RE:Claudius 348

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 28682870
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348) Cn. Claudius Severus. a) Name. Cn. Claudius Severus CIL IX 4970. Not. d. sc. 1889, 9; Cn. Cl. Se.... CIL VIII 18068; Claudius Severus Dio LXXIX 5, 4. Galen. XIV 653 K. Γν. Κλαύδιον Σεβῆρον καίσ[αρα] liest Doublet in einer Inschrift aus Pompeiopolis in Paphlagonien, die dem C. als Patron dieser Stadt gesetzt ist (Bull. hell. XIII 1889, 305 nr. 13 = CIG III 4154); wohl irrtümlich statt δὶς (ὕπατον), wie die früheren Herausgeber lasen (vgl. Klebs Prosopogr. I 398 nr. 811; die Gleichsetzung 178 der Aera von Pompeiopolis = 171 n. Chr. ist keineswegs ganz sicher, vgl. Bd. I S. 645).

b) Leben. C. war vermutlich der Sohn des Cl. Severus (Nr. 346). Er heiratete eine Tochter des Kaisers Marcus (Bull. hell. a. a. O., vgl. Dio LXXIX 5, 4), vielleicht (Aurelia?) Fadilla (so Klebs) oder Annia Galeria Aurelia Faustina (Bd.I S. 2311 Nr. 119: letztere Annahme wäre gesichert, wenn sich herausstellte, dass die unter Nr. 351 erwähnte Annia Faustina thatsächlich die Tochter des C. war). Als seine Söhne aus dieser Ehe dürften Cl. Arabianus (Nr. 51) und Ti. Cl. Severus Proculus (Nr. 351) anzusehen sein (vgl. auch Nr. 417). C. war Pontifex (Bull. hell. a. a. O.) und zweimal Consul, das erstemal als suffectus vor oder in dem J. 163 (ὕπατος ὤν sagt Galen. XIII 613, vielleicht missbräuchlich statt ὑπατικός; bezüglich der Zeitbestimmung vgl. Borghesi Oeuvres V 431. Klebs Prosopogr. I 377), das zweitemal als ordinarius im J. 173 mit Ti. Cl. Pompeianus (Nr. 282), [2869] gleichfalls einem Schwiegersohne des Marcus (s. die unter a angeführten Stellen). Gleich seinem Vater lag C. dem Studium der peripatetischen Philosophie ob (Galen. XIV 613). Er gehörte zu den Gönnern Galens, der für ihn und einige andere Vornehme (Sergius Paulus, Flavius Boethus, Ceionius Barbaras) anatomische Vorlesungen hielt (Galen. XIV 613. 629. 647. 653656). Wahrscheinlich ist er auch der Severus ἀνὴρ ὕπατος, der sich im J. 176 mit Kaiser Marcus in Athen befand (Philostr. vit. soph. II 10 p. 93 Kayser). Mit grösserem Rechte als auf L. Catilius Severus (s. d.) könnte man vielleicht auf unseren C. die metrische Inschrift aus Ephesos (Anc. Greek inscr. in the Brit. Mus. III 188 nr. 539 = Kaibel Epigr. gr. 888 a) beziehen, welche ein Hadrianos (wohl nicht, wie bisher angenommen wurde, der Kaiser Hadrian) dem ,Severus‘, Consular, Pontifex und Patron von Ephesos, setzte. Die Worte vom ,königlichen Schlafgemach‘ (ᾦ βασίλειον Ἁρμονίη θάλαμον πήξατ’ ἐπ’ εὐγαμίῃ) v. 12. 13) würden dann in C.s Ehe mit einer Kaisertochter ihre Erklärung finden. Auch dass Severus als Schwiegervater (πατὴρ κηδεστής) des Ummidius Quadratus bezeichnet wird, spräche für die Identificierung mit C. (s. Nr. 351). Zur leichteren Orientierung diene die nebenstehende Stammtafel, deren Ansätze allerdings zum Teil nur auf Vermutungen beruhen.

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Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 321
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348) Cn. Claudius Severus: vgl. Wiener Studien 10 XXIV 1902, 261ff., wonach Ummidius Quadratus als Sohn (nicht Schwiegersohn) des C. zu betrachten wäre (daher die Stammtafel S. 2870 zu verbessern).