RE:Cornelius 347

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 1493
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347) Cn. Cornelius Scipio Hispanus, Sohn von Nr. 346. Während für den Vater durch Fasti Cap. Liv. und Chronogr. die Form des Beinamens Hispallus gesichert erscheint, wird der Sohn nur bei Val. Max. [Iul. Par. und Nepotian.] I 3, 3 (vgl. VI 3, 3 b) Hispalus genannt. Die beiden Inschriften, Appian. Lib. 80 und Diod. XXXIV 33, 1, der von diesem Zweige der Familie der Scipionen im allgemeinen redet, bieten Hispanus. Von dem Sarkophage dieses Scipio aus dem Erbbegräbnis der Scipionen stammen drei Platten, die erstens den Cursus honorum in absteigender Reihenfolge und zweitens zwei Distichen enthalten (CIL I 38 = VI 1293 = Dessau 6 = Bücheler Carm. Lat. epigr. II 440 nr. 958). Demnach war Scipio Decemvir sacris faciundis und ist dies erst nach dem J. 587 = 167, mit welchem die erhaltenen Bücher des Livius abbrechen, geworden. Seine politische Laufbahn begann er als Quindecimvir stlitibus iudicandis, welches Amt hier zuerst erwähnt wird, war dann zweimal Kriegstribun und Quaestor. Während er eine dieser letzten Stellungen innehatte, wurde er im J. 605 = 149 mit P. Scipio Nasica Nr. 354 nach Karthago geschickt, um die von Rom geforderte Entwaffnung dieser Stadt durchzuführen (Appian. Lib. 80: Γναῖος Κορνήλιος ὁ Ἱσπανὸς ἐπίκλησιν). Es war dies vielleicht nicht seine erste diplomatische Mission, denn in den vorhergehenden Jahren hatte Rom Gelegenheit gehabt, sich um die Angelegenheiten auf Kreta zu kümmern (vgl. Mommsen R. G. II 63), und dort ist eine Ehreninschrift dieses Scipio gefunden, die ihm noch keinen Amtstitel beilegt (Journal of Hell. Stud. XVI 1896, 181 = Revue arch. 1896, 400: Γναῖον Κορνήλιον | Γναίου υἱὸν Σκιπίωνα | Ἱσπανὸν εὐεργέταν ἁ πόλις). Nach der Grabschrift bekleidete Scipio ferner die curulische Aedilität und die Praetur; Val. Max. (Iul. Par., vgl. Nepotian.) I 3, 3 berichtet, dass er letzteres Amt im J. 615 = 139 verwaltete und durch ein Edict, das er offenbar als Fremdenpraetor erliess, alle Chaldaeer und Juden aus Rom und Italien auswies. Die poetische Grabschrift fügt diesen Thatsachen nur die eine hinzu, dass Scipio Kinder hinterliess, und rühmt ihn im übrigen lediglich als würdigen Erben des Ruhmes seiner Ahnen. Da er das Consulat nicht erreichte, mag er bald nach der Praetur gestorben sein; von den Kindern ist nur ein Sohn bekannt (Nr. 321).

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 261
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347) Die Ausweisung der Chaldäer aus Italien im J. 615 = 139 berichtet auch Liv. ep. Oxyr. LIV, ohne Erwähnung Scipios.