BLKÖ:Randhartinger, Benedict

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Randegger, Mayer R.
Band: 24 (1872), ab Seite: 322. (Quelle)
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Randhartinger, Benedict (k. k. Hofcapellmeister und Componist, geb. [323] zu Ruprechtshofen bei Melk in Unterösterreich 27. Juli 1802). Seinen Vater, der Schullehrer in Ruprechtshofen war, verlor er im ersten Lebensjahre, die Mutter heirathete zum zweiten Male und der Stiefvater unterrichtete R. in den deutschen Schulgegenständen, in der Musik, besonders im Gesange. Als er zehn Jahre alt war, bewarb er sich um eine Stelle als Sängerknabe in der k. k. Hofcapelle in Wien; er reiste, um sich der Concursprüfung zu unterziehen, im Jahre 1812 nach Wien und gewann unter 40 Mitbewerbern die Stelle. Neben der besonderen Begabung der Natur, indem seine Stimme von C unter den Linien bis zum dreimal gestrichenen hohen F vollständig hinaufreichte, hatte eine gute Schule dem Talente nachgeholfen und ihn in diesem Erfolge wesentlich unterstützt. R. kam nun nach Wien, wurde im k. k. Stadtconvicte, wo die Sängerknaben verpflegt und unterrichtet werden, aufgenommen und besuchte die lateinischen Schulen. Sieben Jahre blieb nun R. als Sängerknabe im Convicte und erwarb sich durch seine liebliche Solostimme unter den Besuchern der k. k. Hofcapelle manche Gönner. Der Hofcapellmeister Eybler componirte eigens für ihn Offertorien mit hohem Stimmumfange. Nach einem solchen Solo, welches er mit lieblicher Stimme gesungen, wurde R. von dem damaligen Kronprinzen Erzherzog Ferdinand zum Frühstücke eingeladen, eine Auszeichnung, welche auf den strebsamen Knaben nur ermunternd wirkte. Im Stadtconvicte befreundete sich R. mit Franz Schubert, der ebenfalls dort als Sängerknabe untergebracht war. Im Jahre 1812 war aber Schubert ausgetreten, um sich fortan ausschließend der Composition zu widmen. Da jedoch im Convicte viel Musik gemacht wurde, fand er sich immer wieder in demselben ein, brachte seine eigenen Compositionen mit, welche dann gewöhnlich Randhartinger sang und Schubert mit dem Clavier begleitete, unter denen z. B. der nachmals so berühmt gewordene „Erlkönig“ vor anderen zu erwähnen ist. Es wird dieses Umstandes hier deßhalb gedacht, weil er zum Theile Randhartinger’s Richtung in der Liedcomposition erklärt. Als R. die philosophischen Studien begann, verlor er plötzlich seine Stimme; indessen setzte er die Studien im Convicte fort, und da er überhaupt musikalische Anlagen besaß, trug ihm der Hofcapellmeister Salieri an, ihm unentgeltlichen Unterricht in der Composition zu ertheilen. Als er aber im Convicte nicht die Erlaubniß erhielt, außerhalb desselben täglich Unterrichtsstunden zu nehmen, so faßte R. den Entschluß, den ferneren Aufenthalt im Convicte aufzugeben. Er that es auch, erhielt sich durch Unterrichtgeben und empfing nun Salieri’s Unterricht bis zu des Letzteren Tode. Der tägliche Besuch bei Salieri brachte R. mit den ersten Musikgrößen jener Zeit, namentlich mit jenen der Bühne, in nähere Berührung; so lernte er bei dem berühmten Maestro die Catalani, den Lablache, Tamburini, Rubini kennen. Auch Liszt kam damals als zehnjähriger Knabe zu Salieri in Unterricht. Indessen hatte R. im Jahre 1825 die juridischen Studien beendet und bewarb sich um eine kaiserliche Anstellung. Durch Zufall kam er zur Kenntniß, daß der Obersthofmeister der Erzherzogin Sophie, Ludwig Graf Széchényi, einen Privatsecretär für sich aufzunehmen wünsche. R. wurde durch den Grafen Wurmbrand, des Grafen Széchényi Schwager, diesem vorgestellt [324] und sofort als Secretär aufgenommen. Sieben Jahre blieb er in dieser Stellung, hatte Gelegenheit, als des Grafen Begleiter bei Reisen auf dessen Besitzungen, einen großen Theil Ungarns unter den angenehmsten Verhältnissen kennen zu lernen und dabei mit vielen einflußreichen Personen des hohen ungarischen Adels bekannt zu werden. Indessen trieb R. seine musikalischen Studien eifrig fort, versuchte sich auch ein und das andere Mal in der Composition und trat mit kleineren Arbeiten öffentlich auf. So brachte die damals in aristokratischen Kreisen mit Vorliebe gelesene Witthauer’sche – vormals Schickh’sche – „Wiener Zeitschrift“, in der Beilage zu Nr. 117 des Jahres 1824 seine Composition zu Goethe’s Gedicht: „Trost in Thränen“. Im Jahre 1827 trat er selbst zum ersten Male im Universitätssaale mit dem von ihm componirten Liede: „Die Heimat“, von Prokesch-Osten, als Tenorsänger öffentlich auf und that es dann öfter noch in eigenen und in den meisten, von Liszt veranstalteten Concerten. Als im Jahre 1832 an der k. k. Hofcapelle die Stelle eines Tenorsängers erledigt war, bewarb sich R. mit Genehmigung des Grafen Széchényi um dieselbe; und nachdem er sie erhalten hatte, verzichtete er auf seinen Secretärsposten. In seiner neuen Stellung verlegte er sich nun mit allem Eifer auf die Composition und brachte viele seiner Werke in der Hofcapelle zur Aufführung. Auch hier bot sich ihm vielfach Gelegenheit, mit hervorragenden Kunstgrößen in Verbindung zu treten; so unter anderen mit der damals gefeierten Sängerin Jenni Lind, mit der er etliche Male Tonstücke für das Hofconcert probiren mußte. Bei einer solchen Probe ersuchte die ob ihres zurückhaltenden, ja unfreundlichen Wesens in Wien nicht im besten Andenken stehende Künstlerin R., eine seiner eigenen Compositionen vorzutragen. R. kam dem Wunsche der Sängerin nach und sang das von ihm componirte Fischerlied. Am folgenden Tage überraschte sie ihn in der angenehmsten Weise, indem sie das von ihm nur einmal gehörte Lied ganz aus dem Gedächtnisse mit aller Treue ihm vorsang und es auch im folgenden Hofconcerte zum Vortragsstücke wählte und damit großen Beifall erntete. Die „schwedische Nachtigall“ konnte also – allen über sie in Umlauf gesetzten Gerüchten entgegen – wenn sie wollte, in seltener Weise liebenswürdig sein. Die Ferien, welche ihm in seiner Stellung jährlich gegönnt waren, benützte R. zu Reisen durch ganz Deutschland, in die Schweiz, nach Italien, England und Frankreich, und mußte nicht selten nach seiner Rückkehr über seine Reiseerlebnisse Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand, der die dem einstigen Sängerknaben bewiesene Huld auch auf den späteren Tenorsänger übertrug, Bericht erstatten. Sein Aufenthalt in Paris fiel eben in die Zeit, als Napoleons I. Ueberreste feierlich nach Paris überführt wurden. R. trug damals seine Composition zu des Freiherrn von Zedlitz’ Gedichte: „Die nächtliche Heerschau“, im Salon des Grafen von Lützow, kais. österreichischen Gesandten am französischen Hofe, vor, welche allgemein die beifälligste Aufnahme fand. Zu Anfang der Vierziger-Jahre versah R. durch drei Jahre die Stelle eines Capellmeisters im k. k. Hof-Operntheater, welche er aber, als ihm der damalige Musikgraf die Urlaubsbewilligung zu einer Reise nach Deutschland im Auftrage des Operndirectors Balochino verweigerte, niederlegte. [325] Am 10. Februar 1844 wurde R. über Verwendung des damaligen Hofcapellmeisters Joh. Weigl in seiner Stellung als Tenorsänger der Hofcapelle zum 2. Vice-Hofcapellmeister ernannt und zwei Jahre später seiner Stelle als Sänger, welche er durch vierzehn Jahre versehen hatte, enthoben. Im Jahre 1847 wurde er nach Eybler’s Tode zum 1. Vice-Hofcapellmeister und nach dem Ableben Aßmayer’s am 10. September 1862 zum Hofcapellmeister befördert. Auf diesem letzten Posten war er nur wenige Jahre thätig, denn am 25. April 1866 wurde er ohne eigenes Ansuchen mit dem ganzen Gehalte unter gleichzeitiger Verleihung des Franz Joseph-Ordens in den Ruhestand versetzt. Die alte „Presse“ bemerkte bei dieser Gelegenheit, daß diese Pensionirung eines Hofcapellmeisters oder Mitgliedes der Hofcapelle die erste sei, welche seit dem Bestande der Hofcapelle sich ereignet hat. Johann Franz Herbeck, der ehemalige Director des Wiener Musik-Vereins und damals zweiter unbesoldeter Vice-Hofcapellmeister, trat an seine Stelle. Jetzt lebt R. in den glücklichsten Familienverhältnissen ganz der Musik, ist mit dem Ordnen seiner zahlreichen Compositionen und mit neuen, vornehmlich kirchlichen Arbeiten beschäftigt, von denen mehrere in der italienischen und Dominikanerkirche Wiens öfter zur Aufführung gebracht werden. Die Zahl von Randhartinger’s Compositionen – von denen auf S. 326 eine Uebersicht der bekannteren, im Drucke erschienenen gegeben wird – ist ungemein groß; sie beläuft sich im Ganzen auf über 600 Nummern, von denen jedoch nur 124 gedruckt sind. Es befinden sich unter dieser großen Menge von Werken eine vieractige romantische Oper: „König Enzio“, nach einem von Alexander Baumann nach dem Trauerspiel von Raupach bearbeiteten Libretto. Die Oper ward vor etwa zwei Decennien von der Direction bes Operntheaters zur Aufführung angenommen, die Hauptrollen befanden sich bereits in den Händen des Fräuleins Zerr und der Herren Ander und Staudigl und wurden von diesen schon einstudirt, als die Aufführung hintertrieben wurde; – zwei große Symphonien, beide in von R. veranstalteten Concerten mit dem Hof-Operntheater-Orchester zur Aufführung gebracht; – ein Quintett für 4 Streichinstrumente und Contrabaß; – ein Trio für Pianoforte, Violin und Violoncell; – zwei Streichquartetten; dann folgende, für die k. k. Hofcapelle verfaßte Werke: nämlich 18 große Messen, 2 Requiems, 42 Gradualien und Offertorien, ein Asperges, sämmtlich für das ganze Orchester componirt; – eine Vocalmesse; – 20 Kircheneinlagen mit Harmonium und Violoncellbegleitung; – 3 vierhändige Märsche; – mehrere vierhändige Variationen für das Pianoforte; – 4 Hefte griechischer Volksgesänge; lateinische Kirchengesänge für die Wiener Universität; – 400 Lieder, 10 Gesänge für 3 Singstimmen, 76 vierstimmige Männerchöre; – protestantische Kirchenfestgesänge und griechische Ritual-Gesänge, über welche beiden, im Drucke erschienenen Werke Näheres unten in der Uebersicht von Randhartinger’s gedruckt erschienenen Compositionen mitgetheilt wird. Noch sei hier bemerkt, daß R. im Jahre 1857 in Gemeinschaft mit dem Clavierfabrikanten Ehrbar sich der Aufgabe unterzog, das Verracordion, ein seit 70 Jahren bereits bekanntes, aber bisher sehr unvollkommenes Instrument, zu verbessern, und diese Aufgabe auch in befriedigender Weise gelöst hat. [326] Dieses Instrument, die frühere Glasharmonika, ist nun nach vielen Mühen und Versuchen so glücklich zusammengestellt, daß es als Begleitung zum Gesange mit dem besten Erfolge verwendet werden kann. R. selbst behandelt dasselbe mit vieler Virtuosität. Außer der bereits erwähnten, R. bei Gelegenheit seines Uebertrittes in Ruhestand Allerh. verliehenen Auszeichnung erhielt R. im Jahre 1833 für seine erste große Messe von dem Herzoge von Lucca den St. Ludwigs-Orden, für andere Werke die kais. österreichische Medaille litteris et artibus und die kön. schwedische goldene Medaille, und von mehreren musikalischen Vereinen und Gesellschaften die Diplome als Ehrenmitglied.

I. Uebersicht der Compositionen, welche von Randhartinger im Drucke erschienen sind. (Ein vollständiges Verzeichniß in chronologischer Folge zu Stande zu bringen, war mir nicht möglich, weiß doch der Componist selbst nicht über seine eigenen Werke Auskunft zu geben.) „Trost in Thränen“, Gedicht von Goethe. Beilage zu Nr. 117 des Jahrganges 1824 der „Wiener Zeitschrift“. Erstes Werk, das Randhartinger drucken ließ; als eigentliches Opus 1 aber erscheint „Sängers Liebchen“, von F. von Erko, und „Der Wechsel“, von F. X. Slavik (Wien 1829, Haslinger). – „Des Mädchens Klage“, von Schiller (Wien, bei Artaria). – „Röslein“, von Contessa. – „An die Sterne“, von E. Kalchberg. – „Dreistimmiger Canon“, von Kleist. – „Des Jünglings Hoffen“, von Ziegler. – „An die Erwählte“. – „Worte der Wehmuth“, Op. 9. – „Grand Trio pour Pfte., Viol. et Vclle.“, Op. 10. – „Schmiedlied“, von Seidl. – „Sehnsucht“, von Baron Zedlitz (Wien, bei Artaria). – „Der Jäger“, von Baron Schlechta. – Lied: „Es werden tausend Worte“ (Wien, Spina). – „Liebeslied von Kisfaludi“ (ungarisch), mit deutscher Uebersetzung von Graf von Majlálth. – „Suleika“, aus dem west-östlichen Divan, von Goethe. Beilage zu Nr. 150 des Jahres 1832 der „Wiener Zeitschrift“. – „Kriegers Abschied“, von Becker. – „Heimat“. – „Nachtreise“. – „Traum“. – „Widerspruch“, vier Gedichte“, Op. 18. – „Die eine, die ich meine“, von Kobell. – „Die Mutter am Grabe“, von Claudius. – „On tho Traun“, von Nugent-Skelly. – „Bei der Mühle“, von Vogel. – „Die Fischerin“, von Müller. – „The Replay“, von Nugent-Skelly. – „Die Scala“, von Veit. – „Erloschene Liebe“, von Baron Zedlitz. – „Todtenhemdchen“, von Bauernfeld“. – „Rastloses Wandern“, von E. Schulze, Op. 26. – „Wenn ich kann“, Gedicht von E. Schulze, Op. 27. – „Beruhigung“, von Fr. v. Erco, Op. 28. – „Elphengesang“, von E. Schulze. – „Schweizer Schützenlied“. – „Der Postillon“, von Lenau. – „Ständchen“, von Uhland (Wien, Diabelli). Randhartinger fand später Gelegenheit, diese Composition (mit Sphärenmusik von vier Solo-Violinen) dem Dichter vorzutragen. Der wenig redselige Poet bemerkte dem Compositeur: „Sie haben mein Gedicht recht gut verstanden“. – „Why sighest thou?“, von Nugent-Skelly, englisch und deutsch, Op. 32. – „Der Traum“, von Heine (Wien, Mechetti). – „Auf dem St. Wolfgangs-See“, Gedicht für eine Singstimme mit Pianoforte und Physharmonika, Op. 18. – „Andenken an London“, Op. 46. – „Wanderlied“, von J. N. Vogl. – „Vor’m alten Mühlenhause“, von J. N. Vogl, für eine Singst. mit Waldhorn oder Violoncell und Pianofortebegleitung (Wien, Spina). – „Das Erkennen“, von J. N. Vogl, Op. 49 (Wien, Diabelli). – „Die nächtliche Heerschau“, von Zedlitz, Op. 50 (Wien, Witzendorf), – „Heilmittel“, von J. G. Seidl, Op. 51. – „An Emma“, von Schiller (Wien, Haslinger). – „Da Bua in da Fremd’ oder’s Hoamweh“, von A. Schmidl (mit Zitherbegleitung); diese Composition hat in sofern culturhistorische Bedeutung, als der als Zitherspieler bekannt gewordene Alexander Bauman damit zuerst die Zither im Salon des Grafen Széchényi einführte, wodurch dieses Instrument der Almhütte und Dorfschenke salonfähig, nach und nach Mode wurde, bis es, wie in der Gegenwart gleich dem Piano, seuchenartig in jeder Wiener Familie grassirt. – „Jägers Feierabend“, von Seidl. – „Ein seliges Wörtchen“, v. Dumba (Wien, Spina). – „Ein Jahr später am Grabe Sephinens“ von Rupertus, Op. 61. – „Der Verlassene“, Gedicht von Rupertus, Op. 62. – [327] „Die Todtenuhr“, Gedicht von Ebendemselben“. – „Im Traume“, von Heine. – „Der stille Zecher“, von Rupertus, Op. 64 (Wien, bei Witzendorf). – „Reiterlied für Toskana-Dragoner“, Op. 65. – „Schleichhändler-Chor“, Gedicht von Rupertus, Op. 66. – „Meine Klage“, für Alt oder Bariton“, Op. 68. – „Ζωη μοὓ, σάς αγαπὤ“ (Mein Leben, ich liebe dich), von Lord Byron. – „Scheibenschützenlied“, von Kobell. – „Kukuk“, von Rupertus. – „Mein Eigen“, Gedicht von Em. Geibel, für eine Altstimme“. – „Erstes Lied aus König Enzio“, von Raupach“. – „Zweites Lied aus König Enzio“, von Ebendemselben. – „Am Strome“, für Sopran oder Tenor. – „Das Mädchen von Athen“, für eine Singstimme. – „Guarda che bianca luna“, von Vitorelli (Wien, Mechetti). – „Das Glück im Sande“, von Baumann. – „Der Kobold“, von Julius. – „Die Pappeln“, von Manfred. – „Der Gondolier“, von Uffo Horn. – „Liebesglück“, von Kobell. – „An die Entfernte“, von Goethe. – „Da lustigi Jaga“, in österreichischer Mundart“, von J. G. Seidl, zwei Lieder, Op. 112. – „Tiroler Schützenlied“, Gedicht von Meßmer, für Männerchor mit Pianoforte, Op. 113 (Innsbruck 1860). – „Spätes Erkennen“, von Baron Zedlitz. – „Der Nachtwandler“, von Jaques. – „In’s stille Land“, von Salis“ (zum Andenken an seinen Freund Fr. Schubert vierstimmig componirt) (Wien, Pennauer). – „Vierhändige Variationen“ (Wien, M. Artaria). – „ΑΣΜΑΤΑ ΕΛΛΗΝΙΚΑ oder griechische Volksgesänge“, in vier Heften. – „Vierstimmiger Festgesang an König Otto von Griechenland“. – „Vierstimmige griechische Kirchenmusik“, in sechs Bänden. Es ist dieß eine von der Sammlung vierstimmiger Kirchenlieder, welche der Vice-Hofcapellmeister Gottfried Preyer herausgegeben und welcher in Preyer’s Biographie [Bd. XXIII, S. 283] gedacht wurde, ganz verschiedene Sammlung. Die Geschichte ihres Ursprunges ist folgende: Als R. eines Tages der Einladung seines Freundes, des Consuls Martyrt, folgend, die altgriechische Kirche auf dem alten Fleischmarkte in Wien besuchte, äußerte er gegen Martyrt. daß ihm dieser Gottesdienst ohne erhebende Musik und in durchaus nicht wohlthuender Einförmigkeit gar nicht gefallen habe. Martyrt erwiderte, daß es schwer sei, darin eine Aenderung zu veranlassen, weil sich an dem alten Herkommen nicht rütteln lasse. „Dieß sei ja gar nicht nothwendig“, belehrte ihn Randhartinger, es habe nichts weiter zu geschehen, als daß die ursprünglichen alten griechischen Melodien in einen vierstimmigen Gesang umgewandelt würden. Diese Idee fand bei Martyrt Eingang und dieser wußte sie auch einigen Kirchenvorstehern annehmbar zu machen. Nun erhielt R. den Auftrag, den von ihm angeregten Gedanken auch auszuführen. R ging sofort an’s Werk, ließ sich von einem der Vorsänger die einzelnen Melodien vorsingen, brachte sie nach dieser etwas primitiven Methode so gut es ging zu Papier, arbeitete sie dann in einen vierstimmigen Gesang um und componirte in solcher Weise zuerst die Liturgie für alle Sonntage. Bei Consul Martyrt fand in Gegenwart der Archimandriten und übrigen Vorsteher die erste Probe statt, welche allgemeinen Beifall fand. Die erste öffentliche Aufführung in der Kirche ging in der darauffolgenden Christnacht 1844 vor sich. Die Theilnahme an dieser glücklichen Neuerung war eine große und allgemeine und Randhartinger erntete für seine glückliche Idee ehrenvolle Anerkennung. Aufgemuntert durch diesen Erfolg, ging nun R. an die weitere Arbeit und vollendete in gleicher Weise die Ritual-Gesänge zu sämmtlichen griechischen Kirchenfesten, welche alsdann in sechs Bänden im Drucke erschienen sind. Seit 26 Jahren wurde diese griechische Ritualmusik in den meisten Städten Europa’s. welche griechische Kirchen haben, eingeführt. In letzterer Zeit haben sie auch bereits in Asien und Amerika Aufnahme gefunden. – „Vierstimmige protestantische Festgesänge“ (Staatsdruckerei). Im Jahre 1840 wurde R. von dem protestantischen Pfarrer in Triest aufgefordert, für die dortige Gemeinde Kirchengesänge für alle Jahresfeste auf vier Singstimmen mit Orgelbegleitung zu componiren; der Text dazu wurde von dem Pfarrer geliefert. R. vollendete diese Arbeit, welche auch im Drucke erschien. – „Lateinische Kirchengesänge, componirt für die Studirenden an der Universität“; – ein Offertorium für eine Sopranstimme mit Orgelbegleitung (Brüssel, Katto); zwei Offertorien für eine Altstimme mit Orgelbegleitung (Wien, Glöggl); – Trio für Pianoforte und Violoncell (Wien, Artaria). – „Offertorium: „Quem admodum desiderat“, für Alt und Bariton mit Physharmonika [328] oder Orgelbegleitung (Wien 1861, Glöggl). – „Schweizer Nationallied: Und so lang ich noch jauchz’!“ von Oser, Op. 124 (Wien 1864, Spina). – „Erinnerung“, von Grillparzer (Wien, Bösendorfer) [dem Dichter im Jahre 1871 zum 80. Geburtstage überreicht].
II. Quellen zu Randhartinger’s Biographie. Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortges. von Ed. Bernsdorf (Dresden 1857, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 279 [eine magere Notiz ohne alle Bedeutung). – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 710. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 276. – Köchel (Ludwig Ritt. v. Dr.), Die kaiserliche Hof-Musikcapelle in Wien von 1843 bis 1867 (Wien 1869, Beck, 8°.) Beilage I, Z. 1363, 1376, 1440 und 1442, und S. 113. – Hanslick (Eduard), Geschichte des Concertwesens in Wien (Wien 1869, Braumüller, gr. 8°.) S. 303 u. 336. – Neue Wiener Musik-Zeitung, herausgegeben von Franz Glöggl (4°.) 1857, S. 118. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1866, Localanzeiger, Nr. 119.
III. Porträt. Ein im Stich, Lithographie oder Holzschnitt ausgeführtes Bildniß Randhartinger’s ist dem Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt, eine jedoch sehr ähnliche Photographie ist von dem Photographen Joseph Hoffmann in Wien vorhanden.