Kurbrandenburgische Souveränitätspolitik

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Kurbrandenburgische Souveränitätspolitik (1655–1663)
Kurbrandenburgische Souveränitätspolitik (1655–1663)
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Kupferstich von Samuel Blesendorf (1633–1699).
Quellen und Literatur zum Erwerb der hohenzollernschen Souveränität im Herzogtum Preußen 1657.
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Diese Themenseite befasst sich mit einem zentralen Ereignis in der Geschichte Brandenburgs und Preußens, dem Erwerb der Souveränität im Herzogtum Preußen durch das Haus Hohenzollern 1657. Sie versammelt die gemeinfreie Literatur und die Quellen zu diesem Ereignis, das die Grundlage für den späteren Aufstieg zur europäischen Großmacht schuf. Zunächst wird im Abschnitt zur Lehnsbeziehung die rechtliche Situation des Herzogtums bis zum Zweiten Nordischen Krieg (1655–1660) dargestellt. Der zentrale Abschnitt zum Nordischen Krieg bietet dann eine Übersicht zu den zwischen den Kriegsparteien Schweden, Polen und Kurbrandenburg geschlossenen Verträgen und nennt deren wesentliche Bestimmungen. Anschließend wird auf die libertäre ständische Opposition in Preußen gegen die von Kurfürst Friedrich Wilhelm verfügten Verfassungsänderungen eingegangen. Zum Schluss findet sich eine Übersicht zu Gesamtdarstellungen des Zeitraums.

Lehnsbeziehung des Herzogtums Preußens gegenüber der Krone Polen[Bearbeiten]

Die rechtlichen Grundlagen der Lehnsbeziehung sind im Krakauer Vertrag vom 8. April 1525 und weiteren Akten (9.–10. April und 26. Mai 1525) geregelt.

  • Vertrag im Funftzehen hunderten unnd Fünffundzwaintzigsten Jare der Lande Preussen halben zwischen Künig Sigmunden vonn Poln unnd Magrave Albrechten von Brandenburgk etwan Hochmayster Teutschs Ordenns uffgericht […], [s. l.] [1530] Dolnośląska Biblioteka Cyfrowa
  • Der Vertrag ist abgedruckt in: Oswald Balzer (Hg.): Corpus Iuris Polonici, T 4,1, Kraków 1910, Nr. 46–54, S. 144–188 Michigan und Nr. 73–74, S. 243–246 Michigan

Zur Genese des Vertrages und den politischen und rechtlichen Hintergründen und Folgen siehe:

  • Erich Joachim: Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen, Albrecht von Brandenburg (Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven), 3 Bde., Leipzig 1892–1895
    • Band 1: Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen, Albrecht von Brandenburg. 1. Theil. 1510–1517 (Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven, 50), Leipzig 1892 Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek
    • Band 2: Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen, Albrecht von Brandenburg. 2. Theil. 1518–1521 (Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven, 58), Leipzig 1894 Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek
    • Band 3: Die Politik des letzten Hochmeisters in Preußen, Albrecht von Brandenburg. 3. Theil. 1521–1525 (Publikationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven, 61), Leipzig 1895 Kujawsko-Pomorska Digitale Bibliothek
  • Albert Werminghoff: Der Hochmeister des Deutschen Ordens und das Reich bis zum Jahre 1525, in: Historische Zeitschrift 110 (1913), S. 473–518 Internet Archive

Zur Geschichte der Lehnsbeziehung:

Zweiter Nordischer Krieg[Bearbeiten]

Darstellungen zur Person und zur Politik des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I.:

Darstellungen zum Zweiten Nordischen Krieg:

  • Johann Gustav Droysen: Die Schlacht von Warschau 1656 (Abhandlungen der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, 10), Leipzig 1865, S. 345–496 SLUB Dresden
  • Émile Haumant: La guerre du nord et la paix d’Oliva. 1655–1660, Paris 1893 Google-USA* = Internet Archive
  • Ernst Salzer: Der Übertritt des Grossen Kurfürsten von der schwedischen auf die polnische Seite während des 1. nordischen Krieges in Pufendorfs 'Carl Gustav' und 'Friedrich Wilhelm' (Heidelberger Abhandlungen zur mittleren und neueren Geschichte, 6), Heidelberg 1905
  • Ludwig Kubala: Wojna szwecka w roku 1655 i 1656 (Szkiców historycznych serya, 4), Lemberg 1913 Wielkopolska Biblioteka Cyfrowa
  • Reinhold Koser: Der Große Kurfürst und Karl X. von Schweden, in: Hohenzollern-Jahrbuch 18 (1914), S. 4–18 ZLB Berlin

Zur Brandenburgischen Schaukelpolitik:

Quellen zur kurbrandenburgischen Politik im Nordischen Krieg:

  • Die Protokolle des Geheimen Rates zeigen, das das Kurfürstentum Brandenburg zwischen 1655 und 1657 eine Politik verfolgte, die auf eine Aushöhlung und letztliche Aufhebung der Lehnsbeziehungen abzielte.
    • Protokoll des Geheimen Raths, Cölln a. Sp. 24. Februar / 6. März 1655, in: Fünfter Band. Von 1655–1659, hg. von Otto Meinardus (Protokolle und Relationen des Brandenburgischen Geheimen Rathes aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, 5), Leipzig 1907, S. 6f. Internet Archive
    • 1. Protokoll [Cölnn a./S.] 15 (25) Februar 1655., in: Fünfter Band. Von 1655–1659, hg. von Otto Meinardus (Protokolle und Relationen des Brandenburgischen Geheimen Rathes aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, 5), Leipzig 1907, S. 2–4 Internet Archive
  • Zu den politischen Ansichten Graf Georg von Waldecks siehe:

Übersicht zu den Vertragsschlüssen:

  • Der brandenburgische Kurfürst war zunächst polnischer Vasall, im Bündnisvertrag mit den Ständen des Königlichen Preußens, abgeschlossen am 12. November 1655 in Rinsk (Ryńsk), wurde er zum militärischen Beschützer dieses Landesteiles. Theodor von Mörner (Hg.): Kurbrandenburgs Staatverträge von 1601 bis 1700, Berlin 1867, Nr. 104, S. 192–194 Google
  • Mit dem Vertrag von Königsberg vom 17. Januar 1656 wurde Friedrich Wilhelm dann schwedischer Vasall. Das Traktat bestand aus drei Teilen:
    • Königsberger Vertrag: Theodor von Mörner (Hg.): Kurbrandenburgs Staatverträge, Berlin 1867, Nr. 105, S. 195–198 Google
    • Deklaration über das Lehen im Herzogtum Ermland: Ebd., Nr. 106, S. 198 Google
    • Friedensschluss zwischen Schweden und Kurbrandenburg: Ebd., Nr. 107, S. 199–200 Google
  • Der Vertrag von Marienburg (23. Juni 1656) war ein Militärbündnis zwischen Schweden und Brandenburg, das neben militärischen Zusatzklauseln auch eine Deklaration zum Lehensverhältnis beider Länder enthielt.
    • Vertrag von Marienburg: Ebd., Nr. 109, S. 201–205 Google
    • Special-Convention über die Zahlung von Subsidien: Ebd., Nr. 110, S. 205 Google
    • Special-Convention über das schwedische Durchmarschrecht: Ebd., Nr. 111, S. 205–206 Google
    • Special-Convention über schwedische Gebietsabtretungen: Ebd., Nr. 112, S. 206–208 Google
    • Special-Convention zur Erläuterung einiger Artikel des Feudalpaktes: Ebd., Nr. 113, S. 208–209 Google
  • Die schwedische Krone entband Friedrich Wilhlem im Vertrag von Labiau (10. November 1656) von der Lehnsabhängigkeit:
    • Vertrag von Labiau: Theodor von Mörner (Hg.): Kurbrandenburgs Staatverträge, Berlin 1867, Nr. 15a, S. 211–214 Google
    • (Geheimes) Militärisches Beistandsabkommen: Ebd., Nr. 15b, S. 214–216 Google
  • Im Vertrag von Wehlau (19. September 1657) wurde auch die Lehnsbeziehung zur polnischen Krone aufgehoben. Er bestand aus zwei Instrumenten, neben dem eigentlichen Vertrag wurde eine Konvention zur militärischen Kooperation geschlossen.
    • Maciej Dogiel (Hg.): Tomus IV in qvo totivs Prvssiae res continentvr (Codex diplomaticvs Regni Poloniae et Magni Dvcatvs Litvaniae, 4), Wilna 1764, Nr. 327, S. 486–491 und Nr. 328, S. 492–493 Śląska biblioteka cyfrowa
    • Theodor von Mörner (Hg.): Kurbrandenburgs Staatverträge, Berlin 1867, Nr. 121a, S. 220–224 Google, Nr. 121b, S. 224–225 Google
  • Der in Wehlau geschlossene Vertrag wurde vom fünfteiligen Vertrag von Bromberg (6. November 1657) ergänzt.
    • Maciej Dogiel (Hg.): Tomus IV in qvo totivs Prvssiae res continentvr (Codex diplomaticvs Regni Poloniae et Magni Dvcatvs Litvaniae, 4), Wilna 1764, Nr. 329–333, S. 493–498 Śląska biblioteka cyfrowa
    • Theodor von Mörner (Hg.): Kurbrandenburgs Staatverträge, Berlin 1867, Nr. 121c–121f, S. 225–227 Google

Literatur zu einzelnen Verträgen:

  • Xaver von Hasencamp: Der Wehlauer Vertrag und die Souveränität Preußens, in: Neue Preußische Provinzial-Blätter 2.F. (1857), S. 11–12
  • Friedrich Koch: Der Bromberger Staatsvertrag zwischen dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dem König Johann Kasimir von Polen im Jahre 1657, in: Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen 21 (1896), S. 1–20 Internet Archive

Im Friedensvertrag von Oliva, der den Zweiten Nordischen Krieg beendete, wurde 1660 dem preußischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm die Auflösung des Lehnsverhältnisses zur Adelsrepublik Polen sowie die Anerkennung der Souveränität Preußens durch die Vertragsparteien stillschweigend bestätigt.

  • Stockholmer Exemplar des Vertrages IEG Mainz
  • Aktenpublikation zu den Friedensverhandlungen: Johann Gottlob Boehme (Hg.): Acta Pacis Olivensis inedita, 2 Bde., Breslau 1763–1764
  • Karl Friese: Über den äußeren Gang der Verhandlungen beim Frieden von Oliva, Diss., Kiel 1890

Ständische Opposition im Herzogtum Preußen[Bearbeiten]

  • Allgemein zur Politik Friedrich Wilhelm I. gegenüber den Ständen des Herzogtums Preußen:
    • Hugo Rachel: Der Große Kurfürst und die ostpreußischen Stände 1640–1688 (Staats- und Sozialwissenschaftliche Forschungen, 24/1), Diss., Leipzig 1905 Internet Archive = Google-USA*,
  • Der Große Landtag (1661–1663):
    • Theodor F. A. Wichert: Ueber die preussische Verfassungsreform vom Jahre 1661, in: Altpreußische Monatsschrift 12 (1875) [= PreußProvBll 78], S. 145–171 Google-USA*
    • Emil Richard Mertens: Der Oberpräsident Otto von Schwerin auf dem Großen Landtage in Ostpreußen (1661/1662), Diss., Halle an der Saale 1914 California-USA*

Gesamtdarstellungen[Bearbeiten]

  • Hans Prutz: Die Gründung des preußischen Staates (1655–1740). (Preußische Geschichte, 2), Stuttgart 1900, S. 1–135 Internet Archive