seine Räte, deren einer sich vor ihm niedergeworfen hat. Rechts vor ihm stehen die finnischen Zauberer, deren einer rücklings zu Boden gestürzt ist, während ein anderer mit erhobener Rechten dem Zaren sein Ende voraussagt. Hinter ihnen in der Thür eine Schildwache. Bezeichnet links unten: 1850 C. Bähr (C und B zusammengezogen).

Leinwand; h. 1,93; br. 2,58. – 1852 durch die Lindenau-Stiftung erworben.

Adrian Ludwig Richter.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 28. September 1803, gest. daselbst den 19. Juni 1884. Schüler seines Vaters, des Kupferstechers Prof. Karl Aug. Richter an der Dresdener Akademie; unter dem Einfluss von C. Dav. Friedrich, Dahl und Carus, sowie 1823 bis 1826 in Rom weiterentwickelt. Seit 1836 Professor der Dresdener Akademie. Am berühmtesten als Zeichner deutschen Volkslebens.

Ueberfahrt am Schreckenstein bei Aussig. 2220. (2202.) 23 c.[Bearbeiten]

Links auf schroffem Felsen die Ruine der Burg Schreckenstein. In der Mitte auf der Elbe das Fährboot, gerudert und gesteuert von dem rechts am Ende des Bootes seine Pfeife rauchenden alten Fährmann. Am anderen Ende des Bootes sitzt ein Greis, welcher die Harfe schlägt, ihm gegenüber ein lauschender Jüngling, während ein Knabe einen Zweig durch’s Wasser gleiten lässt. In der Mitte des Nachens steht ein Wanderer mit dem Ranzen auf dem Rücken; hinter ihm sitzt ein Liebespärchen; vor dem Fährmann steht ein Mädchen neben ihrem Heukorbe. Bez. l. u.: L. Richter. 1837.

Leinwand; h. 1,16; br. 1,56. – 1875 vom Kunsthändler Geller in Dresden. – Eine kleinere Wiederholung von 1840 im Privatbesitze zu Berlin. – Die Entwürfe zu dem ganzen Bilde und den einzelnen Gestalten befinden sich im K. Kupferstich-Cabinet zu Dresden. – Gestochen von H. Bürkner ☼ Neues G.-W. II, 4; vorher von Ad. Neumann. Ueber andere Reproductionen vergl. W. Rossmann’s Text zum Neuen Galerie-Werk II, S. 13.

Der Brautzug. 2221. (2201.) 23 a.[Bearbeiten]

Frühlingslandschaft. Rechts aus dem Walde tritt der Zug hervor, an dessen Spitze, schon in der Mitte des Bildes, Braut und Bräutigam in altdeutscher Tracht schreiten. Vorauseilende Kinder mit Kränzen und ein Hündchen haben schon [696] die Brücke erreicht, die weiter links über den Bach führt. Im Mittelgrunde bei einer Schafheerde auf sonniger Höhe sitzt ein junger Schäfer, der die Flöte bläst; neben ihm die Schäferin und ein Hirtenknabe. Links Fernblick bis zu blauen Bergen; davor eine Burg. Bezeichnet links unten: L. Richter. 1847.

Leinwand: h. 0,93; br. 1,49. – 1847 durch die Lindenau-Stiftung. – Gest. von G. E. L. Friedrich. – Phot. Ges.

Benno Friedr. Törmer.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 4. Juli 1804; gest. in Rom den 6. Febr. 1859. Schüler der Dresdener Akademie seit 1819, besonders des Karl Vogel von Vogelstein. Lebte zuletzt als Legat beim päpstlichen Stuhl und als Professor in Rom.

Der Musikunterricht. 2222. (2204.) C.-Z.[Bearbeiten]

An einem mit bunter Decke geschmückten Tische sitzt eine junge Dame in der holländischen Tracht des XVII. Jahrhunderts mit ihrer Laute auf dem Schoosse und einem Brief in der Rechten. Ihr gegenüber sitzt ihr junger Lehrer, welcher seinen Bogen in der Rechten, mit der Linken aber seine Bassgeige hält. Links ein Vogelbauer mit zwei grünen Papageien. Bezeichnet rechts oben: B. Törmer . Rom . 1857.

Mahagoniholz; h. 0,42; br. 0,35. – 1860 vom Obersten Törmer und Amtshauptmann Graf Holtzendorf, den Erben des Künstlers, geschenkt.

Max Heinr. Eduard Pröll-Heuer.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 20. Sept. 1804; gest. den 10. Jan. 1879. Der Künstler ist der Begründer der „Pröll-Heuer-Stiftung“, aus deren Zinsen seit 1879 alljährlich Bilder für die Dresdener Galerie erworben werden.

Der Farbenfabrikant Anton Heuer. 2223. (2205.) 31 b.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links. Der alte Herr, welcher des Künstlers Pflegevater war, trägt über dunkelbraunem Rock einen grünlichen Pelzmantel. Mit beiden Händen hält er auf seinem Schoosse eine schwarze Dose. Rechts hinter ihm auf dem Tische und links neben ihm auf den Gestellen stehen Gläser und Krüge.

Leinwand: h. 0,94; br. 0,78. – 1879 als Vermächtniss des Künstlers.

Christian Friedr. Gille.[Bearbeiten]

Geb. zu Ballenstedt am Harz den 20. März 1805. Lebt in Boxdorf bei Dresden. Schüler der Dresdener Akademie.

[697]

Heimkehrende Viehheerde. 2224. (2206.) 31 b.[Bearbeiten]

Links alte, spärlich belaubte Bäume. Rechts Blick in’s Thal. Auf dem Wege, welcher rechts von dem Dorfe aus mittels eines steinernen Brückenbogens über die Schlucht führt, ziehen stattliche Kuh- und Schafheerden. Vorn rechts ein junger Hirt. Links im Mittelgrunde wird mit zwei Pferden gepflügt. Bez. rechts unten: C. Gille . 74.

Leinwand; h. 0,75 ; br. 1,02. – 1874 mittels der Ausstellungs-Einnahme erworben.

Rud. Julius B. Hübner.[Bearbeiten]

Dr. phil. Geb. zu Oels in Schlesien den 27. Jan. 1806; gest. zu Loschwitz bei Dresden den 7. Nov. 1882. Schüler W. von Schadow’s seit 1821 an der Berliner, seit 1826 an der Düsseldorfer Akademie. Seit 1829 in Rom, seit 1831 in Berlin, 1834 bis 1839 in Düsseldorf. Seit 1839 in Dresden, wo er 1841 Akademie-Professor und 1871 Director der Königl. Gemälde-Galerie wurde. Er war der Verfasser der Dresdener Galerie-Kataloge von 1856 bis 1884.

Schwarzbärtiger Judenkopf. 2225. (2210.) 23 c.[Bearbeiten]

Studien-Brustbild ohne Hände, fast von vorn auf Himmelsgrund. Der Jude trägt schwarze Locken, einen dunkelroten Rock, einen himmelblauen Mantel, der breit über seiner rechten Schulter hängt. Bezeichnet rechts oben: J. H. (das J im H) zwischen 1834.

Leinwand; h. 0,56; br. 0,45. – 1872 vom Künstler geschenkt. Das Bild gehört der Düsseldorfer Zeit des Künstlers an. – Phot. Ges.

Landsknecht. 2226. (2211.) 23 c.[Bearbeiten]

Bildniss-Studie, zu welcher der Maler Guido Hammer gestanden. Halbfigur von vorn, mit dem Kopf nach rechts, auf braunem Grunde. Blondes, kurz geschorenes Haar; roter Bart. Eiserner Halspanzer, gelbe Aermel. In beiden Händen die links aufgestützte Hellebarde. Bezeichnet oben rechts: J. H. (das J im H) zwischen 1848 und auf der Rückseite: Julius Hübner pinx. Dresden 1848.

Eichenholz: h. 0,60; br. 0,42. – 1872 vom Künstler geschenkt.

Das goldene Zeitalter. 2227. (2207.) 23 a.[Bearbeiten]

Fünf Hirtenknaben zwischen Blumen und Früchten unter Bäumen, um welche sich ein Weinstock mit reifen roten Trauben rankt. Rechts liegt einer der Knaben, die Flöte blasend, an einen Buchenstamm gelehnt. Neben ihm liebkost ein jüngerer ein Lamm. In der Mitte lauscht der dritte. Links am Quell der vierte mit roter phrygischer Mütze und der fünfte, der [698] einen grossen Hund streichelt. Im Hintergrunde rechts die sonnige Meerbucht. Bezeichnet links unten: J. H. (das J im H) zwischen 1848.

Leinwand: h. 1,17; br. 1,98. – 1849 durch die Lindenau- Stiftung erworben. – Eine Wiederholung in der National-Galerie zu Berlin. – Phot. Ges.

Der Hofschauspieler F. W. Porth. 2228. (2209.) Im Königl. Hoftheater.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links, mit dem Kopf nach rechts, auf rotem Grunde. Der Schauspieler in der Rolle des Präsidenten in Schiller’s „Kabale und Liebe“ stemmt die Linke in die Seite und trägt einen schwarzen Rock mit goldenen Knöpfen, ein rotes Ordensband um die Brust und einen Ordensstern auf dem Rocke. Bezeichnet unten links: J. H. (das J im H) zwischen 1853.

Leinwand; h. 0,87½; br. 0,66. – 1869 vom Künstler geschenkt. 1887 unter Vorbehalt des Eigentumrechts der Kgl. Gemälde-Galerie an das Conferenzzimmer des Kgl. Hoftheaters abgegeben. – Phot. Ges.

Disputation Dr. Luthers mit Dr. Eck. 2229. (2208.) 22 d.[Bearbeiten]

Dieselbe fand bekanntlich im Jahre 1519 zu Leipzig statt. Links steht Dr. Eck, von Geistlichen umgeben, nach rechts gewandt, auf seinem Katheder. Zu seinen Füssen der Notar und ein Narr; rechts steht Dr. M. Luther vor seinen im Gestühl sitzenden Anhängern, nach links gewandt, auf seinem Katheder. Zu seinen Füssen Dr. Carlstadt und Ph. Melanchthon. In der Mitte, fast von vorn gesehen, sitzen die zuhörenden Fürsten, der achtzehnjährige Herzog Barnim von Pommern als Ehrenrector der Universität Leipzig und der achtundvierzigjährige Herzog Georg der Bärtige von Sachsen. Hinter ihnen stehen ihre Räte und steht rechts der junge Georg von Anhalt-Dessau vor dem Pedell der Universität. Dazu Soldaten im Hintergrunde. Bezeichnet halbrechts und im Buch: Angefangen im April 1863 und vollendet im December 1866 von Julius Hühner in Dresden. Soli Deo Gloria.

Leinwand; h. 3,28: br. 6,17. – 1867 aus dem öffentlichen Kunstfonds. – Phot. Ges.

Carl Julius von Leypold.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 24. Juli 1806; gest. in der Niederlössnitz den 31. December 1874. Schüler der Dresdener Akademie seit 1822; insbesondere unter der Leitung Claussen Dahl’s entwickelt. Später Ehrenmitglied der Akademie.

[699]

Eine Flusshafenstadt. 2230. (2212.) 24 c.[Bearbeiten]

Links die Stadt mit ihren Giebelhäusern, von einer Kirche mit zwei Türmen überragt. Rechts vorn die im Wasser schwimmende Schiffsmühle; davor am Ufer ein Gemüsemarkt unter einer mächtigen Vormauer. In der Mitte der Fluss mit Kähnen, die in der Sonne ihre Segel trocknen lassen. Bezeichnet unten rechts: J. v. Leypold 1856.

Leinwand; h. 0,87; br. 1,34. – 1850 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Die ehemalige Merkurs-Bastei in Dresden. 2231. (2213.) 24 d.[Bearbeiten]

Blick von der Marienstrasse nach dem Seethore. Links die Bastion, auf welcher Wäsche getrocknet wird; rechts alte Stadthäuser; in der Mitte der überbrückte Stadtgraben. Vorn die Strasse mit einer Mauer über dem Stadtgraben, an welche sich rechts ein Mann mit einem Strohhut in der Hand lehnt. Bez. rechts unten: J. v. Leypold.

Leinwand; h. 0,39; br. 0,55. – 1872 vom Advokaten Hünig († 1882) geschenkt.

Die ehemalige Merkurs-Bastei in Dresden. 2232. (2214.) 24 d.[Bearbeiten]

Blick von der Seethorbrücke zur Marienstrasse. In der Mitte die Bastei, auf welcher Wäsche getrocknet wird. Im ganzen Vordergrund der Stadtgraben, welcher sich links bildeinwärts zieht. Rechts oben vom Geländer „an der Mauer“ blicken ein Herr, eine Dame und ein Kind herab. Links im Hintergrunde die Marienstrasse. Bezeichnet rechts unten:J. v. Leypold 1873.

Leinwand; h. 0,42; br. 0,64½. – 1875 von der Witwe des Künstlers geschenkt.

Eine Bergruine im Schnee. 2233. (2215.) 24 c.[Bearbeiten]

In der Mitte, auf beschneitem Felsen, die stattliche bräunliche Ruine. Vor ihr auf dem Wege zwei Jäger und zwei Hunde. Links vorn kahle Laubbäume, rechts vorn dunkelgrüne Tannen. Im Hintergrunde Berggipfel. Bezeichnet rechts unten: J. v. Leypold 1865.

Leinwand; h. 0,70; br. 0,65. – 1875 von der Witwe des Künstlers erworben.

Theobald von Oër.[Bearbeiten]

Geb. auf dem Rittergute Nottbeck bei Sternberg in Westfalen den 9. Oct. 1807; gest. den 30. Jan. 1885 im Lindenhof bei Coswig. Er war 1826 bis 1831 Schüler Matthäi’s an der Dresdener, 1832 bis 1836 Schüler W. Schadow’s an der Düsseldorfer Akademie; 1839 liess er sich nach längeren Reisen in Dresden nieder.

Dürers Werkstatt in Venedig. 2234. (2216.) 24 c.[Bearbeiten]

Dürer steht, nach links gewandt, in der Mitte seiner Werkstatt, hält Palette, Pinsel und Malstock in der Linken, deutet mit der Rechten auf seine Staffelei und [700] wendet sich dem alten in Scharlach gekleideten, auf einen Knaben gestützten Meister Giovanni Bellini zu, der ihn besucht. Links auf einer Leiter sitzt das Madonnenmodell mit dem Kinde auf dem Schooss. Rechts hinter Bellini drängen sich andere Besucher. Hinter dem Fenster die Piazzetta. Bezeichnet halb rechts unten: Th. v. Oer. Dresden 1853.

Leinwand; h. 0,96; br. 1,34. – 1853 mittels der Lindenau-Stiftung erworben. – Gestochen von Fr. Oldermann.

Gustav Jäger.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 12. Juli 1808; gest. daselbst den 19. April 1871. Schüler der Akademie zu Dresden, seit 1830 Schnorr von Carolsfeld’s in München; 1836 in Rom; 1837 wieder in München; seit 1847 Director der Leipziger Akademie.

Die Vermählung der hl. Katharina. 2235. (2219.) 23 d.[Bearbeiten]

Auf Wolken herniedergeschwebt, thront Maria nach rechts gewandt. Der Knabe auf ihrem Schoosse steckt der vor ihm knieenden hl. Katharina den Ring an den Finger. Hinter der Heiligen zwei langbekleidete, mit Rosen bekränzte Engel, deren einer ihr einen Myrthenkranz auf’s Haupt setzt. Bez. r. in der M.: J. G. (Monogramm) 1855.

Leinwand; rund; h. 0,41; br. 0,41. – 1855 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Max Hauschild.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 23. August 1810 (nicht 1809). Als Architekt Schüler der Dresdener Akademie. In Rom und Neapel zum Maler entwickelt. Lebte lange Jahre in Rom; ist zur Zeit jedoch in Neapel ansässig.

Bewirtung im Kloster. 2236. (2222.) 24 b.[Bearbeiten]

Vorn der Arm eines Klosterkreuzganges mit einem Brunnen, im Mittelgrund eine sonnige Terrasse, von welcher der Blick über Baumwipfel auf’s Meer hinabschweift. Vorn in der Mitte bewirten die weissen Karthäusermönche an einem Tisch und auf alten Säulenkapitälen die fremden Mönche, die sie besuchen, mit Wein. Eine zweite Gruppe im Mittelgrunde auf der Terrasse. Bezeichnet links unten: Max Hauschild. 1848.

Leinwand; h. 1,15; br. 0,92. – 1848 von Prof. Ed. Bendemann geschenkt. – Das Motiv ist der Santa Scholastica zu Subiaco entlehnt.

[701]

C. Robert Kummer.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 30. Mai 1810; lebt in Dresden. Durch selbständige Naturstudien, besonders in Tirol und (1831 bis 1837) in Italien gebildet. Liess sich 1843 in Dresden nieder. Studienreisen nach Schottland und Portugal. 1847 Ehrenmitglied, 1859 Professor der Akademie zu Dresden.

Sonnenuntergang an der schottischen Küste. 2237. (2224.) 23 a.[Bearbeiten]

Vorn das felsige, buchtenreiche Ufer bei Arisaig. In der Mitte zwei Fischer bei ihrem an den Strand gezogenen Boote. Im Hintergrunde die Felseninsel Eigg. In der Mitte steht die sinkende goldene Sonne in tiefrot angehauchten grauen Wolken über dem Horizonte. Dämmerdunkles Purpurlicht. Bez. rechts unten: R. Kummer.

Leinwand; h. 0,98; 1,64. – 1852 mit den Ausstellungsgeldern erworben.

Joh. Friedrich Wilhelm Wegener.[Bearbeiten]

Geb. den 20. April 1812 in Dresden; gest. in Gruna bei Dresden den 11. Juli 1879. Schüler der Akademien zu Kopenhagen und Dresden (unter Dahl). Seit 1860 sächsischer Hofmaler.

Waldbrand in Nord-Amerika. 2238. (2226.) C.-Z.[Bearbeiten]

Links vorn der schäumende Waldstrom, in der Mitte prächtiger Urwald, rechts im Hintergrunde der Waldbrand, vor dessen Nahen die ganze Tierwelt, nach links gewandt, in wilder Flucht dem Wasser zueilt. Vorn eine Antilope und einige Hirsche. In der Mitte ein sich bäumendes weisses Pferd; daneben in kühnem Sprunge ein Jaguar, sein Junges im Maul; dahinter ein Büffel. Bez. rechts unten: F. W. Wegener 1846.

Leinwand; h. 2.27 ; br. 2,83. – 1858 mit den Ausstellungsgeldern gekauft.

Hirsche im Wasser. 2239. (2227.) C.-Z.[Bearbeiten]

Vorn in der Mitte steht ein Hirsch nach links gewandt im Wasser. Ein zweiter steht hinter ihm am Ufer. Die Hirschkühe weiden links im Mittelgrunde am Walde, über dem im Hintergrunde unter Rosenwolken ferne Felswände ragen. Bez. rechts oben: J. F. W. Wegener 1855.

Leinwand; h. 0,31; br. 0,43½. – 1855 mit den Ausstellungsgeldern erworben.

Gust. Friedr. Papperitz.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 27. Jan. 1813; gest. daselbst den 16. Jan. 1861. Schüler J. C. Claussen-Dahl’s an der Dresdener Akademie. 1836 in München; bereiste später Italien und Spanien und liess sich schliesslich in Dresden nieder.

[702]

Das Thal von Elche. 2240. (2230.) 31 b.[Bearbeiten]

An der Südostküste Spaniens. Durch die mit Palmen geschmückte Gebirgslandschaft zieht ein blauer Fluss sich in kleinen Wasserfällen zum Vordergrunde rechts herab. Im Mittelgrunde ein Castell. Im Hintergrunde eine Bogenbrücke. Links vorn auf dem Felsen ein Hirt bei Ziegen und Schafen. Bez. links unten: G. F. P. (als Monogramm) 1857.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,22. – 1837 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Julius Fiebiger.[Bearbeiten]

Geb. zu Bautzen den 5. September 1813; gest. zu Dresden den 29. Januar 1883. War Ehrenmitglied der Dresdener Akademie.

Böhmische Landschaft. 2241. (2232.) 23 c.[Bearbeiten]

Im Hintergrunde rechts ragt der Lobosch bei Lobositz. Links vorn schöne Laubbaumgruppe, rechts vorn Tannen, Kiefern und Felsblöcke. Vorn auf dem Wege Zigeuner und Wanderer. Bez. l. u.: J. Fiebiger 1861.

Leinwand; h. 0,99; br. 1,40. – 1861 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Friedrich Moritz Wendler.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 28. Februar 1814; gest. daselbst den 10. October 1872. Schüler der Dresdener Akademie. In München weitergebildet. Er liess sich in Dresden nieder.

Verunglückter Gemsenjäger. 2242. (2233.) C.-Z.[Bearbeiten]

Wilde Felsenmassen. In der Mitte liegt der junge Jäger mit dem Kopfe nach unten auf dem Rücken. Unter ihm seine Büchse. Rechts neben ihm die mitgestürzte Gemse. Ueber ihm schwebt ein Adler. Bezeichnet rechts unten: F. M. Wendler (F. M. W. zusammengezogen).

Leinwand; h. 0,41½; br. 0,31½. – 1873 im Kunsthandel in Dresden erworben.

Karl Wilhelm Schurig.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 17. December 1818; gest. zu Dresden den 10. März 1874. Schüler Prof. Ed. Bendemann’s an der Dresdener Akademie, der er seit 1857 selbst als Professor angehörte.

Die Judenverfolgung zu Speier. 2243. (2238.) 24 c.[Bearbeiten]

In der Mitte des Mittelgrundes der Dom. Links der Palast des Bischofs. Rechts die Bürgerhäuser. Der Bischof Johann steht, nach rechts gewandt, auf der Treppe seines Palastes, erhebt das Kreuz in der Linken und streckt die Rechte abwehrend gegen die Volkshaufen aus, welche die Juden verfolgen. Diese flüchten sich geängstet unter den Schutz des Kreuzes. Bez. l. u.: C. W. Schurig. 1851.

Leinwand; h. 1,38; br. 1,65. – 1851 durch die Lindenau-Stiftung erworben.

[703]

Friedrich Otto Georgi.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 2. Februar 1819; gest. zu Dresden den 7. December 1874. Machte im Auftrage der Preussischen Regierung eine Studienreise nach dem Orient.

Jerusalem und Moriah. 2244. (2239.) 26 a.[Bearbeiten]

In der Mitte am Abhang des Berges die ummauerte, gekuppelte Stadt. Links vorn drei Palmen über Oelbäumen, Kaktus, Feigen und Orangen. Rechts vorn Blütenbüsche. Vorn in der Mitte ein Mönch, der mit einem graubärtigen Mann redet, und ein Türke, der den Hohlweg heraufkommt. Bezeichnet links unten: Otto Georgi 1869.

Leinwand; h. 0,97; br. 1,44. – 1861 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Gustav Adolf Hahn.[Bearbeiten]

Geb. zu Altenburg den 11. Juli 1819; gest. zu Dresden den 1. November 1872. Ursprünglich Architekt, in Dresden im Anschluss an Max Hauschild zum Architekturmaler ausgebildet.

Der Hof des Schlosses Kriebstein in Sachsen. 2245. (2241.) 24 b.[Bearbeiten]

Vorn ein mächtiger Spitzbogen, durch den man in den beschneiten Hof und auf die Treppen blickt, die in’s Haus und in den Turm führen. Links im Hofe reicht eine Magd dem Bettler, der ihr seinen Hut hinhält, ein Almosen. Daneben ein kleines Mädchen. Bezeichnet links unten: G. Hahn (G und H zusammengezogen).

Leinwand; h. 1,07; br. 0,81. – 1874 von der Wittwe des Künstlers erworben.

Adolf Fr. G. Wichmann.[Bearbeiten]

Geb. den 18. März 1820 zu Celle; gest. den 17. Februar 1866 zu Dresden. Seit 1838 Schüler der Dresdener Akademie, bis 1847 in Prof. E. Bendemann’s Atelier. 1847–1851 in Venedig und Rom. Später in Dresden ansässig.

Aretino’s Vorlesung bei Tizian. 2246. (2243.) C.-Z.[Bearbeiten]

Tizian sitzt mit den Seinen, nach links gewandt, unter einem Baume seines Gartens. Aretino sitzt ihm vorn links gegenüber, hält sein Buch in der Linken und declamirt mit der Rechten. Rings im Kreise lauschen Tizian’s Gäste. Venedig taucht links im Hintergrunde aus den blauen Lagunen auf. Bez. rechts unten: A. Wichmann 1865.

Leinwand; h. 1,02; br. 1,41. – 1865 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

[704]

Edm. Guido Hammer.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 4. Februar 1821; lebt in Dresden. Schüler der Dresdener Akademie, seit 1842 insbesondere Julius Hübner’s. Durch Naturstudien und Gebirgsreisen weitergebildet.

Geflecktes Windspiel. 2247. (2245.) C.-Z.[Bearbeiten]

Das gelb und weisse Hündchen sitzt mit dem Schwanze zwischen den Beinen, die linke Vorderpfote erhebend, nach rechts gewandt, auf Hoffliesen unter einer grauen Mauer. Bezeichnet rechts unten: Guido Hammer 1852.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,47. – 1872 von Prof. Julius Hübner geschenkt.

Eine Wildsau mit Frischlingen. 2248. (2244.) 24 a.[Bearbeiten]

Rechts die drei Frischlinge im Schilf und im Schnee; links, ihnen zugewandt, die alte Sau, welche von einem kläffenden Teckel gestellt wird. Bezeichnet rechts unten: Guido Hammer 1860.

Leinwand; h. 1,31; br. 1,87. – 1860 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Heinrich Franz-Dreber.[Bearbeiten]

Eigentlich K. Heinrich Dreber. Geb. zu Dresden den 9. Januar 1822; gest. zu Anticoli di Campagna bei Rom den 3. August 1875. Den Beinamen Franz nahm er von Verwandten an, in deren Hause er aufwuchs. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Adr. Ludw. Richter’s. In München und Italien weitergebildet. Lebte in Rom.

Landschaft mit dem barmherzigen Samariter. 2249. (2247.) 23 a.[Bearbeiten]

Charakter der römischen Gebirge. Hohe Bäume an den Abhängen. Im Hintergrunde rechts ein kahler blauer Gipfel. Vorn rechts ein Wässerchen. Der nackte Verwundete liegt in der Mitte des Bildes mit dem Rücken an einen Felsen gelehnt. Vor ihm kniet der rot gekleidete barmherzige Samariter, der ihn verbindet. Rechts hinter letzterem dessen Esel. Bezeichnet rechts unten: H. Franz-Dreber . Rom . 1848.

Leinwand; h. 1,23; br. 1,76. – 1849 aus dem Stipendienfonds erworben. – Vergl. Inv. 1855 S. 19.

Phil. Alb. Gliemann.[Bearbeiten]

Geb. zu Wolfenbüttel den 26. Dec. 1822; gest. zu Dresden den 25. April 1872. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Julius Hübner’s. Lebte in Dresden.

[705]

Ein alter Jude. 2250. (2249.) 23 c.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach rechts auf braunem Grunde. Der blauäugige Alte mit graugelocktem Haare und grauem Vollbart trägt einen schwarzen Rock und eine schwarze Kappe. Bezeichnet oben rechts: Gliemann fe.   m Atelier J. H. (Hübner’s Monogramm).

Leinwand; h. 0,49; br. 0,37. – 1872 von Prof. Jul. Hübner geschenkt.

Meno Mühlig.[Bearbeiten]

Geb. den 8. April 1823 zu Eibenstock; gest. den 8. Juni 1873 zu Dresden. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Jul. Hübner’s. Lebte in Dresden.

Betfahrt im Schnee. 2251. (2250.) C.-Z.[Bearbeiten]

Tiefer Schnee im finstren Walde. Vorn in der Mitte die Mönche mit Bannern und Monstranzen; links ein Wagen. Die Raubritter, welche die Prozession überfallen, ziehen von links den Hohlweg herauf und hauen auf die Mönche ein, deren einer mit seiner Fahne zu Boden gestürzt ist. Von rechts vorn sprengt der geharnischte Klostervogt an der Spitze seiner Reisigen zur Rettung heran. Bez. links unten: Meno Mühlig.

Leinwand; h. 1,33; br. 1,87. – 1857 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Heinrich Ed. Müller.[Bearbeiten]

Geb. zu Pultawa den 6. September 1823; gest. zu Dresden den 16. October 1853. Näheres unbekannt.

Am Michigan-See in Nord-Amerika. 2252. (2251.) 24 c.[Bearbeiten]

Vorn die stille, mit Schilf und Wasserrosen geschmückte Wasserfläche, rechts vorn und links hinten von Nadelwald begrenzt. Vorn in der Mitte ein Canoe mit einem Ruderer und einem Jäger. Nebelduftige Stimmung. Bezeichnet links unten: H. Müller 53.

Leinwand; h. 0,77; br. 1,05. – 1854 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Schloss Stein bei Zwickau. 2253. (2252.) C.-Z.[Bearbeiten]

Von Bäumen umsprossen, an Felsen gelehnt, ragt in der Mitte die Burg mit dem stattlichen Turme. Das Wasser, welches rechts den Vordergrund berührt, ist links im Mittelgrunde von einem bedeckten hölzernen Gange überbrückt. Gelber Abendhimmel. Bez. r. u.: H. Müller.

Leinwand; h. 0,73½; br. 0,63. – 1873 im Kunsthandel in Dresden erworben.

[706]

Joh. Mich. Heinrich Hofmann.[Bearbeiten]

Geb. zu Darmstadt den 19. März 1824; lebt in Dresden. Seit 1842 Schüler der Düsseldorfer Akademie unter W. v. Schadow und Th. Hildebrandt. Nach weiteren Reisen 1847 bis 1848 in München, 1848 bis 1854 in Frankfurt a. M., Darmstadt. Dresden, Prag, 1854 bis 1859 in Rom. 1859 bis 1862 in Darmstadt, seit dieser Zeit in Dresden, wo er Professor an der Kunstakademie ist.

Die Ehebrecherin vor Christus. 2254. (2253.) 29 b.[Bearbeiten]

Der Heiland steht nach links gewandt in der Mitte, legt die Linke an seine Brust, deutet mit der Rechten auf die mit gebundenen Händen vor ihm knieende Ehebrecherin und blickt den Schriftgelehrten an, der mit einem mächtigen Buche in der Hand rechts neben ihm steht. Links wehrt ein Krieger einer alten Frau, welche die Ehebrecherin zu schlagen versucht. Vorn rechts wendet eine junge Frau mit ihrem nackten Knaben sich zum Gehen. Schriftgelehrte und Zuschauer füllen den Mittelgrund. Bezeichnet links unten: H. Hofmann.

Leinwand; h. 1,75; br. 2,15. – 1869 aus dem Kunstfonds erworben. – Gestochen von E. Mohn ☼ Neues G.-W. IV, 11. – Phot. Ges.

Der Jesusknabe im Tempel. 2255. (2333.) 29 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Der zwölfjährige Heiland steht, nach rechts gewandt, in der Mitte des Tempels, lehnt sich mit dem rechten Arm an das Pult, hinter dem links ein Schriftgelehrter mit einer Schriftrolle steht, und deutet mit der Linken in das Buch, welches auf dem Schoosse des vorn rechts sitzenden Schriftgelehrten liegt. Zwei andere neigen sich lauschend von rechts zu ihm hinab. Ein fünfter steht links im Mittelgrunde an einer Säule. Bez. rechts unten: H. Hofmann (die beiden H zusammengezogen).

Leinwand; h. 1,52: br. 2,04. – 1882 vom Künstler erworben. Gestochen von Ed. Büchel. Phot. Hanfstaengl-München.

Ludw. Albr. Schuster.[Bearbeiten]

Geb. zu Berthelsdorf bei Stolpen den 9. Mai 1824; lebt in Dresden. Er war 1842 bis 1848 Schüler Julius Hübner’s an der Dresdener Akademie, lebte dann einige Jahre in München und liess sich 1852 ganz in Dresden nieder.

In der Schlacht von Borodino. 2256. (2254.) 31 d.[Bearbeiten]

Die Erstürmung der grossen russischen Schanze durch die sächsischen Reiterregimenter Garde du Corps und Zastrow-Kürassiere am 7. September 1812. Die [707] sächsischen Regimenter stürmen von hinten heran. Vorn die sich vergeblich wehrenden Feinde. Leichen, zertrümmerte Wagen. Links im Thale das Schlachtgewühl. Im Hintergrunde Staub- und Pulverdampfwolken.

Leinwand; h.1,88; br. 2,85. – 1858 durch die Ausstellungseinnahmen.

Nach der Schlacht bei Jena. 2257. (2255.) 24 a.[Bearbeiten]

Die tapfere Abwehr der französischen Reiterei durch das sächsische Grenadierregiment „aus dem Winkell“ während des Rückzuges nach der Schlacht bei Jena am 14. October 1806. Im Mittelgrunde ziehen die Truppen, nach links gewandt, ab. Vorn stürmt von rechts die französische Reiterei heran. Aber die sächsischen Grenadiere haben vorn in der Mitte ein offenes Carré gebildet und weisen den Angriff zurück. Im Hintergrunde brennende Ortschaften. Bezeichnet rechts unten: Schuster . 1862.

Leinwand; h. 1,17; br. 2,27. – 1862 mittels der Ausstellungseinnahme erworben. Der Künstler hat den Vorgang A. v. Montbés Werk „Die Chursächsischen Truppen im Feldzuge von 1806“ Bd. II, p. 83 entlehnt: „Vom Feinde unablässig angegriffen und erschüttert, ging es in voller Ordnung, in gemässigtem Schritt und mit klingendem Spiel zurück. Es hatte ein offenes Carré gebildet und bot dem Feinde, so oft er nahe kam. immer die Spitze.“

Karl Gottl. Schönherr.[Bearbeiten]

Geb. zu Lengefeld den 15. August 1824; lebt in Dresden. Schüler der Dresdener Akademie, an welcher Jul. Hübner sein Lehrer war. Professor der Dresdener Akademie.

Petrus, die Tabea erweckend. 2258. (2256.) 23 b.[Bearbeiten]

Zwei durch eine Wand getrennte Abteilungen. Rechts das Gemach, in welchem das tote Mägdlein ruht. Petrus kniet an ihrem Lager und erhebt gebietend seine Hände. Links die Vorhalle, in welcher die Angehörigen der Tabea harrend und betend stehen oder knieen. Hinter ihnen Blick in’s Flussthal. Bezeichnet links unten: C. Schönherr . 1853 (nicht 1855).

Leinwand; h. 0,92; br. 1,50. – 1854 (nicht 1855, wie H. annahm) durch die Lindenau-Stiftung erworben. Inv. 1855, S. 22.

Gust. Adolf Friedrich.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 23. December 1824; lebt daselbst. War 1840 bis 1846 Schüler der Dresdener Akademie; bildete sich durch eigenes Naturstudium weiter.

[708]

Ackerpferde. 2259. (2257.) 25 b.[Bearbeiten]

Vorn auf dem Stoppelfeld stehen, nach rechts gewandt, zwei stattliche Ackerpferde vor ihrem Pfluge. Rechts zu ihren Füssen am Wege sitzt der Ackerknecht und teilt sein Frühstück mit seinem weissen Pudel. Links im Hintergrunde Höhenzüge; rechts auf der Anhöhe Dorfhäuser unter Bäumen. Bezeichnet rechts unten: A. Friedrich.

Leinwand; h. 0,61; br. 0,83. – 1877 durch die Ausstellungseinnahme.

Moritz Müller.[Bearbeiten]

Geb. zu Diethenburg bei Wechselburg den 12. Juni 1825; lebt in Dresden. Schüler der Dresdener Akademie von 1843 bis 1846; 1847 in München im Atelier des Hofmalers Professor Bernhard (eines Schülers des Paul de la Roche in Paris) weiterentwickelt.

Lesendes Kind. 2260. (2259.) 26 c.[Bearbeiten]

Halbfigur nach links auf braunem Grunde. Das blonde Kind im weissen Hemd und braunen Jäckchen hat ein Bilderbuch vor sich aufgeschlagen und stützt sein Köpfchen mit der Rechten auf ein grünes Kissen. Bezeichnet unten links: H. M. Müller (H M M zusammengezogen).

Leinwand; h. 0,44; br. 0,38. – 1857 durch die Ausstellungseinnahme.

Aug. Eduard Leonhardi.[Bearbeiten]

Geb. zu Freiberg in Sachsen den 19. Jan. 1826; lebt in Loschwitz bei Dresden. Schüler der Dresdener Akademie, besonders A. L. Richter’s. In Düsseldorf weitergebildet.

Deutsche Waldlandschaft. 2261. (2262.) 26 c.[Bearbeiten]

Eine waldige Felsschlucht im Charakter der Sächsischen Schweiz. Vorn in der Mitte eine Gruppe prächtiger Laub- und Nadelbäume, an deren Stämmen das Sonnenlicht spielt, welches links oben den Wald beleuchtet. Vorn rechts ein kleiner Wasserfall, dessen Wasser sich im Vordergrunde verbreitet. Bezeichnet links unten: E  Leonhardi (das E nach links gewandt am L). 1863.

Leinwand; h. 2,13; br. 1,70. – 1864 durch die Ausstellungseinnahme.

Julius W. L. Rotermund.[Bearbeiten]

Geb. zu Hannover den 11. März 1826; gest. zu Salzbrunn den 14. Juni 1859. Schüler Prof. Ed. Bendemann’s an der Dresdener Akademie. Lebte in Dresden.

[709]

Die Beweinung Christi. 2262. (2263.) 29 c.[Bearbeiten]

In der Mitte am Fusse des Kreuzes liegt, nach links gewandt, halb aufrecht, im Rücken von einem der befreundeten Männer gehalten, der Leichnam des Heilands auf weissem Linnen. Zu seinen Füssen kniet der zweite der Männer. Die drei Frauen, hinter denen Johannes am Kreuzesstamme steht, neigen sich zum Heiland hinab. Maria, seine Mutter, streichelt ihm mit der Linken das Antlitz; Maria Magdalena ergreift mit beiden Händen seine erkaltete Rechte und drückt sie an ihre Stirn. Bez. rechts unten: Julius Rotermund inv. et pinx. E. Bendemann dir. et fin. Dresden 1859.

Papier auf Leinwand; h. 2,58; br. 2,83. – 1861 vom Sächsischen Kunstverein erworben und der Galerie geschenkt. – Wie die Inschrift besagt, nach dem frühen Tode des Meisters von seinem Lehrer Prof. Ed. Bendemann (geb. zu Berlin den 3. Dec. 1811; seit 1827 Schüler W. v. Schadow’s in Düsseldorf; seit 1838 Professor der Dresdener, seit 1859 Director der Düsseldorfer Akademie, seit 1867 im Ruhestande in Düsseldorf vollendet. – Gest. von G. Planer. – Phot. Ges.

Theodor von Götz.[Bearbeiten]

Oberstlieutenant z. D. Geb. zu Lieschen bei Hoyerswerda in der Provinz Sachsen den 14. Dec. 1826; lebt in Dresden. Trat 1843 in’s Königl. sächs. Cadettencorps ein; machte den Feldzug 1870/71 als Commandeur des 2. Jägerbataillons N. 13 mit; nahm 1873 seinen Abschied. Als Künstler war er anfänglich Schüler des Genremalers Hantzsch in Dresden, entwickelte er sich später im Anschluss an Schuster. Seit 1873 lebt er ausschliesslich der Kunst.

Kronprinz Albert nach der siegreichen Schlacht bei Beaumont vom Prinzen Georg beglückwünscht. Den 30. August 1870. 2262 A. 29 d.[Bearbeiten]

In der Mitte auf braunem Rosse, fast vorn gesehen, der Kronprinz Albert, dessen Gefolge sich links im Mittelgrunde von der Höhe herabbewegt. Vor ihm auf hellerem Rosse, ihm die Hand reichend, der Prinz Georg, dessen Gefolge links den Vordergrund einnimmt. Vorn in der Mitte und rechts verwundete Franzosen; einer von ihnen wird von einem deutschen und einem französischen Krieger getragen. Im Gefolge des Kronprinzen: Generalmajor v. Schlotheim, Stabschef der Maasarmee, Generalmajor Prinz von Schönburg, Rittmeister Prinz Karl Theodor von Bayern, Major v. Holleben, die Hauptleute Schweingel und von der Planitz. Im Gefolge des Prinzen Georg: Oberst von Carlowitz, Stabschef des XII. Armeecorps, Generalmajor Köhler, Commandant der Artillerie, Adjutant Hauptmann [710] von Minckwitz, Adjutant Rittmeister von Ehrenstein, Hauptmann Reyher, die Adjutanten v. Kretzschmar, v. Arnim und v. Schimpff. Bezeichnet rechts unten: v. Götz 1887.

Leinwand; h. 1,69; br. 3,01. – 1887 aus den Zinsen der Proll-Heuer-Stiftung. – Phot. Teich-Hanfstaengl.

Theodor Choulant.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 18. Juli 1827; lebt in Dresden. Schüler des dortigen Polytechnikums und der dortigen Akademie. In Italien weitergebildet. Seit 1868 Königl. sächs. Hofmaler.

Die Engelsbrücke in Rom. 2263. (2268.) 26 c.[Bearbeiten]

Vorn der Tiber, links und rechts am Ufer von einmastigen Barken, in der Mitte von Kähnen belebt. Links die Häuserreihe am Apollotheater; rechts die Engelsburg. In der Mitte des Mittelgrundes die Engelsbrücke, hoch von der Peterskirche mit Michelangelo’s Kuppel überragt. Bezeichnet links unten: Choulant.

Leinwand; h. 1,32 ; br. 1,93. – 1870 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Joh. Siegwald Dahl.[Bearbeiten]

Geb. den 16. Aug. 1827; lebt in Dresden. Schüler seines Vaters Joh. Chr. Claussen Dahl, dann J. F. W. Wegener’s, 1851 auch Edw. Landseer’s in London. Ehrenmitglied der Dresdener Akademie.

Der Fehlschuss. 2264. (2269.) 31 b.[Bearbeiten]

Unter Felsen im Schnee liegt ein blutendes Reh und hebt mit Mühe den Kopf, um sich nach seinem Kälbchen umzublicken, das ängstlich von rechts herankommt. Bezeichnet rechts unten: S. Dahl. 1861.

Leinwand; h. 0,76: br. 0,98. – 1861 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Fähre in Telemarken in Norwegen. 2265. (2270.) 31 d.[Bearbeiten]

Links auf dem Flusse die Ruderfähre mit einer Kuh und einem Kalbe. Rechts vorn steht ein Mann an der Landungsbrücke; ein anderer lehnt sich wartend an sein Pferd. Links vorn säuft ein Pferd aus einem Eimer; daneben sitzen zwei Männer und ein Mädchen. Hohe Bergwände im Hintergrunde. Bez. r. u.: Siegwald Dahl. 1863.

Leinwand; h. 0,67; br. 1,36. – 1863 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Gottl. Moritz Ritscher.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 24. September 1827; gest. daselbst den 14. October 1875.

[711]

Der Besuch bei der Amme. 2266. (2271.) 27 b.[Bearbeiten]

Links sitzt die stattliche Bäuerin, zu deren Füssen ihr Knabe mit der Peitsche spielt. Sie hält eine Schüssel Rüben im Schoosse und streckt ihre Rechte dem fein gekleideten Mädchen hin, das von seiner mit einem Korbe versehenen Wärterin geleitet, schüchtern von rechts herankommt. Helles Licht fällt von links durch’s Fenster. Bezeichnet rechts unten: Moritz Ritscher . 1874 . Dresden.

Leinwand; h. 0,74; br. 0,90. – 1875 aus dem Nachlasse des Künstlers erworben.

K. Wilhelm Hahn.[Bearbeiten]

Geb. zu Ebersbach in der Oberlausitz den 7. Januar 1829; gest. zu Dresden den 8. Juni 1887. Schüler Prof. Jul. Hübner’s an der Dresdener Akademie.

Scene aus Kleist’s „Michael Kohlhaas“. 2267. (2275.) C.-Z.[Bearbeiten]

Kohlhaas, der seinen Feind, den Junker von Dronka. vergebens im Kloster Erlabrunn gesucht hat, nimmt den Klostervogt gefangen, der im Mittelgründe abgeführt wird. Rechts hält Kohlhaas auf schwarzem Rosse. Vor ihm kniet, an der Spitze ihrer Nonnen, die Aebtissin, welche ein Crucifix in der Rechten erhebt. Dämmerlicht. Fackeln. Bezeichnet rechts unten: W. Hahn 1851.

Leinwand; h. 0,76½; br. 1,03½. – 1851 aus dem Stipendienfonds erworben.

Fr. Theodor Grosse.[Bearbeiten]

Dr. phil. Geb. zu Dresden den 23. April 1829. Lebt in Dresden. Seit 1843 als angehender Bildhauer auf der Dresdener Akademie; seit 1847 durch Prof. E. Bendemann daselbst zur Malerei geführt. Er war 1858 in Florenz, 1859 in Rom. Gegenwärtig ist er Professor der Dresdener Akademie.

Leda mit dem Schwan. 2268. (2276.) 24 d.[Bearbeiten]

In baumreichem, von hohen blauen Bergen begrenztem Thal steht Leda, nach rechts gewandt, am Rande des Wassers, hält ihr abgestreiftes Purpurgewand mit der Linken hinter sich und wehrt mit der Rechten dem Schwan, der sich an ihre Kniee schmiegt. Bezeichnet rechts unten: Th. Grosse 1852.

Leinwand; h. 1,50; br. 1,08. – 1852 mittels der Ausstellungseinnahme erworben. – Erstlingsbild des Künstlers.

Entwurf zu einem Theater-Vorhang. 2269. (2277.) C.-Z.[Bearbeiten]

Oben unter einem Regenbogen Apollon auf seinem Zweigespann, dem rechts Melpomene, Thalia, Terpsichore und Polyhymnia mit einem Amor [712] vorauseilen, während links die Grazien ihm folgen. Unten in der Mitte vor der Landschaft sitzen die drei Parzen. Ganz vorn links greift ein lichter Flügeljüngling als Vertreter der Tugend zum Schwert gegen die ihm rechts gegenübersitzende Verkörperung des Lasters.

Leinwand; h. 0,82; br. 0,72. – 1879 der Galerie überwiesen. – Prämiirt bei der Concurrenz für den Vorhang des neuen Dresdener Theaters.

Seelenlandung im Büsserlande. 2270. (2278.) 29 a.[Bearbeiten]

Dante, Divina Commedia, Purgatorio, II. Rechts im Mittelgrunde steht Virgil. Neben ihm hockt Dante mit gefalteten Händen am Boden. Links das Meer. Am Ufer landet die Barke, an deren Hinterteil der Engel steht, der, „jede Menschenkunst verschmähend, der Flügel statt der Ruder und der Segel nur bedarf“. Die Landenden werfen sich, der Barke entstiegen, am Ufer auf’s Angesicht nieder und schreiten selig erhobenen Blickes dem Licht entgegen. Bezeichnet links unten: Th. Grosse. 1879.

Leinwand; h. 2,41; br. 3,75. – 1880 teilweise aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

W. Ferdinand Pauwels.[Bearbeiten]

Geb. zu Eckeren bei Antwerpen den 13. April 1830; lebt in Dresden. Schüler der Antwerpener Akademie unter Dujardin und Wappers von 1842–1850; 1852–1856 in Italien; 1862 bis 1872 Professor der Weimarer Kunstschule; seit 1876 Professor der Akademie zu Dresden.

Graf Philipp vom Elsass im Marienhospital zu Ypern. 2271. (2279.) 28 a.[Bearbeiten]

Rechts zwei Krankenbetten, mit ihren Fussenden nach vorn zur Mitte gewendet. In einem derselben liegt ein Sterbender, neben dem zwei Pflegerinnen beschäftigt sind. In der Mitte vor dem Bette stehen der Graf und seine Gemahlin; neben ihnen, den Fall erklärend, der Obere des Hospitals. Links im Hintergrunde ein Saal, in dem Männer und Frauen sitzen. Bezeichnet unten in der Mitte: Ferdinand Pauwels.

Mahagoniholz; h. 1,17; br. 1,40. – 1877 auf der Dresdener Kunstausstellung erworben. – Das Bild ist, in Einzelheiten verändert, weit grösser (h. 4,00: br. 4,20) in Wachsfarbe als eins von 12 Wandbildern ausgeführt in den Tuchhallen zu Yperen. – Gestochen von Th. Langer ☼ Neues G.-W. I, 2.

David Simonson.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 15. März 1831; lebt daselbst. Schüler des Prof. Ed. Bendemann.

[713]

Des Künstlers Gattin, geb. Castelli. 2272. (2280.) 43 a.[Bearbeiten]

Brustbild nach links auf rotem Grunde. Schwarzes Kleid mit grosser goldener Broche und weiss-goldenem Tuch. Die Rechte an der Brust sichtbar. Bezeichnet rechts: D. Simonson. 1867.

Leinwand; h. 0,55; br. 0,47½. – 1867 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

August Christ. Herm. Tom Dieck.[Bearbeiten]

Geb. den 23. März 1831 zu Oldenburg; lebt in Dresden. 1847–1851 Schüler der Dresdener Akademie. 1857–1861 in Italien.

Die heilige Cäcilie. 2273. (2281.) 23 b.[Bearbeiten]

Kniestück fast von vorn vor hellem Himmel. Die Heilige, deren blonde Locken auf ihre Schultern herabfallen, trägt ein schwarzes Kleid mit roter Gürtelschärpe und ein goldgelbes Obergewand, das sie mit der Rechten festhält. Ihre Orgel ruht in ihrem linken Arme. Bezeichnet rechts unten: A. TOM DIECK.

Leinwand: h. 1,20; br. 0,83. – 1878 vom Künstler erworben. – Es ist eine verbesserte Wiederholung eines 1854 entstandenen Jugendwerks des Künstlers.

Erwin Oehme.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 18. September 1831; lebt in Blasewitz bei Dresden. Schüler seines Vaters Ernst F. Oehme, A. L. Richter’s und der Dresdener Akademie. Bildete sich auf Studienreisen selbständig weiter. Professor.

Steinbruch in der sächsischen Schweiz. 2274. (2282.) 26 d.[Bearbeiten]

In der Mitte die gelbe Sandsteinwand. Oben Baumwuchs. Rechts ein schmaler Wasserfall. Unter dem Steinbruch eine Hütte, vor welcher einige Arbeiter an einem mächtigen Steinblocke beschäftigt sind. Ein Mann und ein Knabe, von einem Hündchen begrüsst, vorn auf dem Wege. Bez. r. u.: Erwin Oehme. j. 1860. Dresden.

Leinwand; h. 1,42; br. 1,06. – 1864 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Jean Libert Oury.[Bearbeiten]

Geb. den 7. October 1833 zu Lüttich; lebt in Dresden. Studirte ursprünglich die Rechte an der Universität Lüttich, ging dann als Akademieschüler dieser Stadt zur Malerei über, wurde aber schon 1855 Schüler der Dresdener Akademie. Sein Lehrer war Bendemann. In Rom 1861–1863. In Venedig 1864 bis 1870. Seit 1876 wieder in Dresden.

[714]

Die Nonne. 2275. (2338.) 28 d.[Bearbeiten]

Halbfigur von vorn vor braunem Wandgrund. Schwarz gekleidet, mit goldenem Kreuze an goldener Kette um den Hals, sitzt die Nonne vor dem mit farbigem Teppich bedeckten Tisch und blickt den Beschauer an. Vor ihr liegt ein aufgeschlagenes Buch. Bezeichnet rechts unten mit dem Monogramm (J und L im O) zwischen der Jahreszahl 1880.

Leinwand; h. 0,81; br. 0,59. – 1881 vom Künstler erworben.

K. G. Adolf Thomas.[Bearbeiten]

Geb. zu Zittau den 28. September 1834; gest. zu Dresden den 16. Januar 1887. Schüler Adr. Ludw. Richter’s an der Dresdener Akademie. In München und Rom weitergebildet. Thätig in Dresden.

Oberbairische Gebirgslandschaft. 2276. (2284.) 23 c.[Bearbeiten]

Motive von Brannenburg. Links vorn ein sonniger Abhang, an dem Hirten ihre Ziegen und Schafe weiden. Vorn in der Mitte eine Frau, die Säcke auf dem Kopfe trägt, und ein Knabe, der seinen Hut in der Rechten schwenkt. Rechts eine tiefe schattige Schlucht mit einem Wasserfall. Im Hintergrunde ein von hohen Alpenstöcken begrenztes Thal. Bez. l. unten: Ad. Thomas. München 1866.

Leinwand; h. 0,94; br. 1,38. – 1866 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Joh. Paul Ad. Kiessling.[Bearbeiten]

Geb. zu Breslau den 8. Januar 1836; lebt in Dresden. Seit 1852 Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Schnorr’s von Carolsfeld. In Italien, Antwerpen und Paris durch selbstständige Studien weiterentwickelt. Professor an der Dresdener Akademie.

Drei Schwestern. 2277. (2286.) 27 c.[Bearbeiten]

Familienbildniss. Kniestück. Die drei übereinstimmend in elegante, rote, ausgeschnittene Seidengewänder gekleideten Damen sind in einem Zimmer mit roter Wandbekleidung an und auf einer rotgepolsterten Bank gruppirt. Die links stehende ist fast von vorn, die rechts sitzende fast vom Rücken gesehen. Die in der Mitte sitzende hält einen Blumenstrauss.

Leinwand; h. 1,55; br. 1,90. – 1875 von Frau Baronin von Uckermann, geb. von Wuthenau, geschenkt.

[715]

Mignon. 2278. (2287.) 26 b.[Bearbeiten]

Studienkopf. Brustbild ohne Hände von vorn auf rotem Grunde. Ein dunkelblonder Lockenkopf mit dunkelblauen Augen. Eine rote Korallenhalskette hebt sich vom blauen Kleide ab. Bezeichnet rechts unten: Paul Kiessling.

Mahagoniholz; h. 0,47½; br. 0,37½. – 1880 von der Dresdener Kunstausstellung erworben. – Gestochen von C. F. Seifert ☼ Neues G.-W. II, 5.

Alfred Diethe.[Bearbeiten]

Geb. den 13. Febr. 1836 zu Dresden; lebt daselbst. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Julius Hübner’s. Er ist Professor der Dresdener Akademie.

Christus in Emmaus. 2279. (2288.) 29 b.[Bearbeiten]

In der Mitte des Bildes sitzt der Heiland, von vorn gesehen, hinter dem gedeckten Tische, wendet den Blick gen Himmel und bricht mit beiden Händen das Brod. Lebhaft bewegt, erkennen die beiden Jünger, von denen der jüngere links, der ältere rechts sitzt, ihren Heiland. Bezeichnet links unten: Alf. Diethe . Dresden . 1860.

Leinwand: h. 1,08½; br. 1,27. – 1875 von Herren Hofbuchhändler Warnatz und Lehmann in Dresden erworben. – Gemalt für den Bischof Forwerk.

Friedrich Preller der Jüngere.[Bearbeiten]

Geb. zu Weimar den 1. Sept. 1838; lebt in Blasewitz bei Dresden. Schüler seines gleichnamigen Vaters. (Vergl. zu N. 2377.) In Italien 1859 bis 1862 und 1864 bis 1866. Professor der Dresdener Akademie.

Das Kloster Santa Scholastica bei Subiaco. 2280. (2291.) 30 a.[Bearbeiten]

Das weisse Kloster liegt links im Hintergrund am Abhang der kahlen Bergpyramide des Sabinergebirges. Auf dem von links vorn hinanführenden Wege ein Mönch. In der Mitte eine prächtige Baumgruppe. Rechts in der Schlucht ein Wasserfall. Bezeichnet links unten: Preller jun. Dresden.

Leinwand: h. 1,20; br. 1,85. – 1875 vom Künstler gekauft.

Karl Wilh. Müller.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 28. Nov. 1839; lebt in Dresden. Schüler der Dresdener Akademie 1854 bis 1858; insbesondere Adr. Ludw. Richter’s 1858 bis 1864. Auf Studienreisen in den Alpen und nach Italien weitergebildet.

[716]

Nachtbild aus der römischen Campagna. 2281. (2294.) 27 c.[Bearbeiten]

Links vor einer Felsengrotte rastet eine Hirtenfamilie mit ihrem Esel, ihren Schafen und ihren Ziegen an einem Feuer. Weiter rechts im Hohlweg bellt ein Hund den Mond an, in dessen Licht der unten strömende Fluss erglänzt. Ganz rechts auf einer Anhöhe eine alte Ruine. Bezeichnet rechts unten: C. W.  M. (als Monogramm) 1868.

Leinwand: h. 1,17: br. 1,64. – 1868 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Jul. Arthur Thiele.[Bearbeiten]

Geb, den 11. Juni 1841 zu Dresden; lebt in Wien. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Julius Hübner’s. In München und Düsseldorf weitergebildet.

Ein toter Hase. 2282. (2297.) C.-Z.[Bearbeiten]

Der Hase hängt an einem Hinterlauf von einer grauen Wand auf einen Tisch herab. Neben ihm ein Eichenzweig. Links oben hängt ein Messer in seiner Scheide. Bezeichnet oben in der Mitte: A. Thiele . fecit. im Atelier J.  H. (Hübner’s Monogramm) 1864 . Dresden.

Papier; h. 0,85; br. 0,56½. – 1872 von Prof. Jul. Hübner geschenkt.

Winterjagdbild. 2283. (2298.) 24 a.[Bearbeiten]

Beschneite Waldlandschaft. Rechts vorn der Rand eines kahlen Waldes. Links eine Lichtung. Vorn in der Mitte drei Jäger mit zwei Hunden. Schwer grau bewölkter Himmel. Bezeichnet rechts unten: A. Thiele.

Leinwand; h. 1,15; br. 1,83. – 1877 vom Künstler gekauft.

Hirsche im Herbste. 2284. (2347.) 28 a.[Bearbeiten]

Deutsches Waldgebirge. Der Hirsch steht schreiend, nach rechts gewandt, in der Mitte. Von rechts eilen einige Hirschkühe durchs hohe Gras des Abhangs zur Mitte des Vordergrundes herab. Links im Mittelgrunde schöner Tannenwald, vor dem am Abhange Hirschkühe stehen. In der Mitte des Hintergrundes ein sonniger Gipfel. Bez. r. unten: A.  Thiele.  81.

Leinwand; h. 1,16; br. 1,81. – 1881 vom Künstler gekauft.

Fr. Leon Pohle.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 1. December 1841; lebt in Dresden. Seit 1856 Schüler der Dresdener, seit 1860 der Antwerpener Akademie, dann bis 1866 Schüler des F. Pauwels in Weimar. Thätig nach weiteren Studienreisen seit 1868 in Weimar, seit 1877 in Dresden als Professor der Akademie.

[717]

Bildniss Carl Peschel’s. 2285. (2299.) 28 b.[Bearbeiten]

Der greise Künstler sitzt nach rechts gewandt mit übereinandergeschlagenen Beinen in schwarzem Anzug auf einem Stuhle, an dessen Lehne er seine Hände übereinander legt. Unter ihm ein roter Teppich. Neben ihm seine Staffelei. Links hinter ihm ein Bild von der Rückseite; auf dessen Blendrahmen die Bezeichnung: Leon Pohle.

Leinwand; h. 0,53½; br. 0,41. – 1878 vom Künstler erworben.

Bildniss des Ercole Torniamenti. 2286. (2300.) 28 d.[Bearbeiten]

Halbfigur halb nach links auf dunkelgrauem Grunde. Schwarzer Rock, schwarze Kappe, graue Hose, graue Weste. Die Arme vor der Brust gekreuzt. Das Gesicht, um den Mund rasirt, von kurzem grauen Bart umrahmt. Bezeichnet rechts oben: LEON POHLE.  1878.

Leinwand; h. 0,91; br. 0,70. – 1879 der Galerie überwiesen. – Eigentum der hiesigen Kunstakademie.

Aug. Leopold Venus.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 14. Juni 1843; gest. den 23. Dec. 1886 auf dem Sonnenstein zu Pirna. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere des Prof. Julius Hübner.

Die hl. Elisabeth, Almosen austeilend. 2287. (2308.) 23 b.[Bearbeiten]

Thüringische Landschaft. Rechts im Hintergrunde die Wartburg. In der Mitte steht die gekrönte Heilige, am linken Arm in einem Korbe das Brod, von dem sie mit der Rechten austeilt. Arme kranke Kinder umringen sie; ein Knabe an Krücken empfängt das Brod aus ihrer Hand. Rechts in einer Grottenhütte ein elendes Weib mit ihren Kindern. Bezeichnet r. unten: L. Venus . pinx. 1866.

Leinwand; h. 0,88; br. 1,59½. – 1879 von Herrn John Meyer in Dresden geschenkt.

Ein Alter in rotem Barett. 2288. (2309.) 43 a.[Bearbeiten]

Brustbild fast von vorn auf grauem Grunde. Der graubärtige Alte trägt einen braunen Rock mit aufrechtstehendem Kragen und ein rotes Barett mit niedergeschlagenem Rande. Bezeichnet rechts oben: Leop.  Venus im Atelier J.  H. (Julius Hübner’s Monogramm) 1866.

Leinwand; h. 0,58; br. 0,44. – 1874 von Prof. Julius Hübner geschenkt.

G. Ludwig Rudow.[Bearbeiten]

Geb. zu Merseburg den 29. Mai 1850; lebt in Dresden. Schüler der dortigen Akademie, insbesondere Julius Hübner’s.

[718]

Selbstbildniss des Künstlers. 2289. (2312.) 43 c.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts auf dunklem Grunde. Der blonde Künstler im schwarzen Rock und schwarzer Mütze hält einen Stifthalter in der Rechten, einen Malstock in der Linken. Bezeichnet rechts oben: L. Rudow 1870. gemalt im Atelier des Prof. Dr. J. Hübner.

Leinwand; h. 0,61½; br. 0,48. – 1874 von Prof. Jul. Hübner geschenkt.

Anton Weber.[Bearbeiten]

Geb. in Liebstadt bei Weimar den 4. Aug. 1833; lebt in Berlin. Schüler des Prof. Jul. Hübner an der Dresdener Akademie. Er ist Professor.

Bildniss des Kupferstechers F. Seifert in Leipzig. 2290. (2314.) 43 a.[Bearbeiten]

Halbfigur halb nach rechts auf hellgrauem Grunde. Der braunhaarige, braunäugige Künstler trägt einen schwarzen Rock, eine graue Weste und eine breite Halsbinde. Bezeichnet rechts unten: Anton Weber. fec. Drsd. 1858.

Leinwand; h. 0,70½; br. 0,53. – 1874 von Prof. Jul. Hübner geschenkt.

Ant. Rob. Leineweber.[Bearbeiten]

Geb. den 7. Febr. 1845 zu Böhmisch-Leipa; lebt in München. Schüler des Prof. Jul. Hübner an der Dresdener Akademie.

Selbstbildniss des Künstlers. 2291. (2315.) 43 c.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts vor grünem Vorhang. Der Künstler trägt einen braunen Rock, eine graue Weste, eine schwarze Halsbinde und über der linken Schulter einen grauen Mantel, den er mit der Rechten hält.

Leinwand; h. 0,60½; br. 0,48½. – 1874 von. Jul. Hübner geschenkt.

Ernst Ferd. Eichler.[Bearbeiten]

Geb. in Werdau den 17. Jan. 1850; lebt in Rom als Zeichner des deutschen Archäologischen Instituts. Schüler Jul. Hübner’s an der Dresdener Akademie.

Selbstbildniss des Künstlers. 2292. (2316.) 43 a.[Bearbeiten]

Brustbild halb nach rechts auf grauem Grunde. Der blonde junge Künstler mit kleinem Schnurrbart trägt einen schwarzen Rock, eine schmale schwarze Halsbinde und hält den Stifthalter in der allein sichtbaren Rechten. Bezeichnet rechts oben: E. Eichler. 1872.

Leinwand; h. 0,61½; br. 0,50½. – 1874 von Prof. Jul. Hübner geschenkt.

[719]

Jacques Matth. Schenker.[Bearbeiten]

Geb. den 24. Febr. 1854 zu Luzern; lebt in Dresden. Schüler A. Flamm’s an der Düsseldorfer Akademie, Th. Hagen’s an der Weimarer Kunstschule. Seit 1874 selbständig in Dresden.

Ebbe bei Dieppe. 2293. (2353.) 27 b.[Bearbeiten]

Links das weit zurückgetretene Meer. Rechts die Abhänge der Küste. Den ganzen Vordergrund nimmt der nasse, vom Meere verlassene Strand ein, an dem Fischer und Fischerinnen neben ihren Karren und Pferden mit Spaten und Stecken nach Lockspeise graben. Grauumwölkter Himmel. Bez. rechts unten: Schenker. Dr. 81.

Leinwand; h. 0.48; br. 0,83. – 1882 vom Comité der Albert-Vereins-Lotterie erworben.

II. Die Düsseldorfer Schule.[Bearbeiten]

Peter von Cornelius.[Bearbeiten]

Geb. den 23. Sept. 1783 zu Düsseldorf; gest. den 6. März 1867 zu Berlin. Schüler der alten Düsseldorfer Akademie unter Director Langer; selbständig weiterentwickelt 1809 bis 1811 in Frankfurt a. M., 1811 bis 1819 in Rom. Cornelius war darauf, abwechselnd in Düsseldorf und in München arbeitend, 1820 bis 1824 Director der neuen Düsseldorfer, 1824 bis 1840 der Münchener Akademie; 1841 folgte er einem Rufe nach Berlin. Der Schwerpunkt seiner Thätigkeit lag auf dem Gebiete der grossen Wandmalerei, deren Neubegründer in Deutschland er wurde.

Cornelius gehört ebensowohl der Münchener und der Berliner Schule an, als der Düsseldorfer; da er jedoch nicht nur in Düsseldorf geboren war, sondern hier auch lernte und hier seine Thätigkeit begann, so ist er von der letzteren nicht zu trennen.

Bildniss des Gottfried Malss. 2294. 31 c.[Bearbeiten]

Brustbild nach rechts vor Parkbäumen. Der blauäugige, braunhaarige Herr legt seinen rechten Arm vorn auf eine Stuhllehne. Nur die rechte Hand ist sichtbar. Sein Rock ist dunkel; Hemd, Halsbinde und Weste sind weiss.

Leinwand; h. 0,52; br. 0,41. – 1886 von Herrn Dr. Malss, dem Bruder des verstorbenen Inspectors Malss am Städel’schen Institut zu Frankfurt a. M., erworben. – Zwischen 1809 und 1811 in Frankfurt a. M. gemalt. – Es ist das Bild, dessen Herm. Riegel in seinem „Cornelius“ (2. Ausg. Hannover 1870. S. 385) mit folgenden Worten gedenkt: „1809–1811 (Frankfurt). Von den übrigen Bildnissen in Oel hat [720] sich, obgleich solche noch vorhanden sein müssen, zur Zeit nichts zuverlässiges ermitteln lassen, als dass die Familie des Inspectors Malss eines besitzt, welches unter allen von Cornelius gemalten Bildnissen das beste sein soll.“ – Der Dargestellte, geb. zu Frankfurt a. M. den 27. Febr. 1781, gest. daselbst den 22. Sept. 1842, gehörte zu Cornelius’ nächstem Umgang während seines Aufenthalts in Frankfurt a. M.

Hermann Plüddemann.[Bearbeiten]

Geb. zu Kolberg den 17. Juli 1809; gest. zu Dresden den 24. Juni 1868. Seit 1828 Schüler des K. Begas in Berlin, seit 1831 des W. v. Schadow in Düsseldorf, wo er bis 1848 ansässig blieb. Während der letzten 20 Jahre seines Lebens wohnte er in Dresden.

Friedrich Barbarossa zu Besançon. 2295. (2221.) 31 a.[Bearbeiten]

Der Kaiser schlichtete hier 1157 den Streit der Parteien. In lebhafter Bewegung sind links die kirchlichen, rechts die weltlichen Würdenträger angeordnet. Einer der letzteren stürzt sich mit dem Schwert auf den ihm gegenüberstehenden, sich erschreckt zurückbeugenden Cardinal. Der Kaiser aber steht, den Streit schlichtend, von vorn gesehen, vor seinem Throne, hält in der Rechten sein Schwert und streckt die Linke, Einhalt gebietend, gegen die Rasenden aus. Bezeichnet links unten: H.  Plüddemann.  1859.

Leinwand; h. 1,57; br. 2,43. – 1860 mittels der Ausstellungsgelder erworben.

Rudolf Jordan.[Bearbeiten]

Geb. zu Berlin den 4. Mai 1810; gest. zu Düsseldorf den 25. März 1887. Anfangs Schüler der Berliner, seit 1833 W. v. Schadow’s und K. Sohn’s an der Düsseldorfer Akademie; in Düsseldorf blieb er, abgesehen von vielen Studienreisen, auch ansässig. Professor.

Schiffbruch an der normannischen Küste. 2296. (2223.) 24 a.[Bearbeiten]

Rechts die steile Felsenküste, auf deren Höhe vorn das Schifferhaus liegt. Links das wilde, brandende Meer, in dem ein Schiff versinkt. Unten am Ufer wird das Rettungsbot bereit gemacht. Die Frau eines der Schiffbrüchigen hat sich, nach rechts gewandt, mit gerungenen Händen vor dem Lotsen auf die Kniee geworfen, welcher die Rettungsleine mit der Rechten fasst und die Linke vor die Augen hält, um aufs Meer hinauszuschauen. Bezeichnet links unten: R. J. (als Monogramm) zwischen 1848.

Leinwand; h. 1,05; br. 1,36. – 1879 im Kunsthandel aus Düsseldorf. – Eine Wiederholung von 1879 in der Stuttgarter Galerie. – Gestochen 1848 von Th. Janssen, 1882 von G. E. Ludw. Friedrich ☼ Neues G.-W. III. 7.[WS 1] – Phot. Hanfstaengl-München.

[721]

Andreas Achenbach.[Bearbeiten]

Geb. zu Kassel den 29. Sept. 1815; lebt in Düsseldorf. Schüler J. W. Schirmer’s an der Düsseldorfer Akademie. Durch Naturstudien auf weiten und wiederholten Reisen selbständig weitergebildet. Professor.

Hollländisches Strandbild. 2297. 25 b.[Bearbeiten]

Links hinter den Dünen ein Kirchturm. Rechts die brandende Nordsee. Einige Fischerschaluppen unter Segel. Vorn in der Mitte liegt eine von ihnen in der Brandung. Männer und Frauen waten durch’s Wasser, um ihre Ladung in Körben an’s Land zu tragen. Links am Ufer buntes Volksleben. Rechts vorn watet ein Mann mit einem Korbe auf dem Rücken, Lockspeise suchend, durch die Brandung. Bez. links unten: A. Achenbach 1854.

Leinwand; h. 0,70½; br. 1,01. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler.

Strand bei Vlissingen. 2298. (2235.) 28 c.[Bearbeiten]

Links das vom Sturm empörte, brandende Meer, auf dem einige Fischerschaluppen schwanken und in der Ferne eine Brigg segelt. Rechts hinter dem Steindamm die von der Sonne beschienene Stadt. Vorn neben dem Rundturm vor dem Stadtthor bespült die Brandung den Damm, auf dem zahlreiche Personen gegen Sturm und Brandung kämpfen. Bez. rechts unten: A. Achenbach. 64.

Mahagoniholz; h. 0,58½; br. 1,10. – 1876 im Kunsthandel aus Berlin.

An einer Amsterdamer Gracht. 2299. (2329.) 30 b.[Bearbeiten]

Nachtstück. Links rotdachige Häuser; in der Mitte die Gracht; buntes Treiben in den am Ufer liegenden Schaluppen und Böten. Rechts auf dem Damm eine Windmühle, deren Flügel mit rotem Segeltuch bekleidet sind. Hinter einem der Flügel steht der Vollmond. In der Mitte des Hintergrundes ragt ein Kirchturm über roten und blauen Dächern hervor. Bez. rechts unten: A. Achenbach. 71.

Leinwand; h. 1,84; br. 2,31. – 1882 im Kunsthandel aus Berlin.

Fischerdorf im Mondschein. 2300. (2234.) 30 b.[Bearbeiten]

Nachtstück. Vorn der Seestrand, auf welchem die heraufgezogenen Fischerböte in der Mitte vor dem Kirchturm eine dunkle Hauptmasse bilden. Der Vollmond geht auf. Rechts in der Ferne blinkt ein Leuchtturm. Die Haltung der Schiffer am Strande zeigt die Gewalt des losbrechenden Sturmes. Bezeichnet links unten: A. Achenbach. 72.

Leinwand; h.0,58½; br. 1,10. – 1876 im Kunsthandel aus Berlin.

[722]

Wassermühle am Waldberg. 2301. (2330.) 30 b.[Bearbeiten]

Die rotdachige Mühle liegt in der Mitte unter grünen Bäumen. Rechts der waldige Abhang des von tief hängenden Sturm- und Regenwolken bedeckten Berges. Links Blick auf eine Saline und in die Ebene. Der Waldbach, der die Räder treibt, stürzt sich, mächtig angeschwollen und den Brückensteg überschwemmend, zum Vordergrunde links herab. Vor der Mühle verschiedene Personen. Rechts im Walde ein Mädchen mit einem Rechen. Bez. r. u.: A. Achenbach. 72.

Leinwand; h. 1,57; br. 2,36. – 1883 im Kunsthandel aus Berlin.

Adolph Richter.[Bearbeiten]

Geb. zu Thorn 1816; gest. zu Düsseldorf 1852. Studirte 1835 bis 1843 an der Akademie zu Düsseldorf und blieb dort thätig.

Die Rückkehr des rheinischen Landwehrmannes. 2302. 24 b.[Bearbeiten]

Links blickt der Heimkehrende, seinen Säbel mit der Rechten schulternd und die Linke ausstreckend, zum offenen Fenster des Stübchens herein, in dem seine Angehörigen rechts am Tische sitzen. Seine Mutter und seine Gattin springen auf, um ihm entgegenzueilen. Bezeichnet links unten: A. Richter. Düsseldorf.  1851.

Leinwand; h. 0,67½; br. 0,89. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden.

Julius Rob. Röting.[Bearbeiten]

Geb. den 7. Sept. 1821 zu Dresden; lebt in Düsseldorf. Schüler Ed. Bendemann’s an der Dresdener Akademie. In Düsseldorf weitergebildet. Akademie-Professor daselbst. Neuerdings hauptsächlich als Bildnissmaler thätig.

Columbus vor dem geistlichen Rate zu Salamanca. 2303. (2246.) 31 c.[Bearbeiten]

Alte Klosterhalle. Links sitzen und stehen die geistlichen Würdenträger. Rechts drängen sich die Mönche. Columbus steht, nach links gewandt, in der Mitte, hält die Weltkarte in der Linken und streckt die Rechte beteuernd aus. Ihm zunächst gegenüber stehen die drei Prälaten, die ihm lebhaft erregt widersprechen. Bezeichnet links unten: J. Roeting. 1851.

Leinwand; h. 1,73; br. 2,39. – 1851 durch die Lindenau-Stiftung erworben.

Gust. Ed. Seydel.[Bearbeiten]

Geb. zu Luxemburg den 18. März 1822; gest. zu Dresden den 30. Sept 1881. Er war Schüler der Düsseldorfer und der Antwerpener Akademie, liess sich jedoch später in Dresden nieder.

[723]

Trauerbotschaft. 2304. (2248.) 24 c.[Bearbeiten]

Der verwundete Krieger, welcher die rote Brieftasche in der Rechten hält und sich mit der Linken auf den Tisch stützt, hat den Eltern die Trauerbotschaft vom böhmischen Schlachtfelde (1866) gebracht. Links vorn sitzt die Mutter und birgt ihr Gesicht in den Händen. Rechts vorn sitzt der Vater und hält den Brief in der Rechten. Die Pfeife, die seiner Linken entglitten, liegt zu seinen Füssen. Bezeichnet rechts unten: Ed. Seydel 1807.

Zuckerkistenholz; h. 0,49; br. 0,67. – 1867 durch die Ausstellungseinnahme.

Joh. Karl Lasch.[Bearbeiten]

Geb. zu Leipzig den 1. Juli 1822; lebt in Düsseldorf. Schüler der Dresdener Akademie und Prof. E. Bendemann’s. Seit 1844 in München weitergebildet. Er liess sich 1857 in Paris, 1860 in Düsseldorf nieder, von wo aus er als Bildnissmaler wiederholt London, Bremen und Hamburg besucht hat. Professor.

Kinderlust. 2305. (2240.) 28 b.[Bearbeiten]

Unter einem Baume spielen acht Kinder an einer mit Heu beladenen Karre. Ein Knabe schiebt sie; ein Mädchen ist als Pferd angespannt; ein kleinerer Knabe sitzt als Kutscher auf dem Bock; ein älteres Mädchen hebt ein kleineres hinauf; ein anderes steht links zur Seite, hält seine nackte Puppe in der Hand und weint. Rechts eine ältere Frau, der ein Knabe Heu lesen hilft. Bezeichnet rechts unten: C. Lasch. 1861. Düsseldorf.

Leinwand; h. 1,06; br. 0,86. – 1862 mittels der Ausstellungseinnahme erworben. – Gest. von J. W. F. Witthöft. – Phot. Ges.

Hermann Wislicenus.[Bearbeiten]

Geb. zu Eisenach den 20. Sept. 1825; lebt in Düsseldorf. Schüler der Dresdener Kunstakademie, besonders Jul. Schnorr von Carolsfeld’s. In Italien 1854 bis 1857; 1857 bis 1868 in Weimar; seit 1868 Professor an der Kunstakademie zu Düsseldorf.

Abundantia und Miseria. 2306. (2260.) 23 c.[Bearbeiten]

Ueberfluss und Elend. Zwei sinnbildliche Darstellungen nebeneinander unter gemalten Rundbogen; dazu zwei Sockelbilder. Links: Die thronende Abundantia, ein blühendes Weib mit Rosen im Haar, von Aehren, Blumen, Früchten umgeben, mit einem Füllhorn zu ihren Füssen, einem Säugling an der Brust, einem zweiten Knaben auf dem Schoosse, zwei grösseren, denen sie mit der Linken wehrt, an ihrer Seite. [724] Darunter die Unterschrift ABUNDANTIA. Unten im Sockel: grau in grau auf rotem Grunde ein auf dem Rücken liegender Säugling, dem eine dem Füllhorn entkrochene Schlange auf der Brust liegt. Rechts: Die Miseria, eine alte Frau im Mantelschleier, an deren Brust, Schooss und Knie sich vier grössere und kleinere Kinder verschmachtend anschmiegen. Rechts neben ihr ein kahler Baum. Unter ihr die Unterschrift MISERIA. Unten im Sockel: grau in grau auf rotbraunem Grunde ein schlummernder Jüngling, zu dessen Füssen zwei Vögel ein Tuch von einem Füllhorn ziehen. Bezeichnet unten in der Mitte: WISLICENUS.

Leinwand; h. 1,76; br. 1,93. – 1852 aus dem Akademiefonds erworben. – Es war das erste Bild des Meisters.

Entwurf zu einem Theatervorhang. 2307. (2261.) C.-Z.[Bearbeiten]

In der Mitte wird Apollon als Vertreter der dramatischen Muse mit der Leyer in der Linken, dem Spiegel in der Rechten, auf einem von zwei weissen Rossen gezogenen Wagen gen Himmel getragen. Darüber in den Wolken die drei Parzen im Schutze der Zeit, einer weiblichen Flügelgestalt, welche das Richtschwert in der Rechten, den Lorbeerkranz in der Linken hält. Links schweben die Laster, rechts schweben die Tugenden. Vorn links sitzt Mephistopheles. Vorn rechts sitzen ein tragischer Held und eine tragische Heldin. Im unteren Rande sechs Medaillons mit den Köpfen Gluck’s, Lessing’s, Aeschylos’, Sophokles’, Molière’s, C. M. v. Weber’s.

Leinwand; h. 1,45½; br. 1,36. – 1879 von der Generaldirection der Galerie überwiesen. – Bei der Concurrenz für den Vorhang des neuen Dresdener Theaters prämiirt.

Karl Fr. Schick.[Bearbeiten]

Geb. den 17. April 1826 zu Hilpertsau; gest. den 26. Juni 1875 zu Tretenhof. Schüler der Düsseldorfer Akademie. Später studirte er in Italien besonders die venezianischen Meister.

Susanna im Bade. 2308. (2264.) 24 d.[Bearbeiten]

Susanna sitzt, im Begriffe nach links zu entfliehen und mit ihrem abgeworfenen Purpurgewande ihre Blösse zu decken, unter schattigen Bäumen auf dem Rande des Badebrunnens. Rechts hinter demselben erscheinen die beiden lüsternen Alten. Bezeichnet links unten: C. SCHICK.

Leinwand; h. 1,04; br. 1,28. – 1877 von der Wittwe des Künstlers gekauft.

[725]

Oswald Achenbach.[Bearbeiten]

Geb. zu Düsseldorf den 2. Febr. 1827; lebt daselbst. Schüler der dortigen Akademie und seines Bruders Andreas Achenbach. Durch wiederholte Reisen nach Italien und das Studium der italienischen Natur zu seiner Eigenart entwickelt. Professor.

Rocca di Papa am Albanergebirge. 2309. (2266.) 25 c.[Bearbeiten]

Links vorn das Städtchen am Bergabhange. Eine enge, von buntem Volke belebte Gasse, in die man hinaufblickt, ist seine einzige Hauptstrasse. Rechts unten dehnt sich die weite, bräunliche sonnige Campagna. Helles Abendsonnenlicht fällt von rechts auch auf die Wolken, die sich links am Berge sammeln. Bez. links unten: Osw Achenbach.

Leinwand: h. 1,28; br. 1,80 – 1876 vom Künstler erworben.

St. Annenumzug in Casamicciola auf Ischia. 2310. (2267.) 26 b.[Bearbeiten]

Nachtstück. Die Procession, in deren Mitte das hell beleuchtete Bild der hl. Anna getragen wird, bewegt sich beim Scheine der geweihten Kerzen auf der Strasse, an welche links eine von hohen Bäumen überragte Gartenmauer grenzt, zum Vordergrunde herab. Rechts vorn stehen Zuschauer auf dem Dache des Hauses. Im Hintergrunde hinter den Kuppeln der Stadt das Meer. Davor steigt eine Rakete in die Höhe. Bezeichnet rechts unten: Osw. Achenbach 1876.

Leinwand; h. 1,25; br. 1,08. – 1878 im Kunsthandel aus Berlin.

Am Golf von Neapel. 2311. 25 a.[Bearbeiten]

Links und vorn die Küste bei Massa; rechts das Meer, auf dem ein Dampfboot zur Stadt fährt. In der Mitte des Hintergrundes die Insel Capri. Im Vordergrunde buntes Volksleben auf dem flachen Dache eines Hauses. Ein junger von hinten gesehener Bursche spielt die Ziehharmonika. Ihm gegenüber schwingt ein junges Mädchen den Tamburin. Abendstimmung. Der Horizont ist noch rot. Links blickt aus weichen grauen Wolken die helle Sichel des zunehmenden Mondes. Bezeichnet links unten: Oswald Achenbach. 1880.

Leinwand; h. 1,41½; br. 1,97½. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler.

Axel Nordgren.[Bearbeiten]

Geb. den 5. December 1828 zu Stockholm; lebt in Düsseldorf. Machte seine ersten Studien in seiner Heimat. Schloss sich seit 1851 an H. Gude in Düsseldorf an. Macht von Düsseldorf aus alljährlich Studienreisen nach dem Norden.

[726]

Ein schwedisches Fischerdorf im Winter. 2312. 25 b.[Bearbeiten]

Links am beschneiten ansteigenden Ufer hölzerne Häuser mit weissen Dächern. Rechts der Meeresarm; im Hintergrunde die gegenüberliegende Küste. Vorn in der Mitte liegen Fischerböte unter Segel am Ufer. Ein Bursche und ein Mädchen tragen einen Korb Fische an’s Land. Schwerer, nassgrauer Himmel, doch am Horizonte ein rosenroter Lichtstreif. Bezeichnet links unten: A. Nordgren 1884.

Leinwand; h. 0,71½; br. 1,28. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

Benjamin Vautier.[Bearbeiten]

Geb. zu Morges am Genfer See den 24. April 1829; lebt in Düsseldorf. Seinen ersten Unterricht erhielt er in Genf. Seit 1850 studirte er in Düsseldorf, vorzugsweise unter E. Jordan. 1856 bis 1857 war er in Paris. Dann liess er sich ganz in Düsseldorf nieder. Er ist Professor.

Tanzpause auf einer elsässischen Bauernhochzeit. 2313. (2293.) 28 c.[Bearbeiten]

Die Musikanten sitzen in der Mitte des Saales auf erhöhter Bühne. Links stehen die hübschen jungen Tänzerinnen an der Wand; eine von ihnen sitzt vorn links an der Treppe. Ihnen zugewandt steht ein junger Bursche mit einem Blumenkranze an der Pelzmütze, hält eine Zinnkanne in der Linken und erhebt in der Rechten das Glas, welches er der Erwählten bringt. Rechts im Nebenzimmer sitzt das Brautpaar am Tische. Davor fröhliches Treiben von Jung und Alt. Vorn sitzt ein Kind am Boden. Bez. rechts unten: B. Vautier. Ddf. 1878.

Leinwand; h. 0,90½; br. 1,34. – 1878 im Kunsthandel aus Düsseldorf. – Gest. von Hugo Bürkner.

Wilhelm Sohn.[Bearbeiten]

Geb. zu Berlin 1830; lebt in Düsseldorf. Seit 1847 Schüler seines Oheims und nachmaligen Schwiegervaters Professors Karl Sohn in Düsseldorf; seit 1874 Professor der Düsseldorfer Kunstakademie.

Ein Krieger aus dem XVII. Jahrhundert. 2313 A. 25 d.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach rechts auf braunem Grunde. Bartloser Kopf; grosser schwarzer Schlapphut; brauner Rock; stählerne Halsberge. Bez. links unten: Wilh. Sohn. 1869.

Leinwand; h. 0,70; br. 0,54½. – 1887 im Kunsthandel aus Düsseldorf.

[727]

Eduard von Gebhardt.[Bearbeiten]

Geboren im Pfarrhause zu St. Johannis in Esthland den 1. (13.) Juni 1838; lebt in Düsseldorf. Seit 1854 Schüler der St. Petersburger Akademie, dann der Karlsruher Kunstschule; 1860 Schüler Wilhelm Sohn’s in Düsseldorf. Seit 1873 Professor an der Düsseldorfer Akademie.

Die Pflege des heiligen Leichnams. 2314. (2342.) 28 d.[Bearbeiten]

In einem nordisch-bürgerlichen Gemache liegt links, nach rechts gewandt, der Leichnam Christi an den Knieen seiner Mutter. Vor ihm knieen zwei Frauen, von denen die eine ihn kämmt, die andere ihm die Hand wäscht. Zwei andere halten die Wasserbehälter. Links hinter ihm holt eine fünfte frisches Leinen aus dem Schranke. In der Mitte des Bildes, dem Heiland zugewandt, stützt Johannes sich im tiefsten Schmerze auf den Tisch. Rechts vor dem Himmelbett mit roten Vorhängen sitzen die vier befreundeten Männer, welche den Heiland auf der links vorn stehenden Bahre hereingetragen haben und nun der Beendigung seiner Waschung warten, um ihn hinauszutragen an’s Grab. Ganz rechts hinter ihnen steht der Künstler selbst mit seinen Kindern. Bezeichnet rechts unten: E.  Gebhardt (das E nach links gewandt am G) MDCCCLXXXIII.

Eichenholz; h. 0,70½; br. 1,00. – 1884 im Kunsthandel aus Berlin.

Heinrich Deiters.[Bearbeiten]

Geb. den 5. Sept. 1840 zu Münster in Westfalen; lebt in Düsseldorf. Seit 1857 Schüler der Düsseldorfer Akademie, insbesondere des Alex Michelis (gest. in Weimar 1868). Später auf Studienreisen weiterentwickelt.

Am Waldbach. 2315. 26 d.[Bearbeiten]

In der Mitte Wasser unter grünen Waldbäumen. Links vorn eine hohle alte Buche. Weiter zurück zwei Knaben am Ufer. Der ganze Mittelgrund ist von hellem Sonnenlichte durchleuchtet. Bezeichnet rechts unten: H.  Deiters (H. und D zusammengezogen). 84.

Leinwand; h. 0,63; br. 0,94. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Eugen G. Dücker.[Bearbeiten]

Geb. den 10. Februar 1841 zu Arensberg auf der Insel Oesel vor Riga; lebt in Düsseldorf. Schüler der Akademie zu St. Petersburg; seit 1864 in Düsseldorf, wo er seit 1873 Professor der Akademie ist.

[728]

Am Ostseestrande. 2316. (2346.) 27 a.[Bearbeiten]

Vorn der Strand. Im Mittelgrunde links die blaue Ostsee, rechts die erhöhte Küste. Links am Strande wird eine Fischerbarke mit fünf nebeneinander gespannten Pferden heraufgezogen. Rechts werden Netze getrocknet; eine Frau sitzt vor ihrem Kochtopf am Boden. Hellblauer Himmel mit leichten Sommerwölkchen. Bezeichnet rechts unten: E. Dücker.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,46. – 1883 im Kunsthandel aus Düsseldorf.

G. Anton Rasmussen.[Bearbeiten]

Geb. den 7. August 1842 zu Stavanger in Norwegen; lebt in Düsseldorf. Schüler Hans Gude’s an der Düsseldorfer Akademie.

Gudvangen in Norwegen. 2317. 25 a.[Bearbeiten]

In der Mitte der Fjord, dessen stille tiefe Salzflut links und rechts von wolkenumzogenen, himmelhohen Bergen begrenzt wird. Von rechts naht ein Dampfschiff, dem Boote mit Fahrgästen entgegenrudern. Vorn links das Ufer mit Hütten und Böten. Wartende Passagiere. Abfahrende Böte. Vorn in der Mitte auf dem Wasser die Ruderfähre mit zwei Kühen. Bezeichnet links unten: G. Rasmussen. Df. 1883.

Leinwand; h. 1,85; br. 1,36. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Hugo Oehmichen.[Bearbeiten]

Geb. den 10. März 1843 zu Borsdorf bei Leipzig; lebt in Düsseldorf. 1858 bis 1864 Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Julius Hübner’s. In Düsseldorf, wo er sich nach einer Keise nach Italien niederliess, im Anschluss an Vautier weitergebildet.

Der Steuerzahltag. 2318. (2307.) 28 c.[Bearbeiten]

Ein Beamter sitzt mit der Feder in der Rechten vor dem aufgeschlagenen Buche am grünen Tische. Links ein zweiter, welcher die gezahlten Gelder in eine Kiste legt. Von rechts treten die Steuerzahler heran. Ein Mann legt gerade sein Geld auf den Tisch. Bezeichnet rechts unten: H. Oehmichen. 1877 (nicht 1871).

Leinwand; h. 0,87; br. 1,26. – 1879 im Kunsthandel aus München. – Gest. von Rob. Petzsch. ☼ Neues G.-W. III, 8.

Chr. Ludwig Bokelmann.[Bearbeiten]

Geb. den 4. Februar 1844 zu St. Jürgen bei Bremen; lebt in Düsseldorf. Seit 1868 Schüler der Düsseldorfer Akademie, insbesondere Wilh. Sohn’s. Seit 1873 selbständig in Düsseldorf.

[729]

Der Abschied der Auswanderer. 2319. (2349.) 27 d.[Bearbeiten]

Verschiedene Auswanderergruppen nehmen in einem weiten, von ländlichen Gebäuden umgebenen, von einem mächtigen Nussbaum beschatteten Hofe Abschied von ihren zurückbleibenden Angehörigen. In der Mitte das Thor, vor dem draussen der Leiterwagen steht, der bestimmt ist, die Auswanderer zu entführen. Helle kühle Morgenstimmung. Bez. l. u.: C. L. Bokelmann. Ddf. 1882.

Leinwand; h. 0,89; br. 1,23. – 1882 vom Künstler gekauft.


III. Die Münchener Schule.[Bearbeiten]

Karl Spitzweg.[Bearbeiten]

Geb. zu München am 5. Februar 1808; gest. daselbst am 23. September 1885. Ging von Universitätsstudien als Autodidakt zur Kunst über. Lebte in München. Er zeichnete sich besonders durch eigenartig aufgefasste kleine sittenbildliche Darstellungen aus.

Kirchgang bei Dachau. 2319 A. 26 c.[Bearbeiten]

Links in schattiger Schlucht ein Wasserfall. Rechts am Waldrand der sonnige Weg, welcher zu dem fern oben ragenden Kirchlein emporführt. Landleute, von hinten gesehen, als Kirchgänger auf dem Weg. Bezeichnet links unten mit dem Monogramm des Meisters (einem S in spitzem Viereck).

Pappelholz; h. 0,26½; br. 0,48½. – 1887 aus des Künstlers Nachlass.

Friedrich Wilhelm Schön.[Bearbeiten]

Geb. zu Worms 1810; gest. zu München 1868. Seit 1832 an der Münchener Akademie ausgebildet. Lebte in München.

Der Sonntagsmorgen. 2320. C.-Z.[Bearbeiten]

Eine junge Bäuerin steht, halb nach links gewandt, mit ihrem Gesangbuch in der Linken, am Fenster ihres Stübchens, zu dem die Sonne hereinscheint, und blickt auf die belebte Strasse hinaus. Vorn links auf einem Stuhl eine Katze. Bez. rechts unten: Schoen . pinx.

Leinwand; h. 0,61; br. 0,48½. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden.

[730]

Eduard Schleich.[Bearbeiten]

Geb. zu Harbach bei Landshut den 12. October 1812; gest. in München den 8. Januar 1874. Nur kurze Zeit Schüler der Münchener Akademie; anfangs im Anschluss an Morgenstern und Rottmann, dann selbständig durch das Studium der Naturstimmungen entwickelt. Lebte in München.

Heerde im Wasser. 2321. (2229.) 29 d.[Bearbeiten]

Hügelige Hochebene. Im Vordergrunde ein seichtes Wasser, durch welches eine Kuhheerde bildeinwärts watet. Im Mittelgrunde der Wald, aus dem links ein graues Dach mit rauchendem Schornstein hervorragt. Bewölkter Himmel. Bezeichnet rechts unten: Ed. Schleich.

Leinwand; h. 0,47; br. 0,83. – 1876 im Kunsthandel aus Berlin.

Joh. Gottfr. Steffan.[Bearbeiten]

Geb. den 13. Dec. 1815 zu Wädenswyl am Züricher See; lebt in München. Akademieschüler in München. War anfangs Lithograph, Landschafter erst seit 1841.

Herbsttag in den St. Gallener Alpen. 2322. (2236.) 29 d.[Bearbeiten]

Vorn rechts ein schäumender Wasserfall in der mit herbstlich braunen Laubbäumen gefüllten Schlucht. Links auf dem Wege ein Wanderer zwischen hohen Felsblöcken. Darüber ein kahler, sonniger Abhang. Im Hintergrunde mächtige, von Wolken umzogene Alpengipfel. Bez. rechts unten: J. G. Stefan. pt. München 1878.

Leinwand: h. 0,81; br. 1,09. – 1879 auf der Münchener Ausstellung erworben.

Wilh. Lichtenheld.[Bearbeiten]

Geb. den 13. October 1817 zu Hamburg; lebt in München. Bildete sich in München im Anschluss an Chr. Ernst Morgenstern aus.

Ein Landsee im Mondschein. 2323. 23 a.[Bearbeiten]

Blick von hohem Standpunkt. Von weitem Hügelland umgeben, zieht der Landsee sich von der Mitte des Mittelgrundes zum Vordergrunde links herab. Rechts am Ufer brennt ein Licht in einer Hütte, nach welcher die Sterbesacramente getragen werden. Halb links steht der Vollmond am Himmel und wirft sein goldgelbes Licht breit in die Flut. Bez. r. u.: W. L. (als Monogramm) 1860.

Leinwand; h. 0,91½; br. 1,39½. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden.

[731]

Friedrich Joh. Voltz.[Bearbeiten]

Geb. zu Nördlingen den 31. October 1817; gest. in München den 25. Juni 1886. 1834 bis 1835 Schüler der Münchener Akademie. Durch Naturstudien und Studienreisen weitergebildet. War Professor an der Münchener Akademie.

Heerde im Thale. 2324. 29 d.[Bearbeiten]

Links Waldrand, rechts sonnige, niedrige Felswand. Vorn ein seichtes Wasser, in dem und an dem eine Heerde Kühe und Kälber nach rechts wandelt. Die strickende Führerin steht links vor den Bäumen. Bezeichnet rechts unten: Fr. Voltz. 70.

Buchenholz; h. 0,25; br. 0,66½. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden.

Aug. Robert Zimmermann.[Bearbeiten]

Geb. zu Zittau den 3. April 1818; gest. zu München den 6. Juni 1864. Bruder und Schüler des Albert Zimmermann. (Vgl.N. 2361.)

Waldlandschaft. 2325. (2237.) 24 c.[Bearbeiten]

Prächtiger Eichwald unter grauumwölktem Himmel. Der Weg, der sich, von verschiedenen Personen belebt, zum Vordergrunde rechts herabzieht, führt in der Mitte auf einem Holzsteg über einen Bach. Bezeichnet rechts unten: Robert Zimmermann. München 1859.

Leinwand ; h. 0,59; br. 0,73. – 1877 im Kunsthandel in Dresden erworben.

Aug. Richard Zimmermann.[Bearbeiten]

Geb. zu Zittau den 2. März 1820; gest. zu München den 4. Febr. 1875. Schüler seines Bruders Alb. Zimmermann. (Vgl. N. 2361.) Lebte seit 1838 in München.

Schiffbruch an der Küste bei Carolin. 2326. (2242.) 24 a.[Bearbeiten]

Links das wilde Meer, in dem ein grosses Schiff versinkt, während die Geretteten in einer Schaluppe zu landen versuchen. Rechts die Dünenküste mit dem von einer Windmühle, einem Kirchturm und einem Fabrikschornstein überragten Orte. Vorn am Ufer die Männer, welche mit Stangen und Stricken den aus den Wellen emporklimmenden Schiffbrüchigen zu Hilfe kommen. Bezeichnet rechts unten: Rich. Zimmermann. München. 1848.

Leinwand; h. 1,50; br. 1,51. – 1875 von den Erben des Künstlers erworben.

[732]

Adolf Lier.[Bearbeiten]

Geb. zu Herrnhut den 21. Mai 1826; gest. den 30. Sept. 1882 in Brixen. Besuchte als angehender Architekt die Dresdener Akademie. Der Landschaftsmalerei widmete er sich als Schüler Richard Zimmermannes in München seit 1851; aber erst im Anschluss an Dupré in Paris entwickelte er sich seit 1864 zu seiner Eigenart. Er war hauptsächlich in München thätig.

Die Oise im Mondschein. 2327. (2265.) 27 c.[Bearbeiten]

Der Fluss windet sich durch ebene Gegend zum Vordergrunde rechts herab. Rechts begrenzt ihn ein Wald, links der Dammweg, auf dem kräftige Pferde, nach vorn gewandt, zwei Schiffe ziehn, an deren Bug Laternen leuchten. Der Mond steht in der Mitte und wirft seine Strahlen breit in die leichtgewellte Flut. Bezeichnet links unten: A. Lier (A und L zusammengezogen).

Leinwand; h. 1,05; br. 1,50. – 1867 aus der Ausstellungseinnahme erworben.

Franz Defregger.[Bearbeiten]

Geb. zu Stronach im Pusterthal (Tirol) den 30. April 1835; lebt in München. Lernte seit 1858 unter Stolz in Innsbruck die Bildhauerei. Besuchte dann die Münchener Akademie, wo er Schüler Karl v. Piloty’s war. 1863 bis 1865 m Paris. Seit 1866 hauptsächlich in München ansässig. Professor und Ehrenmitglied der dortigen Akademie.

Der Abschied von der Sennerin. 2328. (2285.) 28 b.[Bearbeiten]

Rechts ziehn die Jäger zur Sennhütte hinaus. Ein alter und ein junger sind zurückgeblieben, um besonderen Abschied von der Sennerin zu nehmen. Diese reicht lachend die beiden Hände dem alten Jäger, der sie lebhaft in seiner Linken schüttelt, während er mit der Rechten zwei gelbbraune Teckel an der Leine hält. Der jüngere aber steht, von vorn gesehen, hinter beiden an der Wand, raucht lächelnd seine Pfeife und wartet, bis er der letzte sein wird. Bezeichnet links unten: Defregger 1877.

Leinwand; h. 0,90; br. 0,76. – 1877 im Kunsthandel aus Berlin. – Gestochen von Hugo Bürkner. ☼ Neues G.-W. III. 9. – Phot. Hanfstaengl-München.

Die Sensenschmiede. 2329. (2340.) 30 c.[Bearbeiten]

Vor dem Tiroler Aufstande von 1809. Die Schmiede liegt rechts in der Felsenhöhle, aus der ein Alter hervorblickt. Die fertigen Sensen stehn vor ihr am Felsen; ganz [733] vorn eine hölzerne Kanone. Links unter der Felswand sitzt das kräftige Mädchen, welches in der Tasche, die sie auf dem Rücken trägt, eine Botschaft gebracht hat. Ein Teckel leckt ihr die Hand. Vor ihr, nach rechts gewandt, steht ein Alter, welcher die Botschaft verliest. Die Männer, welche ihre Arbeit verlassen haben, umdrängen ihn mit ernsten Mienen, um zu lauschen. Ganz vorn sitzt einer, von hinten gesehen, im Mantel und Hut auf dem Stein. Bezeichnet links unten: Franz Defregger. 1883.

Leinwand; h. 1,18; br. 2,24. – 1883 auf der Internationalen Kunstausstellung zu München erworben. – Es ist ein Bild aus des Meisters historischem Cyklus der Tiroler Freiheitskriege, welcher in Copien im Innsbrucker Museum zusammengestellt ist, während die Originale sich in verschiedenen Sammlungen befinden. – Gestochen von Th. Langer (noch in Arbeit).

Karl Raupp.[Bearbeiten]

Geb. zu Darmstadt den 2. März 1837; lebt in München. 1856 bis 1858 Schüler des Städel’schen Instituts zu Frankfurt a. M. Dann, bis 1866, Schüler Karl v. Piloty’s in München. 1868 Professor an der Gewerbeschule in Nürnberg; kehrte später jedoch nach München zurück.

Vom Sturme gejagt. 2330. 27 a.[Bearbeiten]

Vorn der schäumende Landsee, über den eine junge kräftige Frau, nach rechts gewandt, den bedrohten, gebrechlichen Kahn lenkt, in dem die Grossmutter mit einem Knaben auf dem Schoosse sitzt, während ein kleines Mädchen mit ihrer Puppe sich ängstlich an sie schmiegt und ein etwas älterer Knabe sich stehend am gegenüberliegenden Rande festhält. Schwere schwarze Wolken verhüllen das Ufer. Möven flattern über dem Wasser. Bezeichnet links unten: K. Raupp . München 85.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,57. – 1885 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Ad. Ernst Meissner.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 7. April 1837; lebt in München. Schüler der Dresdener Akademie, insbesondere Rob. Kummer’s. Auf Reisen und in München, wo er seit 1870 ansässig ist, weiterentwickelt.

Schafheerde in einer Winterlandschaft. 2331. (2289.) 27 d.[Bearbeiten]

Beschneite Ebene. Rechts im Hintergrunde ein Dorf im Schnee. Vorn in der Mitte der kaum noch erkennbare Weg, auf dem ein fest in seinen Mantel gehüllter Schäfer seine Heerde bildeinwärts treibt. Graue Wolken [734] am gelben Nachmittagshimmel. Bezeichnet links unten: Ernst Meissner. München 1875.

Leinwand; h. 0,64; br. 1,00½. – 1875 vom Künstler erworben. – Phot. Hanfstaengl-München und Phot. Ges.

Heinrich Lang.[Bearbeiten]

Geb. den 24. April 1838 zu Regensburg; lebt in München. Seit 1855 Schüler der Münchener Akademie; seit 1857 im Atelier des Fr. Voltz daselbst. 1860 bis 1868 in Ungarn und Paris. Nahm 1870/71 am Kriege teil.

Einfang von Weidepferden. 2332. (2341.) 28 a.[Bearbeiten]

Weite ungarische Puszta. Links vorn ein Schilfteich. Rechts regnet es. In der Mitte sind die halbwilden Pferde zusammengedrängt, von allen Seiten von den Pferdeknechten mit ihren Schlingen bedroht. Links im Hintergrunde werden die bereits eingefangenen Pferde bewacht. Bezeichnet rechts unten: H. Lang. München.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,74. – 1883 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Guido von Maffei.[Bearbeiten]

Geb. den 1. Juli 1838 zu München; lebt daselbst. Erst seit 1865 an der Münchener Akademie zum Künstler gebildet. Schüler seines Altersgenossen Otto Gebler.

Sichere Beute. 2333. (2290.) 28 b.[Bearbeiten]

Zwei Hunde verfolgen einen angeschossenen Rehbock, der sich, halb nach rechts gewandt, zum Vordergrunde flüchtet. Links neben ihm einer der Hunde, der ihn bereits erreicht hat; der andere springt erst über die Hecke. Links Fernblick. Rechts Gebüsch. Bezeichnet links unten: G. v. Maffei. München 1879.

Leinwand; h. 1,38; br. 1,91. – 1880 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben. – Phot. Hanfstaengl-München.

Fr. Otto Gebler.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 18. Sept. 1838; lebt in München. Gebildet an den Akademieen zu Dresden und München. An letzterer Schüler Karl v. Piloty’s

Zwei Wilderer. 2334. (2292.) 29 d.[Bearbeiten]

Ein Hund macht sich daran, einen auf dem Rücken liegenden jungen Hasen, den er erjagt hat, zu zerfleischen und wirft dabei scheele Blicke auf seinen Gefährten, [735] einen Teckel der links vorn liegt, aber zu erschöpft von der Jagd ist, um sich an der Verspeisung der Beute zu beteiligen. Bez. rechts unten: Otto Gebler. München 1879.

Leinwand; h. 0,76; br. 1,04. – 1880 auf der Dresdener Kunstausstellung gekauft. – Gest. von C. R. Petzsch. ☼ Neues G.-W. IV, 12.

Der Siebenschläfer. 2335. 26 a.[Bearbeiten]

Im Schafstall, durch dessen verschlossene Thür die Strahlen der Morgensonne hereinbrechen, liegt der junge Hirtenknabe rechts in tiefem Schlummer auf seinem Bette. Neben ihm sein Hund, der ihn bewacht und die Schafe anknurrt, welche sich, ungeduldig hinauszukommen, an’s Bett drängen. Bezeichnet rechts unten: Otto  Gebler. München 1884.

Leinwand; h. 0,96½; br. 1,35. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung. – Gest. von Joh. Friedr. Vogel.

Eduard Kurzbauer.[Bearbeiten]

Geb. zu Lemberg von Wiener Eltern am 2. März 1840; gest. zu München am 13. Jan. 1879. Schüler der Wiener Akademie, insbesondere Führich’s, seit 1866 der Münchener Akademie, insbesondere Karl v. Piloty’s. Später studirte er mit Vorliebe im Schwarzwald. Ansässig war er in München.

Die Verläumdung. 2336. (2295.) 27 b.[Bearbeiten]

Knieestück. Drei Mädchen am Spinnrocken: in der Mitte eine von hinten und eine von vorn gesehen; links, nach rechts gewandt, die dritte. Hinter letzterer der Alte, vor ihr die Alte. Rechts am Tische sitzen zwei junge Burschen, von denen der eine dem anderen eine Bemerkung über das neben dem letzteren sitzende, von vorn gesehene Mädchen gemacht hat, welche dieses, die rechte Hand beteuernd an die Brust legend, abwehrt. Bez. rechts unten: Eduard  Kurzbauer. München.

Mahagoniholz; h. 0,66; br. 0,91. – 1878 im Kunsthandel aus Wien. – Gestochen von Th. Langer. ☼ Neues G.-W. II, 6.

Josef Brandt.[Bearbeiten]

Geb. den 11. Febr. 1841 zu Szczebrzeszyn in Polen; lebt in München. Seit 1862 Schüler Franz Adam’s in München. Seit 1878 kgl. bayrischer Professor.

Der Beutezug am Fluss. 2337. (2296.) 27 a.[Bearbeiten]

Polnische Reiter aus der Zeit Sobieski’s passiren mit türkischer Kriegsbeute einen Fluss. Die Landstrasse, auf welcher der mächtige Beutezug sich zum Vordergrunde herabwälzt, [736] führt rechts unter dem Gebirge entlang. Vorn am Flusse stützen Krieger einen schwer beladenen, mit vier Pferden bespannten Karren durch einen Hebelbalken. Links vorn hält ein geharnischter Reiter mit vier gesattelten Pferden, die er bereits durch den Fluss geführt hat. Bezeichnet rechts unten: Józef Brandt. Warszawy. 1874.

Leinwand; h. 0,69; br. 1,60. – 1879 im Kunsthandel aus München.

Nikolaus Gysis.[Bearbeiten]

Geb. den 1. März 1842 auf der Insel Tinos im Archipelagus ; lebt in München. Erhielt seinen ersten Unterricht in Athen. Setzte seine Studien an der Münchener Akademie fort, an welcher er 1866 bis 1869 Schüler K. v. Piloty’s war. Bildete seine Eigenart auf Reisen im Orient aus.

Der Hühnerdieb in Smyrna. 2338. 25 d.[Bearbeiten]

Der Dieb wird rückwärts mit gebundenen Händen und mit dem gestohlenen Geflügel über der Schulter auf einem Esel durch die Strasse geführt. Ein stattlicher Wächter schreitet neben ihm her. Ein trommelnder Bursche eilt voraus. Rechts und links unter den Häusern das schadenfroh lächelnde, bunt gekleidete türkische Volk; rechts vorn behäbige Raucher, links vorn ein Knabe mit blossen Beinen. Bezeichnet links unten: N. Gysis.

Leinwand; h. 1,36; br. 1,05. – 1885 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Aug. Robert Rud. Schietzold.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden am 4. Juli 1842; lebt in München. 1864 bis 1868 Schüler A. L. Richter’s an der Dresdener Akademie; seit 1870 in München unter Lier’s und Schleich’s Einfluss, später in Italien.

Am Starnberger See. 2339. (2302.) 27 a.[Bearbeiten]

Vorn auf dem Wege eine Kuhheerde mit ihren Hirten. Durch den Mittelgrund zieht sich der blaue See. Ein Wald rechts am diesseitigen Ufer. Im Hintergrunde die Alpenkette. Grau bewölkter Himmel. Bezeichnet rechts unten: R. Schietzold . Mch. 77.

Leinwand; h. 0,76; br. 1,43. – 1877 auf der Dresdener Kunstausstellung erworben.

Capri. 2340. 24 a.[Bearbeiten]

Links der Abhang der Insel Capri mit dem „Arco naturale.“ Auf dem emporführenden schmalen Wege folgen Ziegen ihrem Hirten. Rechts unten das blaue Meer. In der Mitte des [737] Hintergrundes die Küste des Festlandes bei Punta Campanella in glühendem Abendlichte. Rechts oben am Himmel der gelbe Mond. Bezeichnet links unten: R. Schietzold . Mch. 84; rechts unten: Dem Gedächtniss m. l. Agnes gewd.

Leinwand; h. 1,17; br.1,46½; – 1884 als Geschenk des Künstlers.

Werner W. G. Schuch.[Bearbeiten]

Geb. in Hildesheim den 2. Oct. 1843; lebt in München. War Anfongs Architekt, seit 1870 Professor der Baukunst an der technischen Hochschule zu Hannover. 1876 bis 1877 vervollkommnete er sich in Düsseldorf in der Technik der Oelmalerei und wendete sich nun ganz der Landschaft zu.

Das Hünengrab. 2341. (2348.) 30 d.[Bearbeiten]

Weite braune Haide. Im Mittelgrunde Tannenwälder. Vorn in der Mitte auf einer kleinen Anhöhe das aus mächtigen Felsblöcken zusammengefügte Hünengrab. Links neben demselben blickt ein Hirt, von hinten gesehen, in die Ebene hinab. Rechts ein kahler, von Krähen umflatterter Baum. Graue, nasse Wolken am Himmel; doch am Horizonte rechts gelbes Abendlicht. Bezeichnet rechts unten: Werner Schuch 1881.

Leinwand; h. 1,21: br. 1,96. – 1881 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Wilhelm Leibl.[Bearbeiten]

Geb. zu Köln a. Rh. den 23. Oct. 1844; lebt in München. Seit 1804 Schüler Karl v. Piloty’s an der Münchener Akademie. 1869 bis 1870 in Paris. Der Ausbruch des Krieges führte ihn nach München zurück.

Weiblicher Studienkopf. 2342. (2310.) 26 c.[Bearbeiten]

Brustbild nach links auf braunem Grunde. Die blauäugige Bauernfrau trägt ein weisses, vorn zugestecktes Brusttuch, ein schwarzes Kopftuch und eine Korallenhalskette. Bezeichnet rechts unten: W. Leibl. 79.

Mahagoniholz; h. 0,31; br. 0,24. – 1879 im Kunsthandel aus München.

Josef Em. Weiser.[Bearbeiten]

Geb. zu Patschkau in Schlesien den 10. Mai 1847; lebt in München. Schüler des Wilh. Diez daselbst.

Die letzte Zuflucht. 2343. (2311.) 26 c.[Bearbeiten]

Die Verteidigung eines Klosters, in welches Herrschaften und Landvolk sich vor dem Feinde geflüchtet haben. Durch die Thür zur Linken strömen Nonnen und Landleute [738] in den bereits gefüllten Saal. Vorn links haben zwei Damen Platz genommen. In der Mitte rüsten die Mönche sich zur Verteidigung. Ein Kardinal und ein Ritter, welcher einem Mönche die Handhabung des Ladestockes zeigt, erteilen Befehle. Weiter rechts vorn wetzt ein Mönch eine Klinge an einem Schleifstein. Ganz rechts blicken ein Kardinal und Mönche zum Fenster hinaus. Bezeichnet rechts unten: Josef Weiser.

Ahornholz; h. 0,73; br. 1,40. – 1879 im Kunsthandel aus München.

Ludwig Dill.[Bearbeiten]

Geb. den 2. Februar 1848 zu Gernsbach bei Baden-Baden; lebt in München. Schüler der Münchener Akademie unter K. v. Piloty. Auf Studienreisen weitergebildet.

Aus den venezianischen Lagunen. 2344. 25 b.[Bearbeiten]

Links das Ufer; im Hintergrunde die Stadt; vorn der Strand, an dem einige Fischerböte mit ausgespannten Segeln liegen. In der Mitte des Hintergrundes taucht eine Insel mit einer Kirche aus der Lagune. Fischerböte mit weissen und roten Segeln gleiten davor über die Flut. Nach rechts fährt ein Dampfschiff davon. Bezeichnet links unten: L. DILL.

Leinwand; h. 0,81; br. 1,21. – 1886 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Victor Weishaupt.[Bearbeiten]

Geb. den 6. März 1848 zu München; lebt in München. Trat erst nach der Heimkehr aus dem Feldzug 1870 in die Akademie seiner Vaterstadt; bildete dort unter W. Diez seine Technik aus.

Viehtränke bei einer Windmühle. 2345. 25 a.[Bearbeiten]

Vorn im flachen Wasser steht, nach rechts gewandt, eine prächtige Rinderheerde; in ihrer Mitte eine braune saufende Kuh. Weiter rechts hält ein Knecht auf einem Pferde ein zweites neben sich am Zügel und spricht mit einer Frau und einem Knaben, die mit blossen Beinen im Wasser stehen. Links hinten sonniges Weideland; rechts hinten das helle Dorf. In der Mitte die mächtige Mühle. Blauer Himmel mit nassgrauen Wolken. Bezeichnet links unten: V. Weishaupt . München.

Leinwand; h. 1,45½; br. 2,06. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

[739]

Fritz August Kaulbach.[Bearbeiten]

Geb. den 2. Juni 1850 in Hannover; lebt in München. Sohn des Porträtmalers Friedrich Kaulbach, Grossneffe W. Kaulbach’s. Schüler, Professor und seit 1886 Director der Münchener Akademie.

Ein Maitag. 2346. (2313.) 26 a.[Bearbeiten]

Familienfest im Freien. Kleidung des siebzehnten Jahrhunderts. In parkartiger, blühender Landschaft ist die Familie rechts in einer Laube um einen gedeckten Tisch gruppirt. Ganz rechts eine Frau mit ihrem Kleinen auf dem Schoosse. Links am Tische ein grosser Hund neben einem leeren Sessel. Die junge Dame, die auf letzterem gesessen, steht, nach links gewandt, draussen in der Mitte und teilt Kirschen unter eine bunte Kinderschar aus. Ganz links tanzt ein Mädchen mit einem kleinen Knaben. Bezeichnet links unten: Fritz Aug. Kaulbach 1879.

Lindenholz; h. 0,96; br. 1,57. – 1879 im Kunsthandel aus München.

Ernst K. G. Zimmermann.[Bearbeiten]

Geb. zu München den 24. April 1852; lebt in München. Schüler seines Vaters Reinhard Sebastian Zimmermann, dann, unter Wilh. Diez, der Münchener Akademie.

Der Musikunterricht. 2347. 28 c.[Bearbeiten]

Links eine Felswand und ein Baum; rechts eine sumpfige grüne Ebene. In der Mitte steht eine junge Frau mit gelbem Kopftuch und macht ihren vor ihr stehenden halbnackten Knaben auf das Spiel des alten, mit Fellen bekleideten Hirten aufmerksam, welcher vor ihnen auf einem Steine sitzt und mit beiden Händen die schlichte Hirtenflöte unter seinen Lippen herstreicht. Hinter ihm blickt ein zottiger Hund bildeinwärts. Links ihm gegenüber aber sitzt, nach rechts gewandt und halb von hinten gesehen, ein junger, bockbeiniger, spitzohriger, bekränzter, mit dem Pardelfell geschürzter Satyr und lauscht. Bezeichnet rechts unten: Ernst Zimmermann . München . 1884.

Leinwand; h. 1,59½; br. 2,11. – 1886 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

Aug. Ed. Nikolaus Meyer (Claus Meyer).[Bearbeiten]

Geb. den 20. November 1850 zu Linden vor Hannover; lebt in München. Er begann seine Studien 1875 unter Kreling [740] an der Nürnberger Kunstschule und setzte sie seit 1876 in München fort, wo er nacheinander die Schulen von Prof. Barth, Alex. Wagner und Loefftz besuchte.

Alte und junge Katzen. 2348. 28 d.[Bearbeiten]

In einem von oben links hell erleuchteten altdeutschen Gemache, an dessen schlichten weissen Wänden sich eine braune geschnitzte Holzbank entlangzieht, sitzen drei Frauen in altdeutscher Tracht in lebhaftem Gespräche bei einander. Diejenige zur Linken ist fast von hinten gesehen. Diejenige zur Rechten erhebt, eine Klatschgeschichte vortragend, die rechte Hand. Zu ihren Füssen drei junge Katzen an einem gelben Milchnapf. Bezeichnet unten links: Claus Meyer. 1885.

Leinwand; h. 0,82½; br. 1,04½. – 1886 im Kunsthandel aus München.


IV. Die Berliner Schule.[Bearbeiten]

Joh. Heinr. Karl Krüger.[Bearbeiten]

Geb. zu Salzwedel den 5. Juni 1812; lebt in Arendsee bei Seehausen in der Mark Brandenburg. Schüler der Berliner Akademie. In Italien weitergebildet. Von 1850 bis 1872 in Dresden.

Dorflandschaft. 2349. (2228.) C.-Z.[Bearbeiten]

Motiv aus der Altmark. Vorn links zwischen Bäumen ein Weg mit einer Bäuerin und einem Hunde. Vorn in der Mitte ein Wasser, an dem Kühe weiden. Rechts im Mittelgrunde ein Dorf hinter hohen Bäumen.

Leinwand; h. 0,99½; br. 1,30½. – 1861 mittels der Ausstellungsgelder.

K. Ludwig Jul. Rosenfelder.[Bearbeiten]

Geb. den 18. Juli 1813 zu Breslau; gest. den 18. April 1881 zu Königsberg i. Pr. Schüler Hensel’s an der Berliner Akademie. Bereiste Italien. War seit 1845 Director der Königsberger Akademie.

Bildniss des Malers Ernst Resch. 2350. (2231.) 43 c.[Bearbeiten]

Brustbild ohne Hände nach rechts, mit dem Kopf nach vorn. Der Dargestellte (geb. 1808 in Dresden, gest. 1864 als Professor in Breslau) trägt einen grauen, mit braunem Pelz besetzten Mantel. Sein ergrauender Vollbart ist kurz geschnitten.

[741] Leinwand; h. 0,65½; br. 0,52. – 1864 als Vermächtniss des Dargestellten. – Inv. 1855 ff. S. 50.

Karl L. F. Becker.[Bearbeiten]

Geb. den 18. December 1820 zu Berlin; lebt in Berlin. Schüler der Berliner Akademie; insbesondere A. v. Klöber’s. In München, Paris, Rom, Venedig weitergebildet. Professor und 1882 Präsident der Berliner Akademie.

Eine Bilderversteigerung. 2351. (2331.) 28 a.[Bearbeiten]

Tracht der Zopfzeit. Der Verkauf findet in dem herrschaftlichen Zimmer statt, in dem die Bilder gehangen. Der alte Versteigerer sitzt, von vorn gesehen, in der Mitte am Tische. Ueber ihm steht der Ausrufer. Links drängen die Kenner sich um das auf den Tisch gestellte Bild einer Susanna. Ganz links trägt ein kräftiger Bursche mit roter Kappe ein Bild hinaus. Rechts erklärt ein Herr der neben ihm sitzenden Dame ein Bild. Ganz rechts nehmen ein Diener und ein Mädchen ein Bild von der Wand. Bezeichnet links unten: C. Becker. (C und B zusammengezogen.)

Leinwand; h. 1,23; br. 1,58. – 1882 vom Comité der Albert-Vereins-Lotterie.

Wilhelm Gentz.[Bearbeiten]

Geb. zu Neu-Ruppin den 9. December 1822; lebt in Berlin. Schüler der Berliner und der Antwerpener Akademie. In Paris weitergebildet. Er unternahm wiederholte Studienreisen in den Orient. Seit 1881 Professor an der Berliner Akademie.

Das Totenfest in Kairo. 2352. (2332.) 26 c.[Bearbeiten]

Vorn der türkische Friedhof, zwischen dessen Gräbern buntes Volk den Toten huldigt. Rechts werden Almosen ausgeteilt. Links im Hintergrunde die Stadt, von der ein langer Zug von Palmenträgern, der rechts bereits den Friedhof erreicht hat, sich herabbewegt: an seiner Spitze ein Mann in rotem Talar und rotem Turban. Bezeichnet rechts unten: W. GENTZ. 1871.

Leinwand; h. 0,74; br. 1,26. – 1876 im Kunsthandel aus Berlin.

Hans Fr. Gude.[Bearbeiten]

Geb. zu Christiania den 13. März 1825; lebt in Berlin. Seit 1841 Schüler der Düsseldorfer Akademie, 1842 bis 1844 J. W. Schirmer’s daselbst. Auf vielen Studienreisen weitergebildet. [742] 1854 bis 1862 Professor an der Düsseldorfer Akademie, 1864 bis 1880 Professor der Kunstschule zu Karlsruhe. Seit dieser Zeit Leiter eines Meisterateliers in Berlin.

Landende Fischer. 2353. 30 d.[Bearbeiten]

Links vorn und rechts im Mittelgrunde das brandende blaugrüne nordische Meer, auf dem, nach rechts gewandt, verschiedene Böte segeln. Rechts vorn ein Stück des Strandes, an dem eine Frau mit ihrem Netze, ein Mädchen mit den vor ihr im Korbe liegenden Fischen beschäftigt ist. Links vorn landet ein Bot, an dessen Rand ein barfusses Mädchen sitzt, während der alte Fischer einem jungen Burschen den Korb auf den Rücken giebt, um ihn an’s Land zu tragen. Bezeichnet unten rechts: H. F. Gude (H F G als Monogramm) 1885.

Leinwand; h. 1,32; br. 2,39. – 1885 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Heinrich Joh. Gärtner.[Bearbeiten]

Geb. zu Neu-Strelitz in Mecklenburg den 22. Febr. 1828; lebt in Berlin. Seit 1845 Schüler Fr. Wilh. Schirmer’s in Berlin; dann Adr. Ludw. Richter’s in Dresden; in Rom weitergebildet. War längere Zeit in Leipzig thätig.

Im Schweisse ihres Angesichtes. 2354. (2272.) 23 d.[Bearbeiten]

Grosse heroische Landschaft mit Adam und Eva, Kain und Abel nach der Vertreibung aus dem Paradiese. Links im Hintergrund das Meer. Mächtige Gebirge in der Mitte und rechts, wo sich ein Wasserfall vom Felsen stürzt. Vorn links sitzt Eva an einer Felsengrotte. Der kleine Abel steht an ihren Knieen. Vorn in der Mitte, nach links gewandt, steht Adam und gräbt den Acker. Kain steht neben ihm auf seine Hacke gestützt. Bez. links unten: H. G. fec. Roma 1865.

Leinwand; h. 1,62; br. 2,22. – 1872 mittels der Ausstellungseinnahme erworben.

Ludwig Knaus.[Bearbeiten]

Geb. den 5. October 1829 in Wiesbaden; lebt in Berlin. Seit 1845 Schüler der Düsseldorfer Akademie unter W. v. Schadow und K. Sohn. 1852 bis 1860 in Paris. 1861 bis 1866 in Berlin. 1866 bis 1874 in Düsseldorf. Seit 1874 Leiter eines Meisterateliers in Berlin.

Hinter dem Vorhang. 2355. (2337.) 27 d.[Bearbeiten]

Eine wandernde Seiltänzer- und Gaukler-Gesellschaft giebt Vorstellung in einem Dorfe, das links hinter dem mit Zelttuch umspannten Circus hervorblickt. Ein Seiltänzer [743] steht auf dem Seil, ein Neger schlägt den Vorhang zurück, um den vorn sitzenden Gefährten herbeizurufen. Vorn in der Mitte sitzt der bemalte Clown, sein Jüngstgeborenes aus der Flasche tränkend. Zwei Kinder wärmen sich am Kochofen die Hände. Neben letzterem liegen drei Pudel. Rechts vorn bemüht ein ältlicher Herr sich um die Seiltänzerin. Bezeichnet[WS 2] links unten: L. Knaus 1880.

Mahagoniholz; h. 0,81; br. 1,10. – 1880 im Kunsthandel aus Berlin.

Otto C. F. A. Dörr.[Bearbeiten]

Geb. zu Ludwigslust den 3. Dec. 1831; gest. zu Dresden den 18. Nov. 1868. Schüler der Berliner Akademie; widmete sich unter Steffeck in Berlin der Pferdemalerei; seit 1852 in Paris weitergebildet. Er liess sich in Dresden nieder, ging aber gegen Ende seines Lebens nochmals nach Paris, wo er nunmehr in Bonnat’s Atelier eintrat.

Pariser Maler Atelier. 2356. (2283.) 24 d.[Bearbeiten]

Es ist das Atelier Bonnat’s um 1867. Rechts auf einer Bretterbühne steht nach links gewandt, die Linke in die Seite gestemmt, ein nackter junger Mann Modell. Links vorn und links und rechts im Mittelgrunde sitzen und stehen die jungen Maler zeichnend an ihren Staffeleien. Bezeichnet links unten: O. Dörr.

Leinwand; h. 0.61; br. 0,82. – 1872 von der Witwe des Künstlers, Frau Bertha Dörr, geschenkt.

Louis Douzette.[Bearbeiten]

Geb. den 25. Sept. 1834 zu Triebsee in Neuvorpommern; lebt in Berlin. Anfangs Stubenmaler. Erst 1868 Schüler H. Eschke’s in Berlin. Auf Studienreisen weitergebildet.

Ein Landsee im Mondschein. 2357. (2339.) 27 b.[Bearbeiten]

Links vorn am Ufer Bäume und Felsblöcke; rechts am Schilfe ein Fischerbot. Der Mond wirft links aus leichtem Gewölke einen hellen Lichtstreifen auf die Wasserfläche; davor ein Segel; rechts im Mittelgrunde ein rötliches Licht. Bezeichnet links unten: L. Douzette.

Leinwand; h. 0,58½; br. 0,91. – 1883 aus den Zinsen der Proll-Heuer-Stiftung erworben.

Christian Wilberg.[Bearbeiten]

Geb. den 20. Nov. 1839 zu Havelberg; gest. den 3. Juni 1882 zu Paris. Anfangs Stubenmaler. Erst seit 1861 in Berlin unter [744] Otto Weber und Professor Pape zum Künstler, im Atelier Paul Gropius’ zum Decorationsmaler gebildet. 1870 unter Osw. Achenbach in Düsseldorf weiterentwickelt; 1872–74 in Italien. Dann liess er sich in Berlin nieder, von wo aus er wiederholte Studienreisen unternahm.

„Memento mori.“ 2358. (2345.) 26 b.[Bearbeiten]

Motiv aus dem Sabinergebirge. Nachtstück. Links eine Klosterkirche mit Rundbogenvorhalle unter Eiesencypressen. Einige Mönche, welche Kreuze tragen, auf dem Wege davor. Rechts vorn ein Friedhofskreuz. Rechts im Mittelgrunde die tiefe, stromdurchrauschte Schlucht. Darüber auf schroffem Felsen altes Gemäuer unter Cypressen. Bezeichnet links unten: Ch. Wilberg.

Leinwand; h. 1,30; br. 1,10. – 1883 von einer in Dresden ansässigen Familie geschenkt.

Karl Ludwig.[Bearbeiten]

Geb. den 18. Jan. 1839 zu Römhild in Sachsen-Meiningen; lebt in Berlin. Seit 1858 Schüler Karl v. Piloty’s in München. In München bis 1867. 1877 bis 1880 Professor der Königl. Kunstschule in Stuttgart; seit dieser Zeit in Berlin.

Alpenlandschaft. 2359. (2343.) 25 c.[Bearbeiten]

Motiv von der Lenzer Haide in Graubündten. Gewitterstimmung. Mächtige Wolken umziehen die Berge. Links am Abhang ein sonnenbeleuchtetes Dorf. Auf dem Wege, der zu ihm hinaufführt, eine Gestalt mit rotem Regenschirm. Rechts zieht sich ein graues Wasser zwischen grünem Wiesenrand zum Vordergrunde herab. Dahinter vor der dunklen Felswand eine Kirche mit rotem Dach und grauem Turm. Bez. rechts unten: Carl Ludwig. Berlin 1882.

Leinwand; h. 1,37; br. 2,01. – 1883 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.


V. Die Wiener Schule.[Bearbeiten]

Ludwig Ferd. Schnorr von Carolsfeld.[Bearbeiten]

Geb. zu Königsberg in Pr. (während eines vorübergehenden Aufenthalts seines Vaters Hans Veit Schnorr v. C. daselbst) den 11. October 1788; gest. zu Wien den 13. April 1853. Aelterer Bruder des Julius Schnorr von Carolsfeld. Schüler seines Vaters, seit [745] 1804 der Wiener Akademie. Thätig hauptsächlich zu Wien, wo er Erster Custos an der Kaiserl. Belvedere-Galerie war.

Ein Greis in altdeutscher Tracht. 2360. (2188.) 28 b.[Bearbeiten]

Brustbild nach links auf braunem Grunde. Der Alte in weissem Vollbart trägt einen braunen Pelzmantel, eine anliegende grüne, mit goldenen Netzlinien geschmückte Kappe und ein schwarzes Barett. Bezeichnet rechts in der Mitte: L. S. (Monogramm).

Leinwand; h. 0,16; br. 0,13½. – 1874 von Frau Geh. Justizrath Krug, geb. Schnorr von Carolsfeld.

Aug. Albert Zimmermann.[Bearbeiten]

Geb. den 20. September 1808 zu Zittau; lebt in München. Schüler der Akademien zu Dresden und München. Eine Zeitlang österreichischer Professor an der Akademie zu Mailand; seit 1860 Professor der Wiener Akademie. Später zog er sich nach Salzburg, 1884 nach München zurück.

Die Pflügung des Ackers. 2361. (2220.) 26 a.[Bearbeiten]

Kahle Hochebene. Zum Vordergrunde rechts herab pflügt ein Bauer mit zwei Ochsen dunkle Furchen in’s Feld. Rechts im Mittelgrunde steht ein Schäfer mit seiner Heerde. Vorn links ein spärlich belaubter Weidenbaum. Bezeichnet links unten: Albert Zimmermann.

Leinwand; h. 0,89; br. 1,52. – 1873 vom Maler Sturm gekauft. Inventar 1855 ff. S. 65. – Der Künstler, dessen eigentliches Fach Alpenlandschaften waren, hatte das Bild nach seiner eigenen Aussage als Beispiel für seine Schüler gemalt, „wie man eine Ebene darstellen sollte, dass sie doch Form behält.“

Anselm Feuerbach.[Bearbeiten]

Geb. den 12. September 1829 zu Speier; gest. den 4. Januar 1880 zu Venedig. 1845 Schüler W. v. Schadow’s an der Düsseldorfer Akademie. 1850 Schüler der Akademie zu Antwerpen. 1851–1854 in Paris, 1855 in Venedig weitergebildet; seit 1856 in Florenz, dann in Rom; 1873–1876 Professor der Wiener Akademie. Seit dieser Zeit in Venedig.

Zur Wiener Schule gehört Feuerbach nur uneigentlich ; da er aber der Düsseldorfer Schule vollständig entwachsen erscheint und nur in Wien ein Lehramt bekleidet hat, konnten wir ihn kaum einer anderen Schule zuweisen.

Maria mit dem Kinde. 2362. (2336.) 30 b.[Bearbeiten]

Kniestück. Vor flacher, tief gestimmter Landschaft sitzt Maria, fast von vorn gesehen, mit gesenktem Blicke, stützt sich mit der Linken auf die Steinbank und hält [746] mit der Rechten ihr nacktes Knäblein auf dem Schoosse, das sich an sie schmiegt. Links zwei bekleidete musicirende Engelknaben, rechts ein dritter. Bezeichnet links unten: Anselm Feuerbach . Roma . 1860.

Leinwand; hochoval mit gemalten, verzierten Ecken; b. 1,17; br. 0,96. – 1881 vom Obersten E. Rothpletz in Zürich erworben. – Die Handzeichnungen zu den Köpfen der Engel befinden sich im Königl. Kupferstich-Cabinet. – Gestochen von E. Büchel. ☼ Neues G.-W. IV, 10.

Heinrich von Angeli.[Bearbeiten]

Geb. den 8. Juli 1840 zu Oedenburg in Ungarn; lebt in Wien. Er studirte an den Akademien von Wien und Düsseldorf, in München und Paris. 1882 liess er sich in Wien nieder, wo er eine Professur an der Akademie übernahm.

Bildniss des Malers G. A. Kuntz. 2363. 26 b.[Bearbeiten]

Studienkopf. Brustbild ohne Hände von vorn auf braunem Grunde. Der schwarzhaarige, dunkelbärtige und dunkeläugige Künstler trägt eine goldene Brille.

Leinwand; h. 0,58½; br. 0,47½. – 1886 von einem Verwandten des Dargestellten erworben.

Gustav Adolf Kuntz.[Bearbeiten]

Geb. den 17. Februar 1843 zu Wildenfels in Sachsen; gest. den 2. Mai 1879 zu Rom. Zuerst als Bildhauer Schüler Joh. Schilling’s an der Dresdener Akademie. Wandte sich nach weiten Studienreisen der Malerei zu. Als Maler vollendete er seine Studien 1873–1877 unter H. v. Angeli in Wien. Seit 1877 war er in Rom ansässig.

Ein Gruss aus der Welt. 2364. (2304.) 25 d.[Bearbeiten]

In ihrer Zelle sitzt die schwarz gekleidete Nonne, nach links gewandt, am Fenster, stützt ihren Kopf mit beiden Händen und blickt an den hohen Dächern, die draussen die Aussicht versperren, vorbei zum blauen Himmel empor. Bezeichnet links unten: G.  A.  Kuntz . 1876.

Mahagoniholz; h. 0,62; br. 0,36. – 1876 auf der Dresdener Kunstausstellung gekauft. – Gestochen von Ed. Büchel ☼ Neues G.-W. I, 3.

Römische Pilgerin, ein Crucifix küssend. 2365. (2305.) 28 c.[Bearbeiten]

In der Mitte an der Mauer hängt ein grosses altes Crucifix. Zwischen den links spriessenden Disteln und den rechts blühenden Rosen lehnt sich, vom Rücken gesehen, ein junges, barfusses Mädchen in farbiger römischer Landtracht gegen die Bank unter dem Bilde des [747] Heihandes und küsst inbrünstig dessen Füsse. Bezeichnet links unten: Gustav Kuntz . Rom . 1878.

Nussbaumholz; h. 0,79; br. 0,48. – 1879 von der Mutter des Künstlers erworben. – Wiederholung des ein Jahr früher gemalten Bildes der Berliner National-Galerie. – Gegenstück zum folgenden.

Betende römische Pilgerin. 2366. (2306.) 28 c.[Bearbeiten]

Rechts oben an der Mauer ein bekränztes altes Madonnenbild. Davor eine Bank, auf welcher, nach rechts gewandt, ein junges, barfusses Mädchen in farbiger römischer Landtracht sitzt, ihre gefalteten Hände auf den Korb, den sie auf dem Schoosse hält, legt und inbrünstig betend zur Gnadenmutter emporschaut. Nicht bezeichnet, nicht ganz vollendet.

Eichenholz; h. 0,76; br. 0,46½. – 1879 von der Mutter des Künstlers erworben. – Gegenstück zum vorigen. – Gestochen von H. Bürkner ☼ Neues G.-W. V, 13.

Römische Gemüseverkäuferin. 2367. 25 d.[Bearbeiten]

Kniestück. Ein junges Mädchen in farbiger römischer Landtracht steht, fast von vorn gesehen, vor einer grauen Mauer. Sie stemmt die Rechte in die Seite und hält einen Korb Salat unter dem linken Arm. Bezeichnet rechts unten: G.  Kuntz. Rom 1878.

Mahagoniholz; h. 0,53; br. 0,35. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler.


VI. Die Karlsruher Schule.[Bearbeiten]

Carl Friedrich Lessing.[Bearbeiten]

Geb. zu Breslau den 15. Februar 1808; gest. zu Karlsruhe den 3. Juni 1880. Grossneffe des Schriftstellers Gotthold Ephraim Lessing. Schüler der Berliner, seit 1826 unter W. Schadow der Düsseldorfer Akademie. In Düsseldorf blieb er thätig, bis er 1858 als Professor der Kunstschule und als Director der Kunsthalle nach Karlsruhe berufen wurde.

Der Klosterbrand. 2368. (2218.) 29 c.[Bearbeiten]

Das brennende Kloster liegt halb links im Mittelgrunde auf einem Berge. Vorn links auf der Höhe eine prächtige Baumgruppe. Rechts am Abhang üppiger Wald. In der Mitte schlängelt sich ein Weg zum Vordergrunde herauf. Auf ihm ziehn die flüchtenden Mönche, ihre Processionsfahne in der Mitte, ihre Oberen an der Spitze, in langem Zuge heran. Schwere [748] bräunliche Gewitterwolken bedecken den Himmel. Bezeichnet links unten: C. F. L. 1846.

Leinwand; h. 1,32; br. 1,73. – 1878 im Kunsthandel aus Berlin. – Aus der Düsseldorfer Zeit des Meisters.

Eifellandschaft. 2369. (2217.) 30 c.[Bearbeiten]

Rechts schroffe, isolirte Basaltkegel. Links unten das Flussthal; jenseits desselben Felder am Abhang des Gebirges. Vorn in der Mitte ein mächtiger Felsblock, hinter dem sich einige Bergschützen des dreissigjährigen Krieges verstecken, um den links den Hohlweg heraufziehenden Soldaten zu begegnen. Heiterer Himmel. Bezeichnet rechts unten: C. F. L. 1877.

Leinwand; h. 1,26; br. 1,89. – 1877 vom Künstler erworben.

Wilhelm L. F. Riefstahl.[Bearbeiten]

Geb. in Neu-Strelitz den 15. Aug. 1827; lebt in München. 1843 Schüler der Berliner Akademie unter F. W. Schirmer. Auf Studienreisen selbständig weitergebildet. 1871 Professor, 1875 Director der Karlsruher Kunstschule. Später zog er nach München.

Eine Beerdigung in Rom. 2370. (2335.) 27 c.[Bearbeiten]

In der Mitte das Pantheon. Links davor der Obeliskenbrunnen, um den sich buntes Marktvolk drängt. Vom Pantheon bewegt sich der Leichenzug zum Vordergrunde rechts. Voran schreitet ein Chorknabe mit dem Crucifix; dann folgen die Mönche, dann mit der bedeckten Leiche die weissvermummten Mitglieder der Beerdigungs-Brüderschaft, Fackeln in den Händen. Rechts auf der Strasse sich drängendes Volk. Bezeichnet links unten: W. Riefstahl. Rom 1871.

Leinwand; h. 1,17; br. 1,80. – 1881 im Kunsthandel aus Berlin.

Im anatomischen Theater zu Bologna. 2371. 25 c.[Bearbeiten]

Im getäfelten Saale führen Stufenreihen mit Bänken und Geländern zum Fussboden hinunter. Der Leichnam eines jungen Mädchens liegt unter weissem Tuche auf dem Secirtische. Zwei junge Aerzte machen sich links am Kopfende der Leiche zu schaffen. Rechts zu ihren Füssen steht der Professor in der Tracht des Anfangs des vorigen Jahrhunderts. Er hat seinen Hut auf einen Stuhl gelegt und zieht sich die Handschuhe aus. Links auf den Stufen zwei andere Zuhörer. Rechts ein Diener. Bez. l. u.: W. Riefstahl. München.

Leinwand; h. 1,65½; br. 1,32. – 1884 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung erworben.

[749]

Karl Hoff.[Bearbeiten]

Geb. zu Mannheim den 8. Sept. 1838; lebt in Karlsruhe. 1855 bis 1858 Schüler der Karlsruher Kunstschule, 1858 bis 1861 der Düsseldorfer Akademie. Auf Studienreisen weitergebildet. Er lebte bis 1878 in Düsseldorf; dann übernahm er eine Professur an der Karlsruher Kunstschule.

Des Sohnes letzter Gruss. 2372. (2344.) 30 a.[Bearbeiten]

Rechts steht, nach links gewandt, der schmucke junge Kriegskamerad des Gefallenen, dessen letzten Gruss er überbringt. Er hält in seiner Linken den Hut und fasst mit der Rechten den Stuhl, von dem er sich erhoben. Links ist die Mutter, der ein Geistlicher Trost zuspricht, in den Lehnsessel zurückgesunken; neben ihr steht die Schwester des Gefallenen. Sie und sein Freund schaun sich mit tiefem, verständnissvollem Blicke an. Bezeichnet rechts unten: Carl Hoff . 78 . Ddf.

Leinwand; h. 1.49; br. 2,13. – 1882 vom Comité der Albert-Vereins-Lotterie erworben.

Ferdinand Keller.[Bearbeiten]

Geb. zu Karlsruhe den 5. Aug. 1842; lebt in Karlsruhe. Seit 1862 Schüler J. W. Schirmer’s, seit 1863 Joh. Canon’s in Karlsruhe. Professor und seit 1880 Director der Karlsruher Kunstschule.

Entwurf zu dem Vorhang des K. Hoftheaters zu Dresden. 2373. (2303.) C.-Z.[Bearbeiten]

In der Mitte des Mittelfeldes thront eine allegorische Flügelgestalt mit einer Fackel in der Rechten, umgeben von den Gestalten der Geschichte, der Poesie, der Musik, der Tanzkunst. Andere Gestalten im Vordergrunde. Im oberen Fries Medaillons mit den Brustbildern von Sophokles, Shakespeare, Molière, Lessing, Schiller, Goethe. Im unteren Fries Medaillons mit den Brustbildern von Gluck, Mozart, Beethoven, Weber, Rossini, Meyerbeer, Wagner.

Leinwand; h. 1,34; br. 1,56. – 1879 der Galerie überwiesen. – Bei der Concurrenz für den Vorhang des Neuen Dresdener Theaters prämiirt, zur Ausführung gewählt und thatsächlich ausgeführt. – Phot. Hanfstaengl-München.

Hermann Baisch.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 12. Juli 1846; lebt in Karlsruhe. Schüler der Stuttgarter Kunstschule. In Paris weitergebildet. Seit 1869 Schüler Lier’s in München. Gegenwärtig ist er Professor an der Kunstschule zu Karlsruhe.

[750]

Holländische Kanallandschaft. 2374. (2350.) 27 a.[Bearbeiten]

Links zieht sich der Kanal, auf dem ein Frachtschiff von einem Karren beladen wird, bildeinwärts. Im Hintergrunde ein Dorf mit einer Windmühle. Rechts auf dem Wege eine Rinderheerde; in der Mitte, von hinten gesehen, eine Frau in Holzschuhen. Rechts im Hintergrunde eine zweite Windmühle. Die Sonne steht hinter leichten Wolken mitten am Himmel. Bezeichnet rechts unten:Hermann Baisch 1882.

Leinwand; h. 0,79; br. 1,51. – 1882 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Die Kuhtränke am Bergabhang. 2375. (2351.) 26 a.[Bearbeiten]

Links führt ein Weg, auf dem, von hinten gesehen, eine Bäuerin hinanschreitet, zu rotdachigen Häusern unter herbstlich braunen Bäumen empor. Rechts vorn die von einer Quelle gespeiste Tränke, zu welcher die Kühe und jungen Stiere den Bergabhang herabgeschritten kommen. Helles Tageslicht. Leichte Sommer Wölkchen am Himmel. Bezeichnet rechts unten: Hermann Baisch . 1883.

Leinwand; h. 1,09; br. 1,56. – 1883 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.

Gustav Schönleber.[Bearbeiten]

Geb. den 3. Decbr. 1851 zu Bietigheim in Württemberg; lebt in Karlsruhe. Schüler Lier’s in München. Auf Studienreisen weitergebildet. Er war in München ansässig, bis er vor einigen Jahren eine Professur an der Karlsruher Kunstschule annahm.

Ebbe in Vlissingen. 2376. (2352.) 27 a.[Bearbeiten]

Links und rechts malerische rotdachige Häusergruppen, rechts von einer Windmühle überragt. In der Mitte der im Mittelgrunde überbrückte Kanal, dessen meistes Wasser die Ebbe entführt hat, so dass die Schiffe in ihm teils halb, teils ganz auf dem Trocknen stehen oder im Schlamme stecken. Bez. r. u.: H.  Schönleber.  1881.

Leinwand; h. 1,56; br. 2,51. – 1881 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.


VII. Die Weimarer Schule.[Bearbeiten]

Joh. Friedrich Chr. E. Preller.[Bearbeiten]

Geb. den 25. April 1804 zu Eisenach; gest. den 23. April 1878 zu Weimar. 1820 Schüler der Dresdener Akademie. 1823 van Bree’s in Antwerpen, 1825 der Mailänder Akademie. Seit 1828 in Rom durch Jos. Ant. Koch beeinflusst. Seit 1831 in Weimar. Er war Professor der dortigen Kunstschule.

[751]

Norwegische Küste. 2377. (2203.) 26 d.[Bearbeiten]

Die mächtigen steilen Felsen der Küste schliessen links den Mittelgrund. Das sturmempörte, brandende Meer füllt den ganzen Vordergrand und rechts den Hintergrund. Möwen flattern über den Wellen, in denen links vorn ein Teil eines Schiffsmastes treibt. Bezeichnet links unten: F. P. (als Monogramm) zwischen 1850. Weimar.

Leinwand; h. 0,45; br. 0,62½. – 1879 von Herrn von Seebach in Göttingen erworben. – Für dieses Bild erhielt der Künstler 1854 in Paris den Orden der Ehrenlegion.

Landschaft mit einem nymphenraubenden Kentauren. 2378. (2328.) 23 a.[Bearbeiten]

In der Mitte ein von baumreichen Abhängen begrenzter Landsee, der im Mittelgrunde durch Wasserfälle gespeist wird und links vorn auch als Wasserfall abfliesst. Blüthenbüsche unter hohen Bäumen vorn links und rechts. Im Wasser und rechts vorn am Ufer stieben Nymphen erschreckt auseinander oder blicken wehklagend dem Kentauren nach, der eine von ihnen geraubt hat, um mit ihr vorn, nach links gewandt, zu enteilen. Bez. rechts unten: F. P. (als Monogramm) zwischen 1874. Weimar.

Leinwand; h. 0,82; br. 1,41. – 1882 von Frau Commerzienrath Molinari in Breslau erworben.

Otto W. H. von Kameke.[Bearbeiten]

Geb. den 3. Febr. 1826 in Stolp; lebt in Berlin. Anfangs Offizier. 1860 bis 1862 in Italien. Dann Schüler der Weimarer Kunstschule, besonders des Grafen Kalckreuth.

Alpenlandschaft. 2379. (2334.) 30 c.[Bearbeiten]

Motiv vom Wetterhorn. Links zwischen mächtigen Felsblocken ein von einem Holzsteg überbrückter Wasserfall. In der Mitte majestätische Tannen oberhalb einer am Abhang gelegenen Hütte. Rechts vorn ein Mann mit einem Korbe auf dem Rücken und eine Frau mit einem roten Regenschirm. Berge unter grauem Himmel. Bezeichnet rechts unten: O. v. Kameke.

Leinwand; h. 1,35; br. 1,90. – 1882 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung von der Ernst’schen Kunsthandlung, Dresden.

Theodor Jos. Hagen.[Bearbeiten]

Geb. zu Düsseldorf den 24. Mai 1842; lebt in Weimar. Schüler Osw. Achenbach’s in Düsseldorf. Seit 1871 Professor, 1877 Director der Weimarer Kunstschule.

[752]

Das niederrheinische Städtchen Zons. 2380. (2301.) 26 a.[Bearbeiten]

Links die alte Stadt mit ihren hell beleuchteten malerischen Dächern und Türmchen. In der Mitte der Stadtgraben, über den im Hintergrunde die Landstrasse auf einen Damm führt. Rechts hohe Bäume. Bezeichnet links unten: Th. Hagen. Weimar. 1879.

Leinwand; h. 1,51: br. 2,25. – 1879 im Kunsthandel aus München.

Franz Sturzkopf.[Bearbeiten]

Geb. 1852 zu Hannover; lebt in Weimar. Schüler der Weimarer Kunstschule.

Westfälische Schmiede. 2381. 24 b.[Bearbeiten]

Links vorn steht der Ambos. Rechts brennt das Feuer auf dem Heerde. Links oben das Fenster, durch welches die mit Werkzeugen und Geräten jeder Art gefüllte Schmiede erleuchtet wird. Der bärtige Schmied im Schurzfell und in Hemdsärmeln steht, von vorn gesehen, am Feuer und zündet sich mit einem glühenden Eisen seine Pfeife an. Bez. links unten: F. Sturzkopf.

Leinwand; h. 0,54; br. 0,65. – 1885 aus den Zinsen der Pröll-Heuer-Stiftung.


VIII. Hamburger und Holsteiner Künstler.[Bearbeiten]

Friedrich Karl Gröger.[Bearbeiten]

Geb. zu Ploen in Holstein den 14. Oct. 1766; gest. zu Hamburg den 9. Nov. 1838. Autodidakt; doch 1789 Schüler der Berliner Akademie. War 1798 vorübergehend in Dresden, hauptsächlich aber in Hamburg thätig, wo er sich schliesslich ganz niederliess.

Selbstbildniss des Künstlers. 2382. (2170.) 43 a.[Bearbeiten]

Brustbild leicht nach rechts auf grauem Grunde. Der blauäugige Meister trägt einen hellbraunen Rock und eine graue Mütze.

Leinwand; h. 0,60; br. 0,46. – Geschenk des Künstlers. Doch erst im Katalog von 1856.

J. G. Valentin Ruths.[Bearbeiten]

Geb. zu Hamburg den 6. März 1825; lebt daselbst. Seit 1846 an der Münchener Akademie als Steinzeichner gebildet; seit [753] 1850 in Düsseldorf unter Schirmer zum Landschaftsmaler entwickelt. 1855 bis 1857 in Italien. Seit 1857 in Hamburg ansässig.

Herbstmorgen in der südlichen Schweiz. 2383. (2258.) 27 d.[Bearbeiten]

Vorn in der Mitte führt eine einbogige Steinbrücke, auf welcher eine Schafheerde nach rechts getrieben wird, über die tiefe, oben bewaldete Schlucht, in der unten ein Bergwasser schäumt. Rechts schöner Waldrand. Links Blick in die Berglandschaft. Vorn rechts auf dem Wege ein Karren. Bezeichnet rechts unten: Valentin Ruths 1876.

Leinwand; h, 0,78; br. 1,42. – 1876 auf der Dresdener Kunstausstellung gekauft.

Heinr. Louis Theod. Gurlitt.[Bearbeiten]

Geb. zu Altona den 18. März 1812. Lernte die Anfangsgründe der Kunst in Hamburg, setzte seine Studien seit 1832 in München, seit 1835 an der Kopenhagener Akademie fort. Machte Studienreisen durch fast alle Länder Europa’s. Lebte nacheinander in Kopenhagen, Düsseldorf, Berlin, Wien, Gotha, wohnt aber seit 1869 in Plauen bei Dresden.

Das Kloster Busaco in Portugal. 2384. (2225.) 29 c.[Bearbeiten]

In der Mitte das Kloster am sonnigen Abhang. Rechts vorn ein prächtiger Pinienwald, vor dem, zwischen Felsblöcken ein kleiner Wasserfall herabstürzt. Links Blick in die Berglandschaft. Vorn in der Mitte auf dem Wege drei Mönche. Unten feuerroter, oben grünlich-blauer Abendhimmel. Bez. halbrechts unten: Gurlitt Drsd. 1875.

Leinwand; h. 1,21; br. 1,88. – 1878 vom Künstler erworben.



[754]
Zweiter Abschnitt.




Ausländische Schulen.




I. Die französische Schule.[Bearbeiten]

François Baron Gérard.[Bearbeiten]

Geb. zu Rom den 4. Mai 1770, gest. zu Paris den 11. Januar 1837. Er kam schon in seinem zwölften Jahre nach Paris, wo er zuerst Schüler des Bildhauers Pajou, dann der Maler Brenet und David wurde. Thätig hauptsächlich in Paris, wo er officieller Porträtmaler Napoleon’s wurde.

Napoleon I. Im Krönungsornate. 2385. (780.) 22 c.[Bearbeiten]

Im weissen Rock und Purpurmantel, die goldene Lorbeerkrone auf dem Haupte, steht der Kaiser, leicht nach links gewandt, mit der Rechten auf seinen Herrscherstab gestützt, unter dem Thronhimmel da. Rechts hinter ihm sein Sessel. Links die Abzeichen seiner Weltherrschaft.

Leinwand; h. 2,21; br. 1,45. – Das Bild, von dem es mehrere Wiederholungen giebt, kam als Geschenk Napoleon’s nach Dresden. Als in der Galerie befindlich zuerst im Katalog von 1846.

Jean Ant. Theod. Gudin.[Bearbeiten]

Geb. zu Paris den 2. Aug. 1802, gest. in Boulogne-sur-Seine den 12. April 1880. Schüler des Girodet-Trioson. Thätig, von verschiedenen Reisen abgesehen (1844 malte er z. B. in Berlin), hauptsächlich in Paris.

[755]

Ein Seegefecht. 2386. (781.) 26 d.[Bearbeiten]

Auf dem grauen, massig bewegten, rechts aus grauumwölktem Himmel von einem Sonnenstrahl getroffenen Meere haben in der vorderen Keihe zwei französische Kriegsschiffe mit weissen Flaggen zwei holländische Kriegsschiffe, von denen das zur Linken den Vordermast gebrochen hat, das zur Rechten seine niederländische Tricolore streicht, als Sieger in die Mitte genommen. Andere Schiffe im Hintergrunde. Bezeichnet unten links: T. Gudin . 1852.

Leinwand: h. 0,70; br. 0,73. – 1876 aus der Sammlung des Grafen von Fersen zu Dresden.

Elise Puyroche, geborne Wagner.[Bearbeiten]

Geb. zu Dresden den 31. März 1828; lebt in Lyon. Nach ihrer Verheiratung in Lyon Schülerin Saint-Jean’s daselbst.

Der zerrissene Kranz. 2387. (2273.) 31 a.[Bearbeiten]

Ein üppiges, halb zur Erde gesunkenes Blumengewinde hängt noch halb an einem Zweige unter einer Vase von der Mauer herab. Eine grüne Schlucht als Hintergrund. Links vorn eine einzelne, herausgefallene, zum Teil entblätterte Rose. Bezeichnet rechts unten: Elise Wagner 1850.

Leinwand; h. 1,05; br. 0,80. – 1851 mittels der Ausstellungsgelder erworben.


II. Schweizer Maler.[Bearbeiten]

Alexandre Calame.[Bearbeiten]

Geb. zu Vevey am Genfer See den 28. Mai 1810; gest. zu Mentone den 17. März 1864. Schüler F. Diday’s in Genf. Thätig, von vielen Reisen abgesehen, hauptsächlich in Genf.

Prachtbäume am Bergstrom. 2388. (782.) 30 a.[Bearbeiten]

Der schäumende Fluss bildet im Mittelgrunde einen kleinen Wasserfall. Die grossartigen Laubbäume links an den Felsen sind hell von rechts beleuchtet, während die Baumgruppen, welche rechts unter dem steilen Ufer stehen, in tiefen Schatten gehüllt sind. Bezeichnet links unten: A. Calame 1854.

Leinwand; h. 1,40; br. 2,00. – 1877 im Kunsthandel aus Berlin.

Jos. Rudolf Koller.[Bearbeiten]

Geb. zu Zürich den 21. Juni 1828; lebt daselbst. Schüler der Düsseldorfer Akademie, insbesondere Karl Sohn’s. Weitergebildet in Paris, München und Rom.

[756]

Vier pflügende Ochsen. 2389. (2274.) 26 c.[Bearbeiten]

Weites Feld. Im Hintergrunde links ein Kirchturm zwischen kahlen Bäumen. Die vier kräftigen Stiere stehen vorn vor ihrem Pfluge, den ein Ackerer lenkt, während ein anderer im blauen Kittel vorn rechts die Peitsche schwingt. Krähen in der Luft und auf dem Felde. Bezeichnet rechts unten: R. Koller (das R nach links gewandt am K) 1868. (20 Aust.)

Leinwand; h. 1,35; br. 2,04. – 1877 von Herrn Otto Wesendonck, jetzt in Berlin, geschenkt.


III. Niederländische Schule.[Bearbeiten]

Fr. de Leeuw.[Bearbeiten]

An Lebensnachrichten über diesen niederländischen Künstler der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts fehlt es uns gänzlich.

See im Mondschein. 2390. C.-Z.[Bearbeiten]

Weite, leichtgewellte Wasserfläche, in welcher der Vollmond sich spiegelt. Rechts ein Stück Ufer. In der Mitte davor Fischerbarken mit Fischern, die Netze auswerfen. Bezeichnet links unten: Fr. de Leeuw. 1845.

Leinwand; h. 0,14; br. 0,17½. – 1884 als Vermächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden. – Gegenstück zu folgenden.

Winterlandschaft. 2391. C.-Z.[Bearbeiten]

Vorn ein gefrorener See, auf dem ein Mädchen geht. Im Mittelgrunde links Waldrand, in der Mitte ein Haus neben einer Brücke. Rechts in der Ferne eine Stadt. Bezeichnet rechts unten: Fr. de Leeuw. 1845.

Leinwand; h. 0,14; br. 0,17½. – 1884 als Verniächtniss des Herrn Moritz Winckler in Dresden. – Gegenstück zum vorigen.



Anmerkungen (Wikisource)

  1. Ergänzung siehe Berichtigungen und Zusätze: Seite 720. Zu N. 2206. Der Stich von Friedrich ist ☼ Neues G.-W. III. 7.
  2. Vorlage: Bezeichnt