BLKÖ:Jachimek, Franz Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jachim, Franz
Band: 10 (1863), ab Seite: 10. (Quelle)
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Jachimek, Franz Karl (Compositeur und Pianist, geb. zu Oedenburg in Ungarn den 20. Februar 1830). Sohn des Oedenburger Stadt-Musikdirectors Franz Jachimek (geb. zu Wischau in Mähren, gest. zu Oedenburg 21. December 1850, seinerzeit ein bekannter Flötenvirtuose); erhielt den ersten musikalischen Unterricht von seinem Vater und trat 1847 in das Conservatorium der Musik in Wien ein, wo er unter Preyer den Generalbaß studirte. 1854 verließ er Wien und ging nach Prag, wo er bei Kittl den Contrapunct erlernte. In Prag wurde J. mit Louis Spohr bekannt (1856), der ihm mit Rath und That beistand, und die Widmung einer seiner Phantasien annahm. Mit Spohr stand J. bis an des Ersteren Lebensende in Correspondenz; gelegentlich einer Reise nach München (1857) wurde J. auch mit Lachner bekannt. J. trat auch bereits an mehreren Orten öffentlich auf; in Güns (Ungarn) 1844, 1854, Oedenburg 1855, 1859, Groß-Becskerek 1855, Temesvár 1855, Pancsova 1855, Budweis 1858, Pisek 1858, Groß-Kanizsa 1861. Später ging er nach Belgrad, wo ihn das Wohlwollen des kunstsinnigen Diplomaten, kais. russischen Generalconsuls A. Vlangaly, in den Stand setzte, sich ausschließlich der Kunst zu widmen. Der Zweck einer im Jahre 1862 nach Constantinopel unternommenen Kunstreise wurde durch die inzwischen eingetretenen serbischen Wirren, welche sein öffentliches Auftreten verhinderten, vereitelt. J. begab sich sofort nach Galacz, wo er sich zur Zeit noch befindet. Von seinen gedruckt erschienenen Compositionen, deren neueste die Opuszahl 51 weist, sind anzuführen: „Transcription aus Nabuco“ (Mechetti 1852, Wien); – „La Reine de la nuit. Aus Mozart’s Zauberflöte“; – „Le cloches. Nocturne“; – „Melodies sombres“; – „Fantaisie aus Ernani“ (v. Bülow gewidmet); – „Fantaisie aus Rigoletto“; – „Fantaisie Hongroise“; – „Mathilde. Lied“; – „Adieu, Nocturne“ (E-dur); – „Morceau de Salon sur l’opera Casilda“; – „Nocturne“ (C-moll); – „Melodie dramatique“ (Spohr gewidmet); – „Au lointain“ (Kittl in Prag gewidmet); – „Romances sans paroles“ (dem Herzoge von Sachsen-Coburg-Gotha gewidmet); – „Lieder ohne Worte“; – „Das böse Lüftchen. Lied“; – „Der Traum. Lied“; – „Souvenir de Hirschenstein“; – „Romance Russe“; – „Les Bateliers. Romance Russe“ ; – „Nocturne“ (Des-dur); – „Fantaisie turque“ (dem Sultan Abdul Aziz gewidmet); – „Wiegenlied“ (für [11] den österreichischen Kronprinzen Rudolph); – „Die träge Spinnerin“; – „Pour la solennité de l’existence millenaire de la monarchie Russe, marche triomphale“. Orchesterwerke erschienen bisher im Drucke nicht, doch seine erste Symphonie (H-moll) wurde in Prag, Budweis und Pisek mit Beifall aufgeführt; von seiner C-dur Symphonie gelangten nur einige Bruchstücke zur Aufführung. J. huldigt in seinen Compositionen der modernen Schule. J. besitzt auch eine interessante, von seinem Vater begonnene Sammlung von Porträten bekannter Musiker aller Nationen, in welcher vornehmlich die älteren Meister vertreten sind.

Bohemia (Prager Blatt) 1856, Nr. 206; 1858, Nr. 26 und 105. – Abendblatt zur neuen Münchener Zeitung 1857, Nr. 218. – Wiener Musik-Zeitung 1858, Nr. 26. – Anzeiger aus dem südlichen Böhmen 1858, Nr. 20. – Handschriftliche Mittheilungen von H. Gravé, der in seiner Liebenswürdigkeit, mich mit Materialien zu bereichern, nicht ermüdet. – Porträte. 1) Facsimile der Unterschrift: F. Jachimek. Krepp und Brückl (lith.); gedr. bei Joh. Höfelich’s Witwe (Wien, bei Glöggl, Fol.) [das Bild ist von seinen Freunden 1855 herausgegeben]; – 2) Facsimile der Unterschrift: Jachimek. Marastoni Jos. 1561 (lith.), gedr. bei Rohn in Pesth 1861 (Fol.).