Topographia Circuli Burgundici: Dendermond

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Dendermond (heute: Dendermonde)
<<<Vorheriger
Deinse
Nächster>>>
Dixmuide
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 169–170.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Dendermonde in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[169] Dendermond / Tenermund / Teneramunda, Denremond, Eine Statt an der Denre, Dender / oder Tenera, da sie in die Schelde fällt / und daher dem Ort dieser Nahme kompt / zwischen Brabant und Flandern / zugleich 5. Meilen von Gent / Brüssel / und Mecheln; von Antorff aber 6. Meilen / gelegen / und zu Käysers Flandern gehörig; wiewol sie sampt ihrem Gebiet / unter die besondere Landsfürstliche Herrschafften gerechnet wird; wie Johannes Bochius, der Statt Antorff gewester Secretarius, in seinem Anno 1602. in folio daselbst bey Johann Moreto getruckter Historica narratione profectionis, et inaugurationis Sereniss. Belgii Principum, Alberti et Isabellae etc. berichten thut. So sagt auch Guicciardinus in Beschreibung Niederlands / daß Tenermund mit seinem umbligenden Ländlein / ein besonders / und unterschiedenes Gebiet / so der Fürsten in Flandren Herrschafft / durch Heuraht / ungefallen seye. Ist eine deß Lagers halber / und von Wercken / veste Statt / allda die baumwolline Tücher (Bomseyte / in ihrer Sprach Fustein / oder Cataun / genannt) in grosser menge gemacht / und alle Wochen ein grosser Flax-Marckt gehalten wird / darzu viel Volcks kommet; wie auch gen S. Niclas / so ein sehr vornehmes Dorff im Land von Waes / oder Wasiae, nicht weit von Dendermond gelegen. Aubertus Miraeus in Fastis Belgicis referirt diese Statt / am 448. Blat zu Käysers-Flandern / und was die Geistliche Auffsicht belangt / zum Bistumb Gent / und sagt / habe zween Patronen / nemlich den H. Bischoff Hilduardum, der umbs Jahr 750. gelebt / und die H. Jungfrauen Christianam, eines Königs in Engelland Tochter; deren beeden Gebeiner allhie in der Stifftskirchen auffbehalten werden; wie hievon David Lindanus, in Beschreibung dieser Statt zu lesen / so Anno 1612. zu Antorff getruckt worden. Welches er Aubertus am 753. Blat wiederholet / und obgedachtes vornehmes Canonich-Stifft oder Collegium, zu S. Marien nennet / welches Anno 1106. Ringotus Calvus, Herr dieser Statt / gestifftet; Adelvidis aber / seine Wittib / hernach vermehret habe. In dem Newen Atlante stehet / daß das Gebiet dieser Statt 15. Dörffer unter sich habe / auß welchen Beßerod / den von Halerin zuständig / und wegen seines Hafens / und Schlosses Laer / ansehenlich. Item Hamm / welchem gegen über der Schelde anstässig ist das Land Bornheim nach Brabant hin / so vor Zeiten den Burggraffen von Gent zukommen. Darneben begreiffe sie noch 3. Dörffer / und ein Schloß in sich / unter welchen Hinghen / den von Grobendonck zuständig. Anno 1483. als die Flandrer sich wider Ertzhertzog Maiximilian von Oesterreich empöreten / die [170] Brabanter aber es mit ihme hielten / ist diese Statt von ihnen / den Brabantern / mit List eingenommen worden; wie / neben andern / hievon auch Gerhardus de Roo, in seinen Annalibus fol. 355. et lib. 9. zu lesen. Anno 1572. hat sie der Printz Oranien außplündern lassen. Anno 1583. bekamen sie die Frantzosen. Anno 1584. hat sie den Hertzog von Parma / und die Spanischen / erobert / und ist sie noch der Zeit unter des Königs in Spanien Bottmässigkeit.