RE:Aquincum

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 333
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Aquincum (so in der Tab. Peut. und auf den meisten Inschriften, vgl. Mommsen CIL III p. 439, Einwohner Aquincenses; Ἀκούινκον Ptolem. II 15, 3; Aquinquum It. Ant. p. 245, 7 und auf Inschriften; Acincum It. Ant. p. 263ff. Not. dign. p. 96 [vgl. Transacincum, Contra Acincum p. 95. 97]. Amm. Marc. XXX 5, 13; Acincus Sidon. Apoll. V 107), eine römische Stadt am rechten Donauufer in Pannonia inferior, jetzt Alt-Ofen oder Ó-Buda eine Strecke nördlich vom heutigen Ofen. Ursprünglich, wie der Ausgang -incum erweist, eine keltische Gründung und zwar der Vereinigungsplatz (civitas) der Aravisci oder Eravisci (s. Aravisci), wurde A. Knotenpunkt aller Heerstrassen an dem von Augustus errichteten Donaulimes zwischen Bregetio und Mursa und hatte als Ausfallsthor und Bollwerk gegen die Iazyges des Flachlandes zwischen Donau und Theiss strategische Wichtigkeit; der Platz wurde unter Traianus Standlager der leg. II adiutrix, an das sich eine Veteranenansiedelung (vgl. CIL III 3505) unter dem Namen canabae anschloss; Hadrianus vereinigte die castra und canabae zu einem municipium, das unter Septimius Severus den Rang einer colonia (Aelia Septimia Aquincum trib. Sergia) erhielt; seit Diocletianus war hier der Sitz des dux von Valeria, während der praeses in Sopianae sass; wiederholt hielten sich hier die späteren römischen Kaiser auf. Schon seit langem hatten die römischen Baureste von Alt-Ofen das Interesse der Archaeologen erregt; neue Ausgrabungen wurden 1854–1856 veranstaltet (vgl. Sacken Mitth. d. k. k. Centralcommission z. Erh. d. Baudenkm. II 281ff.), und namentlich in jüngster Zeit 1879–91 fortgeführt (vgl. Kuzsinszky Ausgrabungen von Aqu., Ungarische Revue 1892). Man kennt jetzt aufs genaueste die Grundrisse der castra stativa und der Lagerstadt canabae, ferner des wahrscheinlich unter Antoninus Pius erbauten Amphitheaters, dessen Sitzstufen mit den Namen von Bürgern versehen sind, und der Aquaeducte; wichtig sind ferner das Mithraeum der Lagerstadt mit seinen elf Inschriften (CIL III 3478ff., drei deo Cautopati oder Cauti gesetzte Altäre), das Heiligtum der (Diana) Nemesis, endlich acht, zum Teil wohl erhaltene Bäder.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
Band S XI (1968), Sp. 61–131
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