BLKÖ:Mayer von Heldenfeld, Anton Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mayr, Anton
Band: 18 (1868), ab Seite: 83. (Quelle)
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11. Mayer von Heldenfeld, Anton Freiherr (k. k. Feldzeugmeister und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Prag im Jahre 1765, gest. zu Verona 2. Juni 1842). Der Sohn des im Jahre 1777 geadelten Unterlieutenants Johann Mayer von Coburg-Dragoner. Seine militärische Ausbildung erhielt er in der Wiener-Neustädter Militär-Akademie, aus welcher er im Jahre 1783 als Fahnencadet zu Terzi-Infanterie Nr. 16 eingetheilt wurde. Seine ausgezeichneten Kenntnisse, wie sein Wohlverhalten vor dem Feinde bewirkten es, daß er schon in wenigen Jahren als Oberlieutenant beim Generalstabe eingetheilt wurde. Im Jahre 1793 wurde er zum Hauptmann im Generalstabe befördert, und als solcher öfter bei detachirten oder bei alliirten Armeecorps als Chef des Generalstabes verwendet, so z. B. bei dem holländischen unter dem Prinzen von Oranien, bei dem preußischen unter dem General-Lieutenant von Knobelsdorf und bei dem englischen unter dem Herzoge von York. Insbesondere that er sich hervor in der Schlacht bei Famars, im Treffen bei Cysoing (23. October 1793), bei der Eroberung von Lannoy (28. October), im Jahre 1794 bei Tournoy und Templeuve, bei Oudenarde und Mecheln, und im Jahre 17953 bei Limburg und der Erstürmung der Weissenburger Linien, bei welcher Gelegenheit er außer seinem Range zum Major befördert wurde. Im Jahre 1796 wurde er zur Leitung der Kriegsoperationen dem Generalissimus Erzherzog Karl zugetheilt. Nun leistete er im Treffen bei Wetzlar, bei Gersbach, dann in der Schlacht bei Würzburg, in welcher er die strategischen Operationen geleitet und im Corps des Feldmarschall-Lieutenants Grafen Sztáray durch seine entscheidende Standhaftigkeit sich hervorgethan, so Ausgezeichnetes, daß er wieder außer seinem Range zum Oberstlieutenant befördert, nach dem Luneviller Frieden (9. Februar 1801) aber, in der 66. Promotion (vom 18. August 1801), mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet wurde. Diese Anerkennung erfolgte zunächst in Würdigung seines Verhaltens in der Schlacht bei Würzburg, indem Erzherzog Karl bezeugte: daß der schnelle Entschluß und die zweckmäßigen Vorkehrungen, welche Mayer in Besetzung und Behauptung der Lengenfelder Anhöhe am 2. September aus freiem Antriebe gefaßt, wesentlich zum glücklichen Ausgange der Schlacht beigetragen habe. Das Jahr 1796 gab ihm neuerdings mehrfache Gelegenheit, sich auszuzeichnen, so in der Affaire an der Lahn, in der Schlacht bei Schlingen und bei der Belagerung von Kehl als Chef des General-Quartiermeisterstabes. Als im folgenden Jahre Erzherzog Karl zur Armee nach Italien ging, berief er M. als Generalstabschef an seine Seite. [84] Im Jahre 1799 bekleidete er diese Stelle im Armeecorps des Feldmarschall-Lieutenants Sztáray und leitete die Operationen gegen Kehl, und war es auch, der nach der Schlacht bei Stockach den Rückzug der Franzosen unter Jourdan veranlaßte. Ebenso wirkte er entscheidend mit bei dem Entsatze von Philippsburg, bei der Einnahme von Mannheim, anläßlich welcher er über besondere Empfehlung des Erzherzogs Karl zum Obersten befördert wurde, dann bei der Leitung der Operationen in Graubündten, wohin nach dem Abzüge der Russen der Feind alsbald eingedrungen, aber auch bald wieder vertrieben worden war, und bei dem zweiten Entsatze von Philippsburg. Im Jahre 1805 wurde M. vorerst General-Quartiermeister bei der Armee in Deutschland, kam aber noch im October d. J. als Generalstabschef nach Tirol, um dort in Verbindung mit der Armee in Italien unter Erzherzog Karl die Operationen zu leiten. Im December d. J. wurde er zum General-Quartiermeister Sr. Majestät des Kaisers ernannt und nach dem Frieden von Preßburg General-Quartiermeister der Armee. Als im Jahre 1806 Erzherzog Karl zum Generalissimus ernannt worden, war Mayer zu den wichtigen Arbeiten über die Neugestaltung der Armee von dem Erzherzoge zugezogen worden. Er entwarf den Plan eines großartigen Befestigungssystems im Westen der Monarchie, welches, obgleich vom Kaiser und dem Erzherzoge genehmigt, nicht ausgeführt worden war. Auch die Befestigungen von Komorn, Jablunkau und Leopoldstadt waren Mayers Project. Den Plan für den Feldzug des Jahres 1809 hatte M. entworfen. Am 20. Februar bewegte sich die österreichische Armee aus Böhmen nach Franken, um den Krieg mitten nach Deutschland zu übertragen. Aus sechs verschiedenen Entwürfen hatte Mayer diesen Plan geschaffen. Am nämlichen Tage aber, an welchem die Truppen ihren Marsch antraten, wurde M. seines Amtes als General-Quartiermeister entsetzt und nach Brood in Slavonien geschickt, dort das Festungscommando zu übernehmen, was nach der Sachlage von damals einer Verbannung gleichkam. Die Ursache ist noch nicht aufgehellt, wenn auch eine Stelle in dem Werke: „Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder“, S. 607, einer Vermuthung Raum läßt, dort heißt es, nachdem berichtet wird, daß Mayer, Feldmarschall-Lieutenant Graf Grünne [s. d. Bd. V, S. 396] und General-Major Wimpffen die drei Hauptpersonen waren, welche der Erzherzog bei der Neugestaltung der Armee in sein unbedingtes Vertrauen zog: „an allem Großen und Gedeihlichen hatten die genannten drei Generale rühmlichen Antheil, und, so verdienstvoll jeder Einzelne war, so herrschten doch zwischen ihnen Meinungsverschiedenheiten, welche das Ganze mitunter störten.“ Bald nach der Uebernahme des Festungscommando’s in Brood wurde M. zum Feldmarschall-Lieutenant befördert. So mächtig war doch die Partei, welche seine Entfernung durchzusetzen gewußt, daß M. bis zum Ausbruche der großen Kämpfe im Jahre 1813 Festungscommandant verblieb und erst im genannten Jahre eine Division im Corps des Generals der Cavallerie Klenau erhielt. Mit seiner Division wirkte er rühmlich bei Leipzig mit. Nun kam er zur Blockade nach Dresden und zu Beginn des Jahres 1814 nach Italien, wo er in der Schlacht am Mincio kämpfte, die Blockade von Mantua und Legnago [85] leitete, und dann das Commando der erstgenannten Festung übernahm. Im Februar 1836, nach 53 Dienstjahren, trat M. mit Feldzeugmeisters-Charakter in den Ruhestand über, den er noch etliche Jahre genoß, bis er, 77 Jahre alt, zu Verona starb. Ueber seinen Antheil an der trigonometrischen Vermessung der Monarchie im Jahre 1806 geben nähere Aufschlüsse die „Vaterländischen Blätter“ des genannten Jahres (S. 405). – Ein Johann Mayer von Heldenfeld, der im Jahre 1786 als Fahnencadet bei Zettwitz-Infanterie Nr. 13 eintrat, sich im Jahre 1799 als Hauptmann beim Generalstabe bei mehreren Gelegenheiten auszeichnete, im Jahre 1809 Oberst im 7. Infanterie-Regimente wurde und am 23. Februar 1839 als General-Major in Pension zu Wien starb, dürfte wohl ein Bruder des vorgenannten Anton Freiherrn[WS 1] von Heldenfeld gewesen sein.

Adelstands-Diplom für den k. k. Unterlieutenant Johann Mayer [den Vater des obigen Freiherrn] de dato 23. Mai 1777. – Freiherrnstands-Diplom für den Maria Theresien-Ordensritter Anton Mayer von Heldenfeld ddo. 21. März 1816. – Uebertragung des Freiherrnstandes auf seinen Neffen, den Landesgerichtsrath Anton Mayer von Heldenfeld, mit Allerh. Entschließung ddo. 22. October 1850. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 606 u. 1743. – Leitner von Leitnertreu (Theodor Ign.), Ausführliche Geschichte der Wiener-Neustädter Militär-Akademie (Hermannstadt 1852, Steinhausser, 8°.) Bd. I, S. 457. – Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, Strauß, 4°.) Jahrg. 1808, S. 408. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 40,) 1810, S. 651 u. 747. – Springer (Anton), Geschichte Oesterreichs seit dem Wiener Frieden 1809 (Leipzig 1863, S. Hirzel, gr. 8°.) Bd. I, S. 84, 92, 93 u. 104. – Wappen. Von Roth und Blau schrägrechts getheilter Schild. Im oberen rothen Felde ein geharnischter Arm, mit goldenen Spangen geziert, der ein blankes Schwert an goldenem Gefäße zum Streiche schwingt und von drei silbernen Kleeblättern begleitet ist. Im unteren blauen Felde steht auf einem am Fußrande sich verbreitenden Rasengrunde ein geharnischter Mann mit offenem Visir, in der emporgestreckten Rechten eine gelbe, mit einem schwarzen Querbalken durchzogene, gegen die linke Seite flatternde Fahne haltend, die Linke auf ein goldenes Rad stützend. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein offener, in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt. Aus der goldenen Krone des Helms wächst zwischen zwei mit den Mundlöchern auswärts gekehrten Büffelhörnern, von welchen das rechte von Blau und Gold, das linke von Silber und Roth quergetheilt ist, und aus deren Mundlöchern je zwei Straußenfedern, und zwar aus dem rechten eine goldene und blaue, aus dem linken eine silberne und rothe emporragen, ein rother Löwe mit ausgeschlagener rother Zunge hervor. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber belegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Freiherrrn.