ADB:Vogel, Ludwig

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Artikel „Vogel, Ludwig“ von Carl Brun in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 116–120, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vogel,_Ludwig&oldid=- (Version vom 24. August 2019, 14:01 Uhr UTC)
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Vogel: Georg Ludwig V., Historienmaler und Radirer, geboren am 10. Juli 1788 in Zürich, † daselbst am 20. August 1879. Sein Vater, David V., war Zuckerbäcker. Liberaler Richtung, spielte er um die Wende des 18. Jahrhunderts eine nicht unbedeutende politische Rolle, die ihn nöthigte, auch mit der Feder gelegentlich seinen Standpunkt zu verfechten. Das Vogel’sche Haus war mit den hervorragenden Zürchern der Zeit befreundet, so daß Ludwig Männer kennen lernte wie Heinrich Pestalozzi, Hans Georg Nägeli, Escher von der Linth und den Kunsthistoriker J. H. Füßli. – V. sollte die in der Familie traditionelle Zuckerbäckerei erlernen, konnte ihr das früh sich offenbarende Zeichentalent des Knaben ja nur förderlich sein! Bereits 1794 dachte der Vater deshalb auch daran, es auszubilden, was ein Blatt aus diesem Jahre mit der Bemerkung: „Meine erste Unterrichtsstunde im Zeichnen“ beweist. Den gewöhnlichen Schulunterricht genoß V. zunächst in seiner Vaterstadt, dann in Aarau, wo er 1802 und 1803 die Kantonsschule besuchte. Hier waren es Rahn, Pfenninger und Scheurmann, die den Unterricht im Zeichnen innehatten. 1804 trat V. sodann in das Geschäft des Vaters ein, nachdem er ihm schriftlich die Erklärung abgegeben hatte: „Ich habe große Lust zu diesem Beruf. Ich denke gar nicht daran, mich der Kunst zu widmen“. Nichtsdestoweniger setzte er die Kunststudien fort. Er erhielt Unterricht bei Heinrich Füßli, Jakob Oeri, einem Schüler Jacques Louis David’s, Konrad Geßner, der dem Jüngling die nöthige Unterweisung in der Oelmalerei gab. Einen nachhaltigen Einfluß übte aber keiner von den dreien auf ihn aus. Mehr Bedeutung hatten für ihn die Fahrten im Schweizerlande, die er mit gleichgesinnten Genossen unternahm. 1807 treffen wir V. mit Durr, H. Werdmüller und Wilhelm Huber fleißig Studien sammelnd im Berner-Oberland, Wallis und dem Kanton Tessin. Im gleichen Jahre betheiligte sich der Künstler auch zum ersten Male und zwar mit nennenswerthem Erfolge an der zürcherischen Kunstausstellung. Nun dachte der Vater daran, V. eine Akademie besuchen zu lassen. Er wählte Wien, weil die Residenz der Habsburger auch in der Zuckerbäckerei Bedeutendes leistete und diese für den Sohn nach wie vor im Vordergrunde stand. 1808 verließ V. Zürich. Er reiste über München, dessen Galerie er schätzen lernte, über Braunau und Linz und langte am 13. Mai glücklich in Wien an.

In der Kaiserstadt an der Donau waren es nicht die Lehrer der Akademie, Zauner, Fischer, Caucig, Maurer und Füger, die Eindruck auf das empfängliche Gemüth Vogel’s machten, sondern seine Mitschüler, vor allem Franz Pforr und Friedrich Overbeck. Jene bewegten sich auf den abgefahrenen Geleisen von Raphael Mengs und gehörten mit ihren Anschauungen der Vergangenheit an, diese suchten neue Wege und blickten frisch in die Zukunft. Besonders Overbeck, [117] der damals gerade an dem jetzt im Künstlergut in Zürich hängenden Carton zum Einzuge Christi in Jerusalem arbeitete, gewann Macht über V., der sich ihm mit Begeisterung anschloß und somit in den Kreis jener Männer trat – auch Konrad Hottinger von Zürich und Karl Eggers gehörten zu ihnen – , die es für ihre Pflicht hielten, dem conventionellen Stil den Krieg zu erklären. In diese Zeit (1809) fällt die Gründung einer eigenen Lucasbruderschaft, deren Mitglieder, wie V. mittheilt, „geschworen, der Wahrheit stets treu zu bleiben, und hingegen allem akademischen Schlendrian und aller Manier so viel möglich entgegenzuwirken“. V. entwickelte sich von innen heraus und griff, angeregt hauptsächlich durch Johannes v. Müller, nach einheimischen Stoffen. An das erste Bild, das er nach Hause schickte. „Die Rückkehr eines Schweizer Kriegers“, knüpfte er die Bitte, sich ausschließlich der Kunst widmen zu dürfen. „Wie herrlich müßte das sein, wenn einer auch so der Maler seiner großen Voreltern werden könnte“.

Inzwischen hatte sich die Lage der jungen Männer auf der Wiener Akademie, auf der für sie kein Fortkommen war, dermaßen verschlechtert, daß sie grollend ihren Austritt erklärten und beschlossen, die Italienfahrt anzutreten. Von einer Relegation kann keine Rede sein, „quasi ausgestoßen“ fühlten sich die Genossen aber immerhin. Am 15. Mai 1810 begab sich V. mit Pforr, Overbeck und Hottinger auf die Reise. Es ging nach Triest, von dort über Pordenone, Conegliano, Treviso nach Venedig, von hier nach Ferrara und Bologna, weiter nach Rimini, Fano und Urbino, über den Furlopaß, nach Foligno, Spoleto, Terni und über Narni, Otricoli, Civita Castellana etc. nach Rom. Es ist charakteristisch, daß die Quattrocentisten in den Jünglingen überall Begeisterung erweckten, die späten Venetianer dagegen und die Eklektiker Bolognas sie vollkommen kalt ließen. „Wie um Gotteswillen, ruft V. aus, kann man das als Muster und Meisterwerk anrühmen. Das ist doch, das muß jeder Unbefangene sagen, ein Gräuel.“

In Rom richteten sich die Künstler in dem Kloster des hl. Isidor wohnlich ein und betrieben dort als eigentliche Klosterbrüder gemeinsam ihre Studien. V. trat Cornelius, Koch und Thorwaldsen nahe, an den ihm der Bildhauer Heinrich Keller eine Empfehlung gab; er vertiefte sich also nicht etwa einseitig in die mittelalterliche Richtung seiner Freunde, sondern lernte auch die durch Carstens auf den Schild gehobene classische würdigen. Mehr unbewußt machte er die Anfänge der deutschen Romantik mit. In V. steckte kein Nazarener. Er wußte sich frühzeitig dem Einflusse der Praerafaeliten zu entziehen. Er hatte eine praktisch nüchterne, realistisch angelegte Natur und war als Zürcher ein zu guter Protestant, um dem Drängen Overbeck’s, der ihn für den Katholicismus gewinnen wollte, nachzugeben. Als Künstler blieb er dem schon früher als wahr Erkannten treu. Auch bei seinen römischen Arbeiten herrschen die vaterländischen Stoffe vor, in denen er offenbar noch bestärkt wurde durch Cornelius, der seine Faust-Illustrationen mit nach Rom gebracht hatte. 1811 sah V. Neapel, Pästum, Pompeji und Herculanum, 1812 widmete er sich noch fleißig den Studien in Rom, und als das Jahr auf die Neige ging, rüstete er sich zur Rückkehr. Sein Auge schwelgte auf der Heimreise in den Kunstschätzen von Orvieto, Perugia und Assisi. Im Januar 1813 kam V. nach Florenz, wo er selbstverständlich einen längeren Aufenthalt machte. Von hier aus ging es schnell nordwärts nach Mailand und dann – es wurde Herbst – über den St. Gotthard nach Zürich.

Eine anmuthige Familienscene vom Jahre 1830 zeigt den Künstler im Kreise der Seinigen, mit Frau und Eltern vereinigt, im schönen Zürcher Heim. Friedlich genießen die vier, in der Laube des Gartens um den Theetisch [118] gruppirt, den Sommerabend und den Ausblick auf die Stadt und die Predigerkirche. Erst kürzlich hatte der Vater V. das Haus zum obern Schönenberg erworben. Es war einst das Besitzthum von Johann Jakob Bodmer gewesen. In diesem Hause arbeitete Klopstock an seinem Messias und weilten Wieland und Goethe. Jetzt schlug V. sein Atelier in demselben auf, mit dem festen Entschlusse, Zürich nicht wieder zu verlassen. Der zweite Theil von Vogel’s Leben ist biographisch nicht so ergiebig wie der erste. Der Meister unterbrach die Arbeit nur, wenn es galt, Studienreisen im Vaterlande zu machen. Ausnahmsweise wurden diese auch auf das Ausland ausgedehnt. 1820 treffen wir V. im Schwarzwalde, 1822 zu Freiburg im Breisgau. Im gleichen Jahre begab er sich mit Volmar und Anderen nach Paris, um die dortigen Kunstzustände kennen zu lernen. In München, wo er sich an den Ausstellungen betheiligte, weilte er öfters, so 1830 und 1832, 1856 und 1858; 1824 sehen wir ihn in Stuttgart, 1846, 1847, 1853, 1857 und 1868 in Mailand. Er fühlte sich wohl daheim. Seit 1818 war er mit einer Sulzer von Winterthur verheirathet, die ihm zehn Kinder schenkte, von denen jedoch bloß drei den Vater überlebten. Diesem selbst bot ein langes Leben Gelegenheit, seine künstlerischen Grundsätze in Thaten umzusetzen.

V. hat trotz des eifrigsten Studiums gewisse technische Schwierigkeiten nie ganz überwunden: er rang in der Zeichnung wie im Colorit vergebens nach Vollendung. Groß steht er aber da in der Composition. Mit der Gabe, unzählige Figuren in übersichtliche Gruppen zu gliedern, verband er das Talent, den Charakter der Zeit, die er gerade darstellte, klar zur Anschauung zu bringen. Seine Kraft lag in der geschickten Benutzung der geschichtlichen und legendarischen Quellen seines Vaterlandes. V. ist der erste hervorragende Historienmaler der Schweiz. Mit merkwürdigem Takt und sicherem künstlerischem Gefühl traf er aus der reichen Geschichte des Heimathlandes die Auswahl der Stoffe. Vor allem interessirte ihn die Gründung der Eidgenossenschaft („Schwur auf dem Rütli“) und begeisterte er sich für die Helden der Vorzeit, Winkelried und Tell, die er typisch gestaltete. Die siegreichen Schlachten („Rückkehr von Morgarten“, „Murten“) beschäftigten ihn so sehr wie die Vorgänge der Reformation, in deren Mitte für ihn selbstverständlich Ulrich Zwingli stand. Er behandelte mit Vorliebe solche Momente, welche für die Gestaltung der Eidgenossenschaft von Bedeutung waren; der Localgeschichte wandte er sich nur selten zu. Auch aus ihr griff er dann vorzugsweise heraus, was ihm für das gesammte Vaterland von Wichtigkeit erschien. So stellte er z. B. aus der Zürcher Geschichte, mit Ed. Steiner zusammen, den Eintritt Zürichs in den Bund der Eidgenossen dar. Das Bild ist im Treppenhause des Künstlerguts in Zürich aufgehängt. Es war das Bindende, das Versöhnende, was V. erwärmte, weshalb er sich auch in die Gestalt des Friedensstifters Niklaus v. der Flühe vertiefen konnte. Das Meisterwerk des Historienmalers V. ist „Winkelried’s Leiche auf dem Schlachtfelde bei Sempach“. Die Composition beschäftigte ihn schon 1827, reifte jedoch erst 1841 zum fertigen Gemälde heran. Fünfzehn Jahre später, 1856 wiederholte er das Bild für seine Familie. Das Original befindet sich heute in Basel. Mit richtigem Takt ist der Künstler dem Momente, in dem Winkelried von den Lanzen durchbohrt, den Heldentod erleidet, und die Genossen, über ihn hinwegstürmend, die feindlichen Reihen zu durchbrechen suchen, ausgewichen. Er führt uns im Gegensatz zu den Neueren, an den Leichnam, den die Sieger trauernd umstehen. So erreicht er, nicht die Ursache, sondern die Wirkung im Auge, sein Ziel, und versetzt den Beschauer unwillkürlich mit in die feierliche Stimmung, die den Vorgang beherrscht. Die Wiederholung des Bildes ist im Besitze des Herrn Vogel-Hotz in Zürich.

[119] Aber nicht nur eigentliche Geschichtsbilder hat V. geschaffen. Neben ihnen her laufen die zahlreichen historischen Sittengemälde, die ein getreues Bild des Lebens der Eidgenossen im neunzehnten Jahrhundert bieten. Dieses Leben hatte der Künstler ja selbst mitgelebt und auf seinen Excursionen nach allen Seiten hin gründlich kennen gelernt. Das hervorragendste historische Genrebild Vogel’s ist die „Tellenfahrt“, die der Meister 1833 entwarf und 1848 in großem Maßstabe ausführte. Vor der Tellscapelle, in der ein Kapuzinerpater am Altare die Festpredigt hält, sind die von nah und fern herbeigeeilten Gläubigen in Kähnen versammelt. Noch heute wird diese Feier, die V. so wahr dargestellt hat, jedes Jahr am Freitag nach Himmelfahrt wiederholt. Reine Genrebilder sind die „Kapuziner im Refectorium“ (1852) – wie die Familienscene von 1830 im Besitz von Frau Stadler-Vogel in Zürich – und das „Gebet auf dem Friedhofe“ von 1825 im Künstlergut. Das „Fest bei der Tellscapelle“ gehört Frau Bodmer-Trümpler in Zürich. Ferner wären hier zu nennen: „Die Tanzkilbi im Kanton Freiburg“, „Die Messe im Wildkirchli“, „Das Steinstoßen auf dem Rigi“ und „Das Schwingfest auf der Alp“.

Die wenigsten Bilder Vogel’s gehören öffentlichen Sammlungen an, die meisten befinden sich in Privatbesitz, vor allem in der Familie des Verewigten. Das Künstlergut in Zürich enthält außer den schon genannten Stücken noch die „Tellscapelle“ (1834), „die Bündnerin im Schwabenkrieg“ (1868), den „Apfelschuß“ (Tuschzeichnung) und die beiden Originalcartons „Uli Rotach“ und „das Bad in Rosen“. Der handzeichnerische Nachlaß des Meisters wird von den Hinterbliebenen, leider neuerdings zertheilt, aufbewahrt. Aber auch in den Sammlungen Zürichs kann der Zeichner V. mit Erfolg studirt werden, z. B. im schw. Landesmuseum. Das Kupferstichcabinet des eidg. Polytechnikums besitzt eine Reihe charakteristischer Blätter, darunter Studien zum „Tellensprung“, zur „Schlacht bei Murten“, die „Kapuziner im Dorfe“ und Trachtenbilder, theils mit Bleistift, Feder, Kreide, und Kohle, theils mit Wasserfarben ausgeführt. Das Künstlergut kann mit drei Mappen voll Handzeichnungen (O 44–46) aufwarten, im Ganzen mit 202 Blättern. Außerdem sind in die Malerbücher (O, 5, 8–13, 15–17) von V. einzelne Blätter eingelegt, unter anderen „Zwingli’s Abschied“, „Die Messe im Wildkirchlein“, „Der Auszug zur Schlacht bei Murten“ (getuscht) und landschaftliche Studien, die eine treue Hingabe an die Natur verrathen. V. ist am glücklichsten, wenn er sich an die Natur anlehnt, als Zeichner auch am correctesten. Seine architektonischen Aufnahmen (Stephansdom, Schloß Vufflens, Freiburg in der Schweiz, Kloster Muri, Baden, Rapperswyl) sind musterhaft, seine Genrestücke (Tanzkilbi, Oberhaslithaler-Familie) zeugen von scharfer Beobachtung. Seine Trachtenbilder und ethnographischen Studien haben bleibenden culturgeschichtlichen Werth und bilden eine unerschöpfliche Fundgrube. V. zeichnete, wo es darauf ankam, mit der Genauigkeit eines Alterthumsforschers, als ob er im Dienste der Wissenschaft gestanden hätte. Endlich sei auf die Fülle von Charakterköpfen aus allen Theilen der Schweiz hingewiesen, die beweisen, daß in dem Künstler auch ein Porträtmaler steckte. Ebenfalls dem Bildnisse Overbeck’s begegnen wir, der seinem Freunde verschiedene Male als Modell diente.

Vogel’s Werke wurden vielfach reproducirt, durch das Mittel des Holzschnitts, des Kupferstichs, der Lithographie und der Photographie. Es arbeiteten nach V.: Nilson in Augsburg, Martin Eßlinger, Gonzenbach, J. Hch. Lips, die Photographen J. Albert in München und Ganz in Zürich, die Lithographen Fendrich, Heymann, Balder, Brodtmann, Wegner und Hosler. Es sind ferner Blätter nach ihm da von R. Denzler, Rüdisühli, Suter aus Zofingen, C. Schinz, Michael Vogler, Ruff und von Vogel selbst, der jedoch die Radirnadel leider nicht so häufig zur Hand nahm, wie es für die richtige Wiedergabe seiner Ideen [120] wünschenswerth gewesen wäre. Den graphischen Künsten verdankte V. die Volksthümlichkeit, deren er sich schon zu Lebzeiten erfreute. Die volle Bedeutung des Mannes wurde aber erst nach seinem Tode offenbar, als im September 1881 die Zürcher Künstlergesellschaft eine Ausstellung seiner Werke veranstaltete. In sechs Abtheilungen führte diese die Compositionen des Meisters, seine Studien und Copien nach anderen Künstlern, eine Auswahl von Kostümstudien und Charakterfiguren, von Aquarellen, Architekturen und Landschaften und eine Reihe von Oelstudien vor. Jetzt waren die Worte, die Overbeck einst seinem Freunde schrieb, in Erfüllung gegangen: „Glücklich der Künstler, der eine solche Schöpfung vollendet, die in sich trägt was sie für alle Zeiten adelt und unsterblich macht. Glücklicher freilich noch, wenn er empfängliche Herzen findet, die seinem Rufe zum Schönen, Edlen gelehrig und dankbar folgen. Aber auch dieses, mein Lieber! wird Dir nicht fehlen, und wohl Dir, wenn Du auch nur Wenigen im Stillen das Herz triffst, sie zurückführst zu der erhabenen Heldenzeit Deiner Väter und sie anspornst, ihrer würdige Söhne zu werden.“

Vgl. Neujahrsbl. d. Zürcher Künstlergesellsch. v. 1881 u. 1882 (dort auch die bisherige Litteratur). – Sonntagsblatt des „Bund“ von 1882, Nr. 8. – Margaret Howitt und Franz Binder, Friedrich Overbeck, sein Leben u. Schaffen. Freiburg i. Br. 1886, Bd. 1 u. 2. – Andresen, Die deutschen Maler-Radirer, II, 250–261. – Ders., Handb. f. Kupferstichsammler, II, 683. – G. Geilfus, Der Schriftsteller Hs. Ulrich Hegner u. d. Historienmaler G. L. Vogel, N. Z.-Ztg. v. 8. u. 12. Juli 1888, Beil. z. Nr. 190 u. 194. – S. V., N. Z.-Ztg. v. 19., 22., 23. u. 27. Oct. 1879, Nr. 491, 495, 497 u. 503. – P., Allg. Schw. Ztg. v. 6. Sept. 1881, Nr. 210.