RE:Aurelius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 2431
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Aurelius. Geschichtlich sind die Aurelii nur als plebejische Gens nachweisbar. Aureliam familiam ex Sabinis oriundam a Sole dictam putant, quod ei publice a populo Romano datus sit locus, in quo sacra faceret Soli, qui ex hoc Auseli dicebantur, ut Valesii Papisii pro eo quod est Valerii Papirii, Fest. ep. p. 23. über Auselios = ἠέλιος vgl. Curtius Gr. Etym.⁵ 399. Preller-Jordan Röm. Myth. I 324. Dass die Erinnerung an den etymologischen Ursprung des Namens auch später noch bei den Römern selbst lebendig war, beweist Quintilian inst. XI 2. 31 origo quoque aliquando declinatorum tenendi magis causa est, ut in Cicerone, Verrio, Aurelio. Die Annahme Marquardts R. St.-Verw. III² 131, 8, dass der Kult des Sol einer verschollenen patricischen Gens Aurelia übertragen gewesen sei, erscheint unhaltbar. Denn weder die Magistratslisten, noch die annalistische Überlieferung bewahren irgend eine Spur einer solchen patricischen Gens. Hätte es eine solche gegeben, so wären schwerlich die Versuche ausgeblieben, angesehene stirpes der republicanischen Aurelii, wie die Cottae und Scauri, mit den untergegangenen Patriciern zu verknüpfen (vgl. z. B. die Iunii). In der Kaiserzeit wird der Name A. seit dem Kaiser M. Aurelius Antoninus infolge der massenhaften Bürgerrechtsverleihungen auch im Osten des Reiches so gemein, dass er, ähnlich wie Aelius, den unterscheidenden Namencharakter einbüsst.

Namentlich im 4. und 5. Jhdt. ist Aurelius neben Flavius eines der gewöhnlichsten Gentilicia. Die Personen, welche es führen, suche man unter ihren gewöhnlichen Rufnamen Almacius, Antiochus, Aristobulus, Celsinus, Decimus, Diocletianus, Diogenes, Firmianus, Gennadius, Hermodorus, Hermogenes, Ianuarius, Iulus, Litua, Marcellus, Maxentius, Maximianus, Mimenius, Priscianus, Proculus, Senecio, Symmachus u. a.