BLKÖ:Hahn, Karl August

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hahn
Band: 7 (1861), ab Seite: 201. (Quelle)
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Hahn, Karl August (Sprachforscher, geb. zu Heidelberg 14. Juli 1807, gest. zu Wien 20. Februar 1857). Studierte in seiner Vaterstadt und nach beendeten philologischen Studien ging er nach St. Aubin in die Schweiz, wo er eine Erzieherstelle annahm. Da er seine Zöglinge auch in der deutschen Sprache unterrichten mußte, machte er sich mit den damals bekanntesten Sprachlehren von Heinsius und Heyse bekannt und griff, als ihm diese nicht genügten, nach Grimm’s Grammatik. Nun betrieb H. das Studium der deutschen Sprache mit allem Eifer und schon seine ersten Arbeiten in diesem Gebiete beurkundeten Gründlichkeit und Forschungsgeist. Im Jahre 1838 begab sich H. nach Wien, wo er an der Universitätsbibliothek arbeitete und zugleich mit dem ihm geistverwandten Sprachforscher v. Karajan in freundschaftliche Beziehungen trat. 1839 trat er als Docent in Heidelberg auf und setzte seine Veröffentlichungen, alles Studien über deutsche Sprachdenkmäler, unausgesetzt fort. Im Jahre 1847 wurde er außerordentlicher Professor in Heidelberg, folgte im nächsten Jahre einem Rufe nach Prag und 1852 einem an die Hochschule in Wien, wo er auch Mitglied der Gymnasial-Prüfungscommission wurde. Seine Werke sind: „Otte mit dem Barte von Kuonrad von Würzburg“ (Quedlinburg 1838, Basse, 8°.) [bildet den 13. Band der im genannten Verlage herausg. „Bibliothek der gesammten deutschen National-Literatur von der ältesten bis auf die neuere Zeit“]; – „Kleinere Gedichte von dem Stricker" (1839) [18. Band derselben Sammlung]; – „Gedichte des XII. und XIII. Jahrhunderts“ (1840) [20. Bd. ders. Samml.]; - „Der jüngere Titurel“ (1842) [24. Bd. ders. Samml.]; – „Mittelhochdeutsche Grammatik. 1. Abtheilung: Laut- und Flexionslehre" (Frankf. a. M. 1843, 8°.), „2. Abtheilung: Wortbildung“ (ebd. 1847, 8°.); – „Uebungen zur mittelhochdeutschen Grammatik. Mit Anmerkungen und Glossarium“ (ebd. 1843, neue verm. Ausgabe 1847); – „Das alte Passional“ (Frankfurt 1845, Lex. 8°.); – „Ulrich von Zatzikhofen[WS 1]. Lanzelet. Eine Erzählung“ (Frankf. 1845, gr. 8°.);– „Neuhochdeutsche grammatik. Die lehre von den buchstaben und endungen als versuch“ (Frankfurt a. M. 1847, 8°.); - „Auswahl[WS 2] aus Ulfilas gothischer bibelübersetzung. Mit einem wörterbuch und mit einem grundriss zur gothischen buchstaben- und flexionslehre.“ (Heidelberg 1849); – „Althochdeutsche grammatik mit einigen lesestücken und glossen“ (Prag 1852, Calve); – „Die echten Lieder von den Niebelungen; nach Lachmanns Kritik" (Prag 1851, Calve); – „Echte Lieder von Gudrun; nach Müllenhofs Kritik“ (Wien 1853, Braumüller, 8°.); – „Auswahl aus Gottfrids von Straszburg Tristan“ (Wien 1855, Braumüller, 8°.). Auch in Haupt’s „Zeitschrift für deutsches Alterthum“ sind mehrere werthvolle Beiträge zur älteren deutschen Sprachkunde von Hahn enthalten. Eben mit einer Untersuchung über die deutsche Rechtschreibung beschäftigt, um gestützt auf historische Belege und mit Beobachtung der jetzigen Aussprache eine Regelung in diesem Wirrwar durchzuführen, entriß ihn der Tod im Alter von 50 Jahren seiner Familie und der Wissenschaft, in welcher [202] er die Gebiete der deutschen Grammatik, der älteren Dialecte und der philologischen Kritik mit Meisterschaft vertrat.

(Augsburger) Allgemeine Zeitung 1857, S. 1609. – Nouvelle Biographie générale ... publiée par MM. Firmin Didot frères, sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris, 8°.) Tome XXIII, p. 103. – Prager Zeitung 1857, Nr. 49. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst. Beilage der (amtlichen) Wiener Zeitung 1857, Nr. 10: „Nekrolog von Th. Vernaleken“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Zazikhoven, Ulrich von, (Wikisource); Ulrich von Zatzikhoven (Wikipedia).
  2. Vorlage: Answahl.