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Bild: Andre Gide.

Staatspartei nahestehend (Gewerkschaftsring dt. Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände), die Christl. G., dem Zentrum nahestehend (Gesamtverband der christl. G.).

Gewicht, 1) (absolutes G.) Kraft, mit der ein Körper infolge seiner Masse von der Erde angezogen wird (↑ Fall); 2) ↑ Spezif. G.; 3) ↑ Übersicht Sp. 416. —

Gewichtheben ↑ Schwerathletik. —

Gewichtsklassen, Schwerathletik: Fliegengew. (bis 52,5 kg f. Gewichtheben, bis 50 kg f. Boxen u. Jiu-Jitsu); Bantamgew. (bis 58 kg f. Gewichtheben, bis 54 kg f. Boxen); Federgew. (bis 60 kg f. Gewichtheben, bis 57 f. Boxen, bis 55 kg f. Jiu-Jitsu); Leichtgew. (bis 67,5 kg f. Gewichtheben, bis 61 f. Boxen u. Jiu-Jitsu, bis 70 kg f. Ringen); Weltergew. (bis 66,5 kg f. Boxen); Mittelgew., leichtes bzw. schweres (bis 75 bzw. 82,5 kg f. Gewichtheben, bis 72,5 f. Boxen, bis 67,5 bzw. 75 kg f. Jiu-Jitsu, 70-80 kg f. Ringen), Halbschwergew. (bis 82,5 kg f. Gewichtheben, bis 80 f. Boxen, bis 85 kg f. Jiu-Jitsu), Schwergew. (ab 82,5 kg f. Gewichtheben, ab 79,5 f. Boxen, ab 85 f. Jiu-Jitsu, ab 80 kg f. Ringen).

Gewinde ↑ Abb. Wird rechtwinkl. Dreieck auf Kreiszylinder v. Durchmesser d aufgewickelt, so ergibt seine Hypotenuse auf Zylindermantel Schraubenlinie. Höhe h des Dreiecks: Ganghöhe. Wird längs der Schraubenlinie Fläche (Dreieck, Rechteck, Trapez usw. senkrecht zur Achse des Kreiszylinders geführt, so entsteht G. Arten: 1) Dreieck- od. Spitz-, Trapez-, Rund- oder Kordel-, Flach-G.; 2) rechts- und linksgäng. G.; 3) ein- u. mehrgäng. G. Zur Herstellung dienen G.Schneidwerkzeuge: G.bohrer und Schneideisen, ferner Schneidstähle u. Strehler.

Gewinnung(sarbeit), im Bergwesen die eigentl. Arbeit d. Bergmanns: Loslösung, Trennung der Mineralien.—

Gewinnvortrag, Teil des Jahresreingewinns einer Unternehmung, der nicht als Gewinnanteil ausbezahlt wird. —

Gewirke, durch Maschenbildung erzeugte flächenförmige Fadengebilde (↑ Wirkerei). —

Gewissensehe, ohne Rechtsform eingegangene ehel. Verbindung, an die sich Mann u. Frau aber in ihrem Gewissen streng gebunden fühlen; rechtl. = Konkubinat.—

Gewissensfreiheit umfaßt Bekenntnisfreiheit, Kultusfreiheit (Freiheit d. Religionsübung) u. relig. Vereinigungsfreiheit; gewährleistet durch RV. —

Gewitter. Die in Luft u. Wolken befindl. Wassertropfen werden in schnelle Bewegung versetzt und durch Zerblasen in positive u. negative Tropfen gespalten; je nach Stärke des das Zerblasen bewirkenden Windes werden sehr starke Ladungen zw. Wolken od. zw. Wolke u. Erde hervorgerufen, die sich bei genüg. Größe als Blitz ausgleichen. Donner entsteht durch explosionsartige Luftvibration in der Blitzbahn. —

Gewohnheitsrecht, ungeschrieb., tatsächl.geübtes Recht. —

Gewölbe, gemauerte Überdeckung v. Räumen. —

Gewölle, bei Vögeln Klumpen unverdaul. Nahrungsreste. —

Gewürzinseln ↑ Molukken. —

Gewürznelkenbaum, Myrtengewächs, 6-12 m, immergrün, in den Tropen angebaut; die ungeöffneten Blütenknospen sind die „Nägelchen“ od. „Nelken“ (Gewürz). —

Geyer v. Geyersberg, Florian, fränk. Ritter, Führer im Bauernkrieg, fiel 1525. —

Geysir = Geiser. —

Géza, ung. Könige: G. I., 1074-77; G. II., 1141-61. —

Gezeiten ↑ Ebbe u. Flut. —

Gezelle, Guido, fläm. Lyr., 1830-99. —

Ghasel, pers. Ged.-Form. —

Ghâsl, Titel siegreicher türk. Herrscher u. Offiz. —

Ghats, Gebirge in Indien, in d. West-G. 2670 m. —

Ghetto = Getto. —

Ghibellinen, ital. Hohenstaufenpartei, Gegner: Guelfen.

Ghiberti, Lorenzo, florentin. Bildh., Goldschm. u. Baumeister, 1378 bis 1455. —

Ghirlandajo, Domenico, florent. Maler, 1449-94.

Gjaur (Giaur, „Ungläubiger“), Schimpfname für alle Nichtmohammedaner. —

Bild: Gewinde: Schraubenlinie.

Gibbon ↑ Affen. —

Gibraltar, Meeresenge, S-Spanien, seit 1704 brit, 21 000 E; ↑ Herakles. —

Gicht, 1) oberster Teil des Hochofens; 2) Stoffwechselkrankheit mit period. schmerzh., entzündl. Schwellung der kl. Gelenke bei Ansammlung harnsaurer Salze in den Gelenkknorpeln, mitunter in Innern Organen. —

Gide, André, frz. Dichter, * 1869; Skeptiker, dann Klassizist; Rom.: „Immoraliste“, Dramen: „Le roi Candaule“; autobiographisch: „Si le grain ne meurt“. —

Gideon, jüdischer Held der Richterzeit. —

Giebel, lotrechter Abschluß an den Enden eines Daches. —

Giebichenstein, Ruine eines 1636 zerstörten Schlosses bei Halle. —

Gjellerup, Karl, dänischer u. deutscher Dichter, 1857-1919; Rom.: „Pilger Kamanita“, „Reif für das Leben“, „Das heiligste Tier“. —

Gierke, 1) Anna v., Sozialpolit, * 1874. — 2) Otto v., Rechtslehrer, 1841-1921. —

Gieseking, Walter, Klavierspieler, * 1895. —

Gießen, nordhessische St., 34000 E; Eisenindustrie; Universität. —

Gießerei, Formgebung in der Metallbearbeitung, bei der geschmolzenes Metall in (offene oder geschlossene) Gußformen gegossen wird. Das zu gießende Metall wird in Kesseln, Tiegel-, Flamm-, Kupol-, elektrische Öfen eingeschmolzen und mit Gieß-, Hand-, Gabel-, Kranpfannen durch den Einguß in die Form gegossen.

Gifte, Stoffe, die, an od. in den menschl. (tier.) Leib gebracht, hier unter best. Bedingungen Krankheit od. Tod veranlassen. Die „erste Hilfe“ bei Vergiftungen beschränkt sich auf: Erbrechenerregen durch Kitzeln des Schlundes mit Finger od. Federfahne, Trinkenlassen v. lauwarmem Öl mit Wasser (bei Phosphor- u. GrünSpanvergiftung kein Öl!), ferner v. reichl. lauwarmem Wasser od. (besser) Milch (auß. bei Phosphor). G.Handel bedarf polizeil. Genehmigung, ist v. Hausierhandel ausgeschlossen. —

Giftgas ↑ Gaskampf. —

Giftreizker, Giftpilz mit weißer Milch, bes. unter Birken; ↑ Taf. Sp. 520. —

Giftschlangen ↑ Ottern. —

Gig, 1) 2rädr. Wagen, Einspänner; 2) Boot f. ↑ Rudersport; 3) leicht. Beiboot.

Bild: Gigant.

ild: Gigvierer (Boot für 4 Personen).

Giganten, riesige Söhne der Gäa mit Schlangenfüßen; Darst. ihres Kampfes (Gigantomachie ↑ Abb. u. Taf. Sp. 264). —

Gigantisch, riesenhaft. —

Gigolo (Eintänzer), in Tanzdielen usw. gemieteter Tanzpartner. —

Gigue, bewegtes Tanzstück, 16.—18. Jh. —

Gilbert, Seymour Parker, nord-amer. Finanzpolit, * 1892, 1924-30 Reparationsagent. —

Gilbert- u. Ellice-Inseln, brit., im W der Südsee, 30 000 E. —

Gildensozialismus fordert Eigentum d. Staates an Produktionsmitteln, aber ihre Verwertung durch Arbeiterproduktivgenossenschaften („Gilden“). —

Gilgamesch-Epos, uralter assyr.-babylon. Mythos; Sintfluterzählung. —

Giljaken, mongol. Mischvolk: Nordsachalin u. nördl, v. Amur. —-

Gilly, Friedr., klassizist. Archit., 1771-1800. —

Gilm (G. zu Rosenegg), Herrm. v., 1813-64, tirol. Lyr. —

Gil Vicente, * um 1475, † nach 1536, Vater des port (Hof-) Dramas. —

Gimpel, Finkengattung, in Dtschl. bes. Dompfaff, 17 cm, schwarz, unten rot. —

Ginster, Gattungen der Schmetterlingsblütler: 1) G. (Genista), meist kl. niederlieg. Sträucher, darunter Färber-G. (G. tinctoria), bis 60 cm, Blüten gelb; 2) ↑ Besenginster; 3) ↑ Stechginster. —

Ginzkey, Franz Karl, öst. Dichter, * 1871. —

Gioconda, Mona Lisa, ber. Bildnis v. Leonardo da Vinci. Abb. Sp. 219. —

Giolitti, Giovanni, 1842-1928, mehrmals ital. Min. u. Min.-Präs., dtschfreundl. —

Giordano Bruno, Philos., ↑ Bruno 2). —

Giorgione (da Castelfranco), Maler, 1478-1510, Hauptmeister d. venezian. Hochrenaissance, Lehrer Tizians. Abb. Sp.219. —

Giotto (di Bondone), * um 1266, † 1337, erster gr. ital. Maler, auch Baumeister ; Fresken, Tafelbilder; Teil des Doms in Florenz. ↑ Taf. Sp.264. —

Giovinezzalied, faschistische Nationalhymne. —

Gips, Mineral, wasserhalt., schwefelsaurer Kalk; Düngemittel. Bei 120° gebrannter G. nimmt Wasser unter Erhärtung schnell auf; zum Abformen, als Zusatz zu Zement. Blätterig: G.-spat (Marien-, Frauenglas, Marien-, Fraueneis), zu Ofenfenstern; faserig: Faser-G.; bes. körnig, dicht: G. stein, Alabaster.

Gipsverband aus Rollbinden, in die feiner Gips eingerieben ist; zur Ruhigstellung von Gliedern.

Bild: Ghiberti: Das Opfer Abrahams (Bronzerelief).

Bild: Giljakin.

Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 217–218. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0137.jpg&oldid=3131139 (Version vom 26.5.2018)