RE:Bukephala 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 994995
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Bukephala, 1) Τὰ Βουκέφαλα Arrian. an. V 19, 4. 29, 5. Plin. u. a., ἡ Βουκεφάλα Diod. XVII 95. Ptol. III 26, 8. Steph. Byz. s. Βοὸς κεφαλαί. Curt. IX 3, 23; Bucephale Iust. XII 8, 8; Βουκεφαλία Strab. XV 698. Plut. Alex. 6; de Alex. fort. 1, 5; Βουκεφάλεια Steph. Byz. s. v. Hesych.; ἡ Βουκέφαλος Ἀλεξάνδρεια Peripl. mar. Erythr. 47; Alexandria Bucefalos Tab. Peut. Geogr. Rav. II 1), Stadt am Hydaspes (Vitastâ, prakr. Bidastâ, jetzt Bihât oder Ğhalam), von Alexander nach Besiegung des Poros 326 an der Stelle erbaut, wo er den stark angeschwollenen Strom überschritten hatte, und nach seinem infolge des Alters beim Übergange oder in der Schlacht verendeten Streitrosse Bukephalas benannt; zu gleicher Zeit wurde am Orte der Schlacht zur Feier des Sieges am gegenseitigen Ufer Nikaia gegründet. Der Bihât fliesst in gestrecktem Laufe gegen Süden, 20 miles unterhalb Ğhalam an einer [995] von Westen her streichenden waldigen Anhöhe (ἄκρα Arrian. an. V 11, 1f.) vorüber, wobei in seinem Bette bebuschte Inseln auftreten; hier befinden sich am rechten oder westlichen Ufer die Ruinen der Feste Dârâpur (= Udinagar bei Burnes Travels in Penjab II 50) und seit 1882 die neue Ansiedlung Dilâwar; hier wird der Strom mit Hülfe einer Insel am leichtesten passiert; hier darf demnach B. gesucht werden. Weiter abwärts liegt am gegenseitigen östlichen Ufer die Feste Mong, die Stätte des Sieges über Poros, also von Nikaia. Der Strom macht dann eine Wendung gegen Westen, und 2 miles vom rechten Ufer liegt unterhalb jener Höhenzüge, 10 miles südwestlich von Dilâwar, der Ort Ğalâlpur, wo Alexander nach seinem Marsche von Taxila aus sein grosses Lager bezogen hatte, bevor er über den Strom setzte. So vereinigen sich am besten die Andeutungen, welche Arrian, Strabon und Plutarch nebst Curtius über die Örtlichkeiten geben; vgl. hierüber Alex. Cunningham Geogr. of ancient India 159ff. mit Plan Taf. IV. Nach Plin. VI 77 war B. Vorort der Asini, welche drei Städte besassen und unterhalb der Cecaeae (skr. Kaikaya, Kêkaya; s. Ceae) hausten, denen 24 Städte eigen. B. blüte im Gegensatz zu dem später nicht mehr erwähnten Nikaia noch während der indoskythischen Herrschaft, wie aus Ptolemaios, dem Periplus und der Tab. Peut. erhellt; bei Dârâpur oder Dilâwar wurden Münzen aus der indoskythischen Zeit gefunden.