BLKÖ:Pott, Aloisia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 23 (1872), ab Seite: 176. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1041845529, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Pott, Aloisia|23|176|}}

Pott, Aloisia (Claviervirtuosin und Tonsetzerin, geb. zu Wien 23. April 1815). Eine Tochter des Herrn Franz Winkler von Forazest in Wien, erhielt sie bei ausgesprochener großer musikalischer Begabung sorgfältigen Unterricht im Clavierspiel, in welchem Czerny, Gyrowetz und zuletzt Linke ihre Meister waren. Sie spielte Beethoven’sche Compositionen mit einer Tiefe, und Gewandtheit, wie sie selten vorkommen. Dabei erlangte sie vollkommene Kenntnisse im musikalischen Satze und schrieb sogar eine ganz regelrechte Fuge. Außer zahlreichen Clavier-Compositionen und Liedern componirte sie drei Quartette für Streichinstrumente, welche ein Musikkenner wie Gaßner als gediegene Arbeit von glücklicher Erfindung bezeichnet. Noch ist von ihr eine große Messe mit Orchester- und Orgelbegleitung bekannt. Als Dilettantin trat sie nur selten und dann nur zu wohltätigen Zwecken in Concerten zu Wien und Oldenburg, wo sie mit ihrem Gatten wohnte, auf; auch ließ sie sich an einigen Höfen, als am dänischen, schwedischen, weimarschen und dessauschen, mit großem Erfolge hören. Sie heirathete den nachmaligen großherzogl. Oldenburgischen Capellmeister August Pott[WS 1], der auf seinen Kunstreisen um die Mitte der Dreißiger-Jahre auch österreichische Städte, darunter Wien, besuchte und daselbst die jugendliche Künstlerin kennen lernte, die bald seine Frau wurde. August Pott gab im Jahre 1862 seine Capellmeisterstelle in Oldenburg, welche er seit 1832 durch 30 Jahre bekleidet, auf und übersiedelte zuerst nach Gratz, wo er als Director des steiermärkischen Musikvereins thätig war und den ganzen Ertrag des 12. Heftes seiner Lieder für Männerchor den unbemittelten Schülern der landschaftl. steiermärkischem Oberrealschule widmete. In der Folge begab er sich nach Wien, wo er nun seinen bleibenden Wohnsitz aufgeschlagen hat. Von seinen neuesten Compositionen sind anzuführen: die bei Hölzl in Olmütz erschienenen „Vier deutschen Lieder für vierstimmigen Männerchor“, und zwar:; 1. Schulheims „Tag muß es werden, mein liebes Oesterreich“; 2. Lenau’s „Herbstklage“; 3. Körner’s „Reiterlied“ und 4. Nik. Becker’s Rheinlied: „Sie sollen ihn nicht haben“.

Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 695 [nach diesem geb. 23. April 1815]. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 272 u. 273 [nach diesem geb. 22. April 1815]. – Hanslick (Eduard), Geschichte des Concertwesens in Wien (Wien 1869, Braumüller, gr. 8°.) S. 330 u. 342. – Tagespost (Gratzer Blatt) 1862, Nr. 222. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliograph. Institut, gr. 8°,) zweite Abthlg. Bd. IV, S. 744, Nr. 6.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. August Pott (Wikipedia).