BLKÖ:Jörger zu Tollet, das Grafengeschlecht, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jörger, Dorothea
Band: 10 (1863), ab Seite: 228. (Quelle)
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I. Genealogie des Grafengeschlechtes Jörger zu Tollet. Das Geschlecht der Herren von Jörger läßt sich bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts, um welche Zeit ein Helmhard de Sancto Georgio oder von Sanct Görgen urkundlich nachgewiesen wird, zurückführen. Von seinen Kindern pflanzte Hanns Jörger, der auf dem Turniere zu Regensburg im Jahre 1284 erschienen war, das Geschlecht fort, und von dessen Söhnen bildeten zwei, nämlich Ulrich und Helmhard, zwei Linien. I. Die ältere von Ulrich gebildete erlosch um die Mitte des 16. Jahrhunderts mit Hanns Jacob J., der, obgleich mit Mechthild von Frauenberg (seit 1548) vermält, doch ohne Kinder 1557 starb. II. Die jüngere, deren Stifter Helmhard war, spaltete sich im 16. Jahrhunderte in drei Zweige, deren zwei im ersten Drittheile des 17. Jahrhunderts [229] erloschen, während der eine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit dem in der Biographie des Grafen Franz Anton J. erwähnten Reichshofrathe Johann Quentin ausstarb. Von Helmhard pflanzen in gerader Linie dessen Sohn Johann (lebte 1393). Johann’s Sohn Helmhard, Helmhard’s Sohn Hilleprand (I.) (gest. 1493) das Geschlecht in ununterbrochener Folge fort. Hilleprand hatte nur einen Sohn Wolfgang, kais. Feldhauptmann, Landeshauptmann in Oesterreich o. d. Enns und Salzamtmann zu Gmunden. Wolfgang war seit 1497 mit Dorothea von Raming vermält und hatte eilf Kinder: sechs Söhne und fünf Töchter. Von diesen pflanzten die Söhne Christoph, Johann und Hilleprand (II.) das Haus in drei Zweigen fort. Alle drei wurden mit ihrer gesammten Descendenz von Kaiser Maximilian mit Diplom ddo. Wien 22. August 1570 mit dem Titel Freiherren zu Tollet, Köppach und Kreußbach in den Herrenstand erhoben, II. a) Der jüngeren Linie erster Zweig oder die Christophorische Linie. Christoph (geb. 1502, gest. 1578) bildete den ersten Zweig, aber schon seine beiden Söhne Wolfgang und Helmhard bildeten zwei Seitenzweige. Wolfgang’s Sohn Helmhard (gest. um 1623) war ein eifriger Anhänger der Protestanten. Mit seinem Sohne Wolf Ludwig, der 1624 zu Linz in einem Duelle erstochen wurde, erlosch diese Seitenlinie. Helmhard (geb. 1530, gest. 1594), welcher den zweiten Seitenzweig bildete, hatte von drei Frauen fünf Kinder und doch erlosch schon mit seinem Sohne Georg Wilhelm (gest. um 1617) der Mannsstamm dieser Seitenlinie, die weiblicher Seits noch in seinen vier Töchtern einige Jahrzehende fortblühte, aber endlich auch mit Anna Maria, vermälten Freiin von Rüber 1687 erlosch. – II. b) Der jüngeren Linie zweiter Zweig, auch die Hanns von Jörger’sche Linie. Wolfgang’s anderer Sohn Hanns (geb. 1503, gest. um 1553) ist der Stifter des zweiten Zweiges. Sein Sohn Sebastian war mit Maria von Rabenhaupt verwitweten Fernberger vermält, aus welcher Ehe nur ein Sohn Johann (Hanns) der Jüngere (geb. 1558, gest. 1618) entsprang. Johann der Jüngere war mit seiner Muhme Barbara, der Tochter seines Vetters Helmhard verheirathet und diese Ehe war mit 13 Kindern, u. z. 8 Söhnen und 5 Töchtern gesegnet. Von ersteren starben mehrere in der Kindheit. Drei aber, Johann Maximilian, Johann Septimius und Johann Helfreich pflanzten ihr Geschlecht fort. Der erstere Nebenzweig, der von Johann Maximilian ausging, erlosch schon mit seiner Tochter Esther Dorothea; – der Zweite, von Johann Septimius gestiftete Nebenzweig erlosch schon in seinen Enkeln. Johann Septimius (geb. 1594, gest. 1662) wurde von Kaiser Leopold I. 1659 in den Reichsgrafenstand erhoben. Aus einer zweimaligen Ehe, 1) mit Anna Potenziana Hofmann von Strechau (gest. 1639) und 2) mit Regina Freiin von Radmansdorff verwitweten Prunfalk (gest. 1667) hatte er 12 Kinder, u. z. 6 Söhne und 6 Tochter. Von den Söhnen pflanzte nur Andreas Christian das Geschlecht fort. Aus seiner Ehe mit Katharina Freiin von Gebeckh hatte er zwei Söhne, deren älterer Maximilian Karl in der Schlacht gegen die Türken bei Zenta 1697 fiel, ohne von seiner Frau Christine, einer gebornen Tököly Kinder zu hinterlassen. Ebenso blieb des Andreas Christian zweiter Sohn Johann Joseph (gest. 1705), obgleich er zweimal verheirathet war, ohne Descendenz; – der dritte Nebenzweig beginnt mit Johann Helfreich und dieser war es, welcher am längsten blühte. Johann Helfreich hatte aus einer viermaligen Ehe nur aus der ersten mit Elisabeth Polyxena Freiin von Althan einen Sohn Johann Quentin, in welchem der Ruhm des Jörger’schen Hauses gipfelt. Johann Quintin (geb. 1624, gest. 1705), welcher mit Diplom vom 9. August 1659 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde, hatte zwei Frauen, 1) Marin Anna Freiin von Königsberg und 2) Maria Rosalia Gräfin von Losenstein. Aus beiden Ehen zusammen hatte er 15 Kinder, und zwar aus der ersten zwei Söhne: Johann Peter (geb. 1636, ermordet 1680) und Johann Christoph Ehrenreich (geb. 1658, gefallen gegen die Türken im Felde 1691); aus der zweiten Ehe 13 Kinder, u. z. 6 Söhne und 7 Töchter. Von ersteren erlangten nur drei ein höheres Alter, u. z. Johann Joseph, Franz Anton und Johann Karl. Johann Joseph (gest. zu Wien 5. April 1739) hatte aus seiner Ehe mit Maria Juliana von Stubenberg verwitweten von Radmannsdorf vier Kinder, von denen nur zwei Töchter ein höheres Alter erreichten; Johann Karl fiel gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1696, und Franz Anton Dominik [siehe dessen besondere Biographie S. 227] wurde General der Cavallerie, und mit seinem Sohne Johann Quentin [230] erlosch das Jörger’sche Haus. – II. c) Der jüngeren Linie dritter Zweig, die Hilleprand’sche Linie. Noch schneller erlosch der von Hilleprand (II.) gegründete dritte Zweig. Hilleprand (II.) war mit Ursula Mager von Fuchsstall vermält, welche ihm 8 Kinder, 5 Söhne und 3 Töchter, gebar. Von den Söhnen pflanzten zwar Johann Adam, Wilhelm und Hillebrandt das Geschlecht fort, aber des ersten, Johann Adam (gest. 1591), zwei Söhne: Johann Christoph und Maximilian, und eine Tochter Ursula, alle aus erster Ehe, starben in jungen Jahren; des zweiten, Wilhelm, Sohn Hilleprand starb gleichfalls jung, und des dritten, Hillebrandt, Sohn Ferdinand starb unvermält 1622 und mit ihm erlosch dieser Zweig der Jörger. [Quellen zur Genealogie des Grafengeschlechtes der Jörger. Bergmann (Joseph), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857, Tendler und Comp.. 4°.) Bd. I, S. 114, 125, 126, 147, 148 Anmerk., 149, 150, 165, 166, 173, 209; Bd. II, S. 9, 70, 373, 378 Anmerk. – Hübner (Johann), Genealogische Tabellen (Leipzig 1728, J. Fr. Gleditsch, kl. Qu. Fol.) Theil III, Tafel 699 u. 700. Hier ist jedoch zu bemerken, daß jede dieser Tabellen zweimal vorkommt, und nur jene zu berücksichtigen sind, welche die Ueberschrift „die verbesserte 699. und die verbesserte 700. Taf.“ obenan tragen, weil die beiden anderen ganz fehlerhaft sind. – Hoheneck (J. G. A. Freiherr von), Genealogische und historische Beschreibung der löblichen Herren Stände des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns (Passau und Regensburg 1727). Bd. I, S. 446–484, und Supplement, S. 27. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, II. Sect. 23. Theil, S. 32–36, Artikel von Stramberg. – Wißgrill (Frz. Karl), Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritter-Stande (Wien 1800, Schuender, 4°.) Bd. IV, S. 495–513. – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730–1740, Thom. Fritschens Erben, Fol.) Bd. II, S. 1039, und I. Suppl. Bd. S. 760.]