Zur Naturgeschichte des Menschen

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Autor: Friedrich Gerstäcker
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Titel: Zur Naturgeschichte des Menschen
Untertitel: Eine höchst flüchtige ethnographische Betrachtung
aus: Hausblätter. 1860, 1. Band, S. 68–80
Herausgeber: Friedrich Wilhelm Hackländer und Edmund Hoefer
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Adolph Krabbe
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: MDZ München und Commons
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[68]
Zur Naturgeschichte des Menschen.
Eine höchst flüchtige ethnographische Betrachtung.
Von
Fr. Gerstäcker.

Es gibt kein weiter verbreitetes, größeres und mannigfaltigeres genus unter den Säugethieren, als das erste, und – wie wir selber als Menschen nicht gut anders annehmen können – bildungsfähigste und gebildetste derselben – das genus homo.

Das am weitesten verbreitete ist es insofern, als nur der Mensch, ebenso wie die gemeine Hausfliege, überall auf der, von uns bescheiden die Welt genannten, Erde angetroffen wird. – In den Eisregionen, trotzdem daß dort das Quecksilber wie der Mensch friert, läßt er sich ganze Winter hindurch einschneien; unter der sengenden Zone des Aequators ist er zu Haus, in der gemäßigten aber wuchert er, wie das Geschlecht der Pilze, und außerdem bieten ihm Höhen oder Tiefen, wie gewöhnliche elementarische Hindernisse keineswegs hinreichenden Widerstand, daß er ihn nicht schließlich doch überwände. Während sich ein Theil in die Erde gräbt – tiefer als der misantropischeste Maulwurf je daran dachte einzufahren, klettern Andere auf den Montblanc, die Jungfrau, den Chimborasso und Dwalagiri, nur um das Vergnügen zu haben wieder hinunter zu sehen. Aeronauten fliegen durch die Lüfte, und hie und da taucht sogar plötzlich, zum unbegrenzten Erstaunen zufälliger Augenzeugen, ein vollkommen athemloses Menschenkind aus irgend einem Theil des Meeres auf, wo es unten auf dem Grund nach verkümmerten Muschelthieren oder angefaulten Schiffen gesucht hatte.

Es ist in der That kein erreichbarer Winkel der Erde oder Elemente von ihnen frei – die Flamme ausgenommen, die sich, wie bekannt, Mephisto vorbehalten. Sei es mit Regenschirmen oder Botanisirtrommeln, mit Schneeschuhen oder barfuß, unverdrossen durchstreifen sie das Land, [69] bauen sich Hütten auf Pfähle mitten in den Sumpf, um vor Wasserbestien – im Wald hoch in die Bäume, um vor wilden Thieren – tief in den Schnee, um vor Kälte – an felsige Abhänge hinauf, um vor Ueberschwemmungen – weit in Einöden, um vor Besuchen sicher zu sein, und schaffen und arbeiten, mühen und quälen sich ab, nur um – nach einem gewissen, ihnen zum Athmen gestatteten Zeitraume ihren Platz in der Erde, neben den Vorangegangenen, einzunehmen.

Körperlich unterscheidet sich der Mensch dabei nur wenig von den andern Säugethieren, und wo das je der Fall ist, stets zu seinem Nachtheil. Das Wild ist flüchtiger, Ochse und Pferd, wie tausend andere, sind stärker. Auch schärfere Sinne haben die Thiere, und keines von allen bleibt so lange hülflos wie der Mensch, wird im Alter wieder so hülfsbedürftig wie er. Findelhäuser, Kleinkinderbewahranstalten, Irren- und Besserungshäuser mit den verschiedenen Spitälern sind dafür die besten Beweise, Ammenzulpe und Fallhüte gar nicht gerechnet. – Sein Geist verleiht ihm dagegen in den von ihm erfundenen Maschinen die hundertfache Stärke des Ochsen, die Flüchtigkeit des edlen Pferdes, die Kunstfertigkeit des Fisches, die Kraft und Gefährlichkeit des Tigers, und durch den Geist eben wurde er der Herr der Thiere. Diese Thatsache steht fest, und wir brauchen dabei nicht einmal anzunehmen, wie es einige unserer „Mitbrüder“ thun, daß Gott der Herr die ganze Erde mit dem entsprechenden Planetensystem nur des Menschen wegen geschaffen habe.

So ähnlich der Mensch aber auch, um noch einmal auf das Physische der Sache zurückzukommen, eben in seinem eigentlichen Körper dem Thiere sein mag, so finden sich doch auch hierin wieder auffallende Unterscheidungszeichen. Erstens – der Mensch geht aufrecht, d. h. er könnte es wenigstens thun, findet es aber nicht immer passend, denn es gibt nicht sowohl einzelne Individuen als Ausnahmen, sondern ganze Species, die es für weit vortheilhafter und zweckdienlicher halten, gebückt durch das Leben zu gehen. Nur innerhalb ihrer eigenen Wohnungen nehmen solche Exemplare, besonders ihren Familien und Untergebenen gegenüber, die würdige und aufrechte Stellung des Menschen an und tragen dann den Kopf mit den dazu gehörenden Gesichtstheilen um so viel höher, je tiefer sie ihn draußen bücken. – Zweitens ist dem Menschen die Sprache gegeben, d. h. er bringt andern Menschen theils verständliche, theils unverständliche Laute über die Lippen, und wäre im Stande das, was er denkt, immer frei und deutlich zu sagen – wenn ihn nicht oft direkte oder indirekte Rücksichten daran verhinderten.

[70] Ob aber die Sprache dem Menschen in der That einen so großen Vorzug vor dem Thiere gibt, wage ich wirklich nicht unbeschränkt zu behaupten. Hätten wir allerdings eine Sprache über die ganze Erde, und verständen entfernte Völker, oder selbst nur unsere nächsten Nachbarn das, was wir ihnen gern sagen wollten, dann allerdings wäre die menschliche Sprache etwas, das den Menschen selber himmelhoch über das Thier erhöbe. Wie die Sache aber jetzt steht, dürfen nur ein paar Leute von verschiedenen Ländern zusammenkommen und die Heidenkonfusion ist fertig. – Auch die Thiere haben – wie wir nicht ableugnen können, ausgenommen wir wollen blind sein – eine ihnen eigenthümliche Sprache untereinander, nach der sie sich vollkommen gut verstehen und ihre Bewegungen regeln. Das Wild, die Zugvögel, ja selbst die Hausthiere besitzen Laute und Zeichen, durch welche sie sich leicht und sicher verständigen können. Die nach Afrika ziehende Schwalbe, wenn sie mit anderen aus den verschiedensten Ländern zusammentrifft, zwitschert ihre Berichte leicht und geschwätzig hin; der Storch klappert seine Erzählungen dem von Schweden oder England gekommenen Verwandten ebenso deutlich her, wie der Kranich im Vorüberstreichen die Kameraden aus Deutschland und Italien zusammenruft. Nur wo verschiedene Thiergattungen mitsammen leben müssen, kommt es zu Zänkereien, und das erklärt auch die ewige Streitsucht zwischen Hunden und Katzen. Sie verstehen eben einander nicht.

Wie dem aber auch sei, der Mensch hat seine Sprache mit solcher Meisterschaft vervollkommnet, daß ihn das Thier auf dieser Höhe nicht erreichen kann, und wir mögen sie deßhalb immer als einen Vorzug betrachten. Der Mensch ist nämlich im Stande, mit kunstvoll gefügten Worten alles zu beweisen und zu rechtfertigen, was er für gut findet, ja er kann sogar – eine Fähigkeit, die dem Thier vollständig abgeht – damit lügen. – Außerdem braucht der civilisirte Mensch, um sich von einer Stelle zur andern zu bewegen, einen Paß, zu seiner Fortpflanzung eine polizeiliche Erlaubniß, und trägt – das sicherste Merkmal von allen – Kleider, deren Form von einer besondern Varietät des genusSchneider genannt – bestimmt wird. – Soweit seine physischen Unterscheidungszeichen von den übrigen Säugethieren.

Psychisch dagegen steht er hoch über dem ihm untergeordneten Thier, oder hat sich wenigstens eben durch seine geistigen Kräfte über dasselbe emporgeschwungen. Aelteren Uebertragungen und Bildern zufolge sollen nämlich Adam und Eva im Paradies mit den dort heimisch gewesenen [71] Thieren auf einem sehr freundlichen, ja fast gleichen Fuß gelebt. haben. Der Mensch hat aber, was dem Thiere – wie die Naturforscher behaupten – gänzlich fehlt – Verstand, und schwingt sich dadurch auf die höchste Stufe der geschaffenen Welt.

Der Mensch hat Verstand, und es ist das ein Satz, mit dem wir alle, wenn wir nicht tiefer darauf eingehen, vollkommen einverstanden sein werden, und doch ist er im Ganzen viel zu allgemein gehalten. Der Mensch hat nämlich im Allgemeinen eigentlich keinen Verstand, denn er verbittert sich sein kurzes Leben von dem Augenblick an, wo er selbständig handeln lernt, fast durchgängig mit höchst unnöthigen Sorgen, kleinlichen Rücksichten, großartigen Spekulationen, lächerlichem Ehrgeiz und vollkommen nutzlosen Phantasieen, und ist dann

– wie ein Thier auf dürrer Heide,
von einem bösen Geist im Kreis herumgeführt,
und rings umher liegt schöne grüne Weide.

In speciellen Fällen hat er aber trotzdem wirklich Verstand, und gibt dies auch auf die unzweideutigste Weise zu erkennen. Er versteht nämlich – die erste und unentbehrlichste Bedingung zur Civilisation – sich Bedürfnisse zu erschaffen, nur um diese später befriedigen zu können – ein Sinn, der dem Thier vollkommen abgeht. Der Mensch bekümmert sich außerdem stets um Dinge, die ihn eigentlich gar nichts angehn, und hat dabei tausend angebliche Mittel, sein Leben zu verlängern, wie ebensoviele, um es einzeln oder in Masse zu vernichten.

Dann hat der Mensch Religion – ein Wort mit einem sehr unbestimmten Begriff, das sich jeder Stamm nach seinen speciellen Bedürfnissen und Eigenthümlichkeiten regulirt. – Er hat ferner Gesetze, die von der Art sind, daß sich bei uns z. B. ganze Species des allgemeinen genus volle Lebensalter hindurch nur damit beschäftigen, herauszubekommen, was sie bedeuten und wie sie angewendet werden müssen. – Er hat staatliche Einrichtungen mit denen die eine Hälfte der Bevölkerung stets vollkommen einverstanden ist, während die andere das Gegentheil verlangt und für nothwendig hält. – Er hat Schulen, in welchen den jungen Menschen das gelehrt wird, was sie im Leben nicht brauchen, weil sie das andere schon im Leben selber lernen. – Schließlich baut er noch Mühlen, Kirchen, Institute, Monumente, Irrenhäuser, Gefängnisse und unbequeme Wohnungen, entdeckt täglich neue Mittel und Wege, sich die Naturkräfte [72] dienstbar zu machen, steht mit anderen Völkern in oft sehr unnöthiger Verbindung, und erschwert sich wie anderen das Leben so viel wie möglich – etwas, das er ohne Verstand keinenfalls bewerkstelligen könnte.

Das ganze genus homo wird nun, wie bekannt, gewöhnlich in fünf ziemlich deutlich von einander zu unterscheidende Species getheilt, bei denen Farbe, wie Gesicht und Schädelbildung den Ausschlag geben.

Ehe ich aber hierin weiter gehe, ist es doch wohl nöthig, die Begriffe von genus, species und Varietät näher festzustellen , oder sie vielmehr dir, verehrter Leser, deutlicher klar zu machen. Ich thue das vielleicht am leichtesten und besten durch ein uns allen nahe liegendes Beispiel. Als ein solches Beispiel bildet das Wort Rath in unserem gesellschaftlichen Leben ein ganzes genus oder ein Geschlecht der Räthe. Species dieses außerordentlich zahlreichen genus, von dem ich annehmen darf, daß es den meisten Lesern bekannt ist, sind denn die verschiedenen Hof-, Finanz-, Staats-, Steuer-, Polizei-, Forst-, Land-, Bau-, Kabinets-, Kirchen-, Kammer-, Gemeinde-, Marine-, Schul-, Regierungs- und Kommerzienräthe etc. und Varietäten dieser wieder bilden die geheimen, wirklichen, ordentlichen und Titularräthe, mit Unterabtheilungen von solchen, die schon einen Orden haben, und solchen, die noch keinen haben.

Also bedeutet hier genus das ganze Geschlecht der Räthe, mit Frauen und Kindern, denn die Frau ist, wie bekannt, Mitträgerin des Titels, ohne weitere Verbindlichkeiten als ein ihrem Rang entsprechendes Haus zu machen. – Species sind die einzelnen genannten Abtheilungen des genus – ebenfalls wieder mit Frauen und Kindern – und Varietäten wieder die Unterabtheilungen der Species – wie vorher, mit Familie, nur allein die Ordensvarietäten abgerechnet. Die Damen dürfen nämlich, bis jetzt wenigstens, die Orden ihrer Gatten noch nicht mittragen – eigentlich eine, meiner Meinung nach, große Härte der Gesetze.

Damit also im Reinen, komme ich wieder darauf zurück, daß die Schädelbildung und Hautfarbe, zugleich mit der Farbe der Haare, früheren Naturforschern hinreichende Anhaltspunkte gegeben hat, die verschiedenen species des genus homo zu sortiren, und hierbei gab besonders die Hautfarbe der diversen Nationen den entscheidenden Ausschlag. Achten wir deßhalb auf die Farbe, so finden wir in weiß, schwarz, braun, roth und gelb fast alle nur erdenklichen Schattirungen in den verschiedenen Welttheilen – ausgenommen gestreifte oder gefleckte Menschen, bis zu welcher Varietät wir es noch nicht gebracht haben. Von geschwänzten Menschen berichtet [73] allerdings die Sage aus dem Innern Afrikas; da wir aber diese Berichte nur einzelnen, vielleicht nicht einmal ganz zuverläßigen Weinreisenden verdanken und auch noch kein Exemplar – weder lebendig noch ausgestopft – eingeliefert wurde, so müssen wir die Thatsache noch dahingestellt sein lassen.

Was die eigentliche Urfarbe des Menschen betrifft, so sind die Ansichten darüber noch getheilt und bewegen sich gegenwärtig auf dem Gebiete zwischen schwarz und weiß. Die kaukasische oder weiße Race nimmt nämlich an, daß Adam und Eva weiß gewesen seien, und Sonne wie Klima der verschiedenen Länder später auf die einzelnen abzweigenden Stämme ihren Einfluß ausgeübt hätten. Dies scheint uns am wahrscheinlichsten. Die Neger dagegen haben eine andere Tradition und behaupten, daß Adam und Eva mit Kain und Abel die schönste Ebenholzfarbe gehabt hätten. Mit Kain aber erlitt – eben jener Sage nach – die Sache eine Veränderung.

Als Kain nämlich zu jener Zeit in seinem Bruder Abel den vierten Theil der damaligen Bevölkerung erschlug, rief ihn nach diesem ersten Mord Gott Vater an und sagte: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ – Darüber nun soll Kain so erschrocken sein, daß er vor lauter Angst kreideweiß wurde. Diese Farbe behielt er auch von da an bei und ging später – den Worten der Bibel nach: „in ein anderes Land und nahm sich eine Frau.“ – Die Weißen sind deßhalb, dem äthiopischen Glauben nach, die Abkömmlinge von Kain, die Schwarzen die von dem erschlagenen Abel, und die Aethiopier haben das in ihrer Sage allerdings für sich, daß ein Mensch vor Angst weit eher weiß als schwarz werden kann.

Aber ich glaube, wir können uns darüber hinwegsetzen. Die Farbe gehört doch nur zur äußeren Hülle des Menschen und steht mit seinem inneren Werth in keiner Verbindung. Nur stolz dürfen wir nicht auf die Farbe werden, denn selbst ein sehr weißer und schöner Teint beweist eigentlich wenig mehr, als daß Träger oder Trägerin desselben – vollkommen Zeit hatte, darauf acht zu geben. Sollten wir uns aber wirklich auf unsere lichte Hautfarbe etwas einbilden, so brauchen wir nur zu erfahren, wie dieselbe von den australischen Wilden beurtheilt wird, und unsere hohe Meinung wird sich dadurch gewiß etwas senken. Dieselben haben nämlich die eben nicht appetitliche Gewohnheit, ihre Todten so lange zwischen zwei mäßige Feuer zu legen, bis sich ihnen die Haut lockert. Diese ziehen sie dann ab und heben sie auf und begraben den also geschundenen Leichnam, den sie in diesem Zustande grinkari nennen. Als sie nun die ersten Weißen erblickten, die mit ihrer bleichrothen Hautfarbe solchen präparirten Todten – ihrer [74] Meinung nach – sprechend ähnlich sahen, nannten sie dieselben nach jenen mit gleichem Namen, und ebenfalls grinkari.

Da wir es hier aber nur mit der Eintheilung zu thun haben, kann uns das alles vollkommen gleichgültig sein, und ob Adam und Eva einst schwarz, weiß, braun, gelb oder kupferroth gewesen sind, berührt uns nicht im Geringsten. Die Eintheilung nach der Farbe hat jedoch durch die vielen Schattirungen außerordentliche Schwierigkeiten. Noch unzuverläßiger ist die nach den Haaren, besonders in unseren Zeiten, wo sich – von falschen Locken gar nicht zu reden – oft noch ganz junge Leute schon eine Glatze stehn lassen oder gar Perrücken tragen, die jedes nähere Studium unmöglich machen. Weit besser bringen wir deßhalb das Menschengeschlecht in zwei Hauptabtheilungen, und diese Eintheilung entspricht auch unserer jetzigen Situation am besten. Ich meine nämlich die Eintheilung in civilisirte und uncivilisirte Stämme. Zu den ersteren rechnen wir also die civilisirten Völker Europas, mit ihren Nachkommen und Kolonien in den übrigen Welttheilen. Zu den zweiten die noch nicht oder doch nur wenig von der Kultur „beleckten“ Indianer oder wilden Stämme.

Verschiedene Naturforscher haben vorgeschlagen, das ganze Menschengeschlecht – weit passender als nach Farbe und Schädelbildung – nach dem einzutheilen, was sie vorzugsweise verzehren – also nach ihrem Leibgericht, und das läßt sich zum Theil, selbst bei den civilisirten Völkern durchführen. Wissen wir ja doch auch, daß die Nahrung einen sehr entschiedenen Einfluß auf den Charakter des Menschen ausübt. Wir haben demnach auch in Europa: 1) die Carnivoren oder fleischessende Menschen – Roastbeef – England – Froschkeulen – Frankreich. 2) die Ichthyophagen oder Fischesser: Skandinavien – Stockfisch, Holland – Häringe, wie im Sommer sämmtliche Seebadgäste. – 3) die Frugivoren oder Frucht- und Getreideesser, Deutschland – Klöße. – 4) Geophagen oder Erdesser, das Heer der Staubkriecher und Schmarotzer. – 5) Antropophagen – Menschenfresser, die Recensenten und Wucherer, – und 6) Omniphagen – Allesverzehrer oder solche, die sich von den verschiedensten Lebensmitteln nähren.

Bei einer Uebersicht derselben stellt sich der Einfluß der Nahrung allerdings in vielen Fällen heraus. Die Frugivoren, zu denen besonders die Deutschen gehören, zeichnen sich durch ihre Geduld und ihr mildes biegsames Wesen aus, während Franzosen und Engländer – der Augsburger Allgemeinen Zeitung nach – zu den blutdürstigsten Menschen gehören. [75] Bei den Ichthyophagen, Geophagen und Omniphagen scheint die Nahrung aber keinen entschiedenen Charakter zu bewirken.

Eine scharfe Abgrenzung dieser Klassen läßt sich indessen in Europa doch nicht durchführen, denn der Mensch beschränkt sich hier gewöhnlich nur im Nothfall auf ein bestimmtes und einseitiges Gericht. Im Gegentheil strebt er allgemein nach einer Verbesserung seiner Lage und Diät, nämlich nach Suppe, Gemüse und Fleisch, Braten und Salat oder Compot, und zum Nachtisch noch nach einer Tasse Kaffee.

Die Selbsteintheilung der civilisirten Völker, von den verschiedenen individuellen Standpunkten aus, geht nebenbei ins Unendliche, und des Beispiels halber will ich nur einige anführen. Die Polizei – als officielles Organ der Civilisation verdient sie jedenfalls zuerst genannt zu werden – theilt die Menschen in zwei Klassen: nämlich in solche, die ihre Strafe verbüßen oder unter polizeilicher Aufsicht stehn, und in solche, gegen welche noch nichts Nachtheiliges bekannt geworden. – Ebenso thun es, als Unterabtheilung, die Gefängnißwärter und zwar: in solche, die sitzen, und in solche, die noch nicht sitzen.

Der Oekonom kennt ebenfalls nur zwei Species, die erste unter der Rubrik: freie Weide, d. h. solche, die sich frei ernähren und von ihren eigenen Kräften selbständigen Gebrauch machen. Dazu gehören: Oekonomen, Kaufleute, Künstler, Aerzte, Advokaten etc. Die zweite unter der Rubrik: Stallfütterung, d. h. solche, die eine bestimmte feste und gebundene Anstellung mit Pension haben. – Das Militär theilt das Menschengeschlecht gewöhnlich in Leute mit zweierlei und einerlei Tuch. – Der Beamte in nöthige und unnöthige Mitglieder der menschlichen Gesellschaft. – Der Kaufmann in Käufer und Concurrenten. – Der Buchhändler in Leser, die Bücher kaufen, Aristokratie, in solche, die in einer Leihbibliothek abonnirt sind – Bürgerthum – und in solche , die gar nicht lesen – Proletariat etc.

Solche individuelle und meist nur einseitige Ansichten können aber nicht maßgebend sein und dienen höchstens dazu, dem Psychologen die leider noch sehr große Uneinigkeit des Menschengeschlechts deutlicher zu machen.

Soweit also die Eintheilung der civilisirten Völker, die allerdings ein wenig complicirt ist, ihrer verschiedenen und mannigfachen Bedürfnisse wegen. Weit einfacher stellt sich dagegen die Eintheilung der uncivilisirten Erdbevölkerung heraus, die über alle Welttheile gleich zahlreich zerstreut ist, und deren einzelne Glieder gemeinhin Wilde genannt werden.

[76] Die Species der europäischen Wilden, auch manchmal Proletarier genannt, nähert sich hinsichtlich der Bedeckung am meisten der Civilisation. Sie gehen gewöhnlich nur mit Kopf, Händen, Füßen, Ellbogen und Knieen barfuß, wechseln zu unregelmäßigen Zeiten die Wäsche, indem sie dieselbe umdrehen, waschen sich nur im Nothfall, haben keine bestimmte Beschäftigung, sind sehr grob und führen einen steten Guerillakrieg mit der Polizei. Die Weibchen tragen keine Crinoline, und die Jungen bis zum fünften Jahre das Vorhemdchen auf der verkehrten Seite.

Die Wilden der übrigen Welttheile lassen sich, in ihren allgemeinen Umrissen ziemlich gleich, in zwei Varietäten scheiden, und zwar in solche, die der Civilisation noch fern stehn, und in solche, bei denen sie anfängt Wurzel zu schlagen. Die ersteren gehen, je nach Klima und Ortsverhältnissen, in ihre Nationaltracht gekleidet – entweder in demselben Geschmack wie Adam und Eva vor dem Sündenfall, oder auch bei kaltem Wetter in die Felle und Pelze der erlegten Thiere gehüllt. Dabei führen sie alle Arten von wunderlichen Waffen, und bekriegen sich gegenseitig, ganz wie die civilisirten europäischen Nationen, verschiedener Ansichten wegen.

Hierin verfahren sie aber außerordentlich rücksichtslos, und anstatt sich, wie bei civilisirten Schlachten, mit dem Erschlagen der Feinde und der Erbeutung von Fahnen, Kanonen und Kriegskassen, wie dem Plündern der Städte zu begnügen, nehmen sie als Siegestrophäen, je nach den verschiedenen Sitten und Gebräuchen ihres Landes, verschiedene Körpertheile der überwundenen Feinde in Anspruch. Die Neuseeländer z. B. schneiden den Besiegten die Köpfe ab und räuchern sie als Zierrath für ihre Besuchszimmer. – Die nordamerikanischen Indianer scalpiren die Ueberwundenen, d. h. sie erzeugen bei ihnen eine künstliche Glatze, indem sie den oberen Theil ihrer Kopfhaut mit drei Rundschnitten abtrennen und vom Schädel reißen. Den Scalp trocknen und räuchern sie dann und bewahren ihn zum Andenken an den früheren Gegner auf.

Die Eingeborenen der Insel Luzon und überhaupt der Philippinen – allen Rauchern durch die Manilacigarren bekannt, schneiden den Kriegsgefangenen – bei denen dies überhaupt möglich ist – die Waden ab. – Die australischen Wilden nehmen das Nierenfett der Erschlagenen, reiben sich damit ein und glauben dadurch ihre Stärke zu erlangen. – Verschiedene Negerstämme in Afrika nehmen die Kinnladen der Gefallenen. Andere, ebendaselbst, begnügen sich mit den Zähnen, die sie zu einem höchst unpassenden Korallenschmuck verwenden. Andere wieder schneiden die Ohren, Andere [77] die Nasen ab. Die Sumatraner endlich verzehren ihre Kriegsgefangenen, in einem etwas summarischen Verfahren, ganz.

Interessanter ist jedoch für uns die andere Varietät, nämlich jene, schon zum Theil von der Civilisation berührten Wilden. An ihnen können wir nämlich nicht allein den Beginn der Kultur – der uns in unserer eigenen Geschichte zu fern liegt – mit größter Bequemlichkeit und als Augenzeugen studiren, sondern auch beobachten, wie sich nach und nach die einfache Sitteneinfalt dieser Kinder der Natur entwickelt und complicirt. Wir erkennen dabei zugleich, daß sie allmälig das werden, wozu wir sie haben wollen, nämlich zu Leuten, die einsehen, daß sie ohne eine Masse unnöthiger Bedürfnisse verständigerweise gar nicht mehr existiren können, und die deßhalb alles Mögliche thun, ihr naturwüchsiges Leben zu verleugnen. Daß ihnen die neue Sitte unter allen Umständen höchst ungeschickt steht und oft nur mit Gewalt einigermaßen angepaßt werden muß, daß die Leute selber unglücklich und elend werden und endlich langsam, aber sicher untergehen, kann dabei nicht in Betracht kommen. Die Civilisation kann nicht auf solche Wilde Rücksicht nehmen.

Vor dem Beginne der Civilisation haben diese Leute gewöhnlich eine, ihren Bedürfnissen entsprechende Religion, passende Gesetze, höchst einfache Regierungsformen und sind meist alle ehrlich, gastfrei und von heiterer Gemüthsart. Die Civilisation bringt ihnen vor allen Dingen den Branntwein – eine unumgänglich nothwendige Sache, denn man muß einen leicht zu beschaffenden Handelsartikel haben, ihnen ihr Land und ihre „Gerechtsame“ auf rechtliche Weise, d. h. so, daß später keine andere civilisirte Nation Einspruch dagegen erheben kann, abzukaufen. Mit dem Branntwein thut deßhalb die Kultur den ersten Schritt.

Der Indianer, der dabei bisher seine eigene Haut für eine naturgemäße und völlig genügende Bedeckung hielt, fängt jetzt an für europäische Kleidung empfänglich zu werden. Er trägt abgerissene Fracks, mit Strümpfen statt Aermeln, Chemisetten und Westen an den unmöglichsten Stellen und auf die unbegreiflichste Weise, Hosenträger um den Hals, Uhrketten durch die Nase, Sporen ohne Stiefel, Halsbinden ohne Hemd, und wollene Shawls um die Knie, liebt leidenschaftlich die rothe Farbe und klappernde Glaskorallen und gibt alle seine mühsam hergestellten Waffen und Werkzeuge um das entsetzliche Feuerwasser hin. Hierauf findet er sich, nach einem gelegentlichen Besuch bei den „Weißen“ gewöhnlich eines Morgens sehr früh naß und kalt in irgend einem räthselhaften Busch oder an der Straße [78] liegen, hat Kopfschmerzen, mit einem dumpfen Gefühl, daß nicht alles in Ordnung sei, und trägt ein heißes, wenn auch noch völlig bewußtloses Verlangen nach einem Häring und Sodawasser.

Bei diesem Stadium der Civilisation angelangt, übernehmen fremde Missionäre seine Belehrung. Von dem Wunsch beseelt, die Wilden zu nützlichen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft zu machen, lassen sie sich von ihnen ihre Häuser aufrichten, ihre Felder und Gärten bestellen und unterrichten sie dafür in den Lehren der christlichen Religion. Hierin finden sie bei den Wilden nur geringen Widerstand. Mit rechtzeitiger Austheilung von wollenen Decken, Suppen, Brod und anderen Lieblingsspeisen dieser kindlichen Gemüther sichern sie sich zahlreiche Versammlungen, und die Eingeborenen sehen, solcher Freigebigkeit gegenüber, selten einen erheblichen Grund, weßhalb sie sich nicht sollten taufen lassen.

Von nun an beginnt der Indianer ein anderes neues Leben. Die Weißen mehren sich, kaufen ihm Acker nach Acker für Flaschen Branntwein ab, verjagen oder erlegen das Wild in seiner Nähe, und kultiviren den Boden mit weit mehr Erfolg, als sie den früheren Eigenthümer civilisirten. Dieser, ohne weitere Beschäftigung, da ihm die Jagd unmöglich gemacht wurde, trinkt, prügelt in der Zwischenzeit seine Familie – bettelt, wenn er nichts mehr zu vertrinken hat, und stiehlt, sobald ihm niemand mehr etwas freiwillig gibt. Zu Grunde geht er allerdings dabei, die Kultur aber hat einen weitern Schritt auf ihrem Wege durch die Welt gethan.

Was nun das eigentliche Lebensalter des Menschen betrifft, so wechselt das, bei beiden Abtheilungen, von 30–80 Jahr. Im hohen Alter tritt aber noch ein sehr bedeutender Unterschied zwischen civilisirten und uncivilisirten Völkern zu Tage. Der Wilde nämlich, wenn er stumpf und alt wird, zieht sich ähnlich wie wilde Thiere, in Höhlen und Dickichte zurück und verbrütet – dem Stamm zur Last, der ihm nothdürftig seine Nahrung gibt – die letzten Jahre seines Daseins in stiller Einsamkeit. Manche Stämme schlagen sogar ihre alten Leute einfach vor den Kopf. – Der civilisirte Mensch thaut dagegen nicht selten erst im Alter gehörig auf und wird geselliger als je. Er zeigt eine stille, aber heftige Neigung bald zu größeren Gesellschaften und Clubs, bald zu kleineren Cirkeln, die, je nach der individuellen Natur, theils in Kaffeegesellschaften, theils in Whist- und Skatpartieen ihre Erledigung findet. Er trägt dabei Brillen und Perrücken, nährt sich von Pensionen oder Renten, und stirbt erst, wenn er nothgedrungen muß.

[79] Hiemit hätten wir denn also einen ungefähren, wenn auch nur sehr flüchtigen Ueberblick über das, auf unserer Erde verbreitete Menschengeschlecht, und es ist jetzt vielleicht nützlich, noch einen Rückblick auf das Ganze zu werfen. Das aber können wir am Besten aus der Vogelperspektive.

Betrachten wir also von dieser aus die zu unsern Füßen liegende wunderliche Welt mit ihrer sehr gemischten menschlichen Bevölkerung, so gelangen wir zu dem überraschenden Resultat, daß wir in ihr nur ein Chaos von Meinungen und Leidenschaften finden, die sich einander – mögen die Hüllen, in denen sie stecken, noch so bunt und verschieden sein – doch in ihrer Wirkung vollständig gleich bleiben. Nicht zehn Menschen neben einander haben eine Ansicht über die allereinfachsten Verhältnisse – mögen es nun australische Wilde oder deutsche Räthe sein – über Gesetze, über Religion, über Sitten, über Kleidung, über Nahrung, über gesellschaftliches Zusammenleben, mit einem Wort, über irgend ein wirkliches Naturgesetz ihres Daseins. Und das kribbelt und wimmelt durch einander, bald feindlich, bald freundlich, liebt sich hier, bekriegt sich da – ob nackt, mit dem Wurfspeer in der Faust, oder mit bunten Aufschlägen und Kanonen, – drängt sich mit dem Nachbar nach Herzenslust.

Und ist es deßhalb draußen anders wie bei uns? – Tout comme chèz nous – ob unter Palmen, ob unter Kiefern. Nur andere Namen hat es draußen in der Welt und sieht vielleicht ein wenig anders aus, aber von allem, über das wir uns im Ausland lustig machen, finden wir ganz Aehnliches gewiß im eigenen Vaterland, wenn wir nur sehen und verstehen wollen. Deßhalb sollten wir äußerst vorsichtig sein, wie wir uns über andere Sitten und Gebräuche lustig machen, und wer weiß, ob der Wilde z. B. nicht mehr an uns zu belachen fände, als wir an ihm.

Aber was hilft das Reden – wir treiben’s doch so fort. Monarchien schelten auf Republiken, Republiken auf Monarchien, der Bauer auf den Bürger, wie der Bürger auf den Bauern und den hochweisen Magistrat, und das reibt und arbeitet gegen einander, daß man wirklich oft nicht begreift, wie sich das kleine geschäftige Menschenvolk nicht schon lange gegenseitig aufgerieben hat. Aber eine Keimkraft liegt auch in ihm, die unverwüstlich ist, und während der Tod mit seiner langen erbarmungslosen Sense langsam und Schritt für Schritt vorwärts tritt, regelmäßig wie die Uhr zum Hieb ausholt und ganze Reihen niedermäht, treibt schon wieder dicht hinter ihm ein neues, junges, fröhliches Leben frisch und rasch empor. Der Tod vernichtet deßhalb auch nicht etwa; nur Raum für jungen Nachwuchs [80] schafft er, und auf den Gräbern spielt der neue Trieb und denkt kaum mehr des Moders, der darunter schlummert.

Wie viele Menschen glauben dabei auf Erden, daß sie in der That unumgänglich nothwendig wären, daß sie ein wichtiger Zahn im Rad der Zeiten seien, und die Maschine wahrscheinlich auf eine Weile ins Stocken gerathen müsse, wenn Gott sie plötzlich abberufen sollte. Und wenn sie sterben? Missest du das welke Blatt, das grad ein leichter Sommerhauch dem Baum entführt? Siehst du die Lücke wohl im Ocean, wo der hineingetauchte Finger einen Tropfen mit sich nahm? – Die nächsten Lieben, die uns eng umstehn, ja, ihnen fehlen wir – fehlen wir vielleicht für lange Zeit, aber der Welt? Die geht indessen ruhig, rastlos fort; die Zeit rollt unaufhaltsam weiter, die Maschine arbeitet ihren alten Gang, und der Geschiedene ist ersetzt, noch ehe er kaum den letzten Athemzug gethan.

Das aber soll uns nicht hindern, uns – wenigstens so lange wir leben – für höchst wichtige Glieder der Menschenkette zu halten. Unseres eigenen Werths bewußt – denn wer könnte seinen eigenen Werth besser kennen, als jeder einzelne Mensch selber? – ziehen wir unsere Straße und klettern – oder thun wenigstens, als ob wir klettern – höher und höher hinan, wenn nicht in den Augen der Welt, doch in unserer eigenen Meinung. Haben wir den Gipfel dann erstiegen, wie mäßig die Erhöhung auch gewesen, dann finden wir doch etwas – unser Grab, und träumen ruhig einer andern Welt entgegen.

Wohl aber dem, auf dessen Grab mit Recht die Worte stehn: Hier ruht ein guter Mensch von seinem Leben aus. – Leichensteine übertreiben nämlich sehr gern, und die Amerikaner haben sogar ein Sprichwort, nach dem sie sagen: Er lügt wie ein Leichenstein.

Wie es nachher einmal dort drüben wird, ob wir da ebenfalls nach Species und Varietäten eingetheilt, oder nur einfach nach Schafen und Böcken sortirt werden – die Böcke für Heulen und Zähneklappern, die Schafe für die ewige Seligkeit, darüber freilich liegt noch ein dunkler Schleier, und wir können nur harren und hoffen.

Wenn aber auch nur ein Staubkorn im Universum, wollen wir hier unsere Pflicht mit treuem Herzen thun – was wir thun, recht, was wir glauben, wahr, und in diesem Sinne hoff’ ich mit Zuversicht, daß wir dort einmal alle wieder in der Seligkeit zusammenkommen.