RE:Gaba 8

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,1 (1910), Sp. 410
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8) Γαβα, Stadt an der Grenze von Galiläa, von Joseph. bell. Iud. II 18, 1 in der Reihe der feindlichen Nachbarstädte zwischen Ptolemais und Caesarea Palestina genannt, auch nach Joseph. Vita 24 ist die Stadt im Westen von Galiläa zu suchen, gehörte aber nicht mehr zu Galiläa selbst. Sie lag in der ‚großen Ebene‘ (Ebene Esdrelon) am Karmel, d. h. also an dessen Nordostabhang. Herodes siedelte dort eine Kolonie von Reitern an, daher wird G. von Josephus ‚die Reiterstadt‘ ἱππέων πόλις genannt (ant. XV 8, 5; bell. Iud. III 3, 1). Die Angaben des Josephus würden am besten auf das heutige Dorf Schēch Abrēk passen, das dem Karmel nahe und nur durch den Kison von ihm getrennt auf einem isolierten Hügel am Westausgang der großen Ebene liegt, diese in ihrem Westteil beherrschend. Die anderen hierfür vorgeschlagenen Orte, Chirbet el-Medīne bei Semūnije oder Dschebāta liegen zu weit vom Karmel entfernt (s. G. Nr. 9). Die Münzen der Stadt datieren vom J. 60 v. Chr.; ihre älteste Erwähnung ist die in Judith 3, 11, wo die Ebene Iesreel als zwischen Geba und Skythonpolis liegend beschrieben wird. Die Lesart in Joseph. ant. XV 8, 5 und bell. Iud. III 3, 1 schwankt übrigens zwischen Gaba, Gabaa und Gabala; aus sachlichen Gründen sind die ersteren vorzuziehen. – Steph. Byz. erwähnt s. v. dieses Gaba in Galiläa, wirft es jedoch mit dem von Joseph. ant. V 2, 8 erwähnten in Benjamin zusammen. Das von Plinius (n. h. V 18, 74) genannte Geba am Karmel ist vielleicht mit unserem G., wahrscheinlicher mit Gabe Nr. 7 identisch.