BLKÖ:Badenfeld, Eduard Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 114. (Quelle)
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Badenfeld, Eduard Freiherr von, pseudonym Eduard Silesius[BN 1][WS 1] (Schriftsteller, geb. zu Troppau in Schlesien 1800). Stammt von einem altadeligen Geschlechte Böhmens, Namens Czeika, das ohne Prävalirung der Adelsrechte in Folge von Kriegsunruhen seine Heimat Böhmen mit Schlesien vertauschte. Karl Anton, der Großvater Eduards, wurde ob seiner großen Verdienste um die Industrie – er betrieb zu Troppau die stärkste Tuchfabrication nebst ausgedehntem Handel in Schlesien – von der Kaiserin Maria Theresia in den Ritterstand mit dem Prädicate: von Badenfeld erhoben († zu Troppau 1809); von seinen vier Söhnen vermehrte Karl Joseph den ihm nach seinem Vater zugefallenen Grundbesitz der großen Herrschaft Fulnek in Mähren durch Ankauf großer Güter in Galizien, Schlesien und Croatien, und in Folge seiner großen Verdienste um Hebung der Landescultur, insbesondere um Veredlung der Schafzucht in Mähren, Galizien und Croatien, seiner patriotischen Gaben in den Kriegsjahren und seiner thätigen Verwendung als schles. Deputirter bei der vormaligen vereinigten Einlösungs- und Tilgungsdeputation, verlieh ihm Kaiser Franz die Freiherrnwürde. [115] Sein jüngster Sohn Eduard studirte in Wien, trat 1826 in Staatsdienste, wurde 1840 Hofconcipist, verließ später den Staatsdienst und lebt gegenwärtig privatisirend in Dresden. Als Schriftsteller pflegte B. die lyrische und didaktische Poesie, das Drama, die Philosophie; trat in dieser in letzterer Zeit polemisirend auf, und leistete als Tourist das Bedeutendste. Seine erste selbstständige Arbeit, welche in die Oeffentlichkeit kam, war „Hanswursts Verbannung; dramatische Bagatelle“ (Wien 1836. Beck). Ein größeres dramatisches Gedicht B.’s ist sein „Kampf um Tyrol“ (Bunzlau 1842, Appun, 2 Thle.), der erste Theil : „Friedrich der Treue“ hist. Schauspiel in 4 Aufz., der zweite: „Oswald von Wolkenstein“, hist. Sch. in 4 Aufz. Beide sind von localer Färbung und erwecken kein allgemeines Interesse. Als Novellist hat B. ein gewandtes Erzählertalent beurkundet und erschienen von ihm: „Tag- und Nachtfalter. Novellen“ (Bunzlau 1837, Appun); – „Alraunen. Märchen“ (1839); – „Phantasiestücke und Lebensbilder“. Als Dichter entfaltet Badenfeld eine große Fruchtbarkeit, und außer seinem lyr. didaktischen Gedichte: „Ewiges im Zeitenwechsel“ [„Εν και παν“, Alleinigkeit] (Leipzig 1848, Arnold, 2. Tit. Aufl.) erschienen von ihm „Gedichte“ (1846, 2 Bde.) und findet man seine Arbeiten zerstreut in Almanachen und Zeitschriften, als: in den „Alpenblumen aus Tyrol,“ „Huldigung der Frauen,“ „Aurora,“ „Veilchen,“ „Hormayers Archiv,“ „Andre’s Hesperus,“ „Bäuerle’s Theaterzeitung,“ „Sammler“ u. a. m. Als Tourist übergab B. seine trefflichste Arbeit der Presse u. z. seinen „Spaziergang durch die Alpen vom Traunstein zum Montblanc“ (Wien, Gerold, 1844, 12°. 3 Bde.), worin er von allen materiellen und allen streng wissenschaftlichen Interessen gleich entfernt, seine Excursion vom rein kalobiotischen Standpuncte aus vornahm und die besuchten Alpenländer als den wahrhaft classischen Boden für höchst verschönertes Leben in Bezug auf Natur und Geselligkeit darzustellen sich bemüht. Der Verfasser gibt in diesem Buche Resultate, nach denen man sich in wissenschaftlichen Reiseberichten vergebens umsieht, dabei aber regt er in wohlthuender Weise zu eigenem Nachdenken an. Auf seinen Wanderungen durch die Gebiete der Philosophie wollte ihm die Kritik keine Anerkennung zollen. Seine philosophischen Schriften sind: „Ein neues Buch von den göttlichen Dingen oder Philosophie eines Weltmannes“ (Leipzig 1845, Teubner), worin B. gegen die Männer der „modernen Wissenschaft“ Strauß und Feuerbach seine Waffen führt; – „Anfangsgründe der Psychologie für die nichtstudirende Jugend, u. s. w.“ (Wien 1848, Gerold); „Der moderne Materialismus in seiner Nichtigkeit und Erbärmlichkeit, oder Karl Vogt, der Physiologe der Frankfurter National-Versammlung, ein für allemal aus dem Tempel der Philosophie hinausgeworfen“ (Leipzig 1849, in Commission bei Teubner, 28 S. gr. 8°.); 2. Aufl. mit „Appendix über und an Wolfg. Menzel“ (Ebendas. 1849, 32 S. gr. 8°.).

Blätter für literar. Unterhaltg. Jahrg. 1845 (Leipz. 1845, 4°.) II. Bd. Nr. 321, S. 1287. – Ebendas. Jahrg. 1844. I. Bd. Nr. 473. S. 691. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann) (Wien 1835–37, 6 Bde.) VI. Bd. Suppl. S. 354. – Schmidl (Ad.), Oesterr. Bl. f. Lit. und Kunst I. Jahrg. (Wien 1844, 4°.) II. Quartal, Lit. Bl. Nr. 19.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Badenfeld, die Freiherren und Ritter von [Bd. I, S. 114].
    Notizenblatt der historisch-statistischen Section der k. k. mähr.-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. Redig. von d’Elvert (Brünn, Rohrer’s Erben, 4°.) 1870, Nr. 8: „Zur m.-schles. Adelsgeschichte. XXXXV.“ [Bd. 26, S. 368.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nachtrag: Silesius, Eduard, Band 34, Seite 296.