BLKÖ:Neumann, Ludwig Gottfried

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Neumann, Luise
Band: 20 (1869), ab Seite: 275. (Quelle)
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Neumann, Ludwig Gottfried (Schriftsteller, geb. zu Gratz in Steiermark 24. Juni 1813, gest. zu Mödling bei Wien 8. Juli 1865). Der Sohn des Johann Philipp Neumann [s. d. S. 269], kam mit seinem Vater im Jahre 1815, damals 2 Jahre alt, nach Wien. Er vollendete an der Wiener Universität die philosophischen Facultätsstudien und trat nachmals in den Dienst der Polizeidirection. Später kam er in den Registratursdienst der k. k. vereinten Hofkanzlei und bekleidete zuletzt die Stelle eines Officials bei dem k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht[WS 1]. Nebstbei ertheilte er vielfach Privatunterricht, hatte auch den pädagogischen Curs für Lehramtscandidaten an der Wiener Normalhauptschule bei St. Anna vollendet, ebenso später den Lehrcurs für den Taubstummenunterricht an dem Wiener Taubstummen-Erziehungsinstitute. Seit Jahren mit dem Studium der deutschen Sprache und ihrer Literatur sich beschäftigend, bewarb er sich zu wiederholten Malen, aber stets vergeblich, um eine Lehrkanzel des deutschen Styls. Von ihm befinden sich prosaische Aufsätze und Gedichte in älteren Jahrgängen von Wiener Tageblättern und Taschenbüchern, so in J. N. Vogl „Morgenblatt“, in Saphir’s[WS 2] „Humorist“ und Dr. Schmidl’s „Oesterreichischen Blättern“, in Braunthal’s „Musenalmanach“, Mailath’s „Iris“ und Carlopago’s „Odeon“. Mehrere seiner Lieder sind von J. Hoven, Randthartinger, Franz von Suppé[WS 3], Ferdinand Schubert, Niklas [276] Schmidtler, A. Arlet u. m. A. in Musik gesetzt. Seine selbstständigen Druckschriften sind: „Gedichte“ (Wien 1846, Karl Haas); – „Neuere Gedichte“ (ebd. 1850, Karl Gerold); – „Kinderlieder“, 2 Bändchen (ebd. 1855, Pichler’s Verlag), unbedingt das Beste, das N. geschrieben; – „Der Organismus der Hilfsämter“ (Wien 1855, Tendler u. Comp.); – „Kurze Anleitung zur Bibliothekskunde“ (ebd. 1856, Dorfmeister); – „Trinklieder eines Wiener Poeten“ (ebd. 1858), anonym; – „Der Fink. Eine Erzählung“ (ebd. 1860, Pichler’s Witwe u. Sohn). Hoffinger in seinem Nekrologe sagt von N.: „Aus seinem Leben ist nichts Bedeutenderes zu erzählen, es verlief äußerlich wie hundert andere, nur die Gattin, die er 1850 heimführte, und die Freunde wissen, daß sein Herz weicher und voller war, als das so vieler anderer, die den gleichen Lebensgang haben. Und das, die treubewährte Frische und Reinheit des Gemüthes, welchen er in sinnigen Gedichten und mit Preisen belohnten populären und Jugenderzählungen Ausdruck gab, sichert ihm auch außer dem häuslichen Kreise ehrenvolles Andenken. Er war so recht ein Sänger der Heiterkeit und Jugend, auf die er gern zurückblickte.“

(Hoffinger, Ritter von), Oesterreichische Ehrenhalle (Wien, Anton Schweiger, gr. 8°.) III. Folge (1865), S. 78. – Wiener Zeitung 1865, Nr. 156. – Zellner’s Blätter für Musik, Theater u. s. w. (Wien, kl. Fol.) 1865, Nr. 56. – Scheyrer (Ludwig), Die Schriftsteller Oesterreichs in Reim und Prosa auf dem Gebiete der schönen Literatur u. s. w. (Wien 1858, typ. lit. art. Anstalt, 8°.) S. 454. – Mosenthal (S. H.), Museum aus den deutschen Dichtungen österreichischer Lyriker und Epiker der frühesten bis zur neuesten Zeit (Wien 1854, Gerold, 8°.) S. 452.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Untericht.
  2. Vorlage: Saphyr’s.
  3. Vorlage: Franz voacn Supèe.