RE:Azotos 1

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band II,2 (1896), Sp. 2645–2646
Pauly-Wissowa II,2, 2645.jpg
Aschdod in der Wikipedia
GND: 1046007-X
Aschdod in Wikidata
Aschdod im Digital Atlas of the Roman Empire
Linkvorlage für WP   
* {{RE|II,2|2645|2646|Azotos 1|[[REAutor]]|RE:Azotos 1}}        

Azotos (Ἄζωτος). 1) In Palaestina (Ptol. V 16, 2. Strab. XVI 759. Plin. n. h. V 68 Euseb. [2646] onom. ed Lagarde 218, 47. 63 u. a. Hieron. ebd. 90, 31. 91, 14 u. a. Mela I 61. Hierod. 710. Steph. Byz. Geogr. Rav. II 14. V 7. Tab. Peut. Herod. II 157. Jos. ant. Iud. V 128. VI 1 u. ö. Diod. XIX 85; im Alten Test. Asdod); vielleicht die wichtigste Stadt der philistaeischen Pentapolis. Sie lag an der Küste zwischen Askalon und Iamnia in fruchtbarer Gegend. A. wird bald als Küstenstadt (Ptol. a. a. O. Jos. ant. Iud. XIII 395), bald als Binnenstadt (Jos. ant. Iud. XIV 75f.) erwähnt; sie lag ca. eine Stunde landeinwärts; Hierokles unterscheidet Α. μεσόγειος und Α. παράλιος (die Hafenstadt). A. war eine sehr alte Stadt, nach Steph. Byz. gegründet durch Flüchtlinge vom erythraeischen Meer. Durch ihre Lage an der Hauptstrasse von Ägypten nach Syrien war sie wichtig für beide Länder. Sie wurde ca. 711 v. Chr. von den Assyrern erobert (Jes. XX 1), 100 Jahre später von Psammetich nach 29jähriger Belagerung bezwungen (Herod. II 157). Den Makkabaeern gelang es, die Stadt zu zerstören (Jos. ant. Iud. XII 353. XIII 99ff. 1. Makk. X 84) und dem jüdischen Gebiet einzuverleiben. Pompeius gab ihr die Freiheit wieder (Jos. ant. Iud. XIV 75f.; bell. Iud. I 7, 7), aber erst durch Gabinius wurde die zerfallene Stadt wieder aufgebaut (Jos. ant. XIV 88; bell. Iud. I 8, 4). Sie gehörte dann zum Reich des Herodes (Jos. ant. XVII 189; bell. Iud. II 6, 3). Münzen aus der ersten Diadochenzeit mit hebraeischem Text in griechischer Schrift s. Hoffmann Zeitschr. f. Numismatik IX 1882, 96f.; dagegen gehören die Münzen mit der Aufschrift Τυχὴ Ἀσωτίων (Eckhel III 448. Mionnet V 534; Suppl. VIII 370) nicht nach A. (de Saulcy Numism. 282f.). A. ist das heutige Esdûd mit wenigen alten Ruinen. Schürer Gesch. d. jüd. Volkes II 67f. Ritter Erdkunde XVI 94–100. Raumer Palaestina 174. Tobler Dritte Wanderung 26–32. Guérin Iudée II 70–78. The Survey of West. Palaest. Memoirs II 4091. 421f. Baedeker Palaest. u. Syrien³ 161.